Die größten Erfindungen sind aus Zufall entstanden

Manchmal ist es so, wenn ich samstags meinen Wocheneinkauf erledige, weiß ich noch nicht genau, was ich mir am Wochenende kochen möchte. Dann denke ich im Supermarkt an irgendein Essen und versuche danach einzukaufen. Vergangenen Samstag hatte ich Pasta mit Rinderragout im Kopf. Gab es früher ab und an in meiner alten Kantine und war immer sehr lecker. Oder ein schön verkochtes Gulasch? Vielleicht war das bereits der erste Fehler, an zwei Sachen gleichzeitig zu denken. Und dann auch noch an Essen, welche ich mir bisher noch nie selbst gekocht hatte. Aber hey, wie schwer konnte das schon sein?

Das erste Mal wurde ich schließlich zu Hause stutzig, als ich die Einkäufe in den Kühlschrank räumte. Du willst dir ein Rinderragout machen und kaufst Schweinefleisch? Irgendwas passte da nicht zusammen. Also machte ich das, was man in so einer Situation nun mal so macht. Ich rief bei meiner Mutter an.

Ich erklärte ihr grob, was ich essen wollte – von dem Gedanken, es genau beschreiben zu können, hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits gelöst – und zählte auf, welche Zutaten ich im Haus hatte. Darauf hin bekam ich eine kurze Erklärung, das klang doch eigentlich gar nicht so wild. Also los ging’s.

Das Fleisch klein geschnitten und in Kräuterbutter angebraten. Die Spitzpaprika dazu. Mit Wasser auffüllen. Und dann die Tomaten rein. Das sollte mein Essen sein? Viel zu wässrig. Es sah aus wie ein Eintopf. Naja, ließ ich es alles etwas länger kochen. Aber es wurde nicht besser. Also die Soße etwas binden, aber ich hatte – natürlich – kein Mehl mehr da. Und langsam auch keinen Hunger mehr. Das Fleisch wurde nicht zarter, es wurde zäher. Dieses blöde Schwein.

So langsam wurde es Zeit für die Nudeln. Pasta macht glücklich, vielleicht kann es das wenigstens etwas retten. Da hatte ich vor einiger Zeit mal sehr schöne Pappardelle von Via Emilia geschenkt bekommen, an diesem Tag sollten sie endlich ihren großen Auftritt haben. Aber was war das – vor anderthalb Wochen abgelaufen? Sei’s drum, die Dinger sind ewig haltbar, da kam es auf die paar Tage nicht mehr an. Also die Nudeln ins Wasser, und während sie kochten, wurde nebenbei der Feldsalat mit dem (Fertig-)Dressing angerichtet.

Dann kam der Moment der Wahrheit. Es war alles angerichtet. Die Nudeln waren gut, der Rest – was immer es war – eindeutig zu wässrig. Und wenn ich was bei den Kochprofis gelernt hatte, dann das eine Pastasauce niemals Wasser auf dem Teller hinterlassen sollte, und das tat sie hier. Eindeutig. Aber wenn man sich das mal weg dachte, och ja, so schlecht war das gar nicht, wie zunächst befürchtet. Es ließ sich tatsächlich essen – und das nächste Mal schaue ich einfach vor dem Einkaufen nach einem Rezept.Und um die Überschrift rund zu machen: Dieses Rezept gehört nicht in diese Reihe.

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4 Responses to Die größten Erfindungen sind aus Zufall entstanden

  1. Das Rinderragout aus dem Rezept-Link habe ich auch schon oft gekocht – Schmeckt wirklich super!
    Das steht genauso in meinem JamieOliver-Kochbuch. Schade, wenn Leute es bei CK nicht als solches kennzeichnen… :-(

  2. laviedeboite says:

    Ich ruf halt auch immer daheim an :-D Musst grad sehr lachen!
    Also auch wenns nicht ganz das war, was es hätte werden sollen find ich, dass es echt gut ausschaut! Das mit dem Wasser in der Pasta wusst ich jetz auch nicht. Also ich mags nich sonderlich wenns arg wässrig ist, aber so n bisschen hat mich nie gestört. Acht ich in Zukunft jetz mal etwas mehr drauf! Auf Feldsalat hätt ich jetzt auch mal wieder Bock! Aber mit Champignons und Speckwürfeln und Croutons… mmmmmh

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