What became of the likely lads

Faschings-Dienstag. Sogar in München sah man viele verkleidete Gestalten in der Stadt rumirren und Mickie Krause anbeten. Aber das hier ist München, hier ist es nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der diesem heidnischen Brauch frönt. Die cooleren Kids waren am Abend auf dem Weg ins Zenith. Dort sollten die Libertines auftreten. Kurz vor acht war ich dort und stellte überrascht fest: Niemand hatte sich als Pete Doherty verkleidet. Gut so.

Als Support waren Reverend And The Makers aus Sheffield mit an Bord. Kannte ich vorher nicht, gefiel mir aber dann ausgesprochen gut. Klangen für mich wie eine Mischung aus Kasabian und Soundtrack Of Our Lives, was ja an und für sich eine gute Sache ist. Noch am Merchandising Stand wurde deren aktuelles Album Mirrors gekauft.
Danach waren die Libertines an der Reihe. Ja, Pete Doherty war da, warum wurde ich das vorher eigentlich ständig gefragt? Für die Boulevard-Presse mag das überraschend kommen, aber auf der Bühne steht ihm der gute Carl Barât in Sachen Präsenz in nichts nach – immerhin hatten sie hier beide einen Scheinwerferstrahl.Los ging es mit Barbarias, einem der Stücke vom aktuellen Album. Dieses ist wirklich nicht schlecht, aber – und ich hasse mich selbst für diesen Satz – die alten Sachen sind halt doch etwas prägnanter. Man verbindet nach all diesen Jahren einfach mehr damit. Verständlich, dass sie auch mehr gefeiert wurden. Boys in the Band, Can’t Stand Me Now, Death on the Stairs, Horrorshow, Time for Heroes, das war sehr gut, dafür waren wir doch hier.

Aber die Jungs sind ja Profis, sie müssen das aktuelle Album verkaufen, was sie vor zwei Jahren in Düsseldorf nicht mussten, und spielten dementsprechend auch viel davon. Was soll ich sagen, der Funke sprang an diesem Abend nur punktuell bei mir über. Vielleicht lag es auch an der schlechten Akustik in der Halle. Vielleicht daran, dass in unserer Ecke die Stimmung generell etwas zurück haltender war, wenn man mal von den drei Engländerinnen absah, die etwas vor uns Arm in Arm die Songs aus voller Kehle mitsangen und abfeierten, die machten es richtig. Oder vielleicht fehlte auch einfach ein wenig die rührselige Stimmung von den Reunion Konzerten, als Band und Publikum es nicht recht glauben konnten, dass die Jungs tatsächlich wieder zusammen auftraten.

Wie dem auch sei, sie spielten trotzdem 17 Songs, und kamen dann noch einmal für weitere 5 Songs auf die Bühne, inklusive Music When The Light Goes Out, diesem tollen Song über alte Freundschaften, die nicht mehr ganz so magisch sind. Ach, was beklage ich mich eigentlich. Das Konzert war gut, keine Frage. Aber es waren die Libertines, da hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen.

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