KW 40/2026: Dexter: Original Sin, Saltburn, Duell, Roomer und die Nations League
Happy Sunday!
Es ist Sonntagvormittag und ich habe immer noch kein Konzept für das Intro dieses Beitrags? Da hilft nur eines: Konzentration auf das Wesentliche und ganz bei sich bleiben, wie es der große Fußball-Philosoph Tim Walter immer gepredigt hat. Heute also im medialen Wochenrückblick: Ein weiteres Spin-Off aus einem Serien-Universum, das Frühwerk eines großen Filmemachers, Musik aus Berlin, Fußball in München und ein vor einiger Zeit sehr gehypter Film, der es in das öffentlich-rechtliche Fernsehen geschafft hat. Viel Spaß!

Am Donnerstag war der große Fußball in München zu Gast: In der Nations League traf das deutsche Männerteam auf das Team von Serbien. Wir waren dabei. Es war noch ein schöner und warmer Herbstabend und man kann von dem Stadion halten, was man will, aber in der Dunkelheit macht die Fassade der Allianz Arena wirklich viel hier. An diesem Abend erstrahlte sie in den Farben der deutschen Flagge.
Team Deutschland gewann in einem recht einseitigen Spiel mit 2:0. Je nachdem, was die Zukunft bringt, werde ich später sagen können, dass ich beim ersten Sieg von Jürgen Klopp als Coach der Nationalmannschaft live dabei gewesen bin, mit dem alles begann.


Dexter: Original Sin (Staffel 1, 10 Folgen, USA, Paramount+) – 8 von 10
Wie viel kann man über eine einzelne Serienfigur denn bloß erzählen? Als die Serie Dexter im Jahr 2006 startete, hätte wohl niemand erwartet, dass daraus acht Staffeln und – Stand jetzt – drei Spin-Offs werden sollten. Nach dem ich Dexter: Wiedererwachen im vergangenen Jahr überraschend gut fand (8/10), widmete ich mich nun mit Original Sin einer weiteren Ergänzung. Diese Serie erzählt die Vorgeschichte und setzt an der Stelle ein, als der junge Dexter (Patrick Gibson) Anfang der 1990er als Praktikant im Miami Metro Police Department anfängt und er gleichzeitig lernen muss, wie er mit seinem blutrünstigen Drang umgehen soll. Zusätzlich springt die Serie noch weiter zurück und erzählt, wie sein Ziehvater Harry (Christian Slater) im Rahmen seiner Arbeit auf ihn traf und wie es zu den schicksalsträchtigen Ereignissen im Frachtcontainer kommen konnte. Sowohl was das Casting betrifft, als auch was das Aufgreifen späterer Handlungselemente angeht, trifft Original Sin äußerst treffsicher den richtigen Ton. Die Rezeptur, wie eine Folge Dexter funktioniert, ist dagegen nahezu unverändert zum Original: Dexter stößt auf einen bisher unbekannten Serienmörder und nimmt sich ihm in einem Akt der Selbstjustiz an. Dass er das als unbedarfter Praktikant bereits schafft? Geschenkt. Die richtige Einordnung, was er da tut und was Selbstjustiz eigentlich ist? Kommt vielleicht wieder etwas zu kurz. Aber: Im Vergleich zu den letzten Staffeln der Originalserie funktioniert das hier gut, baut Spannung auf und entwickelt einen ziemlichen Sog. Auch das FSK18 Label verdient sich die Serie immer wieder. Dazu kommt die Freude über einige gelungene Easter Eggs, so dass auch dieses Spin-Off vollkommen in Ordnung geht. Leider wird es keine zweite Staffel mehr geben. Aber das passt soweit, denn die meisten Spuren in Richtung Original wurden hier bereits gelegt. Lediglich der Teaser für eine Fortsetzung läuft nun ins Leere.

Duell (Regie: Steven Spielberg, USA, 1971, Sky Cinema) – 8 von 10
Steven Spielbergs früher für das US-Fernsehen produzierter Film ist ein sehr reduzierter Action-Thriller. Protagonist des Films ist der Durchschnittsamerikaner David Mann (Dennis Weaver), der auf einem einsamen kalifornischen Wüstenhighway ohne ersichtlichen Grund von einem Tanklastzug verfolgt wird. Die eskalierende Auseinandersetzung entwickelt sich zu einem Duell auf Leben und Tod. Auch aus heutiger Sicht sind die vielen Verfolgungsjagden vor der eindrucksvollen Kulisse der Wüste immer noch mitreißend. Der Tanklastzug entwickelt sich immer mehr zu einem Gegner aus einem Alptraum, die sich bei Mann entwickelnde Paranoia ist daher äußerst glaubhaft. Die kurzen Zwischenstopps an Tankstellen oder Cafés dienen zum Luftholen. Von Spielbergs späterem Hang zu familientauglichen Elementen ist hier noch nichts zu spüren, alles sieht roh und wild aus und kommt fast ohne Dialoge aus. Die stellenweise eingesetzte Off-Stimme von Mann zerstört diese Illusion fast schon. Ein schnörkelloser Actionfilm mit viel PS, der auch heute noch gut funktioniert.
Saltburn (Regie: Emerald Fennell, USA, 2023, ZDF) – 7 von 10
Der junge Hochschulstudent Oliver (Barry Keoghan) macht die Bekanntschaft mit Felix (Jacob Elordi), dem Sohn einer reichen Aristokratenfamilie, und wird bei ihnen aufgenommen. Das Drama lebt in erster Linie von seinen tollen Schauspielern, zu denen man neben den bereits genannten Namen vor allem noch Rosamunde Pike zählen sollte, und von seiner stylishen und modernen Inszenierung. Es ist ein Blick auf die Schönen und Reichen, den Oliver hier stellvertretend für uns erhaschen kann. Und ihm gefällt, was er sieht, er möchte dazu gehören. Die Story aus der Freunschaft (oder mehr?) zwischen Oliver und Felix erhält einen Twist nach ca. 2/3, der aber leider mehr kaputt macht als erklärt, da auf einmal einiges nicht mehr stimmig ist, dafür aber plötzlich frappierend an einen anderen, Oscar-pämierten Film erinnert. Dieses Wagnis in der Story geht sich am Ende leider nicht aus.

Wie in dieser Woche nun beschlossen wurde, erhöht sich der Preis für das Deutschland-Ticket von 63,00€ auf 66,80€. Das ist eine Erhöhung um 6% und auf das gesamte Jahr gerechnet von 45,60€. Aktuell nutzen zum alten Preis ca. 14,5 Millionen Menschen dieses Ticket. Sollten alle dabei bleiben, werden von den Bahnfahrenden im nächsten Jahr also ca. 660 Millionen € mehr zur Finanzierung beigetragen.
Gleichzeitig hat die Bundesregierung 2,5 Milliarden € für den sogenannten Tankrabatt bereit gestellt (bzw. verzichtet auf die entsprechenden Mehreinnahmen). Natürlich kommen geringere Verkehrskosten allen zu Gute und nicht nur den Autofahrenden. Aber wäre ein Konzept zur Verringerung des Verkehrsaufkommen langfristig nicht sonnvoller als diese subventionierte weiter-so? Ein Konzept zur Stärkerung von Home Office – bei wem es sich anbietet. Ein Konzept zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs – für wen es sich anbietet – oder von Fahrgemeinschaften. Behördengänge, die man von zu Hause aus erledigen kann. Niemand will den Individualverkehr verbieten, aber eine Senkung um nur 10% würde ja schon viel helfen.
Diese Woche hatte ich die Fahrt ins Büro, zum Fußball-Spiel am Donnerstag, zur Wiesn am letzten Sonntag und nach Rosenheim am Samstag. Ich war also recht viel unterwegs, alles aber ohne besondere Vorkommnisse. Kann man ja auch mal erwähnen.

- Statistik September 2026: Die gute Nachricht ist: Dieser seltsame und unzuordnenbare Traffic aus den USA scheint Geschichte zu sein. Die schlechte Nachricht: Dafür kommt diese Art der Zugriffe nun aus China. Insgesamt war der September der Monat mit den wenigsten Seitenabrufen seit März. Gut genug, um spürbar über dem Vorjahresmonat zu liegen, war es trotzdem. Im September sind insgesamt nur 5 Beiträge online gegangen, so wenige waren es seit November 2024 nicht mehr. Vielleicht kein Wunder, dass es die geringsten Zugriffszahlen aus Deutschland seit Mai gab und die wenigsten Likes und Kommentare seit gut einem Jahr. Der Beitrag über die Musik bei Ina’s Nacht war seit vier Monaten mal wieder der meistgeklickteste Beitrag des Monats. Eine Überraschung gab es auf Platz #2, da landete der Beitrag mit den 30 besten Oasis-Songs aller Zeiten. Unter den Suchmaschinen als Trafficbringer hatte Google dieses Mal einen Marktanteil von „nur“ 71%. Für die Interpretation der Google Search Console Daten übergebe ich erneut an ChatGPT:
- Google: Im September setzte sich der rückläufige Trend bei den Google-Zugriffen fort. Gleichzeitig zeigen einzelne ältere Beiträge, wie stark aktuelle Ereignisse die Sichtbarkeit beeinflussen können: Die Star-Trek-Serien-Rangliste profitierte offenbar vom Jubiläum, die Oasis-Konzertberichte von der angekündigten Tour – ganz ohne Aktualisierung des Artikels. Auch Knockin’ on Heaven’s Door konnte trotz sinkender Einblendungen mehr Klicks erzielen. Crimson and Clover bleibt der meistgeklickte Beitrag, verlor aber etwas an Sichtbarkeit. Bei Inas Nacht ließ das Interesse nach dem Staffelstart erwartungsgemäß nach. Eine kleine Überraschung lieferte die Romanauswahl der 2010er-Jahre mit einer auffällig hohen Klickrate. Insgesamt zeigt sich: Aktuelle Anlässe können auch älteren Artikeln neuen Schwung geben. [Anmerkung von mir: Interessant, dass die GSC ähnliche Themen vorne sieht, die Klickstatistik auf einzelne Beiträge bei WordPress dann aber doch leicht abweicht]
- VG Wort: Die älteren werden sich erinnern, vor einiger Zeit hatte ich mich mit dem Blog bei der VG Wort angemeldet und lasse einige Beiträge dort tracken. Nun war es endlich soweit und meine erste Jahresabrechnung ist da. Im Jahr 2025 haben sich genau zwei Beiträge für die Ausschüttung qualifiziert. Pro Beitrag werden dieses Mal ca. 17€ ausgeschüttet. Damit kann ich zwar nicht mal die laufenden Kosten für die Seite bezahlen, aber nett ist es schon. Für 2026 wird es dagegen wohl schwarz aussehen. Zwar purzelten in diesem Jahr ja bereits die Reichweiten-Rekorde, aber da sich die Klickzahlen nicht auf einzelne Beiträge konzentrieren sonden sich sinnbefreit über das gesamte Archiv erstrecken, wird es in diesem Jahr wohl für keinen Beitrag reichen, die notwendige Anzahl an Abrufen zu erreichen.

Aus Berlin kommt die Band Roomer, die mit Staircase Made Of Rope ihr zweites Album veröffentlicht haben. Kennt ihr nicht? Kannte ich vorher auch nicht, ich bin erst in dieser Woche durch die Besprechung bei Plattentests.de auf die Band aufmerksam geworden. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Dreamrock, der – und das ist nun meine Ergänzung – einige Durchläufe braucht, sich aber dann doch fies ins Ohr setzt. Schrammelig zwischen leise und etwas lauter wabernd erzeugt das seinen ganz eigenen Charme. Zu den flotteren Nummern gehört der Song For Yves den ich hier nun for you eingebettet habe.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!