Madeira 2016

Das Jahr neigte sich dem Ende entgegen und nach einigen stressigen Wochen und Monaten auf der Arbeit wollte ich noch einmal paar ruhige Tage irgendwo dort verbringen, wo es noch etwas wärmer ist. Meine Wahl fiel auf Madeira, wo ich bereits vor einigen Jahren einmal ein paar Tage war. Gebucht hatte ich die Reise über Expedia, es war ein Kombi-Angebot aus Flug und Hotel. Die Reise dauerte von Sonntag bis Donnerstag. Und nachdem der Hinflug über Lissabon bereits einige Unannehmlichkeiten bot, war wenigstens das Hotel top. (Und noch ein Hinweis: Ich hatte dieses Mal nur mein Smartphone mit – manche Bilder sind vielleicht daher nicht grade perfekt geworden)

Castanheiro Boutique Hotel

Das Hotel lag so gut wie im Zentrum von Funchal. Fast um die Ecke war der Praca Do Municipio, gleich dahinter begann bereits die Fußgängerzone. Die Lage war also super, das Zimmer war es auch. Es war schön groß und hatte ein gutes Bett, eine gute Dusche und einen kleinen Balkon. Das Frühstücksbuffet war ausreichend und bot eigentlich alles, was man so erwarten darf von einem guten Hotel. Ein Highlight war die Dachterrasse im fünften Stock. Neben einem Pool bot sie auch einen tollen Ausblick über die Stadt. Und auch das Personal an der Rezeption war sehr nett und hilfsbereit. Sie halfen mir bei meinem vermissten Koffer und berieten mich gut bei der Wahl von Ausflugszielen. Kurz: Das Hotel kann ich wirklich empfehlen.

Das Wetter

Vom Wetter hatte ich mir jedoch etwas mehr versprochen. 20 Grad plus X wäre mein Wunsch gewesen, es war dann leider doch etwas weniger. Und es hat immer mal wieder leicht genieselt. Das war schade, aber auch kein Beinbruch. Viel vor hatte ich eh nicht und so konnte ich auch ohne schlechtes Gewissen mal einen Nachmittag im Hotel verbringen und einfach mal entspannt ein wenig lesen.

Funchal

Funchal ist die Hauptstadt Madeiras und bietet seinen über 100.000 Einwohnern durchaus urbanes Leben. Es gibt aber auch Viertel, in denen sich ein Hotel an das andere reiht. Es liegen ständig zwei oder drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Natürlich ist die Stadt dadurch auch sehr touristisch, was sich vor allem an den vielen nervigen Schleppern vor den Restaurants zeigt. Neben der Fußgängerzone, die sich ehrlich gesagt nicht viel von denen in anderen Großstädten unterscheidet, ist vor allem das Santa Maria Viertel einen Besuch wert. In die alten Fischerhäuser sind viele Restaurants, Bars und Geschäfte gezogen, die Haustüren in den engen Gassen sind bunt gemalt, und es war eigentlich immer etwas los. Auch sehr nett ist die weitläufige Uferpromenade, besonders am Abend ist der Blick von hier auf die erleuchteten Hänge von Funchal sehr eindrucksvoll.

An der Promenate, an strategisch cleverer Stelle – da hier eigentlich alle Kreuzfahrttouristen vorbei müssen – liegt auch der CR7-Museum, das man sich für einen 5er anschauen kann. Allerdings ist es weniger ein Museum als Ronaldos Schatzkammer, man kann hier so ziemlich jeden Preis, den Madeiras berühmtestes Kind je gewonnen hat, besichtigen. Einen schönen Blick auf die Stadt hat man auch vom Fortaleza do Pico, das man auch, und so schließt sich der Kreis, vom Hotel aus sehen kann. Nicht besichtigt habe ich dieses Mal den Monte mit dem Jardim Botanico, hier war ich bereits beim letzten Mal.

Abends zum Essen war ich dagegen eigentlich nie im Santa Maria Viertel. Dafür hatte ich eher die Rua de Carreira für mich entdeckt, die nicht weit weg vom Hotel eine Fußgängerzone bot, in der auch genügend kleine Restaurants zu finden waren, mit nicht ganz so aufdringlichen Schleppern. Gute Pasta fand ich hier genau so wie schöne Fleischspieße und Steaks vom heißen Stein. Und Coral, das inseleigene Bier, ist auch sehr zu empfehlen.

Ausflug: Die West Tour

Einen geführten Ausflug machte ich in der auch Zeit mit: Und zwar wurde ich von Sunrise Tours in einer Gruppe von 10 Leuten in einem Kleinbus über den Westteil der Insel gefahren. Der Guide berichtete uns im Auto auf Englisch, Portugiesisch und Deutsch, was wir als nächstes sehen werden und ließ uns dann an den einzelnen Punkten raus. Der erste davon was das kleine Fischerdörfchen Câmara de Lobos, wo wir bei Nieselregen einen kurzen Stop in der Bucht machten. Danach ging es hoch hinauf nach Cabo Girâo, wo es einen Skywalk gibt, von dem aus man über eine der höchsten Steilklippen Europas schauen kann. Wow!

Danach ging es wieder herunter nach Ribeira Brava an die Küste, mit einer netten kleinen Kirche, nur um danach wieder ein paar Höhenmeter zu machen. Vom Encumeada Pass aus hat man aus einer Höhe von 1.007m einen Blick sowohl auf die Nord- als auch auf die Südküste der Insel. Das ließ sich sogar bei dem diesigen Wetter erahnen, dass wir hatten. Und gezogen hat es dort oben wie Hechtsuppe.

Schließlich sind wir endgültig an der Nordküste angekommen und hatten einen längeren Aufenthalt in Porto Moniz. Der kleine Ort ist bekannt durch seine natürlich entstandenen Vulkanbecken, wo man auch tatsächlich schwimmen kann.

Und dann ging es langsam wieder zurück nach Funchal. Wir machten nur noch einen kurz Halt in Seixal, um einen – wie ich fand – etwas unspektakulären Wasserfall zu sehen und einen letzten in Sao Vicente, einem kleinen Dorf mit einem Kirchplatz. Hier hätte man sich auch noch einige Grotten anschauen könnte, was allerdings nicht Teil unserer Tour war.

Danach erreichten wir wieder Funchal und die Tour endete. 29€ hatte sie gekostet, dafür kam man ganz gut rum.

 Lissabon

Auch der Rückflug ging wieder über Lissabon. Nur hatte ich mir die Flüge dieses Mal so gelegt, dass ich dort noch einige Stunden Zeit hatte, um ins Zentrum zu fahren. Der Flughafen liegt ja relativ nah an der Stadt und mit der U-Bahn ist man in einigen Minuten dort. Es war nicht mein erster Besuch hier, aber es ist immer wieder schön. Nur etwas nervig, dass man dauernd von fliegenden Händlern für legale und illegale Produkte angequatscht wird.

Und das war mein kurzer November Urlaub. Ich konnte tatsächlich ganz gut abschalten und entspannen. Madeira in der Nebensaison bietet Ruhe und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nur das Wetter hätte noch etwas besser sein dürfen.

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3 Responses to Madeira 2016

  1. ide02 says:

    Da kommt Urlaubsfeeling bei mir auf. :-) Mal sehen, wie das Wetter so in Jan/Feb ist. Macht Mietwagen auf Madeira Sinn? Oder sind die Öffis auch okay?

    • Nummer Neun says:

      Wenn man Ausflüge machen möchte, kann das Auto mit Sicherheit nicht schaden. Aber die Busverbindungen habe ich mir ehrlich gesagt nicht groß angeschaut, aber da viele Orte außerhalb von Funchal aus grade mal ein paar tausend Einwohnern bestehen, wird da wahrscheinlich nicht so regelmäßig etwas gehen.

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