Wo der Fluss eine Schleife zieht: Ein Tagesausflug nach Wasserburg am Inn
Bayern lädt immer wieder zu schönen Tagesausflügen ein. Nur: Nach all den Jahren, die ich mittlerweile hier lebe, wird die Auswahl an neuen Zielen langsam knapp. Und so war ich froh, irgendwann im Netz oder auf einem Instagram Post auf Wasserburg am Inn gestoßen zu sein. Die Altstadt liegt schön auf einer Halbinsel, um die die Inn eine hübsche Schleife dreht. Nach dem ich den Ausflug erfolgreich pitchen konnte, war es nun Mitte Juni so weit: Auf nach Wasserburg!
Die Anfahrt mit der Bahn war jedoch komplizierter als gedacht. Von München aus fährt man dem Regionalzug nach Grafing (Alternativ: nach Rosenheim), um von dort mit einem zweiten Regionalzug nach Wasserburg weiterzufahren. Dort am Bahnhof für uns die Überrraschung: Der Bahnhof liegt noch einmal fünf Kilometer von der Altstadt entfernt und der Bus dorthin fährt – zumindest an diesem Samstag – nur jede Stunde. Immerhin waren die Verbindungen halbwegs abgestimmt und so kamen wir dann doch endlich und halbwegs zeitig am Wasserburger Marienplatz an. Und der erste Eindruck war: Wie schön!

Im Rathaus am Marienplatz fand in diesem Moment eine Hochzeit statt – das sollte an diesem Tag aber fast jedes Mal so sein, wenn wir dort vorbei gekommen sind. Hinter dem Marienplatz waren eine ganze Reihe von verkehrsberuhigten Straßen. Diese waren schön angelegt und in den bunten Häuschen gab es eine Auswahl an kleinen Geschäften, Restaurants und Eisdielen. Ein paar Meter weiter war ein größerer Platz mit der Salzsenderzeile, auf dem viele Restaurants ihre Außenbereiche aufgebaut hatten. Eine kleine Coverband spielte hier und sorgte für gute Unterhaltung.

Wahnsinnig groß ist die Altstadt nicht. Wenn man möchte, ist man schnell durch. Daher hier nur noch ein paar Eindrücke – von links nach rechts: Das Brucktor am Ende der Innbrücke als Eingang zum historischen Stadtkern, der Rote Turm, in dessen Restaurants wir am Mittag essen waren (Schnitzel und Bier, eine sichere Mischung), der Kirchturm der Kirche St. Jacobs von der Burg aus gesehen, die Marienfigur vor dem Wasserburger Rathaus.

Das besondere an Wasserburg ist nicht nur die Altstadt, sondern deren Lage an der Flußschleife der Inn. Um das zu sehen, sind wir von der Altstadt aus ca. 15 Minuten bis zum Aussichtspunkt Schöne Aussicht gelaufen. So ganz ließ sich die Lage der Stadt von dort oben aber nicht erfassen. Auf dem Bild kann man es nur erahnen. Man sieht natürlicht deutlich die Inn auf der uns zugewandten Seite. Auf der anderen Seite der Altstadt fließt der Fluß zurück, den Wendepunkt sieht man aber leider nicht. Den Aussichtspunkt, von dem man die Schleife komplett sehen kann, haben wir nicht gefunden, es könnte aber auch sein, dass die bekannten Bilder nur aus der Luft gemacht wurde, so wie dieses hier (via Wikivoyage).

Zum Abschluß gönnten wir uns noch einen Besuch in der Eisdiele (es gab ein tolles Spaghetti-Eis), bevor wir uns wieder auf den umständlichen Rückweg nach München machten.