Der richtige Ton,  Was mit Medien

KW 39/2023: Der Schatten, Veep, Blush Always, Ein Leben mehr und 2/3 der Baztan-Triologie

Kennst du Manolo Solo?

Manolo Solo ist ein spanischer Schauspieler, der mich seit einigen Wochen verfolgt. Oft treffe ich ihn dabei nicht einmal in großen Rollen wieder. Da war zunächst der Film Girl Unknown auf dem Fantasy Filmfest, wo er immerhin eine eindrucksvolle Hauptrolle spielte. Dann tauchte er plötzlich in der vergangenen Woche in Der beste Film aller Zeiten auf, in einer recht kleinen Nebenrolle. Und jetzt diese Woche wieder? In einer noch kleineren Nebenrolle im Film Das Tal der toten Mädchen. Mehr als eine Szene hatte er nicht, aber da war er einfach schon wieder. Und in der Fortsetzung Das Tal der vergessenen Kinder gleich noch einmal, auch wieder nicht mehr als eine Szene! Sein Name ist bei mir einfach hängen geblieben, wahrscheinlich durch die Nähe zu Han Solo, dem Weltraum-Rabauken, und Hope Solo, der früheren amerikanischen Torhüterin. IMDb weist mehr als 130 Rollen für ihn aus, unter anderem auch Mörderland. Diesen Film habe ich zwar nicht gesehen, aber sein deutsches Remake Freies Land im Februar dagegen schon! Ich fühle mich verfolgt. Oder sollte besser er sich verfolgt vorkommen?

Mal schauen, wann mir Manolo Solo das nächste Mal begegnen wird.

Und nach vorletzter Woche gleich noch einmal ein Foto vom Oktoberfest. Am Montag war ich ein zweites Mal in diesem Jahr auf der Wiesn, relativ entspannt bei angenhmen Temperaturen im Biergarten. Danach noch eine Runde im Riesenrad und dann von der Bavaria aus den Blick über das Gelände genossen.

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr (Kanada, 2011) – 7 von 10

Klappentext: Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

Review: Ist Ein Leben mehr das Big Bang Theory der alten Männer? In der Sitcom bringt der Einzug der attraktiven Nachbarin das Leben der Nerds durcheinander. Hier ist es zunächst eine Fotografin und dann eine ältere Dame, die das Leben der Männer in ihrer selbst gewählten Einsamkeit auf den Kopf stellen. Natürlich nicht so plakativ wie in der Sitcom, aber es führt schon zu gewissen Veränderungen. Autorin Saucier beschreibt die älteren Einsiedler mit einer gehörigen Portion Respekt vor deren Lebenswerk und deren Entscheidung, sich für die gesellschaftliche Freiheit in der kanadischen Wildnis entschieden zu haben.

Die Geschichte ist relativ ruhig und unspektakulär erzählt und stellt oft die Fotografin mit ihren Recherchen zu den großen Bränden 1916 in den Fokus. Die einschneidende Bedeutung dieses Ereignisses und wie sie die Menschen, welche die Brände erlebten, in ihrem Leben geprägt haben, werden in einigen Passagen sehr deutlich. Das Leben der Alten ist dagegen nicht ganz so spektakulär, kann aber trotzdem faszinieren, auch wenn es nicht ganz so eindrücklich ist wie in Haushofers Die Wand.

Dafür ist das Buch vielleicht auch etwas zu kurz. Ich hatte eine wirklich schöne Ausgabe von Suhrkamp Pocket gelesen. Hardcover, aber nur in der Größe eines halben Taschenbuches. Es wirkte in der Hand wie ein Gesangsbuch aus der Kirche. Aber selbst in dieser Form umfasste die Geschichte nur ca. 230 Seiten. Und kaum war man richtig drin in der Wildnis, war das Buch auch schon wieder vorbei.

Fazit: Interessante und ungewöhnliche Geschichte, die mich aber nicht in allen Aspekten begeistern konnte.

Der Schatten (Staffel 1, 6 Folgen, Deutschland, ZDFneo) – 8 von 10

Der Schatten ist eine spannende Thrilleserie mit Mystery-Aspekten aus Deutschland, die im sommerlichen Wien spielt. Als Jornalistin Norah Richter (Deleila Piasko) dort einen neuen Job antreten möchte, gibt ihr eine Bettlerin eine düstere Prognose: Sie würde demnächst einen ihr bisher unbekannten Mann töten. Kann sie diesem Schicksal entkommen? Diese spannende Haupthandlung wirkt sich immer mehr auf ihren sowieso schon anspruchsvollen Start im neuen Job aus – welcher mich ebenfalls gut unterhalten konnte. Mit nur sechs Folgen hat diese Miniserie genau die richtige Länge gefunden, um die Geschichte knackig und kurzweilig zu erzählen und einige Twists am Ende der Episoden einzubauen. Die Serie lebt von der Darbietung ihrer Hauptdarstellerin Piasko, der man gerne dabei folgt, wie sie immer tiefer in den Strudel rund um die Prophezeihung und um die Schatten ihrer Vergangenheit gerät. Leichte Abzüge gibt es für die Auflösung der Story, die zwar insgesamt schon passt, aber trotzdem vielleicht ein oder zwei Pirouetten zu viel dreht und dabei zu viele Erklärungen benötigt. Die Serie war in diesem Jahr für drei deutsche Fernsehpreise nominiert und gewann letztlich den für die beste Regie (durch Nina Vukovic).

Veep – Die Vizepräsidentin (Staffel 7, 7 Folgen, USA, Sky on Demand) – 7 von 10

In der finalen Staffel befindet sich Selina Meyer (Julia Louis-Dreyfus) erneut im Wahlkampf, sie nimmt einen weiteren Anlauf in Richtung Präsidentenamt. Dabei bekommt sie unerwartete Konkurrenz durch Jonah Ryan (Timothy Simons), während Richard Splett (Sam Richardson) überraschend Karriere macht. Und auch für Mike McLintock (Matt Walsh) ergeben sich neue berufliche Möglichkeiten. Das Problem der Staffel: Diese Storybögen kommen einem entweder bekannt vor oder wirken dieses Mal arg übertrieben (auch wenn die Kampagne von Ryan natürlich starke Erinnerungen an Donald Trump) weckt. Dazu wird alles in nur sieben Folgen gepackt, wodurch vieles überhastet wirkt. Nein, Staffel sieben zählt nun wirklich nicht zu den Besten der Serie, aber schlecht ist sie deshalb auch nicht. Es gibt die bekannte Mischung aus bissigen und derben Sprüchen, politischen Mauscheleien und privaten Verstrickungen. Im Vergleich zu den ersten Staffeln tritt Meyer dabei mittlerweile sehr viel deutlicher als rücksichtslose Machtperson auf. Viele Gesichter aus der Vergangenheit lassen sich noch einmal blicken und das Ende macht die Serie dann doch noch recht rund. Veep tritt daher zwar nicht auf dem Höhepunkt, aber immerhin noch würdig ab.

Das Tal der toten Mädchen (Spanien, 2017, 3Sat) – 7 von 10

Der erste Teil der sogenannten Baztan-Triologie (benannte nach einer Gemeinde in Nordspanien) fühlt sich wie ein Nordic Noir Thriller in der verregneten spanischen Provinz an. Hier muss Kommissarin Amaia Salazar (Marta Etura) den Mörder der Mädchen finden, bevor er erneut zuschlägt. Das ist spannend und atmosphärische gut umgesetzt, folgt aber doch etwas zu oft den klassischen Bestandteilen solcher Stories. Eine Kommissarin mit privaten Schicksalen, die zu ihren Wurzeln zurückkehrt? Dazu der düstere Serienkiller in einer entlegenen Gegend. Das ist zwar alles gut gemacht, aber nicht wirklich neu. Solide Thrillerkost auf Fernsehfilm-Niveau ist es aber auf jeden Fall.

Das Tal der vergessenen Kinder (Spanien, 2019, 3Sat) – 8 von 10

Auch der zweite Teil führt Kommissarin Salazar (Marta Etura), jetzt als ganz frische Mutter, wieder zurück in ihre Heimat, wo der Regen mittlerweile biblische Ausmaße angenommen hat. Sie untersucht verschiedene Suizide von Häftlingen, die ihr eine mysteriöse Botschaft hinterlassen haben. Der zweite Film der Reihe ist düsterer und mythischer und spannt den Bogen von der Gegenwart bis zu den mittelalterlichen Hexenverfolgungen. Er plätschert erst ein wenig dahin, bis sich über Salazar wörtlich und sprichwörtliche alle Schleusen öffnen und ihre Welt ins Wanken gerät. Für den normalen Krimifan könnte der Film zu dunkel und realitätsfern sein, mich zog der okkulte Faktor spätestens in der zweiten Hälfte in seinen Bann.

Mit Das Tal der geheimen Gräber wird der dritte Teil erst Mitte Oktober auf ZDFneo zu sehen sein – aber laut IMDb wohl offenbar ohne Manolo Solo. Aber dafür sollten dann auch die ersten beiden Teile wieder in der Mediathek verfügbar sein. Ich hatte sie mir vor einigen Wochen aus dem linearen Programm von 3Sat aufgezeichnet. Hier ist die dazugehörige Übersichtsseite des ZDF.

Das erste Mal konnte ich die Wahl-Leipzigerin Katja Seiffert aka Blush Always im vergangenen Jahr als Support von Just Mustard live sehen. Seit damals warte ich auf die Veröffentlichung ihres ersten Albums. Und nun war es am Freitag soweit: You Deserve Romance erblickte das Licht der Welt. Und damit nicht genug: Am Samstag sah ich sie erneut live, da war sie als Support für My Ugly Clementine in der Stadt. Aber bevor ich darüber etwas schreibe, erst einmal noch die Single Coming of Age für euch.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 7 von 8 Liga-Spielen = 88%.

Die Defensive bleibt weiterhin das Problem des KSC. Nach den vier Gegentoren in der letzten Woche gab es in dieser Woche gleich wieder zwei. Und hätte Torhüter Drewes nicht noch einen Elfmeter gehalten, wären das noch mehr gewesen. Und da es der KSC in diesem Spiel verpasst hat, selbst ein Tor zu erzielen, setzte es eine 0:2 Niederlage gegen Holstein Kiel. Es war die erste Heimniederlage seit Januar. Nach gutem KSC-Beginn ging Kiel durch einen Doppelpack in Führung und verdiente diese sich im Nachgang immer mehr, so dass es am Ende ein verdienter Auswärtssieg war. Der KSC dagegen beendet den September sieglos.

  • Planung ist alles: Zwei Filme, zwei Serien, ein Buch und ein Wiesnbesuch in nur einer Woche? Planung ist alles. Die Serien und das Buch musste ich nur noch mit den letzten Folgen bzw. den letzten Seiten finalisieren. So konnte ich das alles in dieser Vor-Urlaubswoche noch beenden. Der Leidtragende war dagegen die Rugby-WM, von der ich in dieser Woche kein einziges Spiel gesehen habe.
  • Schon so lang: Vor zehn Jahren kam es zum damals unwahrscheinlichen Fall, dass John Allen als Support für Frank Turner auftrat. Hier schreibt Allen rückblickend darüber, was das für ihn bedeutet hat und wie sich sein Leben dadurch verändert hat. (Und hier, wie ich die Auftritte damals erlebt hatte.)
  • Veep – Die komplette Serie: Nicht nur ich habe mich in den letzten Monaten mit der amerikanischen Serie beschäftigt, auch Bullion hat sich die Serie (teilweise erneut) angesehen. Hier findet ihr seine gesammelte Einschätzung.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

7 Kommentare

  • bullion

    Schön nun auch deine anschließenden Worte zu „Veep“ zu lesen. Kann da, wie wir schon festgestellt haben, mitgehen. Danke auch für die Verlinkung! 😊

    Welches Seriengroßprojekt steht bei dir als nächstes an?

    • Nummer Neun

      Die Verlinkungen hatte in dieser Woche natürlich auch sehr gut gepasst 😀

      Richtige Großprojekte gibt es für dieses Jahr nicht mehr. Aber die Liste ist auch so noch lange genug. Und wenn wir über Comedies reden: Bei Sky sind endlich „Die Conners“ gelandet. Kenne bereits die ersten beiden Staffeln und würde daran anschließen. Dann gibt es noch die vierte Staffel von „Lower Decks“ zu sehen und ich versuche mich im Moment an „Warten auf’n Bus“. Ein Comedy-Großprojekt steht dann erst wieder für nächstes Jahr an, da bin noch am Überlegen, was es sein könnte. Eventuell wird es sogar „Parks and Recreation“ oder ich setze endlich „The Goldbergs“ fort, mal sehen.

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