KW 19/2026: Slow Horses, Schicksalsrad, Overpass und die Eroberung vom Planet der Affen

Happy Sunday!

Am Dienstagabend war das deutsche Internet für einige Stunden zu einem signifikanten Teil einfach offline. Viele Internetdienste mit einer .de Adresse waren nicht erreichbar, selbst die großen waren dabei, aber auch diese kleine Seite. Grund dafür war wohl ein Fehler bei der Denic, der Genossenschaft, die hierzulande die Internet-Adressen verwaltet. Ein kleiner Fehler (Quelle: Spiegel) mit einer großen Auswirkung, der wieder einmal zeigte, wie anfällig die technische Infrastruktur ist. Wäre es nicht mitten in der Nacht passiert, wären die Folgen wohl noch auffälliger gewesen. Erstaunlicherweise war dies aber selbst den vielen Online-Medien nur eine kleine Randnotiz wert.

Stabil am Start: Der mediale Wochenrückblick, dieses Mal mit der Fortsetzung einer Apple-Serie, mit den nächsten Filmen von zwei Filmreihen, sowie mit etwas Musik und einigem an Fußball. Viel Spaß!

Slow Horses (Staffel 2, 6 Folgen, UK, Apple TV) – 7 von 10

Nach dem mir die erste Staffel schon recht gut gefallen hatte (7/10), ging es nun zügig mit dem zweiten Durchgang weiter. Ein Ex-Agent war kurz vor seinem Tod seinem ehemaligen russischen Peiniger auf der Spur. Lamb (Gary Oldman) und sein Team folgen dessen Spur und landen damit bei einer Verschwörung um russische Schläferagenten. Meinen Hauptkritikpunkt der ersten Staffel muss ich etwas anpassen. Mittlerweile ist einem das Team von Lamb zumindest halbwegs sympathisch, die Serie gibt sich aber weiterhin alle Mühe, sie nicht zu kompetent wirken zu lassen. Das zeigt sich nicht nur an dem, was sie machen, sondern es wird in geradezu penetranterweise auch innerhalb der Serie immer wieder thematisiert. Das bricht natürlich mit einigen gewohnten Erzählkonventionen, ohne daraus aber irgendeinen Vorteil generieren zu können. Nichtsdestotrotz wird die Spannungsschraube innerhalb der Staffel kontinuierlich angezogen und gipfelt in einem wirklich dramatischen Staffelfinale in London. Oldman als Hirn und Jack Lowden als Herz der Serie funktionieren zusammen immer besser und auch der Rest des Teams wird bei diesem zweiten Fall wesentlich intensiver in die Handlung miteinbezogen. Nur die im Vorspann prominent erwähnte Kristin Scott Thomas bleibt als stellvertretende Generalsekräterin des MI5 weiterhin recht blass und vernachlässigbar. Ein Spionagethriller ohne Hochglanz.

Es geht weiter mit der Planet der Affen Filmreihe, bei der die deutschen Titel grammatikalisch immer wackeliger werden. Und da ich mir mittlerweile alles andere als sicher bin, ob ich die späten Teile überhaupt schon gesehen habe, habe ich das Re-Watch Label entfernt.

Eroberung vom Planet der Affen (Regie: J. Lee Thompson, USA, 1972, Joyn) – 5 von 10

USA 1991. Ein Virus hat alle Hunde und Katzen ausgelöscht und Affen sind an ihrer Stelle als Haustiere gerückt. Sie werden jedoch immer mehr zu Dienstboten erzogen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen leben sollen. Mit seinen zwanzig Jahren lebt Cäsar (Roddy McDowall), der Sohn der Schimpansen Zira und Cornelius, dagegen immer noch als intelligenter Affer unerkannt bei Zirkusdirektor Armando (Ricardo Montalbán), bis er sich langsam als Anführer einer Affen-Revolte aufschwingt. Die Fortsetzungen werden weiter in hoher Frequenz veröffentlicht, dieser vierte Teil kam nur ein Jahr nach dem Vorgänger (7/10) in die Kinos und irritiert zunächst durch eine umfangreiche und umständliche Backstory. Was genau ist seit dem letzten Film alles passiert, was man nicht gezeigt hat? Die Maske für den intelligenten Schimpansen Cäsar passt weiterhin gut. Beim Anblick der anderen Affen, die sich ja nicht von den realen Affen unserer Zeit unterscheiden sollten, klappt es dagegen nicht mehr mit der Illusion, so dass der Film von Beginn an schlechte Voraussetzungen hat. Daraus kann er sich mit der schwachen Story und den biederen Actionsequenzen bis zum Schluß nicht mehr frei machen. Leider der schwächste Teil der bisherigen Reihe.

Die Toten vom Bodensee: Schicksalsrad (Regie: Patricia Frey, Deutschland/Österreich, 2026, ZDF) – 6 von 10

Der mittlerweile 24. Film dieser Krimireihe führt das aktuelle Ermittelndenduo Oberländer (Matthias Koeberlin) und Eisler (Anna Werner Friedmann) auf den Bregenzer Jahrmarkt, wo die erstochene Leiche einer 19-Jährigen in einer Gondel eines Riesenrads gefunden wurde. Es ist ein maximal durchschnittlicher Fall, der hier erzählt wird. Der Jahrmarkt als Kulisse sorgt zwar für einen interessanten Background, verhindert aber nicht, dass der Kriminalfall an sich TV-Standardware ist. Oberländer und Eisler harmonieren in ihrem zweiten Film nach Der Wunschbaum (6/10) noch nicht so richtig miteinander, Komlatschek (Hary Prinz) muss den beiden aber leider etwas Platz machen und wird zu einer Nebenfigur degradiert. Die Reihe hat schon bessere Zeiten gesehen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 31 von 33 Liga-Spielen = 94%. (Saison 2024/25: 85%)

Bei Aufstiegskandidat SC Paderborn gab es für den KSC auswärts ein 2:2. Von Karlsruher Seite sah es lange wie ein Sommerkick aus, womit sie offenbar Paderborn ansteckten, die anfingen, sich auf ihrer frühen 1:0 Führung auszuruhen, anstatt das Spiel zu entscheiden. Das sollte sich rächen, denn der KSC dreht innerhalb von fünf Minuten das Spiel durch Tore des eingewechselten Schleuseners und durch Fukuda, dem ich persönlich lange die Qualität abgesprochen hatte, aber der nun doch immer stärker zur Geltung kommt. Als Paderborn dann wieder aufwachte, konnten sie zwar noch den Ausgleich erzielen, zu mehr langte es für sie aber nicht mehr. Der KSC hat am letzten Spieltag bei der großen Eichner-Verabschiedung damit noch alle Möglichkeiten, zumindest den einstelligen Tabellenplatz zu sichern.

Ich war erstaunlich wenig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Außer einer Hin- und Rückfahrt, um mir das Champions League Halbfinale anzuschauen, war nichts. Aber zumindest diese Fahrt (mit S-Bahn und Tram) lief ohne besonderen Vorkommnisse ab. Die erneute Stammstreckensperrung an diesem Wochenende habe ich bewusst vermieden.

  • FCB – PSG Teil 2: Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League war nicht mehr ganz so episch und legendär wie das Hinspiel in der vorherigen Woche, aber dafür konnte ich es wenigstens sehen. Zwar gab es während der Partie einige Irritationen wegen des Schiedsrichters, das änderte über 90 Minuten jedoch nichts daran, dass in diesem Spiel dem FC Bayern die Ideen und die Mittel fehlten, um PSG in größere Bedrängnis zu bringen. Frühes 1:0 für Paris und ab da hatte der FC Bayern meist nur noch so viel Platz, wie es ihnen Paris gestattete. Am Ende ein 1:1, auch weil der FCB von der Bank quasi nichts relevantes mehr nachlegen konnte. Damit schaut der FC Bayern auch in diesem Jahr das Finale wieder nur daheim.
  • Finaaaaale: Besser machte es einen Abend später der SC Freiburg. Beeindruckend, wie sie sich schon in der ganzen Saison durch die Europa League pflügten. Nun setzten sie dem ganzen im Halbfinale gegen Sporting Braga die Krone auf. 3:1 Heimsieg und damit das Hinspielergebnis gedreht. Kurz vor Ende des Spiels wurde es noch einmal zittrig, aber dann Abpfiff und im Stadion brachen alle Dämme. Und es gibt wohl niemanden, der dem mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen Verein diesen Erfolg nicht gönnt. Auf nach Istanbul zum Finale, in einem Europapokal!
  • Warten im Supermarkt: Unterhaltsame Beobachtungen an der Kasse vom Schreiblehrling.

Die Band Overpass aus Birmingham wird im Juni ihr Debutalbum Elsewhere, Always veröffentlichen. Sandman ist eine der schon vorab bekannten Songs, die Vorfreunde auf das Album machen. Die Presse schreibt von gefühlvollem Indie-Rock und das trifft ihren Sound eigentlich schon ganz gut.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

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