KW 37/2026: Don’t Look Back In Anger, Im Schattenreich, Sheep und das Kanu des Manitu
Ahoi!
Wenn dieser Eintrag online geht, dann bin ich bereits im Urlaub. Freitagnachmittag fiel der Stift im Home Office, eine freie Woche liegt vor mir. Habe ich mir auch verdient, nach den stressigen letzten Wochen mit der Arbeit. Dazu kommt: Aufgrund des Fantasy Filmfests (dazu demnächst mehr) und einem weiteren Kinobesuch (siehe weiter unten), war ich seit Dienstag an keinem Abend mehr zu Hause. Der Redaktionsschluß für diese Ausgabe war dementsprechend früh.
Aber a biserl was geht ja dann doch immer, deshalb viel Spaß mit dem medialen Wochenrückblick.

Sheep (Staffel 1, 5 Folgen, Österreich, ZDF) – 7 von 10
Das Schaf als Krone der Schöpfung, das den Menschen domestiziert hat. So stellt es sich diese Herde vor, bis der zynische Widder Oliver diese gefährliche Illusion durchschaut. Gedreht mit echten Schafen (siehe das Interview mit Tiertrainerin Katja Hawliczek bei DWDL) lebt diese Miniserie vor allem von der skurillen Grundidee und der liebevollen Umsetzung. Den Schafen beim philosophieren im schönsten österreichischen Slang zuzuhören macht einfach Spaß. Dazu kommen ein oder zwei überraschende Twists, die tatsächlich gut treffen! Es ist eine charmante Serie, der man die dünne Story und den wilden Schaf-Drogentrip gerne verzeiht. Und nur schlechte Menschen würden der Ausgangsidee die Logiklöcher aufzeigen.

Oasis: Don’t Look Back In Anger (Regie: Dylan Southern, Will Lovelace, UK) – 9 von 10
Es war DAS popkulturelle Ereignis des letzten Jahres: Liam und Noel Gallagher traten wieder zusammen als Oasis auf und sorgten für Euphorie und Glücksgefühle an allen Orten. Diese Dokumentation zeichnet den Weg nach und gibt neben der Band selbst auch vielen Fans die Möglichkeit, die Bedeutung dieser Momente für sie einzuordnen. Machen wir uns nichts vor: Dokumentarisch ist das nichts außergewöhnliches. Selbst die erste Probe der beiden lange zerstrittenen Brüder verläuft recht ereignisarm. Und die zweite Hälfte des Film besteht dann fast nur noch aus Live-Mitschnitten der Konzerte und den Blick der Fans. Aber es sind die Kleinigkeiten, die auffallen. Die Angespanntheit und Unsicherheit der Beiden am Anfang ihres ersten Konzertes. Wie Liam sich Noels Hand schnappt, als sie das erste Mal gemeinsam wieder auf die Bühne und die Fotos davon um die Welt gingen. Wie die beiden in den gemeinsamen Interview-Situationen immer lockerer wurden. Aber das Highlight sind ganz klar die Konzertbilder. Glasklarer Sound, perfekt eingespielte Band, ein euphorisches Publikum und ein Schnitt, der die aktuellen Bilder wie in einem Guß mit Aufnahmen von früher verbindet. Spätestens hier hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht und musste das eine oder andere Tränchen wegdrücken. Eine Dokumentation für die Fans! Und für die Botschaft, wie wichtig es ist, sich verzeihen zu können.

Das Kanu des Manitu (Regie: Michael Bully Herbig, Deutschland, 2025, Netflix) – 7 von 10
Als 2001 Der Schuh des Manitu veröffentlich wurde, war das ein voller Erfolg. Knapp 12 Millionen Kinozuschauer in Deutschland, immer noch der erfolgreichste deutsche Film der Nachkriegszeit. Aus der Erinnerung heraus hatte er die Zeit aber nicht so gut überstanden. Billige Kalauer, Schwule, Indianer und schwule Indianer? Wie kann man nur! Und als dann ein Nachfolger angekündigt wurde, war das Augenrollen überall groß. Die Aufregung war weitesgehend umsonst, denn heraus gekommen ist eine auf Slapstick angelegte Komödie mit Witzen auf Fips Asmussen Niveau. Die knapp 25 Jahre Pause zwischen den beiden Filmen sieht man ihnen und den Schauspielern Michael Herbig, Christian Tramnitz und Rick Kavanian kaum an. Der Film ist bei weitem keine Hochkultur oder Anspruchsfernsehen, aber es zünden doch mehr Witze, als ich es vorher erwartet hätte.
Die Toten vom Bodensee: Im Schattenreich (Regie: Michael Schneider, Deutschland, 2026, ZDF Mediathek) – 7 von 10
Nach den eher mauen letzten Filmen (siehe Schicksalsrad (6/10)) war nun der fünfundzwanzigste Teil der Krimireihe wieder besser. Kommissar Oberländer wird schwer verletzt im Wald gefunden und fällt ins Koma. Seine Kollegin Eisler (Anna Werner Friedmann) und sein Vorgesetzter Komlatschek (Harry Prinz) versuchen, seine letzten Stunden vor der Tat zu rekonstruieren und stoßen auf eine Verbindung zu einem Mord, der nur wenige Kilometer entfernst stattgefunden hat. Der ungewöhnliche Ansatz mit dem im Koma liegenden Oberländer, der sich geistig weiter mit dem Fall beschäftigt, und der Verknüpfungen mit den Ermittlungen in der realen Welt ist gut gelungen und optisch stark umgesetzt. Es gibt der Reihe etwas vom Geist der alten Filme zurück, die ebenfalls von einer gewissen Mystik gelebt haben. Nicht nur die Art der Ermittlung, sondern auch der Fall an sich ist ganz spannend erzählt. Allerdings finde ich es immer etwas zu bemüht und leider etwas durchgenudelt, wenn die Drehbuchschreibenden dem bösen Mastermind in Schach-Allegorien sprechen lassen. Kann man gebildete Bösewichte nicht anders darstellen?

Gesehene Spiele in dieser Saison: 4 von 5 Liga-Spielen = 80%. (Saison 2025/26: 85%)
Für das Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus war ich schon längst weg und unterwegs. Ich gehe davon aus, dass trotzdem gespielt wurde, der Ausgang dessen ist mir aber beim Schreiben des Textes noch völlig unbekannt.

Keine besonderen Vorkommnisse in München, auch wenn die abendlichen Fahrten ins Kino unter erneuten Einschränkungen des S-Bahn Verkehrs litten.
Die größte Reise war aber eh für den Samstag geplant, als ich einmal durch das komplette Land fahren musste, inklusive Umsteigen. Ob das alles so geklappt hat, wie es sollte, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Ich tippe mal auf nein – denn irgendwas ist ja immer.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!
Ein Kommentar
bullion
Als ich gestern den FFF-Trailer im Kino gesehen hatte, habe ich auch viel Lust darauf bekommen. Viel Spaß wünsche ich dir!