Wie Künstliche Intelligenz mir beim Bloggen hilft

Künstliche Intelligenz dringt immer mehr in unseren Alltag ein, ob wir wollen oder nicht, ob es uns bewusst ist oder nicht. Auch ich nutze die neuen Hilfsmittel für diesen Blog, sie unterstützen mich in den verschiedensten Bereichen. Mal auffälliger, mal weniger auffällig. Zwar schreibt hier der Chef noch selbst, aber etwas Rat und Tat kann nie schaden. Vielleicht ist es deshalb auch für den ein oder anderen interessant zu lesen, wo mich die KI schon jetzt unterstützt.

Meine erste Anlaufstelle ist ChatGPT. Mein Tool für alles, auch wenn es vermutlich für einzelne Aufgaben jeweils leistungstärkere Systeme gibt. Sollte dort demnächst jedoch wirklich Werbung in den Chats ausgespielt werden, könnte das jedoch ChatGPT die Pole Position kosten. Als zweiter Anbieter hat sich daneben Gemini etabliert, das vor allem bei der Google Recherche zum Einsatz kommt.

KI als Illustrationshilfe

Das offensichtlichste Einsatzgebiet für diese Tools ist die Erstellung von Grafiken. So wie Collagen, wie ich sie bei diesem Titelbild für meinen Urlaub im Mai benutzt habe. Als Input bekam ChatGPT meine Fotos zur Verfügung gestellt. Den Reisezeitraum und die Orte wusste das System schon vorher, weil ich meinen Urlaub damit ausgiebig geplant hatte. Aus den Bildern und den Informationen hat die KI eine zusammenhängende Grafik erstellt. Es waren allerdings einige Korrekturschleifen nötig, bis die generelle Ästhetik stand und auch die verwendeten Bilder so aussahen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenn man nicht aufpasst, dichtet die KI gerne einfach zusätzliche Dinge mit hinzu oder verfälscht sie. Bei diesem Motiv war das grundsätzliche Layout von der KI, die Bilder und die Daten von mir. Den ganzen Reisebericht „Böhmen“ zu nennen und nicht Tschechien, das war ebenfalls ein Vorschlag der KI, da diese Region treffsicherer meine Tour beschreibt.

So ähnlich funktionierte es auch bei diesen Infografiken. Erneut: Das Bild ist von mir, in diesem Fall sollten sich aber Farb-Korrekturen in Grenzen halten. ChatGPT hat selbständig die Einwohnerzahl und das Wetter an diesem Tag recherchiert und alles in eine Grafik gepackt. Ja, mit Powerpoint hätte ich diese Grafiken auch relativ leicht selbst erstellen können. Die Arbeit bestand eher darin, die Idee für dieses schlichte Layout zu entwickeln – die ersten Entwürfe sahen noch deutlich aufwändiger aus. Zumindest für dieses Jahr möchte ich bei ähnlichen Artikeln dieses Layout im Grunde beibehalten.

Bei Beiträgen, die prinzipiell auch ohne Bilder auskommen würden, brauche ich zumindest ein Titelbild. Nicht immer habe ich dazu ein passendes Motiv zur Hand. Wenn es fehlt, lasse ich mir mit ChatGPT eines erstellen. Oft frage ich dazu zunächst nach einer Motividee für den geschriebenen Artikel. Erst wenn die Idee gut ausgearbeitet ist, folgt der zweite Schritt: Die Erstellung des Prompts. Im Regelfall weise ich die KI darauf hin, meine Blog-Farben weiß und lila zu berücksichtigen, und die Grafik im Querformat zu erstellen. Der generelle Stil muss noch festgelegt werden: Fotorealistisch, Comic-haft oder eine Infografik? Egal jedoch, wie ausführlich ich den Prompt schreibe, meistens sind noch mindestens zwei oder drei Korrekturen notwendig, bis mir das erstellte Bild gefällt. Das Titelbild für diesen Beitrag stand erst nach dem fünften Versuch.

Hier seht ihr eine Auswahl aus den letzten Monaten:

KI als Redaktionshilfe

Einer der größeren Beiträge in den letzten Monaten war der Artikel über meine Erinnerungen an die WM 2006. Neben der Hilfe bei der Struktur des Beitrags (zunächst tendierte ich dazu, zu viel über das Sportliche einer zwanzig Jahre alten Weltmeisterschaft zu schreiben) nutzte ich ChatGPT auch hier für die Bilder. Im Jahr 2006 mit den ersten Digitalkameras geschossen, hatten diese Fotos durchaus noch Optimierungspotential: Kräftigere Farben und mehr Schärfe. Außerdem ließ ich bei manchen Bildern die Gesichter automatisch unkenntlich machen, was – wie ich finde – zu besseren Ergebnissen führt, als die schwarzen Balken, die ich sonst gerne händisch über fremde Gesichter lege.

Besonders bei meinen Roman-Reviews gebe ich mir viel Mühe. Bei ihnen schreibe ich zunächst die Review und lasse dann durch ChatGPT schätzen, welcher Bewertung in Zahlen mein Text entsprechen würde. Daran hat auch ChatGPT seinen Spaß, sagt er. Sollte die Einschätzung nicht mit meiner vergebenen Punktzahl übereinstimmen, versuche ich den Text dementsprechend anzupassen. Für die Grafiken, die ich seit diesem Jahr für die Reviews verwende, nutze ich ebenfalls die KI – aber wahrscheinlich anders, als ihr es vermutet. Die Grafik selbst ist eine Vorlage in Powerpoint, in der ich jeweils das Foto des Covers (geschossen auf der Arbeitsplatte meiner Küche) in den Hintergrund setze und dann die Überschriften und Icons anpasse. Aber die Kurzzusammenfassung der Reviews lasse ich von ChatGPT auf Basis meines Textes erstellen und übernehme das Ergebnis mit leichten Anpassungen. Für die Reviews der Filme und Serien wäre mir dagegen dieser Workflow zu aufwändig. Da bieten die eingebetteten Trailer ja bereits eine optische Auflockerung.

Die Bilder und Grafiken sind natürlich nur der offensichtlichste Teil der Zuarbeit der KI-Systeme. Besonders bei Texten abseits der medialen Wochenrückblicke nutze ich ChatGPT gerne, um sie lektorieren zu lassen und um mir ein Feedback einzuholen, was laut KI schon gut funktioniert und was nicht. Übrigens: Mit diesem Beitrag war die KI erst nach dem dritten Versuch zufrieden. Vielleicht war sie bei diesem Thema aber auch einfach etwas eitel.

Auch lasse ich mir Tipps für Überschriften geben, mit denen sowohl die Stammlesenden als auch die Suchmaschinen glücklich werden. Wenn ich mir dagegen manche alte Titel aus meiner Anfangsphase anschaue, dann schaudert es mich ein wenig.

KI als technischer Helfer

Noch tiefer im Maschinenraum versteckt ist diese Form der Hilfe, die ich mir durch die KI hole. Während mir die oberen Punkte eher Zeit sparen oder die Qualität erhöhen, sind das hier essentielle Dinge. Immer mal wieder ist an den Einstellungen bei WordPress, beim Hosting-Anbieter oder generell am Motor zu schrauben. Oft verstehe ich nicht einmal, um was es da geht. Bei solchen Themen sind ChatGPT oder Gemini eine große Hilfe, wenn sie mir geduldig selbst die simpelsten Zusammenhänge erklären müssen. Tipp: Nach einer schrittweisen Anleitung fragen, um nicht einen alles erschlagenden Text zu bekommen.

Eine wirklich große Hilfe war mir ChatGPT neulich im Mai, als ich die Seite auf eine neue PHP-Version updaten musste. Das führte zunächst zu Fehlermeldungen, bis mich die KI Schritt für Schritt durch den Prozess geführt hat, an welchen Stellen ich im Code was anpassen musste. Das hätte ich ohne die Hilfe der KI vermutlich nicht hinbekommen.

Ein weiteres Beispiel: Im vergangenen Monat hatte ich ChatGPT meine Daten aus der Google Search Console zur Verfügung gestellt und um eine Analyse gebeten. Der Workflow war dazu wirklich super einfach. Der Output dagegen war noch nicht so tiefgründig, wie ich es mir erhofft hatte. Jedoch konnte ich ihn durch Hinweise auf externe Effekte (z.B. dass die Veröffentlichung der neuen Star Trek Staffel ein Grund für das gestiegene Suchvolumen nach meinen Star Trek Artikeln sein könnte) noch leicht verbessern. Vielleicht geht da noch mehr, wenn ich das Tool regelmäßig mit meinen Daten füttere, ich werde es in den nächsten Monaten im Auge behalten. Und vielleicht sollte ich es auch einmal mit meinen Google Analytics Daten versuchen, die ich zwar erheben lasse, aber – ehrlich gesagt – so gut wie nie betrachte.

***

Soweit mein Überblick darüber, wie mir Künstliche Intelligenz die Arbeit an dieser Seite erleichtert und in gewisser Weise auch professioneller macht. Bewusst bin ich nicht darauf eingegangen, wie sie mir im Beruf oder bei anderen, privaten Fragestellungen hilft. Das wäre noch einmal ein ganz anderes Thema. Ich hoffe trotzdem, dass dieser Einblick in den Backstage-Bereich für euch ganz interessant war.

Wie hat die KI bisher Einzug in euren Alltag gehalten?

5 Kommentare

  • bullion

    Danke fürs transparent machen! Wird momentan ja stark diskutiert in der Blogosphäre.

    Bei mir hat KI bisher (fast) nur Einzug in den Berufsalltag gefunden. Das erleichtert punktuell Arbeit, sorgt am Ende aber nur für gesteigerten Output. Davon habe ich als Angestellter nichts, aber das Unternehmen. Teils sinnvoll, teils nicht. Teils grenzt es an Slop, wenn man sich die x-te Claude-Präsentation anschauen muss.

    Im Privaten nutze ich es kaum. Mal beim Steuer machen. Oder wenn es um technische Lösungen geht (sei es Hardware oder Software). Im Kreativbereich (sprich alles rund ums Blog) nutze ich es bewusst nicht. Fotos bearbeite ich alle mit einer uralten Lightroom- und Photoshop-Version (noch weit vor KI) selbst. Texte schreibe ich auch ohne KI-Feedback. Selbst wenn es manchmal unrund klingt, aber es klingt nach mir. Für Analyse der Zahlen usw. könnte ich es mir eher vorstellen, aber noch fehlt mir da der Use Case. Mal sehen, wie sich die Reise noch entwickelt.

    • Nummer Neun

      Privat nutze ich es auch abseits vom Blog mittlerweile öfter. Einen richtigen Chat zu haben ist manchmal schin hilfreicher, als einzelne Suchanfragen zu stellen. Glaube auch, dass das eher einen langfristigen Impact im Alltag haben wird.

      Diese grafischen Spielereien dagegen haben ja nur einen begrenzten Nutzen für den normalen User, wenn man nicht gerade selbst Medien erstellt. Hier braucht es eher eine gewisse Medienkompetenz für den User.

  • Miss Booleana

    Als aufmerksame Leser:innen weiß man das ja eigentlich schon, wo und wie du KI benutzt, weil du es hier und da erwähnst oder weil man es erkennt (Reiseberichte Infografiken). Bisher wusste ich nicht so recht wie du das selber einordnest und dachte mir nur, dass es sich ja für dich zeitlich und vom Ergebnis her lohnen muss, sonst würdest du nicht weiter drauf setzen. Hier im Post bist du ja drauf eingegangen, was es für dich bringt. Aber so viel schlauer bin ich noch nicht: ist es jetzt ein Gewinn für dich? Mal abgesehen vom Fixen der technischen Probleme, wo du ziemlich klar gesagt hast, dass du ohne nicht weiter gekommen wärst? Weil bei den Absätzen über die Infografiken erwähnst du, dass es auch manchmal hit and miss ist.

    Ich weiß nicht, ob Feedback erwünscht ist, aber ich wage mal welches dazulassen. Mir geben die KI-Bilder nichts. Ich sehe auf den ersten Blick, dass die aus der Büchse kommen (natürlich nicht immer, aber in den Beispielen hier schon) und ich verstehe, dass die schön zur Untermalung sind. Ich selber finde es auch immer schade, wenn ich keine im Blogpost drin habe. Wenn da also eins ist wie das mit der Sanduhr, dann finde ich das ästhetisch und ok. Aber zum Beispiel die Grafik zu Böhmen ist für mich etwas fragwürdig. Man sieht da ist ein Filter drüber, man weiß das kommt aus der KI, man weiß nicht genau wieviel von deinem eigenen Foto da drin ist und gefühlt: dafür klick ich deinen Post nicht an.
    Karlsbad ist da etwas anders. Da kann man schon vermuten, dass dein Foto verwendet, aber nicht verfremdet wurde. Außerdem sind Infos zu Karlsbad drin.

    Wer Feedback gibt, muss wohl auch transparent machen, woher man kommt. Ich bin ja eher etwas unglücklich mit dem KI-Hype, weil es meinen Job und die ganze IT-Joblandschaft an einigen Stellen enorm viel einfacher gemacht hat. Vor Allem jetzt, wo KI einen guten Job macht und weniger Quatsch produziert. Aber es macht das Miteinander und die Softwarelandschaft auch überfrachtet und z.B. Hiring und Zusammenarbeit viel viel komplizierter. Man merkt jetzt schon wie Kompetenzen auf der Strecke bleiben und keiner mehr in der Lage ist was zu lesen ohne „Chatty“ zu fragen, was in dem Text steht, abgekürzt auf 3 Sätze.

    Ich schließe mich jedenfalls Bullion an, dass es gut ist mal darüber zu schreiben – der Transparenz wegen. Noch zwei Hinweise:
    – Gesichter blurren ist unsicherer als schwärzen, weil man diverse Weichzeichner zurückdrehen kann
    – Ob dir das jetzt was bringt, weiß ich nicht … aber technische Hilfe durch die KI an Code kann auch nach hinten losgehen. Du hast hoffentlich keinen Quelltext direkt bearbeiten müssen?

    • Nummer Neun

      Danke für dein ausführliches Feedback! Um nur mal auf einige Punkte einzugehen:

      „Ist es jetzt ein Gewinn für dich?“ Ja, ist es. Der Blog ist meine Spielwiese, über den ich mir auch einige neue Skills draufpacken kann. So wie ich ein wenig über die Technik gelernt habe, über Suchmaschinen, GSC, Analyse von Web-Daten, das Schreiben an sich – und da zählt auch der Umgang mit KI dazu. Also ja, es bringt mich weiter und ich lerne dabei, wo ist der Einsatz sinnvoll, wo ist er nicht so sinnvoll.

      „…oder weil man es erkennt“ & „Ich sehe auf den ersten Blick, dass die aus der Büchse kommen“ Das ist ein seltsamer Punkt. Als ob du damit irgendjemanden ertappt hättest? Im Normalfall erstelle ich damit ja keine Grafiken, die vorgeben, ein echtes Foto zu sein. Sondern sie ersetzen meine nicht vorhandenen Grafikbearbeitungs-Skills. Das Ergebnis ist das gleiche, nur der Weg dahin ein anderer.

      „…dass es auch manchmal hit and miss ist“ es wäre auch vermessen zu glauben, dass der erste Entwurf bei den Grafiken sitzen würde. Am Ende soll es ja so aussehen, wie ich es mir vorstelle oder wie es für mich am Besten passt. Natürlich muss man sich da rantasten. So sollte man Werkzeuge einsetzen, damit man nicht selbst zum Werkzeug wird.

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