7 Gründe für den KSC-Abstieg

Aus, aus, endlich vorbei! Diese vermaledeite Saison für den KSC hat endlich ein Ende. Womit vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen war, ist nun eingetreten. Die wenigsten Tore geschossen, die meisten Gegentore kassiert, Platz 18, Abstieg in die Liga 3. Nur 25 Punkte, das sind noch weniger Punkte als bei den ersten beiden Abstiegen aus der 2. Liga.  Wie konnte es nur so weit kommen?

1. Die Kaderplanung vor der Saison

Nach den Abgängen in den letzten Jahren von Spielern wie Hennings, Yabo, Max und Gulde, kamen vor dieser Saison drei Spieler, die ein Versprechen auf die Stammelf waren. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Figueras hatte mehr Probleme mit sich selbst und den Anschuldigungen der Spielmanipulation zu kämpfen und entpuppte sich als zu langsam für die Liga. Nach einem guten Spiel konnte man sich sicher sein, dass er im nächsten Spiel zwei große Böcke drin hatte. Kom kam aus Tunesien und hat mehr als ein halbes Jahr gebraucht, bis er ein ernsthafter Anwärter auf die Startelf war. Stoppelkamp konnte am Ball alles, außer abspielen. War stets sehr engagiert, aber spielte isoliert. Damit erwies sich die neue Achse erst einmal als Flop.

Die Bilanz der anderen Neuen war dagegen nicht so schwach. Der junge Kamberi bekam mehr Einsatzzeit als erwartet, bis er sich schwer verletzte. Kinsombi stand in seiner ersten Zweitligasaison oft in der Startelf, musste aber auch Lehrgeld zahlen. Mavrias und Yann ergänzten den Kader und hatten auch ihre Momente.

Als zu schwach eingestuft wurden dagegen vor der Saison die Stürmer Köpke und Nazarov. Beide landeten bei Erzgebirge Aue und erzielten dort 19 Treffer – das sind ca. 50% aller Tore des Vereins. Man kann sagen, sie schossen ihren neuen Verein zum Klassenerhalt.

2. Die wischi-waschi Zielvorgabe

Jeder, der arbeiten geht, weiß, wie wichtig Zielvorgaben sind. Sie sollen motivieren, heraus fordern und relevante Ziele enthalten. Und sie müssen objektiv nachprüfbar sein. KSC-Präsident Wellenreuther gab vor der Saison diese Ziele aus:

Erstens soll der KSC einen attraktiven Fußball spielen, damit viele Zuschauer ins Stadion kommen. Zweitens soll am Ende der Saison kein Verein vor uns stehen, der einen kleineren Lizenzspieleretat hat als der KSC. Drittens wollen wir alle baden-württembergischen Duelle gewinnen.

Relevant war keines dieser drei Ziele. Klar verfehlt wurden sie dagegen schon.

3. Etablierte Spieler mit unerklärlichen Formschwankungen

Es wäre einfach, die schlechte Saison nur auf die Neuen zu schieben. Es gab auch genug etablierte Spieler, die nicht ihre Leistung abrufen konnten, egal unter welchem Trainer. Valentini, Diamantakos, Torres, Yamada oder Thoelke – keiner von denen war im Stande, über einen längeren Zeitraum der Mannschaft zu helfen.

4. Die Startelf aus der Lostrommel

Die vier Trainer setzten insgesamt 36 Spieler ein. Davon landeten 32 auch mal irgendwann in der Startelf. Im Schnitt gab es 3 Wechsel pro Spieltag. Es war nur ein kurzer Weg vom Rasen auf die Tribüne und wieder zurück. Lediglich 3 mal wurde die Startelf nicht verändert: Am 6., am 10. und am 27. Spieltag. In diesen drei Spielen wurden dann 4 Punkte geholt, das ist schon überdurchschnittlich für diese Saison.

5. Das defensive Mittelfeld brach auseinander

Die wichtigste Position im modernen Fußball startete mit argen Problemen in die Saison. Alle 3 eingeplanten Spieler auf dieser Position hatten ihre eigene Story: Prömel fiel nach der Olympiateilnahme erst einmal in ein Loch und zeigte sich oft überfordert. Krebs verletzte sich schwer und kam erst im Laufe der Rückrunde zurück. Kom musste sich an die Liga gewöhnen. Und so wurde hier viel ausprobiert. Erst in der Rückrunde kam mit Meffert etwas Stabilität auf diese Position, aber keine wirkliche Verbesserung.

6. Mehr Masse statt Klasse in der Winterpause

In der Winterpause wurden weitere 5 Spieler verpflichtet. Allerdings mehr Talente, als die dringend benötigten Führungsspieler. Und auf mehr als 8 Startelfeinsätze kam keiner von ihnen. Wenn man mit ihnen das Ruder rumreißen wollte, ist das gründlich schief gegangen. Alle Vereine, die zur Winterpause hinter dem KSC standen, stehen in der Rückrundentabelle unter den besten 9 Teams.

7. Man sprach mehr übereinander als miteinander

Wellenreuther über Todt und Oral. Oral über Reich. Kreuzer über einzelne Spieler. Es wurde viel gesprochen in dieser Saison. Aber gerne übereinander, nicht miteinander. Schuld waren oft die anderen.

Am Ende steht nun der Abstieg. Mehr als der Gewinn des Harder 13 Cups und Kempes Tor des Monats ist auf der Positivseite dieser Saison nicht zu finden. Jetzt darf man diesen Absturz in den nächsten Jahren wieder ausbügeln. Die Kaderplanung läuft und muss dann auf Anhieb passen, um das Ziel direkter Wiederaufstieg zu erreichen.

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2 Responses to 7 Gründe für den KSC-Abstieg

  1. ide02 says:

    Gestern Abend wurde mir noch ausführlich erklärt, wie schwierig es sein wird wieder von der 3.Liga aufzusteigen. Weil die 3.Liga so stark wäre…irgendwie halfen da auch keine tröstende Worte, dass sie es vielleicht doch schaffen.

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