Gig-tober: The Libertines

Da soll noch mal einer den Kapitalismus verfluchen! Immerhin hat das liebe Geld dazu geführt, dass Pete Doherty und Carl Barat wieder zusammen als The Libertines auf einer Bühne standen und gemeinsam Musik machten. Und anscheinend das letzte Konzert ihrer Tour in Düsseldorf spielten – wo ich auf den Weg dahin meinen Kindle verlor, aber das ist eine andere Geschichte.

Als Support waren zunächst zwei Bands angekündigt, von denen allerdings dann nur eine spielte: Circa Waves, die ihre Sache nicht schlecht machten, aber bei denen einfach alle Songs zu ähnlich klangen, um länger hängen zu bleiben. Gut, wegen ihnen waren wir ja eh nicht in dieser Mehrzweckhallen mit dem Parkettboden. Die – darf man das eigentlich schon sagen? – legendären Libertines waren da, ziemlich pünktlich betraten sie tatsächlich die Bühne, Pete und Carl und die beiden anderen.

Und spielten eine umfangreiche Setliste, ein Best-Of aus ihrem Schaffen. Knapp zwei Stunden knallten sie uns ihre Hits um die Ohren, Hits! Alles war da, was man kannte, und man kannte so viel! Schwer zu sagen, was da die Highlights gewesen sein sollen. Horrorshow? Can’t Stand Me Now? Boys In The Band? Time For Heros? Oder doch eher das ruhige Music When The Light Goes Out, wo der ganze Saal mitsang? Wir hatten unseren Spaß, die Band sichtlich auch. Doherty sah wesentlich fitter aus als beim letzten Mal, Barat hüpfte über die Bühne, die beiden tauschten ihre Plätze und die Mikros, dagegen blieben die anderen beiden etwas blass.

Surrealer Höhepunkt der Show war vielleicht, als Pete Doherty irgendwann ein Fanlied vom KFC (Bayer) Uerdingen anstimmte – und wenig später der Grotifant, das Maskottchen des Vereins, die Bühne stürmte.

Nach dem regulären Set kam es zu einer längeren Pause, wir befürchteten fast schon, es gäbe keine Zugabe mehr, bis dann nach bestimmt 10-15 Minuten Barat, sichtlich aufgelöst, wieder auf die Bühne kam, sich für die tolle Tour bedankte und dann der Rest der Band folgte. Und hauten dann einfach noch mal vier Nummern raus, die es in sich hatten. What Became Of The Likely Lads! Und natürlich I Get Along! Was für ein Abschluß. Zwei Stunden dauerte es insgesamt, kein Vergleich mit den Babyshambles Anfang des Jahres. Die Fahrt nach Düsseldorf hatte sich gelohnt, Kindle hin oder her.

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