Ein heißes Wochenende in Berlin: Zwischen Bundestag, Pulp und Samurai
Willkommen in Berlin am heißesten Wochenende des Jahres. Mindestens! Als wir aus dem pünktlichen (!) und gekühlten (!) ICE am Berliner Hauptbahnhof am frühen Nachmittag ausgestiegen sind, liefen wir wie gegen eine Hitzewand. Von hier aus mussten wir mit dem Bus zu unserem Hotel weiter fahren. Die Haltestelle war nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite, aber direkt in der prallen Sonne. Es war brutal. Ein paar Minuten gewartet und wir waren komplett fertig.

Eingemietet hatte wir uns im relexa Stuttgarter Hof an der Grenze zwischen Berlin Mitte und Kreuzberg, in der Nähe des Anhalter Bahnhofs. Bei der Buchung vor vielen Monaten hatten wir natürlich nicht auf eine Klimaanlage geachtet. Es stellte sich heraus: Die Zimmer hatten keine. Davon abgesehen waren die Zimmer aber in Ordnung und zumindest war die Lobby klimatisiert.
Nach einer kurzen Erholungspause machten wir uns zunächst auf zum Essen und drehten danach noch eine kleine Runde um die Häuser. Dabei sind diese Fotos entstanden: Die Fassade eines Bürogebäudes, das Bild des Berliner Ampelmännchen. Außerdem kamen wir noch am Checkpoint Charlie vorbei, ein Sightseeing Punkt, der ja immer etwas enttäuschend ist, wie ich finde.


Am Abend stand dann das Event an, wegen dem wir extra nach Berlin gefahren sind: Das Konzert von Pulp im Tempodrom. Zum Konzert selbst habe ich hier schon einiges geschrieben. Für diesen Reisebericht möchte ich nur noch mal die Klimaanlage in der Halle hervor heben, die vor allem am Anfang eine echte Wohltat war! Und das unser Hotel in Laufnähe zum Tempodrom lag, was nach dem Auftritt sehr angenehm war.

Am nächsten Tag, als ich alleine zurück in der Stadt zurück blieb, machte ich mich am morgen zu Fuß auf dem Weg zum Brandenburger Tor. Warum ich nicht die S-Bahn genommen hatte, sondern gelaufen bin, das ist mir im nach hinein unklar. Jedenfalls stand ich vor dem Wahrzeichen Berlins, was bei mir – so oft ich auch schon in der Stadt gewesen bin – immer ein Pflichtbesuch ist. Ein geschichtsträchtiger Ort und für mich das emotionale Zentrum des Landes.

Danach hatte ich einen kostenlosen Besuch im Reichstagsgebäude gebucht, incl. des Zutritts zum klimatisierten Plenarsaal im deutschen Bundestag. Dort gab es eine Führung mit einem kurzen Vortrag auf der Besuchertribüne. Es war Sonntag und daher gab es natürlich keine Debatten, aber den Plenarsaal zu ruhig und leer zu erleben, das war trotzdem ein Ereignis. Da ich recht früh dran war, war ich einer der ersten vor Ort und hatte den Saal fast für mich alleine.


Eigentlich hätte noch ein Besuch der Kuppel über dem Reichtagsgebäude zur Führung gehört, die war aber an diesem Tag aufgrund der hitzigen Temperaturen geschlossen. Stattdessen drehte ich noch eine kleine Runde an die Spree und von da zurück zum Brandenburger Tor, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Am Potsdamer Platz gönnte ich mir noch eine Currywurst und ging auf die lange Suche nach einem Geldautomaten. Danach verkoch ich mich, völlig kaputt und durchgeschwitzt, zurück im Hotel, wo ich mich liegend und mit nassen Handtüchern versuchte, halbwegs frisch zu halten. Immerhin schaffte ich es am Abend noch mal nach draußen, um zu essen.

Der letzte Tag stand an und mit ihm etwas Abkühlung. Nicht mehr ganz so heiß, dafür war aber sogar etwas Regen angekündigt. Ich war an diesem Tag unterwegs in der Nähe der Oranienburger Straße und habe dieses Mal die S-Bahn genommen. Man lernt ja! An der Ecke Tucholskystraße / Auguststraße war ich in einem der kleinen Lokale frühstücken. Eine nette Gegend, die mich fast etwas an München erinnerte. Ich war hier gelandet, weil ich ein Ticket für das Samurai Museum hatte, wenige Meter von hier, das mich über Wochen hinweg massiv auf Instagram geworben hatte. Nun war ich da. Das Museum war ganz interessant und die Ausstellung nett aufbereitet, so richtig konnte es mich aber nicht begeistern.

Als ich das Museum verließ, fing es tatsächlich langsam an zu regnen und ich rettete mich noch in ein nahe gelegenes Restaurant, das ich mir aber eh als Ziel auserkoren hatte. Und damit direkt zum Abschluß zum beliebten Programmpunkt: Essen. Da hat Berlin nicht enttäuscht, dieses Mal mit einem starken, asiatischen Einschlag. Von links nach rechts: Dumplings als Vorspeise bei Umami, Currywurst an einem Stand am Potsdamer Platz, Erdnuss-Curry mit Hähnchen bei Mama Cook, Chesseburger bei Shiso Burger in der Nähe des Museums.

Nach dem Essen fuhr ich wieder zurück in Richtung Potsdamer Platz, vertrödelte dort in einem kühlen Einkaufszentrum noch etwas Zeit (und kaufte mir einen Gürtel), hing noch ein wenig in der Hotel Lobby rum und machte mich dann mit dem Bus wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof. Dort ging die Rückfahrt zwar etwas chaotisch, aber halbwegs pünktlich los – erst im Laufe der Fahrt sollte der ICE noch eine Verspätung von einer Stunde zusammen fahren.
Berlin bei dieser Hitze war nicht zu empfehlen, aber man hat versucht, das Beste daraus zu machen. Und das Pulp-Konzert war es ja eh wert!
2 Kommentare
bullion
Da hast du einiges aus den Tagen rausgeholt. Hitze in der Großstadt stelle ich mir ganz schrecklich vor. Nur Asphalt und Gebäude. Zu wenige Grünflächen. Puh.
sori1982
Damals, als 28, 29 Grad Celsius das höchste waren, litten wir bereits, wenn wir in Berlin waren.
Berlin ist eine tolle Stadt, aber im Hochsommer geradezu unerträglich.
Schön zu lesen, dass sich der Trip dennoch gelohnt hat und das Essen auf den Fotos spricht mich an. Ich gehe dann bald auf Mittagspause 😉