KW 18/2026: Severance, Nalan, Harry Hole und die Rückkehr zum Planet der Affen
Happy Sunday!
Am 1. Mai war der Tag der Arbeit, ein Feiertag in Deutschland. Für mich war es auch ganz persönlich ein besonderer Tag in meiner beruflichen Karriere: Seit diesem Stichtag habe ich noch nirgendwo länger gearbeitet, als für meinen aktuellen Arbeitsgeber. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Und in ein paar Monaten sind dann sogar die sechs Jahre voll. Angefangen in der schlimmsten Corona-Zeit, nach vielen Wechseln in der Geschäftsführung und nach mittlerweile fast jährlichen Umstrukturierungen, haben sich die Aufgaben immer mal wieder leicht verändert und ist zumindest das ganze drumherum noch frisch geblieben.
Und damit zum medialen Wochenrückblick. Dieses Mal im Angebot: Zwei Serienstaffeln, zwei alte Filme und etwas Musik. Viel Spaß!

Die riesige, alte Paketposthalle in der Nähe der S-Bahn Station Hirschgarten hatte schon bessere Zeiten gesehen. Seit Jahren rettet sie sich von Zwischennutzung zu Zwischennutzung. Mittlerweile ist sie unter dem Namen Pineapple Park zu einer großen Event-Fläche geworden, mit wechselnden Veranstaltungen in und vor der Halle. An diesem Wochenende fand ein Street Food Festival auf der freien Fläche vor der Halle statt. Für fünf Euro Eintritt hatte man Zugang zu ca. 20 verschiedenen Food Trucks mit Speisen aus der ganzen Welt. Wir waren am Freitag zu zweit bei bestem Wetter dort und haben uns durch Korean Chicken, Sandwich im Blätterteig, Tacos und Eis im Baumstriezel gefuttert. Fazit: Angenehme Veranstaltung mit abwechslungsreichem Angebot, aber auch echt teuer dafür, dass die Qualität nun auch nicht mega herausragend und die Portionen nur überschaubar waren.


Harry Hole (Staffel 1, 9 Folgen, Norwegen, Netflix) – 7 von 10
Die Figur Harry Hole und dessen Ermittlungen beruhen auf einer Romanreihe des norwegischen Autors Jo Nesbø. Bereits der Kinofilm Schneemann (7/10) hatte sich eine der Romane angenommen, der Titelheld wurde da von Michael Fassbender gespielt. Diese Serie beruht nun auf dem fünften Band der Reihe (Das fünfte Zeichen) und lässt Tobias Santelmann den Ermittler von der Polizei Oslo spielen. Hole recherchiert in einem Fall, in dem einer ermordeten Frau ein Finger abgeschnitten wurde. Bei der einen Tat bleibt es jedoch nicht. Gleichzeitig entpuppt sich sein Vorgesetzter Tom Waaler (Joel Kinnaman) als Mann mit ganz eigener Agenda. Die Serie steht in bester Tradition vergleichbarer Nordic Noir Thriller. Ein gebrochener Ermittler, brutale Morde, dunkle Stadt, Abgründe der Gesellschaft, hochwertig gefilmt. Und so weiß Harry Hole anfangs durchaus zu fesseln. Die Story bietet einige Wendungen und hat durch die parallelen Handlungsstränge auch einiges zu erzählen. Santelmann und Kinnaman gehen gut in ihren Rollen auf. Wenn das alles nur nicht so klischeehaft wäre! Natürlich trägt Hole ein großes Paket mit sich herum, natürlich ist Waaler als selbstverliebter Ermittler sein genaues Gegenteil, der es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt. Bei allen Qualitäten der Serie hat sie mich im Laufe der Staffel dann doch irgendwann verloren. Und von der Auflösung war ich auch nicht wirklich überzeugt.
Severance (Staffel 2, 10 Folgen, USA, Apple TV) – 6 von 10
Wie die Zeit vergeht! Im Oktober 2022 war ich von der ersten Staffel sehr begeistert (8/10) und wartete seitdem auf die Fortsetzung. Nun, wo ich wieder Zugang zu diesem Streaming-Dienst habe, war dies daher so ziemlich die erste Serie, welche ich gestartet hatte. Und bin leider nicht mehr in diesen Sog von damals hinein geraten. Während die erste Staffel mit dem Konzept der Innies und Outies noch vieles aus der modernen Arbeitwelt satirisch überspitzt zeigte – mit der Trennung von Arbeit und Privatleben, der Corporate Culture der großen Konzerne und der scheinbar sinnlosen Arbeit am Computer – fokussiert sich diese Staffel nun auf den Konflikt zwischen den Innies und Outies und dem Verschwinden den Grenzen zwischen den beiden, sowie auf die Beziehungen zwischen den Figuren. Dadurch wird die Welt von Severance zwar immer größer, aber dadurch auch immer verwirrender. Der Kern dieser Welt geht verloren. Das erinnert an die Probleme, über die auch schon Westworld im Laufe seines Lebens gestolpert war. War Mark Scout (Adam Scott, der aussieht, als hätte man Tom Cruise aus dem Gedächtnis gezeichnet) als Fixpunkt der Serie in der ersten Staffel noch ein gewöhnlicher Büroangestellter unter vielen, wird er nun immer mehr zum zentralen Punkt dieser ganzen Welt, Matrix lässt grüßen. Auch im Hinblick auf Seth Milchick (Tramell Tillman), der in der ersten Staffel noch recht kultig war, sich aber nun zu einer Art Mr. Smith entwickelt. Und ein letztes noch: Bestach die erste Staffel noch durch ihre innere Logik und mit Sonderbarkeiten wie den organsierten Waffelpartys, fühlt es sich nun so an, als könnte alles passieren, als wäre es eine reine Fantasiewelt ohne Grenzen. Aber dadurch ist nichts mehr besonders, sondern höchsten noch skurill und grotesk, um des Effektes willen. Trotz großer Vorfreude war ich zunehmend genervt von dieser Staffel. Natürlich sieht sie immer noch großartig aus, besonders die Folge um die Team Building Maßnahme in den verschneiten Wäldern ist optisch absolut kinoreif. Und die Firmenräume an sich scheinen in ihrer Schlichtheit weiterhin einem Albtraum entsprungen zu sein. Und ja, manche Überraschung funktioniert, in diesem Fall die Mardi Gras Band. Aber die nächste Staffel möge sich doch bitte wieder mehr auf ihren alten Kern konzentrieren.

Rückkehr zum Planet der Affen (Regie: Ted Post, USA, 1970, Joyn, Re-Watch) – 7 von 10
Astronaut Brent (James Franciscus) macht sich auf die Suche nach seinem Vorgänger Taylor (Charlton Heston) und landet, so wie er, auf einem Planeten, der von Affen regiert wird. Während er dessen Spur folgt, trifft er auf eine mysteriöse, menschliche Gemeinschaft, die tief unter einem Berg lebt. Nur zwei Jahre nach Planet der Affen (9/10) erschien bereits die erste Fortsetzung. Auch die weiß heute noch zu gefallen, auch wenn ihr die ganz großen, legendären Szenen fehlen. Brent als Hauptfigur ist nicht ganz so interessant wie der zynische und gesellschaftskritische Taylor. Die erste Hälfte des Films wiederholt fast den Ur-Film und bringt viele bekannte Figuren zurück, bevor er sich traut, etwas eigenständiger zu werden, bleibt aber dabei stets plakativer als der erste Teil. Die Masken funktionieren nach wie vor gut, das Kunstblut und die paar optischen Effekte haben dagegen die Zeit nicht so gut überdauert. Immerhin ist der Film in seinen 90 Minuten recht kompakt und flott erzählt, so dass man ihn immer noch gut schauen kann.
Flucht vom Planet der Affen (Regie: Don Taylor, USA, 1971, Joyn, Re-Watch) – 7 von 10
Nur ein weiteres Jahr später erschien bereits die nächste Fortsetzung und führte die Schimpansen Cornelius (Roddy McDowall) und Zira (Kim Hunter) in die Vergangenheit und zwar auf die Erde im Jahr 1973. Die beiden werden schnell Lieblinge der Medien, nur die staatlichen Institutionen sind misstrauisch – vor allem, als sie von der Zerstörung der Welt in der Zukunft erzählt bekommen. Deutlich langsamer und dialoghafter als seine beiden Vorgänger ist der dritte Teil der Reihe, aber durch die veränderte Perspektive – jetzt sind die Affen in unserer Welt – trotzdem noch frisch. Und schau an, die angeblich zivilisierten Menschen entpuppen sich als verkommen. Kein Wunder, dass Taylor aus dem ersten Film dieser Welt den Rücken zuwenden wollte. Die Masken der Schimpansen funktionieren auch hier gut, überraschenderweise fallen aber ein paar Gorillas aus den Käfigen dagegen deutlich ab, sind sie doch schnell als billige Karnevalskostüme zu erkennen. Das Ende des Films ist dann tatsächlich dramatisch und konsequent und hob ihn für mich noch auf die sieben Punkte.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 30 von 32 Liga-Spielen = 94%. (Saison 2024/25: 85%)
Machen wir uns nichts vor: Bereits vor diesem Spiel war klar, dass diese Saison praktisch gelaufen war. Es ging nur noch darum, den einstelligen Tabellenplatz zu sichern und Christian Eichner gut zu verabschieden bzw. er sich vom Verein. Beidem ist man durch den 2:1 Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 einen Schritt näher gekommen. In einer vor allem in der zweiten Hälfte munteren Partie erzielte Wanitzek per direktem Freistoß den Führungstreffer. Nach dem Augleich nutzte Fukuda eine schöne Vorlage von Schleusener zum Siegtreffer. Zwei Spieltag vor Schluß steht der KSC damit trotz der zweitmeisten Gegentoren auf #8 und als Maximalziel gibt es nur noch, den 1. FC Kaiserslautern noch abzufangen.

In der vergangenen Woche standen einige Fahrten im Nahverkehr an: Einmal ins Büro, einmal zum Street Food Festival, einmal zu den Fantasy Filmfest Nights und einmal nach Herrsching. Was alle Fahrten gemeinsam hatten: Es gab keine besonderen Vorkommnisse.

- Statistik April: Der April 2026 war ein neuer Rekordmonat! Mehr als doppelt so viele Seitenabrufe wie im Vormonat und knapp +10% mehr als im alten Rekordmonat (März 2025). Es gab einen Wechsel im Ranking der meistgeklickten Artikel des Monats. Der Beitrag zum Song Crimson and Clover rutschte an die Spitze und verwies die Musik bei Ina’s Nacht auf den zweiten Rang. Dahinter landete der mediale Wochenrückblick KW 15/2026. Allerdings hat in diesem Monat der Traffic aus den USA wieder stark angezogen und machte 53% der gesamten Abrufe aus, im März waren es noch „nur“ 30%. Der drittmeiste Traffic kam aus Hongkong, dahinter lag Singapur. Dieser ganze Traffic zeichnet sich dadurch aus, dass Jetpack pro Session nur einen einzelnen Seitenaufruf zählt und keinerlei Referrer angibt. Auch verteilt sich der Traffic recht konstant über den ganzen Tag und den ganzen Monat und zeigt keine punktuelle Ausreißer. Insgesamt sank dadurch die Nutzung auf lediglich 1,1 Seitenabrufen pro Session, niedriger geht es fast nicht mehr. Der Traffic aus Deutschland ist dagegen seit Monaten recht konstant. Auch Google funktionierte konstant mit einer CTR von 1,0% und schaufelte eine konstante Menge an Usern auf meine Seite.
- Hallo Bots, da seid ihr ja wieder: Ähnliches zu seinen Statistiken berichtet auch der Blog Zwetschgenmann.
- PSG – FCB Teil 1: Offenbar fand am Dienstag eine Art Jahrhundertspiel statt – das Champions League Halbfinale im Männerfußball zwischen Paris SG und dem FC Bayern. Das Spiel ging 5:4 aus und war geprägt von zwei starken Offensivreihen. Es muss wohl eine andere Sportart gewesen sein als das, was der KSC sonst so betreibt. Nur: Gesehen habe ich das Spiel nicht, sondern ich ließ mich alle paar Minuten vom Kicker Ticker aufschrecken. Hab ich wohl was verpasst. Das Rückspiel folgt am Mittwoch.
- Buuuuuduuuu: Ex KSC-Kicker Budu Zivzivadse mit einem Doppelpack für den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim gegen den FC Bayern München! Reicht am Ende aber trotzdem nur zu einem 3:3, da der FC Bayern in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit durch ein Eigentor noch zum Ausgleich gekommen ist.
- Schaaaaalke: Der FC Schalke 04 steht nun als Aufsteiger und Zweitligameister fest – Gratulation und dieser Club gehört einfach in die 1. Liga.
- Elversberg: Seit knapp zwei Jahren erzählt man sich in der 2. Liga, der SV Elversberg muss doch irgendwann mal einbrechen. Aber er tut es nicht. Jetzt steht der Verein auf #2 und spielt „nur“ noch gegen zwei der drei Tabellenletzten. Es scheint so, als würden sie demnächst in den exklusiven Club der Bundesligisten einbrechen.
- Warum der Taxiteller nichts in München verloren hat: Culture Clash in München-Schwabing hat die Seite falstaff ausgemacht.

Die gebürtige Münchnerin Nalan lebt inzwischen in Berlin, was sie aber nicht daran hindert, ihren einstigen Lieblingsclub aus der Sonnenstraße mit einem Song auf ihrem neuen Album 2009 zu bedenken. Und da ihr Lieblingsclub auch mein Lieblingsclub war, ist der Song 59:1 hier eingebettet.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!
Ein Kommentar
LP
Vielen lieben Dank für die Verlinkung und liebe Grüße