KW 33/2026: Sonnenfinsternis, Zwischen neun und neun und Alien 3

Happy Sunday!

Heute mit dem Hype-Thema der Woche, der Fortsetzung einer Spielfilm-Reihe und meinem bereits neunten gelesenen Roman des Jahres, mit einem dafür und für diese Seite passenden Titel. Viel Spaß!

In diesem Kapitel MUSS natürlich das Thema der Woche vertreten sein: Die partielle Sonnenfinsternis. In den letzten Tagen vor dem Ereignis hatte es noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen und plötzlich waren die speziellen Brillen für oder gegen die Finsternis so begehrt wie Toilettenpapier in der Corona-Zeit. Am Mittwoch hatte ich mehr Glück als sonst was, weil nur 100 Meter von meiner Wohnung entfernt sich ein Geschäft als eines der letzen Orte der Stadt entpuppte, an dem es die Schutzbrillen noch gab. So einen Trubel wie an diesem Tag hatte diese Straße vermutlich lange nicht mehr erlebt.

Aber so bestens ausgestattet konnten wir uns die Sonnenfinsternis am Abend entspannt vom Friedensengel aus anschauen. Mit bestem Blick auf die untergehende Sonne wurde das ein schöner und entspannter Sommerabend und ja, bei allem Hype, dieses kosmische Schauspiel zu sehen war, das schon ein Ereignis.

Leo Perutz – Zwischen neun und neun (Österreich, 1918) – 7 von 10

Klappentext: Der mittellose Student Stanislaw Demba befindet sich auf der Flucht vor der Polizei, weil […]. Im Laufe eines Tages – zwischen neun und neun – begegnet er auf seiner Odyssee durch das Wien der k. u. k. Monarchie behäbigen Kleinbürgern, versponnenen Gelehrten, kleinen Angestellten, gerissenen Händlern und Hehlern, Spielern und verlorenen Existenzen, die in Bars und Kaffeehäusern ihr Dasein fristen. Stunde um Stunde wird ihm die Welt, in der er sich bewegt, zusehends zu einem Labyrinth des Schreckens, zu einer unheimlichen und zugleich grotesk-komischen Alptraumlandschaft.

Review: So einen dicken Spoiler im Klappentext habe ich bisher selten erlebt. Es ist offensichtlich, dass Autor Perutz einen Twist geplant hatte, der sich erst in der Mitte des Romans enthüllt, aber dann sollte der Verlag ihn nicht einfach in die Inhaltsangabe packen. Die entsprechende Stelle habe ich oben heraus genommen. Wenn man diesen Spoiler ausblendet, ist Zwischen neun und neun ein schöner Schelmenroman um die tragische Figur von Demba, der vieles so gerne würde, aber nicht kann. Wir begleiten ihn für zwölf Stunden durch die Wiener Gesellschaft und man mag dabei gar nicht glauben, dass der Roman bereits über 100 Jahre auf dem Buckel hat. Denn vieles, was hier über die feinere Gesellschaft, Büroangestellte und einfache Leute zu lesen ist, hat sich seitdem eigentlich kaum verändert. Sehen und gesehen werden, die großen und kleinen Krisen des Lebens, vieles davon findet sich hier wieder. Die Episoden seines Tages lassen sich leicht lesen. Leicht und seicht ist der Roman allerdings auch im negativen Sinne. Perutz verlässt sich sehr auf seinen Twist und spielt ihn kontinuierlich aus, was zwar etwas Tiefgang kostet, aber zumindest dem kurzweiligen Vergnügen nur wenig schadet. Demba ist mal so und mal so, zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt und dazwischen liegt oft nicht mehr als ein Satz. Erst gegen Ende ergibt der episodenhafte Aufbau einen stärkeren roten Faden. Man hat mit dem Roman zwar eine nette Zeit, lange nachwirken wird er aber vermutlich nicht.

Alien 3 (Regie: David Fincher, USA, 1992, Sky Sci-Fi) – 7 von 10

Irgendwie dachte ich, diesen Film hätte ich im Kino gesehen, auch wenn ich die vorherigen Teile zu dem Zeitpunkt damals nicht gekannt hatte. Aber das kommt nicht hin. Der Film wurde 1992 veröffentlicht und ist FSK 16, damit werde ich ihn nicht im Kino gesehen haben. Und er kam mir nun auch gänzlich unbekannt vor, von einzelnen Motiven abgesehen. Gehen wir deshalb mal davon aus, dass das hier doch meine Erstsichtung war. Ripley (Sigourney Weaver) strandet sie als einzige Überlebende des Kälteschlafs auf einem Gefängnisplaneten, dessen Bewohner in einer religiöser Gemeinschaft zusammenleben, und schleppt unbemerkt das Alien-Monster ein. Die große Qualität des Vorgängers (9/10) kann der Film nicht halten, zu gefallen weiß er dennoch. Das liegt vor allem an der zweiten Hälfte, denn dort passt die atemlose Action in den verwinkelten Gängen dieses hybriden Baus aus Gefängnis und Schwermetallindustrie, in der man selbst die Hitze spürt und die Qualen der Figuren fühlt, recht gut. Auch die Verbindung zwischen Ripley und dem Monster ist äußerst gelungen. Der ganze Film fühlt sich an wie die großen Action-Kracher der 1990er wie Con Air oder The Rock. Die erste Hälfte des Films dagegen ist etwas mau, die Bewohner des Männergefängnisses sind etwas plump gezeichnet und bis wir sie alle kennen gelernt haben, plätschert es etwas dahin. Und das wir jetzt selbst nach dem dritten Teil der Reihe nicht viel mehr über das Alien wissen, als dass es wie ein Monster daher kommt, ist schon etwas dünn.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 2 von 2 Liga-Spielen = 100%. (Saison 2025/26: 85%)

Nach dem Sieg in der vergangenen Woche machte der KSC nun auswärts im Südwest-Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern den guten Saisonstart komplett. In einem umkämpften Spiel stand es am Ende dank einer überzeugenden Defensivleistung 0:0. Schade natürlich, dass der KSC es in seiner besten Phase nicht geschafft hatte, sich klarere Torchancen zu erspielen oder sogar zu treffen. Aber vier Punkte nach den ersten beiden Spielen ist mehr, als ich nach dem Umbruch im Sommer erwartet hatte.

In dieser Woche gab es nur die Fahrt ins Büro und die Fahrt zum Friedensengel, beides gelang ohne besondere Vorkommnisse. In der nächsten Woche wird es vermutlich wieder spaßig, wenn das S-Bahn-Netz auf der Stammstrecke massiv gestört sein wird.

  • Das erfolgreichste Jahr aller Zeiten: Irgendwann in der Nacht auf Montag war es soweit: Der Zähler sprang um und ab da war es das Rekordjahr für diesen Blog, wenn man die Seitenabrufe als Kriterium nennt. So viele hatte es innerhalb eines Kalenderjahres nie zuvor gegeben! Der Rekord fiel bereits am 10. August – und ist nach den Erfahrungen der letzten Monate mit dem ganzen seelenlosen Traffic wohl leider ein Muster ohne Wert. Die Verteilung der Seitenabrufe auf die DACH-Länder und auf den Rest der Welt zeigt die Verschiebung eindrucksvoll – die Werte von 2026 beinhaltet nur den Zeitraum bis zum 11. August:

  • Metropolen des Pop: Auf 3Sat läuft zur Zeit eine sehr interessante Reihe, von der mir bisher besonders die Folge zu Wien sehr gefallen hat. Klappentext: „Prunkstadt Wien: Zwischen Palästen und Kaffeehausromantik wächst eine Popkultur aus schwarzem Humor, Melancholie und Provokation – in diesem Abgrund findet die Stadt ihren eigenen Klang.“ Die Doku ist noch bis Juli 2027 an dieser Stelle verfügbar: KLICK

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

Ein Kommentar

  • bullion

    Oh cool, dass dir „Alien 3“ doch ganz gut gefallen hat. Der gilt für viele ja (mit Teil 4) als Katastrophe. Ich mag ihn sehr! Welche Fassung hast du gesehen? Der Assembly Cut ist noch einmal deutlich runder.

    Was die Statistiken angeht, so habe ich auch das „erfolgreichste Jahr“ (sogar schon mehr als verdoppelt). Ich muss mal schauen, dass auch ich die Aufrufe nach Ländern filtern kann. Ist bei WordPress-Bordmitteln leider nicht so einfach und Google Analytics sind bei mir nicht angebunden.

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