Mit der AIDAluna durch die Ostsee: (II) Stockholm und Visby

Im vorherigen Teil des Reiseberichts hatte ich euch von der Abfahrt aus Rostock und vom Leben auf der AIDAluna erzählt. So richtig spannend wird es aber jetzt: Die ersten Landgänge der Reise standen auf dem Programm. Und die führten uns nach Schweden.

Das Erlebnis Schweden beginn bereits am frühen Morgen mit der Einfahrt durch den Stockholmer Schärengarten, der riesigen Inselgruppe, die weit vor der Stadt beginnt. Bei ruhiger See und unter der aufgehenden Sonne war das ein ganz besonderes Erlebnis, dass wir völlig entspannt und in Ruhe von unserem Balkon aus genießen konnten. Wäre es auf Dauer nicht etwas frisch geworden, hätte man sich ewig anschauen können, wie Insel um Insel langsam am Schiff vorbei zogen. Die Bilder können die Atmosphäre nur unzureichend wiedergeben.

Und dann war es endlich soweit: Das Schiff legte im Stockholmer Hafen an und bereits kurz darauf hatten wir erstmals seit zwei Tagen wieder festen Boden unter den Füßen. Für mich war es nicht der erste Besuch in der Stadt, im Dezember 2012 war ich schon einmal hier. An besonders viel kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern – nur das Vasa-Museum und die beiden Konzerte von The Soundtrack of our Lives waren mir noch präsent. Die übrigen Erinnerungen sind davon überlagert, dass ich damals dachte, ich hätte mir den Arm gebrochen, als ich eine verschneite Treppe runtergerutscht bin. Am Ende war der Arm nur verstaucht, machte sich dann aber trotzdem noch lange genug bemerkbar.

Aber zurück in die Gegenwart. Für den Vormittag hatten wir eine Tour in einem Amphibienbus, ein Hybrid aus Auto und Boot, gebucht. Eine etwas andere Stadtrundfahrt, mit Einblicken aus anderen Perspektiven. Und so konnte meine Mutter auch gut mitkommen, ohne selbst zu viele Kilometer machen zu müssen (wobei man aber so ehrlich sein muss: Der Einstieg in das hohe Gefährt war nun auch nicht so ohne). Schon bald fanden wir uns auf den Straßen wieder. Der junge, deutsche Guide war gut drauf, und erklärte uns euphorisch „seine“ Stadt. Vorbei am Königspalast und der Oper, an der Prachtstraße Strandvägen entlang, ging es stadtauswärts bis an die Stelle, an der das Gefährt ins Wasser wechseln konnte. Kurz etwas Schwung genommen und mit einem lauten Platsch waren wir auf den Wasserstraßen der Stadt. Von hier aus ging es nun schwimmend weiter, mit bestem Blick auf die Uferpromenaten und Museumsinseln der Stadt.

Auf der Rückfahrt freute ich mich darüber, dass der Guide uns ein paar Sachen über die Verbindung von Roxette und Stockholm erzählte, um nicht immer nur etwas über Abba zu hören. Bis mir dann auffiel, dass Roxette für ihn ähnlich alt sein musste, wie für mich Abba. Meine Eltern haben früher übrigens auch oft Roxette laut gehört. Ob sie gewollt haben oder nicht. Aber ich schweife ab. Jedenfalls war es eine gute Tour mit einem engagierten Guide – leider habe ich sowohl vergessen, wie er hieß, als auch, welchen Namen wir in Reviews verwenden sollten, falls wir ihn nicht gut gefunden hätten.

Nachdem wir wieder am Schiff abgesetzt wurden (und kurz etwas gegessen haben), nahm ich mit meinem Vater einen der von der AIDA bereit gestellten Shuttle-Busse, um uns in der Stockholmer Innenstadt noch einmal einige Sachen zu Fuß anschauen zu können, aber auch, um noch etwas Bewegung zu haben. Herausgelassen wurden wir vor der Königlichen Oper, von dort aus sind wir am Riksdagshuset vorbei in die Altstadt spaziert. Auch die gefiel uns gut. Sie war von vielen schmalen, verkehrsberuhigten Straßen durchzogen, und voller kleiner Läden und Cafés. In einem davon kauften wir uns Kanelbullar, die schwedischen Zimtschnecken. Schön war auch der kopfsteingepflasterte Platz Stortorget, der von vielen bunten, schmalen Häusern umgeben war. Dann standen wir vor dem Königspalast und kurz danach wieder vor Wasser. Das kann einem in der Stadt ja öfter passieren, da Stockholm über eine stattliche Anzahl von Inseln verteilt ist. Daher ja auch unsere Tour am Vormittag.

Über eine der Brücken wechselten wir wieder auf die gegenüberliegende Uferseite, wo die etwas größeren, privaten Prachtbauten standen. Von hier aus hatte man einen schönen Blick über das Wasser und auf den Königspalast.

Von der Oper aus nahmen wir den Shuttle-Bus zurück zum Schiff und damit endete bereits unser erster Landgang. Wir sollten aber auch danach Schweden weiter treu bleiben.

Für den zweiten Landgang führte uns die Route auf die schwedischen Insel Gotland. Dort sollten wir in Visby anlegen, was sich aufgrund des Wetters als recht schwierig erwies. Die Hafencrew brauchte einige Zeit, um das Schiff festmachen zu können. Aber kaum war es geschafft, verließen bereits die ersten Reisenden das Schiff. Mein Vater und ich gehörten wenige Zeit später auch dazu, denn wir hatten für diesen Tag eine geführte Küstenwanderung gebucht, zu dessen Ausgangspunkt wir mit einem Bus gefahren werden sollten.

Allerdings war ich etwas skeptisch. Nicht wegen der Wanderung an sich – vermutlich gehörte ich zur jüngeren und damit mutmaßlich fitteren Hälfte der Passagiere – aber das Wetter war echt nicht gut. Es windete, es gab immer wieder kräftige Regenschauer und ich als platzsparender Reisender hätte für den Fall der Fälle keine Ersatzschuhe mehr dabei gehabt. Aber das Wetter hatte ein Einsehen, kurz bevor wir den Bus für den Start der Wanderung verließen, stellte der Regen seine Arbeit ein. Im Laufe des Weges sollte zwar immer mal wieder ein leichter Nieselregen einsetzen, mehr jedoch nicht.

Auch wenn wir aufgrund der Witterung darauf verzichten mussten, zum Ufer herunter zu gehen, war es trotzdem eine schöne und angenehm unambitionierte Wanderung. Das schwierigste war, den sich bildenden Pfüftzen auszuweichen (meine Schuhe!), aber sonst ging es recht einfach und im gemütlichen Tempo voran. Immer wieder gab es schöne Ausblicke auf das Meer und auf die Küstenlinie. Unser Guide, den ich nicht immer so ganz verstand, gab uns einige Einblick in die Flora und in die Geschichte der Insel. Ganz genau weiß ich nicht mehr, wie lange die Wanderung ging, aber ich schätze, dass wir so nach anderthalb Stunden am Ende der Tour angelangt waren. An einem Parkplatz wartete bereits unser Bus auf uns – gerade als es wieder anfing, etwas stärker zu regnen – und brachte uns von dort nach Visby, der Hauptstadt der Insel.

Die Busfahrt endete kurz vor der alten Stadtmauer, am sogenannten Dalman-Tor aus dem 14. Jahrhundert (oben im Infobild zu Visby zu sehen). Und während wir uns die Kapuzen wieder etwas tiefer ins Gesicht ziehen mussten, erklärte uns der Guide noch ein paar Worte zum historischen Kern der Stadt. Den betraten wir danach und staunten über die schön erhaltenen, alten, steinernen Gässchen und über die kleinen und bunten Häuser, die oftmals mit Pflanzen überwachsen waren. Toll war auch der Blick von einem Hügel herunter auf den Dom St. Maria, sowie ein Stück weiter über die Ruinen der St. Katharinen Kirche und über die rot gedeckten Dächer der Stadt. Es war angenehm ruhig in der Stadt, die Zeit der großen Touristenströme war für dieses Jahr offenbar schon vorbei, und so hatten auch schon einige Restaurants und Cafés geschlossen.

Für den Rückweg zum Hafengelände entschieden wir uns gegen den Transfer mit dem Bus, sondern liefen die Strecke. Das hatte den Vorteil, dass wir an der Eisdiele Glassmagasinet vorbei kamen, die als größte Eisdiele Europas gilt und mehrere hundert Eis- und Sorbetsorten im Angebot hat. Nun, kurz vor dem Ende der Hauptsaison, war das Portfolio zwar schon sichtbar ausgedünnt, aber immer noch reichlich. So war natürlich selbst bei diesem Wetter ein kurzer Zwischenstopp Pflicht. Mit dem Eis in der Hand spazierten wir schließlich den Weg zurück zum Schiff.

Damit war auch der zweite Stopp in Schweden erledigt. Meine Schuhe hatten den Tag gut überstanden. Nicht jedoch meine Socken, weswegen ich einmal auf dem Schiff nachkaufen musste. Das Schiff fuhr davon unbeeindruckt weiter und brachte uns über Nacht zur nächsten Station der Reise: Die Ostseeküste Polens.

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(I): Rostock // (II): Stockholm und Visby // (III): Danzig und Kopenhagen

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