KW 38+39/2026: Star Trek: Strange New Worlds, The Tubs und Wagner

O’zapft is!

Während ich am vergangenen Samstag noch im Zug zurück in Richtung München saß, wurde parallel auf der Theresienwiese Münchens fünfte Jahreszeit eröffnet. Seit dem ist mein Instagram Feed wieder voller Fotos und Videos von der Wiesn. Ich selbst war erst an diesem Samstagabend dort – und bin heute am Sonntagmittag gleich wieder. Mal sehen, wie sich das mit dem Arbeitstag am Montag und meinen kurzen Redebeiträgen in Präsentationen vertragen wird.

Heute im medialen Wochenrückblick: Die vierte Staffel einer Streaming-Serie, der dritte Band einer Thriller-Reihe und ein Auszug aus dem dritten Album einer UK-Band. Viel Spaß!

Zumindest mein Auftakt für den kurzen Wiesn-Wahnsinn: Am späten Samstagnachmittag über den Eingang an der Bavaria ein Blick auf eben diese. Und ja, es war ein schöner Tag.

Gustaf Skördeman – Wagner (Schweden, 2022) – 5 von 10

Klappentext: Trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen gelingt es Doppelagentin Agneta Boman, einen russischen Oligarchen in London zu ermorden. Zur gleichen Zeit wird in Stockholm der frühere Außenminister von einem bekannten Firmenchef enthauptet. Dieser unfassbar brutale Mord wird gefilmt – und das Video der Polizei zugespielt. Kommissarin Sara Nowak übernimmt die Ermittlungen und ahnt zu dem Zeitpunkt noch nichts von dessen internationaler Dimension. Als weitere hochrangige Personen sich gegenseitig umbringen, taucht eine erste Spur auf. Sie führt zu einer Ölförderfirma und einem russischen Oligarchen. Bald erkennt Sara, dass sie sich mit ihren Ermittlungen jemanden zum tödlichen Feind macht…

Review: Das Buch hatte ich am Grabbeltisch der Mängelexemplare beim lokalen Buchhändler entdeckt. Ein Schwedenkrimi würde für den Urlaub ja ganz gut passen, dachte ich mir. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch nicht nicht, dass es der dritte Band einer Krimireihe war. Das sollte mir schließlich auf die Füße fallen. Denn die Bezüge zu den vorherigen Bänden waren recht groß und beschränkten sich nicht nur auf einzelne Figuren und deren Verbindungen, sondern auch die Handlung wurde immer wieder aufgegriffen. Und meine Güte, was darüber in den kurzen Zusammenfassungen zu lesen war, war sehr wild und abenteuerlich. Mag sein, dass das im ausformulierten Roman etwas behutsamer eingeführt wurde, aber so komprimiert war es ungefähr wie ein Holzhammer. Aber auch in Wagner selbst geht es nicht gerade langsam vorwärts, auch hier wird am ganz großen Rad gedreht. Einen klassischen Spionageroman sollte man nicht erwarten. Nichts gegen etwas over-the-top Action, aber das hier war für mich deutlich drüber in seinem Mix aus Verschwörungen, ultimativen Racheplänen und persönlichen Verstrickungen. Dazu gibt es nach ungefähr 3/4 des Romans einen Bruch, wenn der aktuelle – und ebenfalls wilde – Fall aufgeklärt ist und sich die Geschichte wieder dem widmet, was wohl in den vorherigen Bänden passiert war. Das ist nicht sehr geschickt gelöst. Kommen wir noch zur Hauptfigur: Sara Nowak. Kommissarin im Hauptberuf, Firmenchefin im Nebenjob, dazu ihr familiäres Umfeld. Und alles läuft aus dem Ruder, stellt sie ins Zentrum eines Wirbelsturms, eine Welt, die sich gegen sie verschworen zu haben scheint. Alle spielen ein falsches Spiel mit ihr, sie ist der Sandsack, auf den die ganze Welt einprügelt. Wenn ich schreibe, dass das unglaubwürdig sei, dann ist das noch zurückhaltend formuliert. Dazu kommt, dass sie in ihrem eigentlichen Job nicht besonders erfolgreich zu sein scheint. Die meisten Informationen, die sie erlangt, werden ihr entweder schlicht verraten oder – auch beliebt – im Rahmen einer Entführung mitgeteilt. Um es kurz zu machen: Die Story ist (um endlich auch mal dieses Wort verwenden zu können) hanebüchen und der Autor scheint selbst manchmal den Überblick über die Vielzahl der Figuren und Handlungsstränge zu verlieren. Das Ende ist so gehalten, dass eine Fortsetzung gut an Wagner anschließen könnte. Erschienen ist bisher auch noch nichts in diese Richtung. Diesem Roman kann man immerhin zu Gute halten, dass er trotz allem noch unterhaltsam zu lesen ist. Kein Wunder, es passieren auch ständig die abenteuerlichsten Dinge, so dass selten Langeweile aufkommt. Nur das Kopfschütteln, das bleibt.

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, 10 Folgen, USA, Paramount+) – 7 von 10

Nach dem gelungenen Start der Serie zeigt die drittel Staffel die ersten Schwächen (7/10). Bekommt die Serie mit Staffel vier wieder die Kurve? Die USS Enterprise ist unter dem Kommando von Captain Pike (Anson Mount) weiterhin auf seiner Fünf-Jahres-Mission unterwegs und erkundet neue Welten im Wochentakt. Neue Welten? Das trifft auch auf die Art der Präsentation zu. Hier ist definitiv nicht jede Folge gleich. Viele lassen sich auf einzelne Stichworte reduzieren: Es gibt die Hangover-Episode, die Puppen-Folge, die Schwarz/Weiß-Folge, die Seifenoper und die Märchenwelt. Was einerseits für große Kreatitvität hinter der Kamera spricht, geht zu Lasten eines stilprägenden Standards. Denn es sind ausgerechnet die klassischen Star Trek Geschichten, die die Qualität der Staffel hochhalten. Dazu gehören der gelungene (und fast etwas gehetzte) Staffelauftakt, sowie das Finale, außerdem Lieutenant Kirks (Paul Wesley), der ewige Gast auf dem Schiff, erste Meuterei gegen einen Admiral, und der dramatische Kampf von Arzt M’Benga (Babs Olusanmokun) gegen seine Verletzungen. Der Rest ist nicht immer gelungen, aber meist zumindest unterhaltsam (oder überraschend brutal – wie die zweite Episode). Man mag diese Crew, jede und jeder hat auch im Laufe dieser Staffel wieder einen großen Auftritt, man würde ihr aber ein paar mehr ernste Missionen in der echten Welt wünschen – und nicht nur in irgendwelchen Phantasiewelten oder Visionen. So geht ihr langsam aber sicher die Erdung verloren. Trotzdem ist aber diese Staffel noch kein Grund, um mein Serien-Ranking anpassen zu müssen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 4 von 6 Liga-Spielen = 67%. (Saison 2025/26: 85%)

Auch das letzte Spiel am vergangenen Wochenende konnte ich aufgrund des Urlaubs nicht sehen. Viel verpasst habe ich offenbar nicht, denn es setzte die dritte Heimniederlage in Folge: Ein knappes 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg. Damit stehen nun für den Saisonstart fünf Punkte in den Büchern. Ein Sieg am ersten Spieltag (mit mir im Stadion) und zwei weitere Unentschieden. Die Euphorie ist erst einmal verflogen.

Für den Urlaub musste ich einmal hoch nach Rostock fahren und wieder zurück – jeweils mit Umsteigen in Berlin. Die Hinfahrt verlief im Prinzip gut, hätten wir nur den Anschlußzug in Berlin bekommen. Es wurde zwar angekündigt, dass der warten würde, tat er aber nicht. Unsere paar Minuten Verspätung waren wohl zwei oder drei zu viel. So gab es eine etwas längere Pause am Gesundbrunnen als gedacht. Auf der Rückfahrt war ich deutlich früher in Berlin als ich vorab erwartet hätte, so dass ich mich dort am Hauptbahnhof zwei Stunden rumdrücken musste, bis „mein“ ICE nach München einfuhr. Dafür konnte die Bahn nichts und die Zugfahrt verlief ohne Stress und Hektik.

Der Nahverkehr in München steht in dieser Woche natürlich unter dem Zeichen der Wiesn, weswegen es den Bereich rund um die Theresienwiese eigentlich zu meiden gilt, sollte man dort nicht aus Gründen selbst hin wollen. Die Fahrerei dorthin klappte zumindest bei mir am Samstag vorzüglich. In Anbetracht der Menschenmassen lief es für mich ab der Hackerbrücke recht gut und der Rückweg in der Nacht war noch entspannter.

The Tubs aus Cardiff in Wales waren mit jedem ihrer ersten beiden Alben hier schon ein Thema. Nun ist mit Hard Times Album Nummer 3 erschienen und auch endlich eine Tour angekündigt, also führt auch in diesem Jahr kein Weg an ihrem eingängigen Jangle- und Folk-Pop vorbei. Wenn sie sich noch einmal darüber beschweren sollten, dass sie in Deutschland kaum wahrgenommen und mit The Gaslight Anthem verglichen werden, an mir soll es nicht liegen! Hört euch Stoop to Me an und freut euch auf die Tour im Dezember.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

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