KW 25/2026: For All Mankind, Slow Horses und Aasgeier sind sie alle

Happy Sunday!

Bei dieser Hitze verzichten wir doch einfach auf eine schwitzige Einleitung und beginnen gleich mit dem Neuen vom Spocht:

Gesehene Spiele: 13 von 36 WM-Spielen = 36% (WM 2022: 50% / WM 2018: 70%).

  • WM-Stadien: Ich bin überraschend begeistert von den Stadien in den USA. Klar, dass die Dinger riesig sind, das wusste man auch vorher. Aber das ist echt eindrucksvoll. Meist mehrere Ränge, riesige Leinwände und es gibt nicht das geschlossene Stadionrund wie häufig in Europa. Sondern oft einzelne, frei stehende Tribünen. Beispiel Lumen Field in Seattle: Eine imposante Dreiecks-Tribüne hinter dem Tor, das auch noch den Blick auf die Skyline frei lässt. Das macht wirklich was her! Das historische Aztekenstadion in Mexiko City steht eh außer Frage. Und ich bin Fan vom Stadion in Guadalajara, aber auch nur, weil da einfach eine Hecke steht zwischen den Zuschauerrängen und dem Spielfeld.
  • Auf die Socken: Nach dem Erfolg der Trikotaktion von Check24 bei der letzten Europameisterschaft sind nun auch einige andere Firmen auf diesen Zug aufgesprungen. Nachmacher! Da lobe ich mir doch die Aktion eines Herstellers für Tiefkühlpizza. Für zwei gekaufte Pizzen bekommt man ein Sockenpaar mit Deutschland-Streifen. Vergangenen Sonntag war die zweite Pizza fällig und nun warte ich auf meine neuen Socken.
  • Ü40-Party: In meiner Jugend galten Spieler schon mit Mitte 30 als alt und als Auslaufmodell. Um so bemerkenswerter, dass bei dieser Weltmeisterschaft eine ganze Reihe von Spielern teilnimmt, die schon um die 40 sind! Vor ein paar Jahren war das eigentlich noch undenkbar und höchstens in Ausnahmefällen bei Torhütern eine Option. So wie der Aura von Neuer, aber auch der klassische Ochoa aus Mexiko ist hier zu nennen, und natürlich der Torhüter von Kap Verde: Vozinha, der Spanien zur Verzweiflung getrieben hat. Der älteste Spieler des Turnier ist übrigens ein Schotte: Craig Gordon ist bereits 43 Jahre alt und hat 83 Länderspiele bestritten, hier ist er nur als Ersatz dabei. Aber auch bei den Feldspielern finden sich einige richtige Oldies wieder, hier sind Messi (Argentinien) oder Ronaldo (Portugal) nur die größten Namen. Man denke auch noch an Modric und Perisic von Kroatien oder Dzeko aus Bosnien. Und das alles, obwohl das Spiel an sich ja immer körperlicher und laufintensiver geworden ist. Wie weit lässt sich diese Entwicklung noch treiben? Die nächste Weltmeisterschaft findet in vier Jahren teilweise auch in Portugal statt. Ronaldo wird doch nicht etwa…
  • Morning Routine: Langsam zeichnet sich ein gewisser Flow am Morgen ab. Etwas früher aufstehen, sich die Zusammenfassungen der Spiele aus der Nacht anschauen und dann geht’s los mit dem Arbeiten. Dadurch bin ich schneller fit als sonst und fange dementsprechend auch etwas früher an als üblich.
  • England – Kroatien: Zum besten Spiel des sich ewig ziehenden 1. Spieltags der Gruppenphase wurde dieses Spiel – jedenfalls unter denen, die ich gesehen habe. Es war auch das erste rein europäische Spiel bei dieser WM. Ich hatte im Vorfeld auf ein träges 1:0 für England getippt, aber was weiß ich schon. Kroatien konnte die ersten beiden Führungen schnell ausgleichen, nach dem 3:2 für England kamen sie aber nicht mehr zurück. Endstand: 4:2.
  • Deutschland: Zwei Spiele, zwei Siege. Zunächst das klare 7:1 gegen die tapferen Spieler von Curaçao, Samstagabend das deutlich kompliziertere Spiel gegen die Elfenbeinküste, das sie in der Nachspielzeit noch auf ein 2:1 drehen konnten. Erinnerungen an die WM 2006 wurden wach. Stellenweise wurden dem deutschen Team jedoch in diesem Spiel die Grenzen aufgezeigt. Aber: Von der Bank kann man nachlegen und so wurde das Spiel noch gedreht. Sportliche Gewinner bisher im Team: Felix Nmecha, Nathaniel Brown und der Joker Deniz Undav. Der Einzug in die K.O. Runde ist damit als Gruppensieger schon jetzt sicher. Der DfB ist unter den letzten 32 Teams dieser WM – aber so weit waren sie bei den letzten beiden, enttäuschenden Weltmeisterschaften auch.

### Hydration Break ###

Stefan Barth – Rondo: Aasgeier sind sie alle (Deutschland, 2021) – 6 von 10

Klappentext: Arizona, August 1880. Rondos alte Freundin Pearl rekrutiert ihn für ein verwegenes Unternehmen: die versteckte Beute des toten Banditen Marvin Sturges in den Chiricahua Mountains bergen. Weil die Apachen, unter dem Halbblut Chato und der Kriegerin Lozen, Arizona unsicher machen, hat Pearl bereits eine Truppe hartgesottener Männer zusammengestellt: ihren Liebhaber Yuma Madigan, Buck Masters, ein ehemaliger Sheriff mit Alkoholproblemen und die Parker-Zwillinge, die lange nicht so harmlos sind wie sie aussehen. Doch auch Sturges‘ alter Komplize Cocta Neal und seine Leute sind der Beute auf der Spur. Es wird ein Ritt in die Hölle. Und am Himmel warten die Aasfresser…

Review: Nach drei Jahren Pause war Sechs Kugeln für den Bastard (6/10) mein zweites Abenteuer mit dem Western-Helden Rondo. Ich wusste also, was mich erwarten würde. Ein Art Groschenroman auf dem Kindle. Ein Western, wie man ihn sich vorstellt, ohne Augenzwinkern, ohne verkopfte Meta-Ebene. Und das liefert Barth auch im zweiten Teil der Reihe. Rondo ist ein wortkarger Westernheld alter Schule, der einstecken muss, aber auch ordentlich austeilen kann. Die Frauen sind schön und tough, die Schurken schlicht und auf das Geld versessen. Es gibt eine Karte, es gibt einen Schatz und es gibt Schießereien. Hochkultur darf man hier nicht erwarten, aber das ist auch gut so. Es ist Eskapismus in eine schlichtere Welt, ohne störende moralischen Grundsätze, maximal mit einer gewissen Ehre unter Gaunern. Die Sprache ist passend: Einfach und direkt, und die Kapitel werden schneller abgeschossen als ein Colt. Hätte die Story ein paar Wendungen mehr und abwechslungsreichere Szenen vertragen können? Sicher. Sind es etwas zu viele Figuren für den schmalen Roman? Vielleicht. So stehen am Ende bei mir nur 6 Punkte in den Büchern. Aber wer kurzweilige Western-Unterhaltung sucht, könnte mit Rondo trotzdem gut bedient sein.

For All Mankind (Staffel 5, 10 Folgen, USA, Apple TV) – 7 von 10

Die Serie ist mittlerweile in den 2010ern angekommen. Die Marskolonie Happy Valley hat sich zu einem wirtschaftlichen Machtfaktor und einer blühenden Kolonie entwickelt, während die eigenen Autonomiebewegungen immer stärker werden. Zusätzlich startet eine neue Mission, womit die Menschheit noch tiefer ins All vordringt. Ziel ist der Jupitermond Titan. Erstmals nach dem starken Lauf der Serie bis hierhin (Staffel 4: 8/10) kam bei mir so etwas wie Langeweile auf. Das lag vor allem am Handlungsstrang in der Marskolonie. Zu viele Innenaufnahmen der Station lassen die Serie weniger episch wirken, als sie eigentlich ist. Die Geschichte um die Unabhängigkeit kann nicht so richtig zünden, obwohl sie auf dem Papier das Potential dazu hätte und die Stories um die jungen Nachkommen in der Kolonie erzählen nur altbekannte Geschichten. Immerhin: Der längst fällige Generationenwechsel finden in dieser Staffel nun endlich statt und funktioniert auch ganz gut. Der klassische Forschungsdrang der Serie muss mit der kleineren Storyline vorlieb nehmen, wenn Kelly Baldwin (Cynthy Wu) sich mit einer Crew in Richtung Titan aufmacht. In diesem bekannten Unbekannten kann auch die fünfte Staffel überzeugen, der Part ist allerdings zu klein, um dieser Staffel die gewohnten acht Punkte zu sichern. Eine sechste Staffel wird es noch geben, das soll dann allerdings das Ende der Serie werden.

Slow Horses (Staffel 3, 6 Folgen, USA, Apple TV) – 8 von 10

Das Team von Jackson Lamb (Gary Oldman) gerät in eine gefährliche Verschwörung innerhalb des MI5. Auslöser ist die Entführung von Lambs Assistentin Catherine Standish (Saskia Reeves). Um sie zu befreien muss das Team einiges riskieren und sieht sich dabei von ihrer eigenen Firma bedroht. Was ist nur beim britischen Geheimdienst los? In der Mission Impossible Film-Reihe musste sich Tom Cruise  ebenfalls sehr häufig mit Verschwörungen innerhalb der Firma rumschlagen. Und nun der nicht ganz so athletische Lamb auch! Aber auch hier funktioniert diese Story um die Gefahren von Innen, Vertuschungen und falschen Freunden gut und so war es für mich die bisher beste Staffel der Serie. Das Team aus mittelmäßigen Agenten, die immer wieder ausgenutzt werden, ist einem nun in der dritten Staffel endlich symphatisch geworden. So fiebert man mit ihnen gerne mit, weil dieses Mal jeder von ihnen eine wichtige Rolle bei der Mission spielen darf. Erfrischend sind dieses Mal auch die Nebenrollen, allen voran Chris Reilly und Chris Coghill als Gegenspieler der Slow Horses, sowie Sion Daniel Young als überfordeter Archivar. Für eine Thriller-Serie sind die letzten anderthalb Folgen vielleicht etwas zu actionlastig, da wird geballert und gesprengt an jeder Ecke, während die Agenten und Agentinnen eine mysteriöse Akte suchen. Das ist zwar recht plakativ, aber am Ende auch wirkungsvoll.

Unspektakuläres Ende des medialen Wochenrückblicks: Keine besonderen Vorkommnisse im öffentlichen Nahverkehr. Einmal im Büro gewesen, zweimal nach der Arbeit noch in der Stadt und alle Verbindungen haben funktioniert, ohne dass ich improvisieren musste.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und weiterhin Gut Kick!

Was sagst du dazu? Aber denke dran, deine Mail- und IP-Adresse wird gespeichert und auch Gravatar liest mit. Ist das ok? Dann kommentiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.