Der Monatsrückblick November 2017

Der November ist so gut wie rum und ich habe noch mal ein paar freie Tage, die ich zur Abwechslung ganz entspannt in München verbringe. Muss ja auch mal sein. Noch mal etwas Ruhe, bevor der Weihnachtswahnsinn los geht.

*** Kino ***

Unglaubliches ist passiert. Der erste Film mit Ryan Gosling, der mir auch wirklich gefallen hat! Auch sonst hatte ich diesen Monat einen guten Schnitt.

Aus dem Nichts 7 von 10

Katja (Diane Kruger) verliert plötzlich ihren kurdischen Mann und den gemeinsamen Sohn bei einem Terroranschlag. Vor dem Geschäft ihres Mannes ist eine Nagelbombe explodiert und hat die beiden getötet. Die Polizei ermittelt zunächst in der Drogen-Vergangenheit ihres Mannes – bis sie schließlich zwei Verdächtige in der Neo-Nazi-Szene finden. Fatih Akin hat für seinen neuen Film ein sehr aktuelles Thema gewählt, immerhin beschäftigen die NSU-Prozesse seit Jahren die Gerichte. Diane Kruger trägt den Film und lässt uns an ihren Emotionen teilhaben. Leider kann die Story nicht ganz mithalten. Der Gerichtsprozess im Mittelteil ist etwas arg platt abgehandelt worden – was schade ist, weil die Anwälte auf beiden Seiten, Denis Moschitto und Johannes Krisch ihre Sache wirklich gut machen – und das letzte Drittel mutiert dann zu einem uninspirierten Rachethriller. Da wäre mehr drin gewesen!

Blade Runner 2049 8 von 10

Officer K (Ryan Gosling) ist ein Blade Runner des L.A.P.D., d.h er spürt Replikanten auf und versetzt sie in den Ruhestand. Er ist selbst ein Replikant, der in einer kleinen Wohnung mit dem Hologramm Joi (Ana de Armas) zusammen wohnt. Bei einem seiner Einsätze stößt er auf die 30 Jahre alten Knochen einer Frau, die sowohl eine Seriennummer, als auch Spuren einer Geburt aufweisen. Ist hier eine weitere Grenze zwischen Menschen und Replikanten aufgelöst werden? K bekommt den Auftrag, das Kind zu finden – um bei seinen Recherchen letztlich bei Deckard (Harrison Ford) zu landen, der seinen Job früher gemacht hatte. Denis Villeneuve‘s (bekannt von Prisoners und Arrival) Fortsetzung des Klassikers von 1982 überzeugt vor allem technisch. Die Bilder auf der großen Leinwand sind grandios, die Städte und die Wüsten sind atemberaubend. Gleichzeitg passt der Look auch 100% zum alten Film. Hans Zimmer hat nach Dunkirk schon das zweite Mal in diesem Jahr einen fantastischen Soundtrack abgeliefert. Die Erzählweise ist, wie beim Original, sehr ruhig und bedächtig, da darf auch Ryan Gosling wieder anteilslos in die Kamera schauen. Nur Jared Leto nervte ein wenig in seiner Rolle. Und die Distanz zu den FIguren blieb bis zum Ende recht hoch, was dann eine noch bessere Wertung knapp verhindert hat.

Mord im Orient-Express 8 von 10

Hercule Poirot (Kenneth Branagh, der auch Regie führte) nimmt auf der Rückreise von einem seiner Fälle den fast ausgebuchten Orient-Express. Während eines Unwetters in den Bergen entgleist der Zug auf einem Viadukt und muss auf Hilfe warten. In der Nacht wird der schmierige Kunsthändler Ratchett (Johnny Depp in einer seiner besseren Rollen) in seiner Kabine ermoret. Eine der übrigen Passagiere (u.a. Judi Dench, Willem Dafoe, Penelope Cruz, Michelle Pfeiffer, Olivia Colman, Leslie Odom Jr. und Daisy Ridley) muss der Mörder sein! Poirot beginnt mit Hilfe seines Bekannten Bouc (Tom Bateman), dem Direktor der Eisenbahngesellschaft, zu ermitteln. Der mit großen Namen gespickte Film erfüllt die Erwartungen, die man in ihn steckt. Es ist ein klassischer Wer-war-es-Plot, wie man ihn im Kino mittlerweile viel zu selten sieht. Dass das ganze am Ende etwas all zu konstruiert wirkt und die Figuren vielleicht etwas überzeichnet sind – geschenkt. Man kann schön miträtseln, Hinweise werden genug gestreut, und kann immer wieder schmunzeln. So altmodisch, wie der Film erzählt ist, so modern ist dagegen die Inszenierung, was leider nicht immer passt. Wilde Kamerafahrten um einen offensichtlich digital zum Leben erweckten Zug – musste das denn sein? Das fand ich persönlich noch irritierender als der Schnauzer von Poirot.

The Square 5 von 10

Christian (Cleas Bang) ist Kurator eines Museums für zeitgenössische Kunst in Stockholm. Kurz vor der Eröffnung des neuen Kunstwerks The Square wird ihm sein Smartphone und seine Brieftasche geklaut. Dank Ortung weiß er allerdings, wo sich sein Smartphone befindet. Einer seiner Assistenten ermuntert ihn dazu, selbst aktiv zu werden und so verteilen sie Drohbriefe in dem Wohnhaus, in dem sich sein Telefon befinden sollte. Und treten damit eine Reihe verschiedenster Ereignisse los. Die europäische Produktion ist eine Satire auf die Kunstwelt und wenn man da nicht so drin ist, hat man bei diesem Film Probleme, die 142 Minuten durch zu stehen. Besonders am Anfang gestaltet sich der Cannes-Gewinner zäh. Erst im Laufe der Spielzeit konnte mich Ruben Östlunds Film einfangen und präsentierte tatsächlich einige äußerst lustige Szene – das Tourette Syndrom funktioniert halt immer oder man denke an das Gala-Dinner, in dem ein Künstler mit einer Affen-Performance auf die Gäste losgelassen wird (gespielt von Terry Notary – der bereits in den neuen Planet der Affen-Filmen einen Affen spielte). So bleibt das Fazit, dass der Film durchaus seine Moment hatte, aber sonst eher etwas für ein Festival-Publikum ist.

Nächsten Monat steht dann natürlich Star Wars: Die letzten Jedi auf dem Programm – und The Big Sick werde ich mir am Wochenende anschauen.

*** Serien ***

Star Trek: Discovery ist auf einem hohen Niveau in der Winterpause geflogen. Hier geht es erst Mitte Januar weiter. Aber die Serienlandschaft bietet im Moment ja auch genug Alternativen. Manche meiner Lieblingsserien waren mit neuen Staffeln zurück, von denen allerdings nicht alle überzeugen konnten.

The Big Bang Theory (Staffel 9 / 24 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Damit hätte ich nun nicht mehr gerechnet. Aber in der 9. Staffel ging es tatsächlich wieder etwas aufwärts! Auch wenn sich vieles um die Beziehung von Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik) dreht, gab es dieses Mal so einige lustige Episoden. Der geplatzte Junggesellenabschied von Leonard (Johnny Galecki) mit dem platten Reifen, die Spockumentation (mit Adam Nimoy als Gaststar), Sheldons Suche nach einer neuen Freundin, die Premiere des Star Wars-Films oder Raj’s (Kunal Nayyar) Probleme mit zwei Frauen – es war so einiges gut in dieser Staffel.

Broadchurch (Staffel 3 / 8 Folgen – 13th Street) – 8 von 10

Die beiden Ermittler Hardy (David Tennant) und Miller (Olivia Colmann) bearbeiten einen neuen Fall im kleinen Städtchen Broadchurch: Nach einer großen Geburtstagsfeier wird die alleinerziehende Mutter Trish (Julie Hesmondhalgh) vergewaltigt. Je mehr Hardy und Miller ermitteln, um so mehr Männer des Ortes machen sich verdächtig. Damit bewegt sich die abschließende Staffel wieder auf den Spuren der grandiosen ersten Staffel. Erzählt wird einerseits eine klassische wer-war-es Geschichte, auf der anderen Seite wird aber auch wieder gezeigt, wie ein Verbrechen eine kleine Ortsgemeinschaft aus dem Tritt bringen kann, wenn das Misstrauen auf allen Seiten wächst. Die ersten beiden Staffeln muss man nichts zwingend kennen, auch wenn in einem Nebenstrang Beth (Jodie Whittaker) und Mark (Andrew Buchan) immer noch mit den Folgen des Mordes an ihrem Sohn kämpfen. Insgesamt ein würdiges Ende dieser starken Serie.

Designated Survivor (Staffel 1 / 21 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Nach einem verheerenden Anschlag auf das voll besetzte Kapitol, wird Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) als letztes noch lebendes Kabinettsmitglied zum neuen Präsidenten der USA ernannt. Völlig unerfahren muss er mit Hilfe seines Teams (Adan Canto, Kal Penn und Italia Ricci) die Ordnung in seinem Land wieder herstellen und die Fahne der Demokratie aufrecht halten. Derweil versucht die FBI Agentin Wells (Maggie Q) den Drahtziehern des Anschlags auf die Spur zu kommen und stößt dabei auf eine große Verschwörung. Der Serie kann man einiges vorwerfen: Ein viel zu makelloser Präsident, eine viel zu unglaubwürdige Verschwörung, eine ungeheuerliche Vereinfachung der (Welt-)Politik oder die erfrischend platte und geradlinige Erzählung – aber sie ist halt einfach spannend. Besonders in der Mitte der Staffel sind die Cliffhanger der Folgen fast nicht zum aushalten. Leider kann die Staffel das Niveau nicht ganz bis zum Ende durchhalten.

Godless (Staffel 1 / 7 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Der Bandit Goode (Jack O’Connell) steigt bei der Bande um Anführer Griffin (Jeff Daniels) aus, allerdings nicht im Guten. Beide fangen sich bei Streitereien eine Kugel ein, weswegen Griffin einen Arm verliert und Goode schwer verletzt auf dem Hof der jungen Fletcher (Michelle Dockery) zusammen bricht. Ihr Hof liegt in der Nähe des Städtchens La Belle, welches bei einem Minenunglück fast die gesamte männliche Bevölkerung verloren hat. Wie für einen Western typisch, überzeugt die Serie mit einem monumentalen Panorama. Die Naturkulisse ist fantastisch und wird auch dementsprechend eingefangen. Die Story kann da nicht ganz mithalten, bietet sie doch nicht viel neues – im Gegenteil, grade die maue Pilotfolge ergötzt sich an Western-Klischees – und bereitet sich von Anfang an auf den großen, erwartbaren Showdown in der letzten Folge vor. Das dieser dann zwar optisch äußerst eindrucksvoll ist, aber den Zuschauer doch emotional eher kalt lässt, spricht nicht für das Buch. Besonders das große Finale auf der Blümchenwiese fand ich enttäuschend.

Killjoys (Staffel 3 / 10 Folgen – Syfy) – 5 von 10

Unsere galaktischen Lieblingskopfgeldjäger sind wieder zurück, wollen aber nun lieber das große, epische Ding drehen. Mir gefiel die Serie am Anfang etwas besser, als Dutch (Hannah John-Kamen) und ihre Jungs noch den Auftrag der Woche annahmen. Da war es eine Buddy-Serie, wir gegen die Galaxis. Und nach den Auftrag ging es in eine Weltraum-Bar. Nun sind sie erst einmal getrennt. John (Aaron Ashmore) hat die Gruppe verlassen und kocht sein eigenes Süppchen, wenn er einer Frau hinterher reist und wegen ihr blöde Sachen machen. Dutch und D’avin (Luke Macfarlane) versuchen, Ersatz für ihn zu finden und hinter das Geheimnis der grünen Flüssigkeit zu kommen und stoßen dabei auf eine Doppelgängerin von Dutch. Leider reicht die Story nicht für eine komplette Staffel, was einzelne Folgen manchmal verdammt dünn machen lässt und mit hirnlosen Kampf- und Folterszenen aufgepeppt werden muss. Dabei geht es doch eigentlich auch besser.

Auch kurz vor Ende des Jahres werden in Deutschland noch einmal einige vielversprechende Serien veröffentlicht. Netflix gibt gleich am 1. die Mysteryserie Dark frei, seine erste, deutsche Eigenprodution. Nach einer mehrjährigen Pause geht es am 7. mit der zweiten Staffel der australischen Krimiserie Top of the Lake bei arte weiter. Einen Tag später startet die dritte Staffel von NCIS: New Orleans – dieses Mal allerdings auf kabel eins, bevor am 11. die Mutterserie NCIS mit der 15. Staffel auf Sat1 fortgesetzt wird. Und nach Weihnachten werden auf TNT Serie The Frankenstein Chronicles ebenfalls mit der zweiten Staffel fortgesetzt.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 3 Spiele, 9 Punkte, 6:0 Tore, Platz 7.

Wenn’s mal läuft, dann läuft’s. Trainer Schwarz hat die Defensive nun endgültig dicht gemacht und vorne macht immer mal einer einen rein, im Moment meist die Freiburger Leihgabe Schleusener. Langsam kommen sogar wieder die Aufstiegsränge in Sicht.

*** Und was macht die Karriere beim FM 2018? ***

Nach der Pleite im letzten Spiel stellte Coach Neuner die Taktik etwas um und zog die beiden Flügelstürmer etwas weiter nach hinten. Außerdem ersetzten Schleusner und Wanitzek die beiden Außen Lorenz und Aydogan. Einen großen Eindruck hinterließen die beiden Neuen nicht, für ein 2:0 Erfolg gegen den Abstiegskandidaten aus Erfurt langte es trotzdem – Pisot war früh nach einer Ecke zur Stelle und Stroh-Engel erzielte in der Nachspielzeit den zweiten Treffer. Mit ordentlich Rückenwind ging es damit in das Auswärtsspiel nach Wehen-Wiesbaden. Siebeck spielte für den gelb-gesperrten Bülow. Es setzte allerdings eine 0:2 Niederlage. In der Offensive gab es zwar einige Chancen, genutzt wurden sie aber nicht. Und hinten fing man sich schon in der ersten halben Stunde zwei Gegentore nach Ecken ein, das war’s. Trotz eines enttäuschenden 13. Platzes, hält der Vorstand noch zum Trainer, während allerdings sich das verwöhnte Publikum immer öfter über die wenig attraktive Spielweise beschwert. Unterdessen hat übrigens Bundestrainer Löw seinen Abschied nach der nächsten Weltmeisterschaft angekündigt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 3 (Das zweite Mal Kasabian auf dieser Tour, sowie der Black Rebel Motorcycle Club und Solstafir – Bericht zu beiden folgt). Gekaufte Konzerttickets: 0.

Nachdem Brüderchen Liam Gallagher vor kurzem sein erstes Soloalbulm veröffentlicht hat, hat nun Noel Gallagher nachgezogen und mit den High Flying Birds bereits das dritte Album heraus gebracht. Und das ist deutlich poppiger und beschwingter geraten und erkundet so ein wenig neue Sphären im Gallagher-Kosmos. Mit Holy Mountain klappt das besonders gut. Nach einem Let’s Stick Together Intro kommt der Song schnell zur Sache, es bläst und zirpt an allen Ecken – nur die Schere kommt hier nicht zum Einsatz.

Das zweite Lied kommt von einer Band namens Kolars. Irgendwie bin ich bei youTube über die gestolpert und fand besonders One More Thrill sehr gut. Und an irgendwas erinnern die mich, ich komme nur nicht drauf.

*** Foto des Monats ***

Weil es so schön war, noch mal ein herbstliches Foto aus Wien, besser gesagt aus dem Schlosspark Schönbrunn.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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4 Responses to Der Monatsrückblick November 2017

  1. Anja says:

    Hallo,

    der Film „Aus dem Nichts“ hört sich gut an.
    Da ich hier kein Kino habe, muss ich warten bis der irgendwann rauskommt x)
    Den werde ich mir aber merken, denn Diana mag ich als Schauspielerin sehr.

    Liebe Grüße, Anja
    http://www.loveanjalove.de

    • Nummer Neun says:

      Hallo Anja,

      willkommen und vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja “Aus dem Nichts” hat echt eine gute Idee, man hätte nur fast drei Filme aus dem Stoff machen könne. So sind die einzelnen Teile leider etwas knapp geraten. Diana Kruger war allerdings top!

  2. bknicole says:

    Wie kann man Ryan Gosling nur nicht mögen? Für mich als Frau natürlich unbegreiflich :P , ich sehe den echt gerne. Blade Runner will ich mir auch noch anschauen und war etwas überrascht, dass der an den Kinokassen so gefloppt ist. Hatte viel gutes dazu gelesen. Bei Designated Survivor bin ich nun schon bei Staffel 2 und da wird leider der Qualitätsabfall vom Ende der ersten Staffel fortgeführt. Im Moment ist für mich leider die Spannung komplett raus, weil alles zu perfekt ist. Hoffentlich wird das wieder, denn gerade die erste Staffelhälfte war trotz der Schwächen zumindest spannend. Bei mir läuft im Dezember auf jeden Fall die neue Staffel The Crown (endlich), sowie Lore (aber im O-Ton, denn ich stehe auf Gruselgeschichten) und in “Dark” möchte ich ebenfalls reinschauen.
    Danke auch für dein liebes kommentar.
    Stranger Things ist unglaublich toll, schau es dir an. Ich bin dem Hype mittlerweile auch verfallen. Hast du denn in “Dark” schon reingeschaut? Ich habe es bisher noch nicht geschafft.

    • Nummer Neun says:

      Oh Designated Survivor kann das Niveau nicht halten? Hatte ich bei den letzten Folgen der ersten Staffel schon fast befürchtet. Naja werde wohl warten, bis die zweite Staffel komplett zum Abruf bereit steht.

      In Dark möchte ich auch noch rein schauen, ich hoffe, ich komme demnächst dazu. Stranger Things soll dann danach folgen…

      Was ist Lore? Davon habe ich noch gar nichts gehört.

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