KW 44/2026: Patrick Stewart, Slow Horses, Dark Matter, Svaha, Caddo Lake und U2
Patrick Stewart war Captain Jean-Luc Picard von der USS Enterprise. Eine Ikone bei Star Trek, eine Legende in der Serienwelt. Picard war der Nachfolger des ebenso legendären Captain James T. Kirk auf dem Kommandostuhl der Enterprise und doch so anders. Picard setzte auf Diplomatie, war ein Verfechter der persönlichen Freiheit und der Forschung und Bildung. Er hörte sich zunächst die Meinung seiner engsten Mitarbeiter an, wog pro und contra ab und entschied dann völlig vernunftsbasiert. Picard ist in seinen Werten, seinen Umgangsformen und in seinem Führungsverhalten auch heute noch ein Vorbild. Patrick Stewart hat diese Rolle in seiner ganzen Würde perfekt verkörpert. Und auch wenn ich zu ihm als Privatperson nichts sagen kann, hat mir zumindest die Rolle seines Lebens immer sehr viel bedeutet. Im Jahr 2010 wurde er zum Ritter geschlagen und trug seither den Titel Sir Patrick Stewart. An diesem Donnerstag wurde die Nachricht von seinem Tod bekannt. Patrick Stewart wird für immer Captain Jean-Luc Picard bleiben.
Harter Schnitt: Hier ist der mediale Wochenrückblick.

Dark Matter – Der Zeitenläufer (Staffel 1, 9 Folgen, USA, Apple TV) – 7 von 10
Ein Physiker (Joel Edgerton) wird in eine alternative Version seines Lebens versetzt und muss nun darum kämpfen, in sein eigenes Leben zurückzukehren. Die Story beginnt in einem kleinen Rahmen, aber macht dann spätestens in Folge 4 das ganz große Fass auf, um dann in den letzten beiden Folgen ziemlich zu eskalieren. Hier ist die Serie voller guter Ideen, auch wenn man immer wieder den Eindruck hat, sie würde ihr Potential nicht ganz ausspielen. Das lag bei mir vor allem an der Hauptfigur Jason Dessen (Edgerton), die mich nicht so richtig überzeugen konnte. Auch wenn der Konflikt seiner verschiedenen Inkarnationen aus den unterschiedlichen Alternativen ganz spannend ist – hätte er in seinem Leben seiner bahnbrechenden Arbeit oder der Beziehung mit seiner Frau Daniela (Jennifer Connelly) mehr Zeit widmen sollen und was für einen Mensch hätte das aus ihn gemacht – eine gewisse Distanzierheit zu dieser Figur konnte ich nie ablegen. Und dann gibt es noch diese Leerphasen in der Story, wo es dann doch etwas zu viel ins Private geht. Die Nebenfiguren sind dagegen wieder recht interessant und es war immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich Jasons Beziehung zu seinem besten Freund Ryan (Jimmi Simpson) oder zur Psychologin Amanda (Alice Braga) sein könnten. So bin ich bei der Bewertung hin und her gerissen, zwischen den zweifellos interessanten Aspekten der Serie auf der einen, und der doch etwas drögen Inszenierung auf der anderen Seite. Letztlich habe ich mich dann für die etwas bessere Bewertung mit den sieben Punkten entschieden, weil die Erzählung dann doch etwas einzigartiges hat.
Slow Horses (Staffel 6, 6 Folgen, UK, Apple TV) – 8 von 10
Das Team rund um Jackson Lamb (Gary Oldman) gerät durch eine verhängnisvolle Geheimoperation von MI5-Chefin Diana Taverner (Kristin Scott Thomas) dieses Mal selbst ins Visier einer tödlichen Racheaktion. Lamb ist der alte, weiße Mann des MI5. In seiner Art aus der Zeit gefallen und vom Arbeitgeber abgeschoben auf eine unwichtige Stelle. Fachlich macht ihm niemand etwas oft, zwischenmenschlich ist er dagegen ein verbitterter, gescheiterter Mann. Aber auch in dieser Staffel geht es wieder nicht ohne ihn und ohne sein Team. Das zeigt immer mal wieder, warum sie alle mehr oder weniger gescheiterte Agenten und Agentinnen sind, die sich beim MI5 nicht durchsetzen konnten. Die Story in dieser Staffel ist mit Sicherheit nicht die komplexeste innerhalb von Slow Horses, aber vielleicht die rasanteste. Es ist ein Katz- und Mausspiel, eher ein Verfolgungsthriller als eine Spionagestory, aber dafür dicht erzählt und bietet einiges an Witz. Außerdem gibt es einige überraschende Comebacks zu bewundern. Eine gelungene Staffel, der Serie geht auch im sechsten Jahr nicht die Puste aus.


Nach längerer Zeit habe ich es am Freitag mal wieder geschafft, einen Filmabend mit zwei Filmen zu absolvieren. Dafür habe ich mich an zwei Mystery-Filme gehalten, über die ich in den letzten Wochen in der Blogosphäre (sagt man das immer noch so?) gestolpert bin. Hat es sich gelohnt?
Caddo Lake (Regie: Logan George & Celine Held, USA, 2024, Netflix) – 8 von 10
In einer kleinen Gemeinde am Caddo Lake verschwindet Ellies (Eliza Scanlen) Stiefschwester plötzlich. Sie macht sich in der unübersichtlichen Flußlandschaft auf die Suche nach ihr. Gleichzeitig ist dort auch Paris (Dylan O’Brien) unterwegs, der den Verlust seiner Mutter immer noch nicht verkraftet hat. Was wie ein Thriller anfängt und durch das Setting und die Atmosphäre entfernt an Der Gesang der Flusskrebse (7/10) erinnert, wandelt sich immer mehr zu einem bedächtigen, aber durchdachen Mystery-Film. Er bietet starke Figuren mit nachvollziehbaren Dramen und nutzt die Flusslandschaft konsequent als mysteriösen Hintergrund. Ruhig erzählt, trifft die Auflösung um so heftiger, wenn schließlich alle Fäden stimmig zusammen laufen.
Svaha: The Sixth Finger (Regie: Jang Jae-hyun, Südkorea, 2019, Netflix) – 7 von 10
Pfarrer Park Ung-jae (Lee Jung-jae) ermittelt gegen Sekten und Kulte. Er möchte die Leute vor Betrügern warnen. Dabei stößt er auf eine buddhistische Vereinigung, die sich Rehberg nennt. Scheinbar harmlos, aber die Hintergründe offenbaren erschreckendes. Die Enthüllungen innerhalb des Films kommen zweifellos gut und haben eine ungeheure Tragweite. Der Film schafft es aber – zumindest bei mir – nicht, das auch emotional zu transportieren. Der Pfarrer als Anker bleibt meist blass und die Storyline um Lee Geum-hwa (Lee Jae-in) und ihre Schwester hat nicht genügend Raum, um am Ende den gewünschten Knalleffekt zu erzeugen. So bleibt es am Ende ein ansehnlicher Mysterythriller über religiöse Themen, der aber nicht über Fernsehfilm-Niveau hinauskommt. Der Film ist zwar nicht schlecht, aber die Story hätte mehr verdient.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 8 von 10 Liga-Spielen = 80%. (Saison 2025/26: 85%)
Nach dem Desaster in der letzten Woche und dem Pokalspiel unter der Woche, als man gegen Borussia Mönchengladbach, trotz einer Überzahl von 50 Minuten, quasi ohne Chance auf ein Weiterkommen war, war für das Spiel am Samstagabend gegen den 1. FC Heidenheim ordentlich Druck auf dem Kessel. Wahrscheinlich war ich nicht der einzige, der nach der letzten Woche schlimmste Befürchtungen für diese Saison hatte.
Um so überraschender, dass nun über 90 Minuten die bisher beste Saisonleistung folgte. Von Beginn an war der KSC hellwach, kam zu einigen hochkarätigen Chancen und zu einem knapp nicht gegebenen Abseitstor. Neuzugang Civeja erzielte schließlich das hochverdiente 1:0 und in der 80. Minute erhöhte Wanitzek mit einem taumhaften Freistoß zum überfälligen 2:0. Beim Anschlußtreffer von Heidenheim zum 1:2 kurz vor Schluß begannen noch einmal einige zittrige Minuten, aber der KSC brachte die Führung über die Zeit und konnte damit die nächsten drei Punkte eintüten. Hoffentlich wird es nun etwas ruhiger im Umfeld des Vereins.

Diese Woche lief es nicht rund. Probleme auf der S-Bahn-Stammstrecke nach dem Quizabend, so dass ich auf die langsamere Tram umsteigen musste. Morgens fiel eine S-Bahn bei der Fahrt ins Büro aus, so dass ich zwanzig Minuten auf die nächste warten musste. Abends fuhr die Bahn dann auf dem Rückweg nicht die komplette Strecke durch und ich musste am Ostbahnhof den Zug wechseln. Alles mehr oder weniger Kleinigkeiten, aber in der Häufung doch sehr nervig.

- Statistik Oktober 2026: Der Blick auf die Abrufzahlen weist einen sehr erfolgreichen Monat aus: Fast dreimal so gut wie der letztjährige Oktober und insgesamt der viertbeste Monat aller Zeiten. Allerdings: Ein Erfolg made in China, denn von dort kam fast 70% des ausgewiesenen Traffics. War der maschinelle Bot-Traffic im Sommer noch ein USA-Thema, hat nun China diese Rolle übernommen. Immerhin: Der Traffic aus Deutschland ist im Vergleich zum Vormonat fast konstant geblieben, so wie die Anzahl der Kommentare auch. Die Likes sind gestiegen, aber es gab auch zwei Artikel mehr als noch im September. Der Beitrag zum Song Crimson and Clover hat sich zurück an die Spitze gekämpft, gefolgt vom Beitrag über die Musik bei Ina’s Nacht, der sich erst in den letzten Tagen doch noch an Wortvogels Mystery Box vorbei schieben konnte. Unter den Suchmaschinen als Traffic-Bringer hat es Google in diesem Monat auf einen Anteil von nur 80% gebracht. Was es über die Leisung dort zu sagen gibt, hat sich wieder ChatGPT angeschaut:
- Google Search Console: Im Oktober setzte sich der rückläufige Trend bei den Google-Zugriffen fort. Sowohl die Klicks als auch die Einblendungen gingen erneut zurück. Besonders betroffen waren einige bisher starke Beiträge wie die Star-Trek-Rangliste, Inas Nacht und die Oasis-Konzertberichte. Eine positive Ausnahme ist Stumblin’ In, das überraschend stärker nachgefragt wurde. Auch die Reiseberichte behaupten sich weiterhin gut. Die ersten Teile des AIDAluna-Berichts wurden bereits von Google erfasst und erzielen erste Sichtbarkeit. Regional konzentriert sich die Reichweite erwartungsgemäß auf Deutschland, ergänzt durch Leser aus Österreich und der Schweiz. Bei den Geräten dominiert klar das Smartphone: Rund drei Viertel der Klicks erfolgen mobil.
- Filmquiz: Am Mittwochabend waren wir mal wieder beim Pubquiz, dieses Mal bei dem des Teams vom Filmfest München. Es war ein launiger Abend und wir schlugen uns wacker: Immerhin Platz 6 von 13. Gewinne gab es dafür aber keine.
- Defrage Reload – Eine nicht-existente Band?: In Luxemburg traf der Blog Ruminarium das erste Mal auf diese mysteriöse, estnische Band, die durch Europa zieht und überall versucht, ihre CDs zu verkaufen. Auch hier in München haben ich sie bereits zweimal getroffen. Ruminarium hat sich nun die Mühe gemacht, etwas tiefer über die Hintergründe dieser Band zu forschen.
- Welcome to Dublin, the fair city: Die Stadt Dublin steht ja immer noch auf meiner Liste an Orten, die ich unbedingt mal sehen möchte. Der spannende Reisebericht von Mirli hat diesen Wunsch nun nicht gerade kleiner werden lassen!

Es gibt neues von U2! Ein neues Album ist mit Carnaval De Luz angekündigt, eine neue Welttournee geplant – da muss auch neue Musik veröffentlich werden! Silencio ist eine von bisher drei neuen Songs und dabei angenehm bodenständig und erdig. Vielleicht nicht der Inbegriff von moderner und frischer Musik, aber vielleicht das rockigste Stück von U2 seit Vertigo.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!