KW 20/2026: Rose, Haunting in Venice, Vanished, The Ettes, Das A-Team, Pumuckl und der dunkle Wald
Happy Sunday!
Da ich in dieser Woche endlich einen Beitrag online stellen konnte, der seit bestimmt zwei oder drei Jahren in meinem Notizbüchlein stand, verzichte ich für den medialen Wochenrückblick auf eine größere Einleitung. Ist ja so auch schon wieder alles viel zu lang geworden!
Los geht’s, nehmt euch Popcorn und habt viel Spaß mit dem bisher längsten Beitrag des Jahres!

Cixin Liu – Der dunkle Wald (China, 2008) – 8 von 10
Klappentext: Der erste Kontakt mit einer außerirdischen Spezies hat die Menschheit in eine Krise gestürzt, denn die fremde Zivilisation hat sich Zugang zu jeglicher menschlicher Informationstechnologie verschafft. Der einzige Informationsspeicher, der noch vor den Aliens geschützt ist, ist das menschliche Gehirn, weshalb das Wandschauer – Projekt ins Leben gerufen wird: Vier Wissenschaftler sollen die ultimative Verteidigungsstrategie gegen die Aliens ausarbeiten – doch können sie einander trauen?

Review: Es ist der zweite Teil der Trisolaris-Triologie und damit die direkte Fortsetzungen von Die drei Sonnen (8/10), welches mir im vergangenen Jahr bereits gut gefallen hatte. Der dunkle Wald spinnt die Geschichte fort, setzt aber auf andere Figuren und andere Elemente, wodurch es mehr ist als eine klassische Fortsetzung. Der zweite Band umspannt mehrere Jahrhunderte, in denen versucht wird, einen Rettungsplan für die Menschheit zu entwickeln, um auf das Eintreffen der Trisolarer vorbereitet zu sein. Wie sollte die Menschheit diese enorme Zeitspanne zur Vorbereitung nutzen? Dafür werden die Wandschauer berufen und jeder von ihnen entwickelt dafür seine eigenen Ideen. Liu lässt die Berufenen dafür ganz unterschiedliche Ansätze entwickeln, die alle sehr kreativ sind und die potentiellen Lösungen aus verschiedenen Richtungen entwickelt. Was es so spannend macht ist die Tatsache, dass die Lösungen nicht einfach nur größere Waffen oder höher entwickelte Technik sind, sondern fast schon einen philosophischen Kern haben. Dazu wird oft thematisiert, welche psychischen Folgen diese latente Bedrohung für die gesamte Menschheit hat. Das bereichert den in seinem Grunde Hard-Sci-Fi Roman ganz ungemein. Sehr gelungen ist auch der größere Zeitsprung, der im Laufe des Romans passiert. Hier werden wir mit dem Protagonisten Luo Ji in eine ferne Zukunft versetzt, in der wir uns langsam, aber staunend zurechtfinden. Der umfangreiche Roman lässt sich – in der deutschen Übersetzung von Katrin Betz – sehr schön durchschmökern, wenn man sich von den vielen chinesischen Namen nicht abschrecken lässt. Die Figuren sind so unterschiedlich beschrieben, dass man sie auch so gut auseinander halten kann. Nach anfänglichem zähen Beginn konnte zumindest ich dieses Buch gut durchpflügen.
Bei der Fülle der präsentierten Ideen und Konzepte ist es fast unvermeidlich, dass nicht alle davon gut funktionieren oder glaubwürdig sind. Alleine das Konzept der Wandschauer an sich verlangt schon ein sehr wohlwollendes Gemüt des Lesenden, um es zu akzeptieren. Ob sämtliche technischen und physikalischen Beschreibungen fundiert sind oder nicht, kann ich auch schwer beurteilen. Aber über solche Punkte muss man in der Science-Fiction ja oft hinwegsehen. Auffälliger und bemerkenswerter ist dagegen eher, dass die Zukunft in diesem Fall von Männern gemacht wird und Frauen fast nur als Nebenfiguren oder Sehnsuchtsobjekte vorkommen. Auch wenn man über diesen Punkt stolpert, schränkt er das Lesevergnügen ehrlicherweisee kaum ein. Ist jetzt auch nicht so, dass die männlichen Figuren mega komplex geworden sind, darauf liegt nicht der Fokus. Für die zweite Staffel der Netflix-Verfilmung 3 Body Problem, die Ende des Jahres erscheinen soll, bin ich jedenfalls nun gut gerüstet.

Neue Geschichten von Pumuckl (Staffel 2, 13 Folgen, Deutschland, RTL) – 8 von 10
Nach der überraschend gelungenen ersten Staffel (8/10) freute ich mich sehr auf die Fortsetzung mit weiteren Folgen aus dem Leben vom Schreiner Florian Eder (Florian Brückner) und dem bei ihm lebenden Kobold Pumuckl (Stimme: Maxi Schafroth), den nur er sehen kann. Die zweite Staffel hält die hohe Qualität aufrecht und überzeugt wieder mit lustigen und abwechslungsreichen Episoden. Es wird ein altes München gezeigt, in dem das Leben in den Innenhöfen spielt und digitale Zeitvertreibe keine sichtbare Rolle spielen. Und wenn Eder dann mal in einer Neubausiedlung einen Auftrag durchzuführen hat, wirkt er dort wie ein Zeitreisender. Bis auf von Pumuckl selbst wird von allen Figuren bayerisch gesprochen, so dass die Serie zielsicher geographisch zugeordnet werden kann. Highlights der Staffel waren für mich die Folge mit dem Geisterjäger Florian Lukas, sowie Eders Besuch in seiner alten Schule. Die Figur Pumuckl ist schön altmodisch inszeniert, auch wenn modernste Computertechnik dahinter steckt. Es sind einfache und aufgeregte Geschichten, die hier erzählt werden, und daher potentiell auch in zehn oder zwanzig Jahren noch funktionieren könnten. Die prominenten Namen in der Liste der Gaststars wurde etwas eingekürzt, aber das sagt über die Qualität ja nichts aus. Die Serie bleibt damit auch in der zweiten Staffel eine schöne Familienserie, wenn sich denn Kinder heute immer noch für einen Kobold mit roten Haaren begeistern können, der immer viel Schabernack treibt.
Vanished – Vertraust du ihm (Staffel 1, 4 Folgen, USA/UK/Frankreich, Das Erste) – 6 von 10
Alice Monroes (Kaley Cuoco) romantischer Frankreichurlaub wird zum gefährlichen Rätsel, als ihr Freund Tom Parker (Sam Claflin) aus dem Zug nach Arles verschwindet und sie gezwungen ist, verborgene Wahrheiten seiner Vergangenheit aufzudecken. Der Anfang der Mini-Serie hatte mir wirklich ganz gut gefallen. Spannendes Szenario vor der schönen Kulisse Süd-Frankreichs, in der Alice immer tiefer in Unsicherheiten gerät, wenn die Eckpfeiler ihres Lebens sich mehr und mehr als falsch heraus stellen. Cuoco spielt das durchaus gut und zeigt, dass sie mehr als nur Stichwortgeberin in einer Comedy sein kann. Die ersten beiden Folgen finden eine gute Balance zwischen Thriller und ein paar Actionsequenzen, doch danach geht es leider immer mehr bergab. Zu viele Zufälle in der Handlung, schwer nachvollziehbare Entscheidungen und überraschende Twists in der Auflösung, die man der Serie nicht abkauft, sind letzlich dann doch das Todesurteil für Vanished. So gut wie die Figuren eingeführt wurden, ist es dagegen leider nicht genug, wie die Story mit den Schicksalen der Opfer (diese Umschreibung ist mein nicht einmal halb geglückter Versuch, nicht zu viel zu spoilern) umgeht, denn so hätte es auch einfach um – sagen wir mal – Schmuggel von Luxusuhren gehen können. Schade drum, bei der Ausgangssituation wäre mehr möglich gewesen.

Rose (Regie: Markus Schleinzer, Österreich/Deutschland) – 8 von 10
Wer hätte gedacht, dass sich Sandra Hüller zu einer Schauspielerin entwickelt, wegen der man ins Kino geht. Neben ihrem starken Handwerk kann man ihr auch ein gutes Händchen für die Rollenauswahl bescheinigen, denn was tummelt sich da nicht schon alles in ihrem Lebenslauf? Toni Erdmann (7/10), 25 km/h (8/10), Anatomie eines Falls (9/10), The Zone of Interest (9/10) und zuletzt Der Astronaut (9/10) – das ist nun wirklich sehr hochkarätig. Ihren neuen Film Rose werden dagegen vermutlich nicht ganz so viele Menschen auf der Welt sehen. Dafür ist das Thema und die Machart zu sperrig, es ist Kino für eine ambitionierte Zielgruppe. Nach dem Ende des Dreißgjährigen Kriegs taucht ein mysteriöser Soldat in einem abgelegenen Dorf aus. Es ist Rose (Sandra Hüller) und behauptet, ein verlassener Gutshof wäre das rechtmäßige Erbe. Was die übrigenen Bewohner nicht ahnen: Rose ist eine Frau. Der Film lebt stark von seinen eindrucksvollen Bildern. Sagt man oft, ein Film würde Bilder wie ein Gemälde liefern – hier trifft es nicht zu, denn hier sind es epische und kraftvolle schwarz-weiß Bilder, die auf der Leinwand zum Leben erwecket werden und uns in die archaische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts schmeißen. Das Land ist ungezähmt und verlangt seinen Bewohnenden alles ab. Das ist vor allem in der ersten Hälfte des Films langsam und mit wenigen Worten erzählt, erst in der zweiten Hälfte nimmt der Film spürbar an Fahrt auf. Hüller, als teilweise entstellter Soldat, spielt erneut groß auf und erweckt mit wenigen Worten und Gestern ihre Figur zum Leben, wobei ihre größte Szene erst dann kommt, wenn sie in einem wahren Redeschwall ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Ihr zur Seite steht Caro Braun als Suzanne, die sie in einer arrangierten Ehe heiraten wird. Auch sie trägt ein Geheimnis in sich – und erst als die beiden Frauen ihre Geheimnisse teilen, gewinnen beide ein ganzen Stück Freiheit hinzu. Rose wird sagen, dass ihr diese Rolle, die Hose mehr Platz zum Atmen geben wird, um ihr selbstbestimmtes unabhängiges Leben zu führen. Aber die mittelalterliche Gesellschaft ist nicht auf die Rollen der beiden vorbereitet – oder zieht am Ende doch noch ein Stück Modernität in diese verlassene Gegend ein? Der Film wird begleitet von einer Erzählstimme, die ich nicht ganz gelungen fand. Und auch wenn der Film nur 90 Minuten geht, fühlt er sich an manchen Stellen etwas länger an. Lohnend ist er aber trotzdem.

A Haunting in Venice (Regie: Kenneth Branagh, USA, 2023, RTL) – 6 von 10
Nach Mord im Orient-Express (8/10) und Tod auf dem Nil (6/10) gibt Kenneth Branagh hier zum dritten Mal Agatha Christies legendären Meisterdetektiv Hercole Poirot, dieses Mal in einem etwas unbekannteren Fall. In der Halloween-Nacht muss er 1947 den Tod des Mediums Reynolds (Michelle Yeoh) aufklären. Im Vergleich zu den Vorgängern ist hier dieses Mal alles eine Nummer kleiner: Kleinere Location als Spielstätte (die sich dieses Mal auch nicht bewegt), kleinere Auflösung und der Cast besteht dieses Mal nicht aus bekannten Kinostars, sondern „nur“ aus TV-Gesichtern wie Tina Fey, Kelly Reilly und Jamie Dornan. Dafür ist der Film etwas unheimlicher und düsterer. Insgesamt ist der Film nicht verkehrt, aber nun wirklich kein großer Wurf. Aber man muss leider sagen, dass die Knives Out Filme mittlerweile dem guten Poirot den Rang abgelaufen haben.
Das A-Team – Der Film (Regie: Joe Carnahan, USA, 2010, Pro Sieben) – 6 von 10
Wir sind doch früher alle mit der Serie Das A-Team im Vorabendprogramm von Das Erste aufgewachsen. Lustige Sprüche und Action, bei der kein Blut floß, das machte die Serie deutlich interessanter als deutsche Krimiserien. Vor einigen Jahren gab es ein Reboot für das Kino. Größer, epischer, brutaler. Aber ohne den verklärten Charme von früher. Die Action war sehr viel mehr over-the-top und teilweise so hektisch wie beim Marvel-Einheitsbrei. Die Pläne hatten etwas von Die Unfassbaren. Und die Schauspieler (Liam Neeson, Bradley Cooper, Quinton Jackson und Sharlto Copley) waren nicht so präsent, wie ihre ikonischen Vorgänger. Dazu sorgten die Szene in Deutschland immer wieder für Stirnrunzeln. Spannend und kurzweilig war der Film aber trotzdem, das kann ihm nicht absprechen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 31 von 34 Liga-Spielen = 91%. (Saison 2024/25: 85%)
Den Saisonabschluss gegen den VfL Bochum habe ich nicht gesehen. Es setzte eine 1:2 Heimniederlage (Torschütze: Erneut Fukuda, der damit in den letzten drei Spielen immer getroffen hat), womit der KSC nun doch noch auf Platz 10 abrutschte, mit den zweitmeisten Gegentoren der Liga. Damit ist es mit 44 Punkten die schwächste Saison seit der Saison 2021/22.
Damit endete die Ära Christian Eichner im Wildpark. Sein Nachfolger soll wohl demnächst verkündet werden – ob es eine gute Idee war, wird sich spätestens in einem Jahr zeigen. Mein Dank an ihn jedenfalls für die mehr als sechs Jahre. Er war der beste Botschafter des Vereins, den man sich vorstellen konnte, hat den Verein sportlich stabilisiert und immer fern der Abstiegsplätze gehalten und teilweise den spektakulärsten Fußball spielen lassen, an den ich mich seit dem letzten Aufstieg in die Bundesliga unter Ede Becker, erinnern kann.
Mit Fabian Schleusener verlässt ein weiteres, prägendes Gesicht den Verein. Oft wurde er unterschätzt, verlässlich geliefert hatte er aber immer! Gleichzeitig hat Li Egloff seinen Vertrag verlängert, für mich persönlich ein Hoffnungsträger für die nächsten Jahre.

Von Montag bis Mittwoch muss ich jeden Tag mit der S-Bahn in die Stadt rein und raus pendeln, das klappte alles ohne Probleme.
Seit Sonntag bin ich nun stolzer Besitzer einer Probe BahnCard25, mit der ich zumindest die Fahrt in die Heimat an diesem Wochenende und die erste Berlinfahrt des Jahres in einem Monat vergünstigt bekommen habe. Bei der ICE-Fahrt am Freitag gab es dann auch keine Probleme. Der Zug war nicht mal halbvoll. Beim Umsteigen in Frankfurt musste ich mich zwar etwas sputen, aber habe auch da meinen Anschlußzug erreicht.

- 1. Bundesliga 2025/26 – Letzter Spieltag: Relativ unspektakulär ging die oberste Liga zu Ende. Stuttgart sicherte sich den Startplatz für die Champions League, der SC Freiburg den für die Conference League. Heidenheim und St. Pauli verabschieden sich in Richtung Liga Zwo, der VfL Wolfsburg hat sich noch in die Relegation gerettet. Den letzten Spieltag habe ich bei meinen Eltern gesehen und dank unserer beiden Zugänge zu Sky, haben wir die beiden Abstiegsspiele parallel auf zwei Laptops sehen können und auch müssen, weil der Sender in dieser Saison ja keine Bundesliga-Konferenz mehr anbieten durfte. Stark übrigens, wie schnell der Ticker vom Kicker ist.
- 2. Bundesliga 2025/26 – Letzter Spieltag: Nicht wirklich gesehen, aber da waren noch ein paar knappe Entscheidungen dabei! Die SV Elversberg hat die Saison letztlich bis zum Schluß durchgezogen und steigt direkt in die 1. Liga auf! Damit hat Heidenheim direkt seinen Nachfolger gefunden. Der SC Paderborn darf in die Relegation gegen den Vfl Wolfsburg. Unten hat es Fortuna Düsseldorf erwischt, die direkt in Liga 3 runtermüssen. Die SpVgg Greuther Fürth war heute zwischen Himmel und Hölle und ist es immer noch: Relegation um den Klassenerhalt gegen RW Essen. Ich persönlich hoffe auf Fürth und damit weiter auf ein Auswärtsspiel in der Nähe. Eintracht Braunschweig hat in einer Millimeterentscheidung die Klasse gehalten.
- Update im Maschinenraum: Mal wieder laufende Kosten gespart. Bei Strato zahlte ich moantlich noch eine ordentliche Service-Gebühr, weil diese Seite mit (oder auf?) einer alten PHP Version lief. Die habe ich nun endlich geupdated, bei der Lösung der daraus entstandenen Probleme hat mir ChatGPT geholfen. Ich hoffe, dass die Seite nun weiterhin stabil läuft, aber ich diese versteckten Kosten mir nun sparen kann.

Mit manchen Comebacks rechnet man ja nicht so wirklich. Dazu zählt für mich nun auch die neue Single von The Ettes, einer Garagen-Rock Band, die in den 2000er einige Alben veröffentlich hatte, die aber nie zu besonders großem Erfolg geführt hatten – und in Deutschland schon gar nicht. Trotzdem gab es eine Zeit, in der sie zumindest in meinem Bekanntenkreis sehr gehyped wurden. Um so überraschender ist nun mit Dangerous Girl ein neuer Song von ihnen erschienen, nach vielen Jahren der Pause. Das war zumindest für mich eine gelungenen und positive Überraschung.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!