Der Monatsrückblick Mai 2017

Nach dem großen Urlaub in der ersten Maihälfte kehrte in der zweiten Hälfte wieder etwas Ruhe ein. Auch das Wetter zeigte sich teilweise schon von seiner besten Seite, so dass es für die ersten Biergarten- und Grill-Abends schon reichte. Aber machte mir andererseits mein dringend benötigtes Couch-Wochenende auch nicht mit einem übermäßig guten Wetter kaputt. Es war also für jeden etwas dabei. Nun kommt der Juni mit seinen Feiertagen und beschert mir mal wieder ein langes Wochenende in Berlin.

*** Kino ***

Die Temperaturen steigen, die Auslastung im Kino geht nach unten. So war es bei den beiden Filmen, die ich in diesem Monat im Kino gesehen habe, relativ leer.

Get Out 7 von 10

Chris (Daniel Kaluuya) wird von seiner weißen Freundin Rose (Allison Williams) das erste Mal mit zu ihren Eltern auf deren Landsitz genommen. Diese scheinen nett zu sein und zeigen Interesse an ihm. Nur mit den farbigen Bediensteten auf dem Landsitz scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Und auch Roses Mutter (Catherine Keener) wirkt etwas unheimlich, wenn sie versucht, Chris per Hypnose das Rauchen auszutreiben. Wer einen klassischen Gruselfilm erwartet hat, wird vielleicht etwas enttäuscht sein, weil gruselig ist der Film eigentlich gar nicht. Stattdessen wächst der Mystery-Anteil von Minute zu Minute, es ist ja auch relativ früh klar, dass hinter der Fassade irgendetwas nicht stimmen kann. Im letzten Drittel löst sich dann alles auf und es wird blutig. Und da beide Teile funktionieren, ist der Film zu empfehlen.

Guardians of the Galaxy II 8 von 10

Der Star-Lord Peter Quinn (Chris Pratt) ist wieder zurück und hat gleich Probleme. Rocket stiehlt Energiezellen, weswegen unsere Guardians von den Sovereigners gejagd werden. Unerwartet erhalten sie Hilfe von einem Fremden namens Ego (Kurt Russel), der sich schließlich als Quinns Vater heraus stellt. Viel mehr muss man über die Handlung nicht wissen, der Film macht einfach Spaß. Er ist spannend und komisch, optisch gut (auch wenn manche Effekte ein wenig nach Blue Screen aussehen) und schafft es, ich meine sogar besser als der erste Teil, die ganze Crew gut einzubauen. Gamora (Zoe Saldana) trifft auf ihre Schwester (die leider kaum erkennbare Karen Gillian), Rocket kümmert sich um Baby Groot und Drax (Dave Bautista) hat viele gute One-Liner abbekommen. Das ist Mainstream-Kino von seiner guten Seite! Und würde Marvel es endlich mal schaffen, spannende Gegenspieler zu etablieren, wäre alles gut.

*** Serien ***

Der Urlaub hat meinen Festplatten-Recorder ganz schön prall werden lassen. Zum Glück ist jetzt Bundesliga-Pause, dadurch wird etwas Zeit-Potential frei. Dafür habe ich in den Hotels im Urlaub teilweise am Abend etwas Netflix geschaut und konnte so ein wenig von meiner Liste streichen, auch wenn es mit Serien mit Spielort Tokio und Medellin etwas exotischer zu ging (sowie mit Under The Shadow kein schlechter Gruselfilm aus dem Iran mit dabei war).

Die Tokioter Prozesse (Staffel 1 / 4 Folgen) – 7 von 10

Nach der Kapitulation Japans bestimmen die Siegermächte 1946 das Tokioter Tribunal, um – analog zu den Nürnberger Prozessen – über die Kriegsverbrechen Japans zu richten. Unter dem Vorsitz des Australiers William Webb (Jonathan Hyde) versammeln sich acht weitere Richter. Es zeigt sich schnell, dass die meisten Anklagepunkte unstrittig sind, bis bei den Richtern aus Indien (Irrfan Khan) und den Niederlanden (Marcel Hensema) die Zweifel wachsen, ob die angewandten Gesetze überhaupt rechtmäßig sind. Kann man jemanden für etwas bestrafen, was zum Zeitpunkt der Tat noch nicht per Gesetz verboten war? Eine spannende Grundsatzfrage, die hier unter der Last der historischen Genauigkeit ächzt. Man hat den Eindruck, jedes Wort und jede Geste hat eine tiefere Bedeutung, als käme es direkt aus dem Buch der Geschichte. Eine gewisse Leichtigkeit hätte dem Stoff gut getan – aber für die kurze Laufzeit kann man das noch aushalten.

Fear The Walking Dead (Staffel 1 / 6 Folgen) – 4 von 10

Bei The Walking Dead wurde nie geklärt, wie es zum Ausbruch der Seuche kam. Durch dieses Spin-Off sind wir nun mit dabei, wenn die ersten Beißer auf die Gesellschaft treffen. Der Ausbruch ist ja in Zombie-Filmen auch oft das spannendste. Um es kurz zu machen: Das trifft auch diese Serie nicht zu. Wir lernen Travis (Cliff Curtis) und seine zusammen gewürfelte Patchwork-Family kennen, die die Ereignisse noch nicht so richtig einordnen können. Der Zuschauer weiß da schon wesentlich mehr, daher ist das Rätselraten am Anfang etwas witzlos. Und da weder die Hauptfiguren interessant oder sympathisch wirken oder die Serie durch drastische Zombie-Szenen fesseln konnte, besteht mein Fazit nur aus meinem Spitznamen für die Serie: Fear The Boring Dead.

Narcos (Staffel 2 / 10 Folgen) – 8 von 10

Pablo Escobar (der Brasilianer Wagner Moura) entkommt der kolumbianischen Justiz aus seinem selbst gewählten Gefängnis. Damit geht die Jagd der Polizei und der beiden amerikanischen DEA-Agenten (Boyd Holbrook und Pedro Pascal) nach Escobar weiter und nimmt noch einmal an Brutalität zu. Aber sie erhalten unerwartet Unterstützung: Sowohl das wachsende Cali-Kartell, als auch die Paramilitärs wollen Escobars Tod. Wie bereits die erste Staffel überzeugt auch die Fortsetzung vor allem durch ihre Action-Szenen. Den Weg dazwischen überbrückt man weiterhin mit reichlich Off-Text. Viele Figuren bleiben etwas flach, was vor allem auf Escobars Männer zu trifft. Dass die Serie trotzdem funktioniert, liegt vor allem am Hauptcast und an der schon angesprochenen, sehr guten Inszenierung. Und wenn sich gegen Ender das Netz um Escobar immer weiter zu zieht, sitzt man gefesselt vor dem Fernseher.

The Big Bang Theory (Staffel 4 / 24 Folgen) – 8 von 10

Also spätestens jetzt hat sich die Serie eingegroovt. Die zu diesem Zeitpunkt nervige Beziehung zwischen Leonard (Johnny Galecki) und Penny (Kaley Cuoco) ist erst einmal beendet, dafür fängt er nun etwas mit Rajs Schwester Priya (Aarti Mann) an. Und Bernadette (Melissa Rauch) und Amy (Mayim Bialik) etablieren sich im Hauptcast. Das ist vielleicht noch der Schwachpunkt der Staffel, die Mädels-Gruppe kramphaft als Gegengewicht zu den Nerds zu positionieren. Dafür reißen es die Jungs mehr als einmal raus, wenn sie sich auf die Suche nach Sheldons (Jim Parsons) geklauten Online-Gegenständen machen, Howard vom FBI durchleuchtet wird oder sie sich die neuen 21 Sekunden von Indiana Jones ansehen wollen.

Im Juni stehen einige interessante Combacks an, allen voran natürlich die fünfte Staffel der hier in diesem Blog sehr geschätzten Serie Nashville, zu sehen ab dem 6. auf FOX. Bereits ab dem 4. ermittelt Sherlock in der vierten Staffel in der ARD. Am 21. kommt American Crime mit Staffel 3 zurück zu 13th Street und Silicon Valley mit Staffel 4 zu Sky Atlantic. Und ab dem 28. zeigt RTL Crime die zweite Staffel von Mr. Robot. Bei den Neustarts erwartet sich Sky Atlantic einiges von Riviera am 16. Die Damon/Affleck Serie Incorporated kommt am 27. zu Syfy. Sat1 stellt im Laufe des Monats sein Crime-Line-Up am Montag auf Rush Hour und dem Reboot von MacGyver um. Und ein Tipp aus dem Reality-TV: Ab dem 1. Juni zeigt DMAX die Show Besser spät als nie, in der betagte Promis wie William Shatner und George Foreman auf einer Asienreise sind und dabei unter anderem auch in Seoul landen. Soll sehr lustig zu sein!

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Dazu habe ich hier bereits alles gesagt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Aerosmith). Gekaufte Konzerttickets: 1 (der großartige Black Rebel Motorcycle Club kommt im November auf Tour).

Die Australier von Camp Cope haben bereits im vergangenen Jahr ihr Debutalbum veröffentlicht. Mir sind sie allerdings erst jetzt aufgefallen, als ich auf ihr Cover eines Yeah Yeah Yeahs Songs gestoßen bin. Nachdem dann ihr Album einige Zeit in meinem Amazon-Warenkorb lag, ist es nun doch noch bei mir gelandet. Und schlecht ist es nicht, wie Done beweist.

Demnächst steht ein neues Album von Portugal, The Man an und die scheinen tatsächlich immer besser zu werden. War schon das letzte Album Evil Friends voller toller Songs, lässt auch die Vorab-Single Feel It Still sehr viel erwarten.

*** Foodpic des Monats ***

Ein Rückblick nach Südkorea. Recht oft habe ich dort Bibimbap gegessen, ein Reisgericht mit Gemüse, etwas Fleisch und Spiegelei. Ein schönes Bild davon habe ich allerdings nicht.

Dafür aber eines von diesem leckeren Gericht aus einem nicht mehr nachvollziehbaren Restaurant im Seouler Shoppingviertel. Es ist Hühnerfleisch in einer unglaublich tollen Panade und mir einer fantastischen BBQ-Sauce. Dazu gab es Reis, Krautsalat, eine Suppe und irgendwo müsste auch noch Kimchi sein.

*** Foto des Monats ***

So trotzte die Bahn am Frankfurter Hauptbahnhof dem WannaCry Angriff. Wenn nichts mehr geht und alle elektronischen Anzeigentafeln außer Betrieb sind, dann werden die großen Schiefertafeln heraus geholt.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

This entry was posted in Der richtige Ton, Was mit Medien. Bookmark the permalink.

5 Responses to Der Monatsrückblick Mai 2017

  1. bknicole says:

    Get Out und Guardians of the Galaxy stehen auch noch auf meiner Liste, aber ich schaffe es derzeit einfach nicht ins Kino. Und jetzt bei dem gigantischen Wetter weiß ich auch nicht, ob sich das ändert. Zu Fear the Walking Dead. Das wird leider auch erstmal nicht besser und bleibt so langweilig. Auch die Figuren werden nicht symphatischer. Richtig gut wird es erst ab der hälfte der 2.Staffel: Mehr Zombies, man trennt sich von nervenden Figuren und schafft es auch Spannung aufzubauen, sodas ich mich nun auf die neuen Folge wirklich freue. Damit hätte ich echt nicht mehr gerechnet nach dem enttäuschenden Anfängen. Nashville, ich warte ja immer noch darauf, dass es damit auf Prime weitergeht und bedauere wieder einmal das ich kein Sky habe.

    Freut mich, dass bei dir die Studie richtig liegt :) . Ich war dann doch am Ende des Beitrags überrascht, dass ich auch einige Ausnahmen hatten und teilweise sehr schnell von einer Serie begeistert war :D . Dafür merke ich aber immer, dass bei mir die Euphorie bei vielen Serien mit späteren Staffeln abnimmt.

    • Nummer Neun says:

      Spricht alles nicht für Fear The Walking Dead :/ Staffel 2 findet dann wohl eher ohne mich statt.

      • bknicole says:

        Man braucht halt einen langen Atem xD. Die Produzenten machen halt am Anfang leider nicht viel richtig, dass man das eigentliche Potenzial der Serie nicht nutzt, hat mich auch überrascht.
        Baywatch war sicherlich dein Must-See-Film :P .
        Also der Trailer sieht schon einmal gut aus, mal schauen ob es an den ersten Teil von damals heranreicht, denn den fand ich wirklich klasse.

  2. ide02 says:

    Fear The Walking Dead – wir haben nur zwei Folgen geschaut, waren enttäuscht und haben beschlossen, die Serie nicht weiter zu schauen. Ergo: Wir schließen uns deiner Meinung über diese Serie an. ;)

Kommentar verfassen