Mit der AIDAluna durch die Ostsee: (I) Der Start in Rostock

Mitte September Stand ein ganz besonderes Ereignis an: Meine Eltern feierten ihre Goldene Hochzeit! Diesen Tag wollten sie aber nicht einfach zu Hause verbringen, sondern den Alltag hinter sich lassen und in den Urlaub fahren. Und mich wollten sie mit dabei haben. Ihre Wahl fiel darauf, wo sie ihre Auszeiten mttlerweile am liebsten verbringen – auf einem Schiff, auf der AIDA. Mit einem Schiff waren wir bereits zusammen an Weihnachten 2022 in Norwegen unterwegs gewesen (ist das schon wieder so lange her?), nun also erneut. Zu dem fixen Termin passte eine Tour durch die Ostsee, mit dem Start in Rostock-Warnemünde. Also machte ich mich mit dem Zug auf die lange Reise einmal quer durchs Land bis an die Küste.

Wir trafen uns in Rostock bereits am Tag vor dem Start der Kreuzfahrt. Eine Anreise erst am Abfahrtstag wäre aufgrund der Strecke äußerst stressig und unsicher geworden. Denn eines ist klar: Das Schiff sollte man besser nicht verpassen. Am frühen Nachmittag kam ich in Rostock am Bahnhof an, wo mich meine Eltern abholten und wir zunächst ins Hotel fuhren. Nach einer kurzen Verschnausfpause unternahm ich mit meinen Vater einen kurzen Rundgang durch das Stadtzentrum.

Es war mein erster Besuch in Rostock, überhaupt mein erster Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern. Und mit mehr als Hansa Rostock verband ich die Stadt bisher nicht. Zu Unrecht, denn die Altstadt ist wirklich ganz hübsch mit ihren kleinen Straßen und den bunten Häusern. Herausstechen tun die Petrikirche auf dem Weg vom Hafen zur Altstadt und das schöne Steintor. Ein echter Hingucker ist auch der Brunnen der Lebensfreude und der weitläufige Neue Markt. Zu mehr als diesem kurzen Spaziergang mit der oberflächlichen Besichtigung langte es aber nach der langen Anreise bei uns nicht mehr.

Am Abend waren wir im nahe gelegenen Ristorante Colosseo essen. Die Pizza dort war gut, der Service aufgrund der vielen Gäste aber etwas gestresst. Samstagabend und die Kreuzfahrt-Touristen in der Stadt? Vermutlich merkte man es. Auf dem kurzen Rückweg ins ScanHotel Stadthafen erleuchtete die Uferpromenade in der Abenddämmerung recht schön.

Am nächsten Morgen ging es nach einer Stärkung am guten Frühstücksbuffet schon recht zeitig weiter in den Stadtteil Warnemünde. Schnell das Auto abgegeben, Koffer geschnappt und dann ging es in Richtung Kreuzfahrtterminal, wo uns die AIDAluna bereits erwartete. Am Eingang des Terminals gab man die Koffer schon wieder ab – sie sollten später zu den Kabinen gebracht werden – und danach folgte der Check-In Prozess. Dafür, dass bei dieser Reise ca. 2.000 Passagiere mit an Bord waren ging es recht zügig vorwärts und so hatten wir schon wenig später unsere mächtigen Bordkarten in der Hand, die uns ausweisen und bestellen lassen sollten und unsere Kabinentür öffnen würden. Und dann war es soweit, wir betraten das Schiff, der Urlaub konnte beginnen.

Kleiner Disclaimer: Dieses Bild stammt von einem späteren Hafen, in Warnemünde selbst gab nicht so einen fotogenen Blick auf das Schiff. Von blauen Himmel ganz zu schweigen. Beim Auslaufen aus Warnemünde sah es unter der Begleitung von kleinen Hafenbooten dagegen so aus: Grauer Himmel, aber trocken, und die Weite des Meeres war bereits zu erahnen.

Da die Reise mit einem Seetag beginnen sollte, bleiben wir in diesem Bericht zunächst auch einmal weiter auf dem Schiff. Wir hatten eine große Kabine mit zwei Schlafzimmern (bzw. einer großen Schlafcouch im zweiten Zimmer) zusammen, beide mit direktem Zugang zum Bad und zum großen Balkon am Ende des Schiffes. Das Zimmer an sich war groß genug für drei Personen, auch wenn man im Laufe der Woche schon sehr eng aufeinander hockte. Der Balkon dagegen war surreal groß und bot damit eine gute Ausweichmöglichkeit, falls es nicht zu windig und ungemütlich war. Aber zumindest der Seetag war da sehr gnädig mit uns und spendierte uns dafür bestes Wetter.

Auf dem Schiff wird duch verschiedene Aktivitäten dafür gesorgt, dass man sich immer beschäftigen kann. Zentrale Anlaufstelle ist dafür das große Theatrium, das man von drei Decks aus betreten kann. Hier finden am Abends Shows statt, aber hier werden auch die nächsten Ausflugsziele vorgestellt oder – wie hier auf dem Foto – Bilder aus der schiffseigenen Gallerie versteigert. Man kann sich tagsüber auf den Decks beim Sport betätigen (von Volley- und Basketball bis hin zu Shuffle-Board) oder verschiedene Kurse mitmachen und sich dann am Abend in der Disco beschallen lassen. Wer Beschäftigung sucht, dem werden hier Möglichkeiten geboten. Mein Fall war das nicht so, ich habe mich  lieber durch die Vorträge oder die Shows bespaßen lassen.

Hungrig? Das sollte auf dem Schiff eigentlich nicht passieren, immerhin gibt es ständig und genügend zu essen und das auch noch von guter Qualität. Zum Glück gibt es dafür nicht nur die Buffet-Restaurants, sondern auch einige à la carte-Restaurants (wie z.B. das French Kiss, die Almhütte oder die Tapas-Bar), in dem man sich bedienen lassen kann und dadurch das Anstehen vermeidet. Auch diese Restaurants sind im Preis inbegriffen – mit einigen, hochwertigen Ausnahmen, wie z.B. das Buffalo Steakhouse, wo wir am Abend der Goldenen Hochzeit waren und wahrlich großartig gegessen haben. Getränke gibt es auf dem Schiff an jeder Ecke in den unzähligen Bars. Wir hatten das anti-alkoholische Getränkepaket gebucht, was sich vor allem tagsüber bezahlt gemacht hatte. Den Cocktail Ipanema kann ich nachdrücklich empfehlen! Den Aufpreis für das alkoholische Paket muss man sich mal durchrechnen, bei uns hätte es sich nicht gelohnt.

Und so verbrachte man die Zeit auf dem Schiff zwischen Essen, Aktivitätsprogramm und ruhigen Phasen auf dem wahnsinnigen Balkon. Zugegeben, das muss man mögen. Mir fällt es immer etwas schwer, mich dort dauerhaft zu beschäftigen. So sehe ich für mich den Vorteil dieser Art der Reise vor allem in der Verbindung zwischen Hotel und Transportmittel. Es ist einfach entspannt, jeden Tag an einem anderen Ort aufzuwachen, ohne ständig den Koffer umpacken zu müssen und Zeit mit der Fahrt zu verschwenden. Die Landgänge sind deshalb das eigentliche Highlight der Reise. Und auf welchen Stationen wir die ersten Male angelegt haben, das erfahrt ihr im zweiten Teil.

***

(I): Rostock // (II): Stockholm und Visby // (III): Danzig und Kopenhagen

Was sagst du dazu? Aber denke dran, deine Mail- und IP-Adresse wird gespeichert und auch Gravatar liest mit. Ist das ok? Dann kommentiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.