KW 32/2026: Saisonauftakt in Karlsruhe, Your Friends & Neighbors, Kleine schmutzige Briefe und Die Schlacht um den Planet der Affen
Happy Sunday!
Eine anstrengende Arbeitswoche liegt hinter mir. Eine Kollegin aus unserem kleinen Team ist bereits seit einigen Wochen krank, genau in dieser Phase, wo Budgetberechnungen für das nächste Jahr, der Monatswechsel mit seinen regulären Aufgaben und verschiedene Umstrukturierungsmaßnahmen aufeinander treffen. Ich war jedenfalls sehr froh, als ich am Freitagnachmittag meinen Rechner runterfahren konnte. Allerdings befürchte ich, dass es nächste Woche nicht besser werden wird.
Besser wurde es dagegen mit der zweiten Staffel einer Thrillerserie, schlechter aber mit dem letzten Teil einer klassischen Science-Fiction Filmreihe. Und ob es beim KSC nach der Ära Christian Eichner besser oder schlechter wurde, das lest ihr hier.

Nach langem machte ich mich am Samstag mal wieder auf den Weg nach Karlsruhe, mein erster Besuch seit Sommer 2022. Klar, dass dabei ein Foto vom Karlsruher Schloss nicht fehlen durfte.


Gesehene Spiele in dieser Saison: 1 von 1 Liga-Spielen = 100%. (Saison 2024/25: 85%)
Vieles neu ist seit diesem Sommer in und um den KSC. Mit Maximilian Senft sitzt ein neuer, unbekannter Coach auf der Trainerbank. Der Kader hat ein neues Gesicht bekommen, vor allem auf der Bank ist einiges an Spielern mit Potential dazu gekommen. Und der Vereinspräsident Holger Siegmund-Schultze sprach euphorisch davon, mit diesem neuen Trainer und dem neuen Kader in die Bundesliga aufsteigen zu können. Zwar noch nicht in dieser Saison, aber perspektisch sehr wohl. Ich bin da noch etwas skeptisch, kann weder Ist-Stand noch Potential vernünftig einschätzen.

Dafür war ich am Samstag im Karlsruher Wildparkstadion. Bei meinem letzten Besuch (KW 30/2022), war das Stadion noch nicht einmal fertig gewesen, die Haupttribüne hatte noch gefehlt. Nun ist das Stadion rund und komplett und mit mir verfolgten knapp 30.000 den Saisonstart, bei dem der neue Trainer immerhin auf sieben bewährte Kräfte aus dem Vorjahr zurück griff. Der Kaderumbruch hatte sich gewichtiger angekündigt, als er am Ende war. Lediglich Linksverteidiger Olfi und die beiden Stürmer Broschinski und Eichinger waren kompett neu, dazu gab der aus dem Nachwuchs beförderte Zor sein (starkes) Debut bei den Profis und war damit einer von drei Spielern im KSC-Dress, die noch keine zwanzig Jahre alt waren. Deutlich älter war dagegen Thomas Häßler, Held und Idol vieler KSC-Fans aus den 1990ern, der sich vor dem Spiel auf dem Rasen hat interviewen lassen.
In einem recht ausgeglichenen Spiel setzte sich der KSC am Ende knapp mit 2:1 gegen Arminia Bielefeld durch und feierte so einen gelungenen Saisonstart. Beide Tore erzielte Karlsruhes neue Nummer Neun: Moritz Broschinski, der per Leihe vom FC Basel gekommen war. Etwas Glück gehörte an diesem Nachmittag dazu: Die Arminia traf in der ersten Hälfte gleich zweimal die Latte und hätte nach dem ersten Treffer für die Karlsruher eigentlich sofort den Ausgleich erzielen müssen. Aber so kam es nicht, der Spielverlauf war ein Badener. Und da die Statistik mehr xGoals, eine höhere Laufleistung, mehr Ballbesitz und mehr gewonnene Zweikämpfe beim KSC sieht, war der Sieg nicht unverdient.

Dieses Stadionerlebnis war mal wieder toll, bestes Wetter und beste Stimmung. Ein gelungener Tagesausflug.

Your Friends & Neighbors (Staffel 2, 10 Folgen, USA, Apple TV) – 8 von 10
Nachdem die erste Staffel (7/10) für mich gegen Ende etwas mehr in Fahrt gekommen war, freute ich mich schon sehr auf die Fortsetzung. Und ja, sie enttäuscht nicht, sondern entwickelt einen immer stärkeren Sog. Die Ankunft des Milliardärs Ashe (James Marsden) bringt das Nobelviertel ziemlich durcheinander. Coop (Jon Hamm) geht geschäftlich neue Allianzen ein, während es in seiner Familie um Ex-Frau Mel (Amanda Peel) rumort. Und irgendwer gibt immer eine Dinner-Party. Während wir in der ersten Staffel noch den Abstieg Coops vom großen Geschäftsmann zum Gauner gesehen haben, wendet sich für ihn nun das Blatt: Es ergeben sich neue Möglichkeiten, er wird aber damit zum Spielball der Großen. Dieser kleine Wechsel in der Ausgangssituation tut der Figur ganz gut und macht sie interessanter. Der Handlungssstrang wertet auch seinen Berater Barney (Hoon Lee) und Ex-Basketballer Nick (Mark Tallmann) auf und gibt ihnen mehr Raum. Leider sorgt diese Entwicklung aber auch dafür, dass seine Komplizin Elena (Aimee Carrero) etwas an den Rand gedrängt wird und ihre Geschichte fast wie ein Fremdkörper wirkt und auch einige Storylines und Nebenfiguren der ersten Staffel langsam versanden. Dafür bekommt Mel (Peel) eine gewichtigere Rolle, deren Story andere gesellschaftliche Aspekte in die Serie bringt. So ist die Mischung insgesamt zwischen Thriller und Gesellschaftssatire gelungen und einige Twists bringen immer wieder frischen Pfeffer in die Story. Das ist zwar noch kein Succession, macht aber schon ziemlich viel Spaß.

Kleine schmutzige Briefe (Regie: Thea Sharrock, UK, 2023, Das Erste) – 7 von 10
Als die Einwohner einer kleinen, britischen Stadt um 1920 skandalöse und obszöne Briefe erhalten, fällt der Verdacht schnell auf die hitzige Rose (Jessie Buckley). Aber steckt sie wirklich hinter den Schmähschriften? Der offenbar auf einem historischen Fall beruhende Film zeigt, dass Leute schon vor hundert Jahren ihre Anonymität nutzten, um mal ordentlich auszuteilen. Hassrede und Slutshaming inklusive. Dazu brauchte es kein Internet und Social Media. Neben den tollen Schauspielerinnen (neben der schon genannten Buckley sind vor allem Olivia Colman und Anjana Vasan zu nennen), lebt der Film natürlich vom Gegensatz zwischen der vermeintlichen heilen Welt auf der einen Seite und den bösen und obszönen Briefen, sowie den Frauen, die sich hier nicht so geben, wie man es dieser Epoche erwarten würde, auf der anderen Seite. Das macht Spaß zu sehen, ist aber am Ende doch etwas zu dünn für den ganzen Film, vor allem weil der Krimiplot um die Frage, wer die Briefe wirklich verfasste, nicht sehr wendungsreich ist.
Die Schlacht um den Planet der Affen (Regie: J. Lee Thompson, USA, 1973, Joyn) – 4 von 10
Endlich war der letzte Teil der Originalfilmreihe wieder verfügbar, leider war er aber genauso schwach wie Eroberung vom Planet der Affen (5/10). Von den grammatikalischen Abenteuern der beiden Titel ganz zu schweigen. Die Metropolen der Erde sind unbewohnbar geworden, die Affen sind die Anführer der Überreste der Welt. Als sich eine Gruppe von ihnen in die verbotene Stadt aufmacht und dort unterirdisch auf die letzten zivilisatorischen Reste der Menschheit trifft, beginnt der Konflikt von neuem. Das klingt episch, ist es aber nicht. Dafür ist die gezeigte Welt zu klein und die Action wirkt zu inszeniert. Der kurze Film krankt unter einer zu hohen Zahl an Figuren, die einem alle nicht interessieren und die sich pseudopsychologische Sätze zu werfen. Eine billige und eilig produzierte Fortsetzung, die man sich hätte sparen können.

Innerhalb von München hatte ich in dieser Woche keine einzige Fahrt. Das lag vor allem daran, dass ich meinen Bürotag habe ausfallen lassen, weil genau an diesem Morgen die S-Bahn mal wieder unter Stellwerksproblemen litt und ich noch mit Grauen an den letzten Ersatzverkehr ins Büro dachte.
So hatte ich am Samstag nur die Fahrt nach Karlsruhe. Früh gebucht und teilweise die Fahrt mit Deutschland-Ticket absolviert, zahlte ich für den Ausflug nur 25€. Wegen des Preise kann ich gut zwanzig Minuten Verspätung auf der Hinfahrt locker verzeihen, ich hatte ja genug Puffer eingebaut. Die Rückfahrt mit Umsteigen in Stuttgart verlief dagegen etwas anders als geplant. Immerhin wurde meine Zugbindung aufgehoben, so dass ich mit einer alternativen Route (mit dem Regionalzug nach Esslingen und von dort ohne Wartezeit mit einem anderen ICE nach München weiter) recht zeitig zurück war. Trotzdem war es ein langer Tag und ich insgesamt knapp 14 Stunden unterwegs. Kaum zu glauben, dass ich das früher deutlich öfter gemacht hatte!
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!
Ein Kommentar
bullion
Ohje, das klingt wirklich nach anstrengenden Arbeitswochen. Ich drücke dir die Daumen, dass es nicht so schlimm wird und der nächste Freitagnachmittag schnell herbei eilt.