Der Mitternachtspalast

Ein positiver Nebeneffekt meines Ausflugs nach Strasbourg war, dass ich im Zug auch mal wieder länger zum Lesen gekommen bin. So konnte ich nun mein erstes Post-kindle-Buch auf echtem Papier zu Ende lesen. Dabei handelte es sich um den Roman Der Mitternachtspalast des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón.

Kalkutta in den 30er Jahren. Der Waisenjunge Ben und seine Chowbar Society stehen kurz davor, aus dem Waisenhaus in das Erwachsenenleben über zu treten, als sie die geheimnisvolle Sheere kennen lernen. Deren Mutter erzählt ihnen eine wirklich unglaubliche Geschichte und schon bald stecken sie in einem Strudel aus Rache und Mord.

Ein ungewöhnliches Setting, eine spannende Story und eine schnörkellose Sprache machen Zafóns Roman zu einem echten kleinen Schmöker. Einmal angefangen, kann man das Buch so bald nicht aus der Hand legen. Spannung, Action, Mystery, Drama und etwas Historie – alles ist da und wird mit leichter Hand zu einem spannenden Abenteuerroman verwoben.

Dabei verhalten sich die jugendlichen Helden vielleicht etwas reifer, als man es erwarten würde, das stört jedoch nicht weiter. Genau, wie viele der Nebenfiguren auf einfache Stereotypen reduziert werden, was bei der Größe der Society und dem begrenzten Raum von überschaubaren 320 Seiten (es war ein echtes Buch, ich konnte die Seitenzahl nach schlagen) aber auch angemessen ist.

Mystery-Geschichten haben oftmals den Nachteil, dass die endgültige Auflösung dem aufgebauten Mysterium nicht immer gerecht wird. So ging es mir leider auch bei dieser Geschichte. Zwar wird nicht alles aufgeklärt und manches bleibt in der Grauzone, aber ich hatte vom finalen Showdown etwas mehr erwartet.

Das soll aber das Gesamtbild nur ein wenig trüben. Der Mitternachtspalast ist ein Roman, den man guten Gewissens weiter empfehlen kann.

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