KW 43/2026: Alien: Convenant, Temples, Ted, Shy, Low und der Kastanienmann

Happy Sunday!

Scheint so, als hätte ich mir in der vergangenen Woche aus Berlin nicht nur ein paar schöne Erinnerung, sondern auch einen Virus mitgebracht. Jedenfalls war ich Anfang der Woche ziemlich erkältet. Was Samstagnachmittag auf der Rückfahrt im Zug mit einem Kratzen im Hals begann, sorgte dafür, dass ich mich am Montag krank gemeldet hatte. Ziemlich unpassend: An dem Tag hätte ich eigentlich an einem Workshop teilnehmen sollen. Aber daran war nicht zu denken, den ganzen Tag in Präsenz in einem kleinen Meetingraum mit ca. 15 anderen Leuten zu verbringen, um dort zu sprechen und seine Präsentationsskill zu verbessern. Diese Chance blieb mir nun verwehrt und ich muss darauf bauen, dass mein Arbeitgeber diesen Workshop im nächsten Jahr erneut anbietet. Ab Dienstag habe ich dann den Rest der Woche im Home Office vebracht und mich vor allem durch die ersten paar Tage ordentlich durchgehustet.

Für meine abendliche Screentime war das natürlich ganz gut und daher kann ich euch heute zwei Serienstaffeln vorstellen, sowie die Fortsetzung einer Filmreihe. Und etwas Musik gab/gibt es auch noch: Zum einen aus einem neuem Album, zum anderen von einem Konzert, für das ich gestern bereits wieder fit genug war.

Heute mit zwei Staffeln von Serien, bei denen ich eine Fortsetzung nicht unbedingt erwartet hatte:

Der Kastanienmann (Staffel 2, 6 Folgen, Dänemark, Netflix) – 6 von 10

Über vier Jahre ist her, dass ich die erste Staffel der Serie gesehen hatte (7/10). Damals schrieb ich „eine weitere, gut gemachte Serie des Genres, der etwas das Neue oder das Besondere fehlt“. Die zweite Staffel ändert an dieser Einschätzung wenig, beziehungsweise ist noch nicht einmal mehr so richtig gut gemacht. Das liegt vor allem an der Story, bei der die Ermittelnden (Danica Curcic und Mikkel Boe Følsgaard) auf die Spur eines Serienkillers geraten, der seine Opfer stalkt und sie dann mittels Abzählreim zu Verunsichern versucht, um sie dann zu schnappen. Die Geschichte braucht dabei einige Verrenkungen, um ein paar (gelungene) Knalleffekte zu erzeugen. Unglaubwürdig und unnötig sind diese trotzdem. Dazu kommt ein wirklich unkonventioneller Twist in der Mitte der Staffel, der fast etwas hilflos und nach Aufmerksamkeit bettelnd wirkt. Atmosphärisch ist alles passend inszeniert und einige Sequenzen kommen in ihrem Überraschungsmoment tatsächlich ziemlich gut. Das war es dann aber auch schon. Und dass man sich beim englischen und deutschen Serientitel auf die erste Staffel bezogen hatte, fliegt ihnen jetzt mit der zweiten Staffel um die Ohren.

Ted (Staffel 2, 8 Folgen, USA, Joyn) – 7 von 10

Die erste Staffel fand ich ganz nett (6/10), aber nun nicht gerade herausragend. Dass es die Prequelserie zu den Ted-Filmen auf eine zweite Staffel bringen würde, hätte ich nicht erwartet. Aber nun ist sie hier! Schrieb ich bei der ersten noch: „Dass die beste Episode der Staffel diejenige ist, in der Ted mit Cousine Blaire (Giorgia Whigham) kombiniert wird, spricht dahingehend Bände“. Nun wurde Blaires Rolle noch einmal ausgebaut und damit ist sie wesentlich interessanter als die von der eigentlichen Hauptfigur John (Maxwell Burkholder). Auch wenn der natürlich weiterhin die meisten Abenteuer mit seinem Teddy Ted erlebt. Die sind abwechslungsreicher und meiner Erinnerungen nach auch lustiger als noch in der ersten Staffel, vor allem in den ersten Folgen. Allerdings kommt auch diese Staffel nicht ohne irgendwelche penetranten Kiffer-Geschichten aus, das muss man wohl oder übel akzeptieren, wenn man sich eine Serie von Seth MacFarlane anschaut. Einen richtigen Aufreger hatte diese Staffel auch noch zu bieten: In einer Folge spielt MacFarlane in einem Gastauftritt selbst den 1990er Bill Clinton. Für die optische Ähnlichkeit war wohl eine KI verantwortlich, was nicht überall gut ankam. Weitere Aufreger werden wohl nicht dazu kommen: Die Serie finder hier ein rundes Ende mit Johns Schulabschluss und weist im Off-Air Kommentar auf den Übergang zu den Kinofilmen hin. Das Prequel ist damit wohl offiziell beendet.

Alien: Convenant (Regie: Ridley Scott, USA, 2017, Sky SciFi) – 6 von 10

Nach dem gelungenen Vorgänger Prometheus (8/10) ging es für mich nun gleich weiter mit der Fortsetzung. Und die wandelt wieder auf altbekannten Pfaden der Alien-Filmreihe. Die Covenant befindet sich auf einer Kolonisations-Mission und trifft auf einen erdähnlichen Planeten auf die Überreste der Promtheus – sowie auf außerirdische, parasitäre Wesen. Trotz einiger schicker Action-Sequenzen will bei diesem Film der Funke nicht überspringen, dafür war mir die Crew einfach zu egal. Katherine Waterston als weiblicher Lead des Casts kann im direkten Vergleich zu Weaver und Rapace aus den Vorgängerfilmen nicht bestehen. Michael Fassbender darf als Androide zwar ein paar philosophische Untertöne einstreuen und wirkt unter allen Figuren noch am interessantesten, das rettet den Film aber auch nicht. Denn der Rest ist nur SF-Action nach Vorschrift.

Temples (UK) – München, Strom

Die Temples sind eine britische Band, deren Debutalbum Sun Structures, mit dessen klassischen Psychedelic Rock Sound, ich damals sehr geschätzt hatte. Das ist mittlerweile aber über 10 Jahre her, seitdem sind sie etwas an mir vorbei gerauscht und so hatte ich wenig davon mitbekommen, dass sie ihren Sound auf dem neusten Album Bliss spürbar modernisiert hatten. Das wäre jedoch kein Grund gewesen, um den Konzertbesuch im Rahmen einer Geburtstagsfeierlichkeit nicht anzutreten.

Im ausverkauften Strom spielten sie etwas mehr als eine Stunde und dabei hauptsächlich Songs ihres neuen Albums. Und das funktionierte live gut. Etwas mehr Synthesizer  und Beats, etwas cleaner, aber immer noch durchsetzt von ihren Gitarren – der moderne Sound stand ihnen gut und kam auch in der Halle gut an. Zu meiner Überraschung passten die alten Songs wie Keep In The Dark und Shelter Song gut in die Setlist und es spricht für die Band und ihren veränderten Stil, dass die Fans sowohl bei den alten, als auch bei den neuen Songs mit an Bord blieben. Der Riff vom neuen Jet Stream Heart wurde minutenlang mitgesungen und die Band damit zur Zugabe wieder zurück auf die Bühne geholt.

Für mich war es insgesamt ein gutes Konzert, welches mir Lust gemacht hat, mich doch mal intensiver mit dem neuen Album zu beschäftigen. Bis dahin gibt es für euch etwas altes: Den Shelter Song.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 7 von 9 Liga-Spielen = 78%. (Saison 2025/26: 85%)

Nach dem Hoffnungsschimmer in der vergangenen Woche gab es dieses Mal richtig auf die Mütze. 1:6 Auswärtsniederlage beim 1. FC Magdeburg. Natürlich, eines der besseren Teams der Liga, trotzdem eine indiskutable Leistung. Dabei wäre man sogar fast früh in Führung gegangen, die Abseitslinie verhinderte das aber knapp. Dass es dann bis zur 70. Minute dauerte, um zur zweiten Torchance zu kommen, ist bedenklich. Denn zu diesem Zeitpunkt lag der KSC bereits mit 0:5 zurück. Der eingewechselte Ofli schaffte zwar noch den Ehrentreffer, aber das war es auch schon. Ein Spiel zum Vergessen, aber diese Spiele häufen sich.

Aufgrund der Erkältung hatte ich meine Aktivitäten in dieser Woche ziemlich runter geschraubt. Und so war ich nur am Samstag für das Konzert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und abgesehen davon, dass ich meinen Anschluß immer knapp verpasst hatte, lief das an dem Abend gut.

  • Schon alleine das Wort: Winterzeit! Na, habe ihr alle schon eure Uhren umgestellt? Auch die kleine am Herd?
  • Eine kleine Geschichte des großen Frusts: Die Qualität der Kolumnenschreibenden beim Musikexpress halte ich ja für stark schwankend – aber zumindest Linus Volkmann hat öfter etwas fundiertes zu sagen. Hier erinnert er daran, dass der Ticketverkauf bei großen Konzerten auch „früher“ schon ein Graus war. Die analogen Warteschlangen waren auch nicht viel besser als die digitalen.

Mit Shy, Low hören wir heute mal wieder in eine amerikanische Post Metall Band hinein. Ihr Album Snake Behind The Sun von 2021 lief hier rauf und runter (#9 in meinem Jahresranking), nun ist mit Purity Spiral endlich ihr Nachfolger erschienen. Zugegeben, ich brauche noch etwas, um mich wieder in die Musik hineinzufinden, aber ich bin guter Dinge, dass das noch klappt. Für euch habe ich den gleichnamigen Titeltrack des Albums heraus gesucht: Purity Spiral.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

2 Kommentare

  • bullion

    Gute Besserung, ich hoffe die kommende Woche wird besser für dich. Was „Alien: Covenant“ angeht, so ging es mir ganz ähnlich. Mich hat es damals sehr geärgert, dass die weibliche Hauptfigur off-screen einfach gestorben ist und die Engineers ausgelöscht wurden, nur um wieder mehr klassisches Alien machen zu können. Da hätte Scott seine Vision stärker bei 20th Century Fox durchdrücken müssen.

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