KW 28/2026: The Studio, Murderbot, Alien, Agassi und Jet

Happy Sunday und damit gleich los mit dem medialen Wochenrückblick. Heute im Angebot: Weitere zwei Serien von Apple TV (ich werde einfach nicht fertig mit meinem temporären Abo), ein Konzertbesuch, ein Musiktipp aus Hamburg und der erste Film im Heimkino seit fast einem Monat – mit dem ich gleichzeitig auch endlich eine Wissenslücke schließen konnte. Viel Spaß!

Gesehene Spiele: 31 von 100 WM-Spielen = 31% (WM 2022: 50% / WM 2018: 70%).

  • Achtelfinals: Diese K.O.-Runde hat mich geschafft. So schnell kann man seine gute Position im Tippspiel verlieren. Lediglich das Weiterkommen von Marokko, Frankreich und Argentinien hatte ich richtig, sonst zielsicher auf das falsche Team gesetzt. Ich hatte den Europäern mehr Stolperer in Nordamerika zugetraut, aber sie zeigeten sich erstaunlich trittsicher. Und so war das Teilnehmerfeld des Viertelfinals sehr europalastig – lediglich Argentinien und Marokko konnten erneut in die Runde der letzten 8 einziehen.
  • USA – Belgien: Da machte sich die WM in der öffentlichen Wahrnehmungen eigentlich überraschend gut, als FIFA-Boss Infantino und US-Präsident Trump den Sündenfall begingen. Auch wenn es halbherzig dementiert wurde, aber auf Druck aus der Politik wurde die Sperre gegen einen US-Spieler aufgehoben, so dass er im Achtelfinale gegen Belgien spielen durfte. Und damit waren Spekulationen über Absprachen und Verschwörungen im gesamten Turnier Tür und Tor geöffnet, viele anderen Teams fingen an, gegen Sperren und Verwarnungen zu klagen und selbst ein Oliver Kahn, der nicht im Verdacht steht, Stand-Up Comedian Potential zu haben, machte Witze darüber und wollte eine Überprüfung der WM 2002 haben. Immerhin, das Team von Belgien, was sich wohl selten zuvor über so eine internationale Sympathie freuen durfte, gewann das Spiel völlig humorlos mit 4:1.
  • Argentinien – Ägypten: Für Aufsehen sorgte auch dieses Spiel, in dem der Favorit aus Südamerika bei 0:2 Rückstand schon fast wie der Verlierer aussah. Aber Messi & Co konnten das Spiel in der Nachspielzeit noch auf ein 3:2 drehen. Teile des Internets rasteten aus und gerade auf Social Media wurden die größten Verschwörungstheorien gesponnen. Fakt ist aber: Der französische Schiedsrichter Letexier leitete gut (Kicker-Note: 2,0) und wenn man dem Gegner beim 3:2 so dermaßen viel Platz lässt, verliert man irgendwo auch verdient.
  • Viertelfinals: Wesentlich tippfreundlicher gestalteten sich die vier Viertelfinal-Spiele. Viermal setzte sich der Favorit durch, am dichtesten an der Überraschung war wohl der Ruderverein aus Norwegen dran. An den Emotionen der Spieler nach Schlußpfiff zeigte sich jedes Mal, wie groß dieses Turnier ist.
  • Team Frankreich: In die Rolle des klaren Faovriten hat sich mittlerweile Frankreich gespielt. Offensivfußball mit seinen drei Superstars Mbappé, Olise und Demelé, die sich im Achtelfinale auch vom unfairen Spiel von Paraguay nicht haben provozieren lassen und im Viertelfinale dem Geheimfavoriten aus Marokko letztlich keine Chance gelassen haben. Und wie sich Mbappé gegen die rassistischen Angriffe einer Politikerin aus Paraguay zur Wehr gesetzt hat verdient auch sehr viel Respekt.
  • Ausblick Halbfinale: Nach 100 Spielen sind nur noch vier Teams übrig: Frankreich, Spanien, England und Argentinien. Es sind genau die vier besten Teams der FIFA-Weltrangliste der Männer. Ab jetzt wird die Planung einfacher: Beide Halbfinals und das Finale fangen jeweils um 21 Uhr MEZ statt und sind hierzulande bei ARD und ZDF zu sehen.

Murderbot (Staffel 1, 10 Folgen, USA, Apple TV) – 7 von 10

Eine medienbesessene, private Sicherheitseinheit (Alexander Skarsgård) muss seine neu gewonnene Autonomie verbergen, während er die Sicherheit auf einem fremden Planeten für seine Auftraggeber gewährleisten muss. Die kleine Serie macht viel Spaß und vereint Comedy mit Sci-Fi. Dafür nutzt sie ein klassisches Thema und lässt ein fremdes Wesen bzw. hier ein Roboter von außen auf die Menschheit blicken und deren kleinen und großen Marotten und Fehler offen ansprechen. Das funktioniert auch hier und ähnelt vom Prinzip her Mr. Spock oder Data bei Star Trek oder wie Harry Vanderspeigle bei Resident Alien. Mit letzterem teilt sich dieser humanoide Roboter sogar die deutsche Synchronstimme (in beiden Fällen ist es Sascha Rotermund), womit man schon einen guten Eindruck des Humors in Murderbot hat. Der Look der Serie ist hochwertig und ist alleine dadurch eine der besseren Sciene-Fiction Serien abseits der großen Franchiche. Die Folgen sind knackig kurz und gehen selten länger als 30 Minuten. Bemerkenswert ist noch die Serie „Santury Moon“ innerhalb der Serie, von der der Roboter ein großer Fan ist, und die mit John Cho und Jack McBrayer recht prominent besetzt ist. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich die Serie im Laufe der Staffel dann doch ein wenig verloren hat, ohne dass ich genau sagen könnte, woran es gelegen hat.

The Studio (Staffel 1, 10 Folgen, USA, Apple TV) – 8 von 10

Matt Remick (Seth Rogen) wird der neue Leiter der angeschlagenen Filmproduktionsfirma Continental Studios und muss nun seinen eigenen Ehrgeiz als nerdiger Cineast mit den unternehmerischen Zielen der Firma in Einklang bringen. Die neue Comedyserie wurde bereits vielfach ausgezeichnet, aber ist auch wirklich so gut. Die Folgen der Staffel sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bauen nur lose aufeinander auf. Lediglich im abschließenden Zweiteiler werden sämtliche Filmprojekte, die wir über die Staffel hinweg kennen lernen konnten, bei einer großen Kino Convention wieder zusammen geführt. Bemerkenswert ist, wie sich der Stil jeder Episode der Handlung anpasst. So gibt es zum Beispiel eine fantastische One-Shot Episode, in der die Episode selbst, aber auch der Film, der in dieser Episode gedreht werden soll, in nur einer Einstellung abläuft. Oder es gibt eine Episode, die im Stile einer Crime Noir erzählt wird. Eine weitere, starke Episode spielt während der Golden Globe Verleihung und gibt Co-Star Ike Barinholtz die große Bühne. Man merkt den Köpfen hinter der Kamera die Leidenschaft für die Serie und das Business an. Und obwohl sich die Serie sehr mit dem Filmgeschäft beschäftigt, ist sie auch für den Laien sehr gut anschaubar, denn sie ist auch wunderbar albern und lustig. The Studio kann mit einer imposanten Liste an Gaststars punkten, gönnen wir uns an dieser Stelle einfach etwas Name Dropping: Olivia Wilde (womit das Comedy-Traumpaar aus The Inivite (8/10) wieder vereint ist), Ron Howard, Adam Scott, Anthony Mackie, Zac Efron, Johnny Knoxville, Steve Buscemi, Martin Scorsese, Charlize Theron, Dave Franco und Zoë Kravitz spielen sich jeweils selbst – oder Versionen davon. Zur Wahrheit gehört aber auch: Das ganz große Drama-Element, mit dem andere Comedies mit großem Namen punkten, fehlt hier. Und Seth Rogen bekommt man weiterhin nicht ohne die Thematisierung von Kiffer- und Drogeneskapaden, das ist mittlerweile so vorhersehbar wie ausgelutscht.

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Regie: Ridley Scott, USA, 1979, Sky Sci-Fi) – 8 von 10

Ein Raumfrachter wird von einem Notsignal auf einen fremden Planeten gelockt, wo eine feindliche, fremde Lebensform auf ihr Schiff gelangt. Der Klassiker des Science-Fiction Kinos funktioniert auch heute noch gut und nimmt gekonnt Anleihen von Horrorfilmen in das Genre mit auf. Die Aliens werden in ihrer Motivationen und ihrem Vorgehen nicht erklärt, sondern sind schlicht die böse Bedrohung, was für diesen Film auch voll und ganz ausreicht. Der marode Frachter macht als Location einiges her. Allerdings haben nicht alle Spezialeffekte die Zeit gut überdauert. Ganz im Gegensatz zur Figur der Ellen Ripley (Sigourney Weaver), welche sich erst im Laufe der Spielzeit als eigentliche Heldin der Geschichte entpuppt, die aber als eine der ersten weiblichen Actionhelden legendär geworden ist.

Jet (Australien) – München, Backstage Werk

Die Nostalgie-Wochen gehen weiter. Nach dem Pulp-Konzert neulich und dem Ausflug in die 1990er, waren nun Jet auf Tour, die große Indierockband, die in den 2000ern ihre Hochphase hatte. Nach einer längeren Auszeit meldeten sie sich nun zunächst einmal wieder live zurück.

Und wie! Die Stimme von Nic Cester ist immer noch da und erinnert zusammen mit der Musik an die große, alte Zeit der Rockmusik. Das wurde schon beim ersten Stück – Last Chance – deutlich, dass das sehr gut gefüllte Backstage begeisterte. Es war der erste von 18 Songs, die an diesem Abend gespielt wurden, die Hälfte davon vom Debutalbum Get Born. Das ruhige Move On kam ungefähr in der Mitte des Sets und war der Song, mit dem sie mich an diesem Abend haben sollten. Dementsprechend gefiel mir die zweite Hälfte etwas besser, in der dann auch noch ein Cover von AC/DC auftauchte. Das Publikum zeigte sich insgesamt sehr textsicher und war nicht nur wegen DEM Hit hier. Are You Gonna Be My Girl kam aber natürlich trotzdem und läutete den Viererpack vom Debut ein, der auch noch aus Rollover D.J., Get Me Outta Here und Cold Hard Bitch bestand, insgesamt sicherlich der Höhepunkt des Abends. Party like it’s 2006 und wir alle noch zwanig Jahre jünger. Es folgten noch drei Songs in der Zugabe, die mit Rip It Up das gesamte Konzerte beschloß und das Publikum in die schwitzige Nacht entließ (komplette Setlist).

Ich hatte einige Fahrten innerhalb Münchens in dieser Woche, aber es gab keine besonderen Vorkommnisse.

  • Mehr Schnitzel für mehr Geld: Seit Jahren versuchen wir uns zumindest einmal pro Jahr zum großen Schnitzelessen in Andys Krablergarten in München zu treffen. In dieser Woche war es wieder soweit. Was dabei auffällt: Die Preise steigen immer weiter. Mittlerweile liegt der Preis für ein Riesenschnitzel plus Beilage bei 20€. Und: Entweder werden die Schnitzel immer größer oder die Mägen immer kleiner. Während ich die Portion früher immer noch gerade so geschafft habe, war da dieses Jahr nichts zu machen. Immerhin: Die Reste habe ich mitgenommen und so hatte ich nun gleich zwei gute Mahlzeiten zum Preis von einer.
  • Alexander Zverev: Wenn es mal läuft… nur einen Monat nach seinem ersten Titel bei einem Tennis Grand Slam Turnier steht Zverev erneut in einem Finale, dieses Mal in dem von Wimbledon. Das Finale wird am späten Nachmittag auf Prime Video frei zugänglich zu sehen sein.
  • Ich habe die Hose neu erfunden: Nicht ich, aber der Wortvogel mit einer kleinen, aber durchaus pfiffigen Idee für die Beinkleider.
  • Die Vorlesepatin ist da: Nicht von Hosen, aber von Socken hat es maipenquynh, wenn sie von ihrem Ehrenamt erzählt.

Zum musikalischen Abschluß bleiben wir in Deutschland und gehen in den Norden nach Hamburg. Dort hat sich die Band mit dem Namen Agassi gefunden. Sie machen – laut Eigenaussage – Neue Deutsche Welle auf Englisch, was erstaunlich nah an der Post-Punk Bewegung aus UK ist. Hört hier ihren Song Coin Pusher.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

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