60 Jahre Star Trek: Mein persönliches Film-Ranking
Genau heute vor 60 Jahren – am 8. September 1966 – flimmerte die erste Folge von Star Trek über die amerikanischen Fernsehbildschirme. Erst sechs Jahre später schaffte die Serie den Sprung nach West-Deutschland und beamte sich als Raumschiff Enterprise ins ZDF. Zu diesem Zeitpunkt war die Serie in den USA längst abgesetzt. War damit die Geschichte von Star Trek bereits beendet? Nein. Die Marke Star Trek erfand sich immer wieder neu, erschien in einer ganzen Reihe von neuen Serien mit hunderten von Episoden wieder auf dem Bildschirm – wir sprachen bereits davon. Aber nach dem großen Erfolg von Star Wars Ende der 1970er wagte Star Trek doch noch den Sprung auf die große Kinoleinwand. Größer, epischer, bildgewaltiger – das sollte doch zu dieser großen Marke passen. Oder nicht? Im Laufe der Jahrzehnte sind bisher 14 Spielfilme im Star Trek Universum beheimatet. Manche von ihnen waren gut und wie für die große Leinwand gemacht. Manche waren es allerdings nicht, wirkten wie überlange TV-Episoden oder waren einfach schlecht.
Die klassischen Filme habe ich seit meiner Jugend schon wirklich oft gesehen und auch die Filme der Next Generation einige Male. Selbst der moderne Dreiteiler nach dem Reboot lief mindestens zweimal bei mir. Um so überraschter war ich, dass die letzten Sichtungen doch schon ettliche Jahre her sein mussten, denn in den medialen Wochenrückblicken hatte ich nur vereinzelte Treffer. Das machte die Arbeit an dem Ranking nicht gerade leichter. Wobei – das Ranking für die alten Filme, für die TNG-Filme und für die Reboot-Filme, die waren jeweils schnell gemacht. Die Vermischung der drei einzelnen Filmreihen war das komplizierte an dieser Aufgabe. Aber manche Sachen macht man ja nicht, weil sie leicht, sondern weil sie schwer sind.
Und hier sind wir nun: Das ist mein persönliches Ranking aller bisherigen Star Trek Filme von (richtig) schlecht bis (unglaublich) gut:
14. Star Trek: Sektion 31 (Regie: Olatunde Osunsanmi, 2025)
Kaiser Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) schließt sich einer geheimen Sektion-31-Einheit an und muss die Föderation vor einer gefährlichen Bedrohung schützen. Der jüngste Film ist auch gleichzeitig der schlimmste von allen. Offensichtlich als Pilotfilm für eine neue Serie konzipiert, hat er es nicht ins Kino geschafft, sondern fristet auf einem Streamer sein Dasein. Vermutlich war dieser Film die einzige Möglichkeit für das Franchise, sich weiter mit dem Namen der damals frisch gekürten Oscar-Gewinnerin Yeoh zu schmücken – und damit endeten bereits die Ambitionen dieses gescheiterten Projektes.
13. Star Trek V: Am Rande des Universums (Regie: William Shatner, 1989)
Ein charismatischer Vulkanier entführt die Enterprise, um Gott zu finden – und Kirk (William Shatner) entdeckt eine gefährliche Wahrheit. Nachdem Nimoy zweimal Regie führen durfte, war nur Shatner an der Reihe: Der Captain höchstpersönlich nahm auf dem Regiestuhl platz und schrieb auch am Buch mit. Aber außer einem guten Zitat („Für was braucht Gott ein Raumschiff?“) und die Einführung von Spocks Halbbruder Sybok (Laurence Luckinbill) sollte von diesem Weltraumabenteuer nicht viel im Gedächtnis bleiben.
12. Star Trek: Nemesis (Regie: Stuart Baird, 2002)
Picard (Patrick Stewart) trifft auf seinen gefährlichen Klon Shinzon (Tom Hardy), während die Enterprise-Crew einen Krieg zwischen Romulanern und der Föderation verhindern muss. Das letzte Abenteuer dieser Crew war nur noch ein müder Abklatsch der großen Zeit und wirkte so, als hätten sie es verpasst, rechtzeitig abzutreten. Und so steht am Ende nur ein mäßig interessanter Film, dem der Spagat zwischen persönlichem Schicksal und der großen Weltpolitik nicht so recht gelingen will.
11. Star Trek: Der Film (Regie: Robert Wise, 1979)
Eine mysteriöse Energieentität bedroht die Erde; Kirk (William Shatner) übernimmt erneut die Enterprise und stellt sich einer außergewöhnlichen kosmischen Begegnung. Nach dem riesigen Erfolg der Star Wars Filme wollte man auch Star Trek zurückholen und erstmals auf die große Leinwand setzen. Stilistisch orientierte man sich dabei jedoch eher an 2001 und setzte auf ruhige Bilder und eine Story, die mehr philosophische als märchenhafte Ansätze hatte. So traf man weder den Ton der Serie, noch des kommerziell erfolgreichen Vorbildes. Ein vorprogrammierter Flop, mit dem niemand so richtig glücklich war.
10. Star Trek: Der Aufstand (Regie: Jonathan Frakes, 1998)
Picard (Patrick Stewart) widersetzt sich der Föderation, als eine geplante Umsiedlung einer friedlichen Bevölkerung ethische und politische Grenzen überschreitet. Im guten, wie im schlechten kann man sagen: Das hier hatte das Niveau eines guten TV-Zweiteilers. Interessante Story, Data (Brent Spiner) darf mal etwas mehr in den Vordergrund treten, aber ob das nun zwangsweise etwas für die große Leinwand war? Etwas größere Ambitionen hätte der Film durchaus haben können, denn das, was er machte, machte er nicht schlecht.
9. Star Trek (Regie: J.J. Abrams, 2009)
Eine alternative Zeitlinie entsteht, als Kirk (Chris Pine) und Spock (Zachary Quinto) erstmals gemeinsam die Enterprise übernehmen und sich dem Romulaner Nero (Eric Bana) stellen. Alles neu wollte dieser Reboot machen. Moderne Optik (Lens Flare!), neuer Ton, neue Schauspieler, aber für eine bekannte Crew. Und da sich deren Zusammenkunft doch arg von der bekannten Art unterscheidet (oder auch von dem, was Strange New Worlds viele Jahre später andeuten wird), verlegte man die Handlung dieser Filmreihe kurzerhand in eine andere Zeitlinie. Das gefiel nicht jedem. Und da das alles auch noch einen wesentlichen Teil der Laufzeit einnimmt, ist es auch der mühsamste Film dieser Reihe.
8. Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (Regie: Leonard Nimoy, 1984)
Kirk (William Shatner) riskiert alles, um Spocks Geist in einem neuen Körper wiederzuvereinen und entdeckt dabei die zerstörerischen Pläne der Klingonen. Nach dem Tabubruch im vorherigen Film – dem Tod von Spock – setzte dieser noch einen drauf: Die Zerstörung der Enterprise! Um diesen Aufreger herum gab es viele Klingonen zu sehen, die meiner Einschätzung nach hier erstmal mit der voll ausgebildeten Stirn zu sehen gewesen sein sollten. Trotzdem kommt er nicht ganz an seinen Vorgänger und Nachfolger heran.
7. Star Trek Into Darkness (Regie: J.J. Abrams, 2013)
Kirk (Chris Pine) jagt den mysteriösen Terroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch) und gerät dabei in einen Konflikt, der persönliche Opfer und politische Konsequenzen fordert. Was wurde vorher für ein Geheimnis um die Rolle von Cumberbatch gemacht. Dabei war das dann doch recht schnell klar. Es war ein Griff in die Star Trek Geschichte, um am Ende einen soliden Science-Fiction Film auf die Beine zu stellen, der ohne die lange Anlaufzeit des Vorgängers wesentlich besser funktionierte.
6. Star Trek: Treffen der Generationen (Regie: David Carson, 1994)
Picard (Patrick Stewart) und Kirk (William Shatner) begegnen sich im Kampf gegen einen Wissenschaftler (Malcolm McDowell), der ganze Sonnensysteme zerstören will, um eine Parallelwelt zu erreichen. Eigentlich schien die alte Crew um Kirk (William Shatner) schon gebührend verabschiedet worden zu sein. Aber da man Picard (Patrick Stewart) und Co. wohl alleine nicht den ganz großen Erfolg zu traute, musste man den Staffelstab auch noch On-Screen weiter reichen. Der Film dazu war gut, die beiden legendären Captains zusammen (auf Pferden!) zu sehen ikonisch und McDowell als Gast-Bösewicht, Typ: verrückter Wissenschaftler, war zumindest ebenbürtig.
5. Star Trek Beyond (Regie: Justin Lin, 2016)
Die Enterprise wird zerstört, ihre Crew strandet auf einem unbekannten Planeten und muss gemeinsam einen außerirdischen Angreifer stoppen. Der Film zum fünfzigsten Geburstag war gleichzeitig auch der beste der alternativen Crew um Chris Pine als Kirk. Das gute Casting machte sich spätestens hier bezahlt. Auch wenn der Antagonist (Idris Elba) nur ganz unambitioniert auf Vernichtung aus ist, ist die Action rasant, die Bilder groß und die Beastie Boys im Soundtrack. An dem Film gibt es wenig zu kritisieren, nur der Star Trek Geist kam manchmal etwas zu kurz.
4. Star Trek II: Der Zorn des Khan (Regie: Nicolas Meyer, 1982)
Kirk (William Shatner) trifft auf seinen rachsüchtigen früheren Gegner Khan (Ricardo Montalbán), der ihn mit einer gestohlenen Genesis-Waffe endgültig vernichten will. Nach dem missglückten ersten Film rettet Meyer die Kinoreihe (nicht das letzte Mal) und brachte das, was die Fans sehen wollten. Eine Crew mit Herz, einen Gegenspieler aus der alten TV-Serie und einige ikonische Momente. Ich sage nur: Khaaaaaaan! Oder der Moment zwischen Kirk (Shatner) und Spock (Nimoy) im Maschinenraum. Damals kannte man das Wort wahrscheinlich noch nicht, aber der Film fühlte sich wie eine Art Reboot nach dem Flop des ersten Films an. Es kommt nur selten vor, aber hier war der zweite Teil um Welten besser als die Premiere.
3. Star Trek: Der erste Kontakt (Regie: Jonathan Frakes, 1996)
Die Enterprise-E reist zurück in die Vergangenheit, um die Borg daran zu hindern, den Erstkontakt zwischen Menschen und Vulkaniern zu verhindern. Der Höhepunkt der Next Generation im Kino nimmt deutliche Anleihe an Aliens, bringt die Borg erstmals auf die große Leinwand und bietet eine Zeitreise-Story, mit der Star Trek oft gut gefahren ist. Frakes inszenierte den Film mit viel Action, Humor und einem Herz für „seine“ Crew und schafft dadurch einen zeitlosen Film mit einem für das Franchise ikonischsten Szenen: Der erste Warp-Flug und der erste offizielle Kontakt der Menschheit mit einer außerirdischen Spezies.
2. Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (Regie: Leonard Nimoy, 1986)
Die Enterprise-Crew reist ins 20. Jahrhundert, um Buckelwale zu retten und damit die Zukunft der Erde zu bewahren. Der witzigste Film der Reihe, keine Frage. Gleichzeitig auch der mit eindringlichsten Öko-Botschaft: Die Crew der Enterprise muss zurück in unsere Gegenwart, da sie nur noch hier die Wale finden wird, die Jahrhunderte später die Erde vor dem Untergang bewahren sollten. Wer hätte erwartet, dass das auch vierzig Jahre später noch so relevant sein könnte?
1. Star Trek VI: Das unentdeckte Land (Regie: Nicholas Meyer, 1991)
Nach einer Katastrophe streben Föderation und Klingonen Frieden an, doch Verschwörer versuchen, den historischen Wandel zu verhindern. Bei diesem Film bin ich ein wenig befangen, war es doch einer der ersten Filme für Erwachsene, den ich im Kino gesehen hatte. Aber was soll ich sagen: Für mich ist das Star Trek at its Best. Ein aktueller Konflikt (der Zusammenbruch der Sowjetunion) wird in die Zukunft verlegt (die Probleme des Klingonischen Reiches) und auf einmal tun sich neue Möglichkeiten auf, für die man die bisherigen Vorurteile (auf beiden Seiten des Verhandlungstisches) über den Haufen werfen muss. Für mich der beste Beweis, das große Sciene-Fiction auch ohne große Action funktionieren kann. Man braucht nur einen politischen und persönlichen Konflikt, einen tickenden Timer und bemerkenswerte Figuren – wie Christopher Plummer als Shakespeare zitierenden klingonisch Admiral. Ein würdiger Abschiedsfilm für die erste Star Trek Generation!
Stand des Rankings: September 2026.
Inhaltsangaben der Filme aus ChatGPT entnommen, Titelbild mit Hilfe von ChatGPT nach eigenen Vorgaben entworfen.
Was haltet ihr von meinem Ranking – könnt ihr es so teilen? Was sind eure Lieblingsfilme aus der weiten Welt des Star Trek Universums? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.
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60 Jahre Star Trek:
Vom großen Serien-Comeback zum neuen Wendepunkt // Mein persönliches Serien-Ranking // Mein persönliches Film-Ranking
Ein Kommentar
LP
Wie schön, dass wir hier ein wenig unterschiedlicher Meinung sein können 🙂. Nichts hat je „Star Trek: First Contact“ übertreffen können. Ich liebe einfach alles an dem Film. Sogar die Borg Queen.