Kasabian Fanboy

Wer regelmäßig auf Konzerte geht, kennt das wahrscheinlich. Meistens sind sie gut, man hat einen schönen Abend, weil man das bekam, was man sich von dem Künstler versprochen hat. Und ab und an ist dann mal ein Konzert dabei, was einem umwirft und total geflasht zurück lässt. So ging es mir vergangenen Montag, als Kasabian in München in der Tonhalle auftraten.Eine Setlist wie ein Best-Of Konzert, eine Halle, die tobte, mit einem begeisterungsfähigen und angenehmen Publikum. Es war ein fantastischer Abend. Ill Ray vom aktuellen Album als Opener, danach gleich Bumblebee und Eez-Eh (ja so heißen die Songs – Melodien hat Songwriter Sergio Pizzorno drauf und die Texte sind gut genug zum mitgröhlen), schon hatten sie alle im Sack. Und als kurz danach auch schon Underdog und Shoot The Runner kamen, lief der Abend. Stimmung können die machen, unglaublich. Hit für Hit wird da abgeliefert, keine Sperenzien dazwischen. Das sind Dienstleister im Brit-Rock-Geschäft, bessere gibt es zur Zeit vielleicht nicht.

Den Abend ließen wir in einer nahe gelegenen Bar ausklingen. Um halb drei war ich zu Hause, gab ja zwei Feiertage im Anschluß. Und an den Feiertagen kam ich dann auf die Idee zu schauen, wo Kasabian denn noch touren würden. Und siehe da, in Wien würden sie am nächsten Samstag spielen. Donnerstagabend buchte ich Zugfahrt (sind von München aus machbare vier Stunden), eine günstige Pension und ein Ticket für ihren Auftritt im Gasometer. Stehplatz war leider nicht mehr zu bekommen, also musste ich zähneknirschend mir einen Sitzplatz in der Galerie nehmen. Die Setlist war ähnlich, aber doch mit kleinen Unterschieden. Immerhin, diese Mühe machten sie sich, es variiert ja nicht jeder. Bless This Acid House vom neuen Album kam dieses Mal ziemlich früh, dafür war Empire neu dabei und leitete dann in Stevie über. Und wie immer beendete Fire den Zugabe-Block. Sichere Sache, die Halle rastete dazu aus.

Das konnte ich von meinem Sitzplatz aus gut beobachten. Auch die Sicht auf die Bühne war gut, ich hatte meine normale Pocket-Kamera dabei, die mir einige schöne Bilder lieferte. Insgesamt fühlte man sich aber hier oben etwas mehr wie ein Beobachter – live-dabei, statt mittendrin sozusagen. Aber gut, das hatte ich ja erst ein paar Tage vorher gehabt. Die Galerie war nur mäßig gefüllt. In meiner Reihe saßen einige mit VIP-Einladung – sie stellten sich als Freunde von Sänger Tom Meighan vor, die von ihrem Wochenendtrip nach Wien und den Plätzen ganz begeistert waren. Wenigstens standen sie dann auch während des gesamten Konzertes, das machte nicht jeder in unserem Block – Gruß an die Leute, die hinter uns saßen.

Kurz: Auch das zweite Konzert war wieder äußerst eindrucksvoll und ich hatte es nicht bereut, den Ausflug gemacht zu haben. Kasabian, Leute! Und nun: Musik.



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