Wortvogels Magical Mystery Box
Eigentlich bin ich wirklich kein Fan von Flohmärkten. Auf solchen Veranstaltungen wird man mich im Normalfall eher nicht treffen. Mit Sachen, die von anderen schon ausgiebig genutzt wurden, kann ich wenig anfangen. Und für die Suche nach verborgenen Schätzen fehlt mir die Geduld und auch das richtige Ziel. Lediglich bei Büchern mache ich mittlerweile eine Ausnahme und bestelle sie mir auch mal gebraucht, wenn sie denn so günstiger sind als die Ausgabe auf dem kindle.
Nun kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn der Wortvogel seinen Keller ausmistet und die Inhalte großzügig in Mystery Boxen verpackt und abgibt, lohnt sich vielleicht doch einmal ein Blick. An eine dieser Boxen zu kommen war relativ einfach. Es galt am ausgerufenen Mystery-Box Mittwoch einen mehr oder weniger passenden Filmtitel zu nennen und gegebenfalls leicht zu adaptieren. Ich entschied mich für eine Hommage an Edgar Wallace und gedachte damit auch an seinen frisch zurück liegendenen Aufenthalt in London. Voller Respekt und Wertschätzung titelte ich:
Wortvogel III – Der Bucklige von Soho
und gewann! Juchu! Danach wartete ich sehnsüchtig auf die Paktelieferung. Was würde die Box wohl bringen? Welche nerdigen Schätze aus dem Film- und Serienuniversum würden hier eintreffen? Und wüsste der Paketbote überhaupt, welche wertvolle Fracht er da beförderte?
Am Montag war es soweit. Und Home Office sei Dank, ich war zu Hause. Ich ließ den Paketboten nicht dreimal klingeln, sondern öffnete direkt beim ersten Mal. Der göttliche Bote von Hermes übergab mir sogleich das kompakte Paket. Folgt mir nun bei meinem völlig unprofessionellen Unboxing-Beitrag! (Anonymisierung der Aufkleber durch ChatGPT.)

Hastig nahm ich eine Schere zur Hand öffnete mit wenigen Handgriffen geschickt das Paket. So viel Zeit musste auch während der Arbeit sein. Und wahrlich: Das Paket war prall gefüllt. No Filler, all killer! Aber welche Schätze waren es konkret? Um das bildlich für euch festzuhalten langte der Platz auf meiner Arbeitsplatte in der Küche, auf der ich üblicherweise die Romane für den medialen Wochenrückblick fotografiere, bei weitem nicht aus. Der Fußboden musste aushelfen.
Die Inhalte lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Fangen wir mit den Comics an, der ersten Kategorie. Langjährige Mitlesende ahnen es vielleicht, Comics sind so gar nicht meine Erzählform. Ich habe es zwar immer mal wieder versucht, aber seit Das lustige Taschenbuch bin ich damit nicht mehr warm geworden. Respekt für diese Kunstform habe ich trotzdem und so werde ich mit Sicherheit mal in diese Sammlung hineinschauen. Die Box beinhaltete einige DC Comics aus den 1980ern und 1990ern, auf deutsch und auf englisch. Immerhin: Die Titelhelden wie Batman, Superman, Aquaman und die Fantastic Four kenne sogar ich! Außerdem waren zwei Hefte der deutschsprachigen Reihe Schwermetall mit dabei (Kaufpreis: 6DM), die etwas mehr Gewalt und nackte Haut versprechen. Alle Hefte sind übrigens in tadellosem Zustand.

Kategorie Zwei: Bücher. In der Box waren insgesamt vier hinterlegt. Das erste ist ein Buch mit gesammelten Weihnachtsgeschichten aus den 1960er Jahren (laut Google) und damit wohl das älteste Objekt in der Box. Bei den anderen drei Büchern handelt es sich um englischsprachige Sekundärliteratur über das Film-Genre. Darunter war zum einen Vampire – The Encyclopaedia. Als nächstes das Buch Seeing in Believing, ein Buch über das Hollywood der 1950er und wie sich die gesellschaftlichen und politischen Spannungen dieser Zeit in den Filmen widerspiegeln. Klingt sehr spannend! Das Highlight für mich ist jedoch das vierte Buch in der Kiste: Das Star Trek Buch The City on the Edge of Forever, welches einen kompletten Abdruck des gleichnamigen Drehbuchs einer der besten Episoden der Classic-Serie beinhaltet, ergänzt mit Einschätzungen der wichtigsten Protagonisten und anderer Beteiligter. Da möchte ich unbedingt intensiver hineinschauen, sollte davor aber zunächst unbedingt mal wieder die entsprechende Folge schauen!

Große Aufregung herrschte bei mir übrigens, als ich auf dem Cover des Star Trek Buchs das hier entdeckte! Unterschriften von Nimoy und Shatner? Okay, einmal tief durchatmen. Wie sich schnell herausstelte, waren das keine Original-Unterschriften der beiden auf dem Buch, sondern sie befinden sich auf dem Original-Polaroid, welches das Cover des Buches illustriert. Also bitte wieder beruhigen.

Und zum Abschluß schauen wir uns die DVDs an, die in der Mystery Box waren. Sieben Stück sind es, von denen der größte Titel vermutlich… Didi – Der Doppelgänger ist! Immerhin stammen aus diesem Film die drei goldenen Antworten des Managements: „Schreiben Sie es auf, ich beschäftige mich später damit“ „Ich brauche mehr Details“ und „Das ist Ihre Meinung“. Damit lässt sich auch heute noch jedes Meeting be- und überstehen. Der Rest der Auswahl sieht nicht ganz so hochwertig aus, geht aber in die geschätzte Trash-Schiene aus älteren Filmzeiten. Equinox und The Big Bird Cage haben zumindest schon mal ausdrucksstarke Cover, die neugierig machen!

Das war es also, das war alles in meiner Mystery Box. Es wurde nicht zu viel versprochen, es gab viel Zeug für wenig Geld, lediglich ein Unkostenbeitrag für den Versand hatte ich vorab überwiesen. Und ich sage es gerne noch einmal: Alles war wirklich in tadellosem Zustand. Werde ich davon alles gebrauchen und wertschätzen können? Mit Sicherheit nicht. Aber für die kleinen Schätze, dafür war es das wert.
Vielen Dank für diese tolle Aktion!