Aus dem Leben

Livin la covid-a loca

Die Tage ziehen vorbei, einer nach dem anderen. Die Wochen auch. Der Mai geht schon wieder auf sein Ende zu! Damit leben wir nun schon den dritten Monat mit Covid19.

Hat sich mein Leben dadurch stark verändert? Nun ja, geht so. Da ich ja schon seit November zu Hause bin, hat sich durch die Einschränkungen gar nicht mal so viel verändert. Gut, die freie Zeit hatte ich mir tatsächlich anders vorgestellt. Viele Freunde treffen, oft wegfahren. Das ging nun so in der Form natürlich nicht, zeitweise überhaupt nicht. Mittlerweile ist es zum Glück wieder so, dass ich es jede Woche schaffe, wenigstens 2-3 Freunde zu sehen. Was aber auch anders ist als früher, seit Monaten bin ich spätestens um neun Uhr zu Hause. Und was deutlich schwieriger geworden ist in diesen Zeiten: Der Arbeitsmarkt quillt nicht grade über von neuen und attraktiven Jobs.

Die Einschränkungen im täglichen Leben sind eigentlich fast alle machbar. Besonders das Abstand halten ist ja nicht das schlechteste. Die Schlange selbst – die besonders bei meinem Metzger meist heftig ist – wird dadurch ja auch nicht länger, sie ist nur etwas länger gezerrt. Und seitdem sich jeder sein Klopapier gesichert hat, sind ja auch die Supermärkte wieder voll, so dass es in der Versorgung keine Einschränkungen gibt. Ich bin oft spazieren, das Wetter war dafür ja recht gnädig und ich war sehr dankbar, dass man in Deutschland immer vor die Tür durfte. Die Bundesliga spielt nun wieder, nur die Kinos dürften für mich so langsam mal wieder aufmachen. Parties und Konzerte – es ist keine Überraschung, dass das noch etwas auf sich warten lassen wird.

Das einzige, was mich tatsächlich etwas mehr schafft, ist die Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr. Besonders als Brillenträger ist das eine Herausforderung (und wenn man sich Sonntagmorgens noch vor dem Zähne putzen beim Bäcker ein schönes Frühstück kaufen möchte, aber das ist ein anderes Thema). Die ersten Masken, die ich hatte, hatten keinen Nasenbügel und saßen somit nicht komplett am Gesicht an, was dazu führte, dass ich innerhalb weniger Sekunden nichts mehr sehen konnte. Abhilfe schafften dann die von einer Freundin selbstgenähte Stoffmasken mit eben diesem Draht. Damit wurde das Tragen der Gesichtsmaske deutlich besser, auch wenn es nach wie vor nicht grade angenehm ist. Es ist warum und unangenehm drunter und bei mir schaffen sie eher ein Gefühl der Unsicherheit. Aber immerhin – ich verfolge ja täglich die Infektionszahlen, die die Stadt München twittert – die Neuinfektionen gehen hier seit der Maskenpflicht deutlich nach unten und sind jetzt in den letzten Tagen auf fast historische Tiefstwerte zurück gefallen.

Am Mittwoch war ich nun das erste Mal in diesem Jahr im Biergarten und zwar in dem vielleicht auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Nockherberg. Biergärten sind ja in Bayern eine Institution und weit mehr als nur der Außenbereich eines Restaurants. Das tradionelle Merkmal ist, dass man sich selbst etwas zum Essen mitbringen darf – auch wenn man sich natürlich auch vor Ort etwas kaufen kann. Aber so wird es bei größeren Gruppen schnell zu einem urbanen Picknick, ausgewiesene Biergarten-Profis bringen sich sogar ein blau-weiß karierte Tischdecke mit (und natürlich einen selbstgemachten Nudelsalat). Der Sinn dieser Regelung – Getränke kauft man vor Ort, Essen bringt man mit – ist, dass sich dadurch im Biergarten alle Gesellschaftsschichten treffen und es so ein Sammelplatz von jung und alt und von arm und reich wird. Und das am Besten noch an einem grünen Fleck abseits der Hektikt der Stadt, klassischerweise unter den schatten-spendenden Kastanienbäumen.

Die Biergärten durften nun in Bayern am vergangenen Montag wieder aufmachen, natürlich nur mit gewissen Einschränkungen. Und es war am Ende gar nicht mal so seltsam, wie man vorher befürchten konnte. Wir mussten uns am Eingang (mit Maske) anmelden und unsere Kontaktdaten wurden aufgenommen. Dann bekamen wir einen eigenen Tisch zugewiesen – was total unüblich ist für einen Biergarten. Jedenfalls hatten wir dadurch aber genug Platz und saßen zu zweit an einer ganzen Biergarten-Garnitur. Essen und Getränke konnte man wiederum nur mit Mund- und Nasenschutz holen, am Platz selbst brauchte man diesen natürlich nicht. Insgesamt ging das ganz gut und es gab einem ein gewisses Gefühl von Normalität zurück.

Am Montag folgen in Bayern die nächste Schritt der Lockerungen: Restaurants dürfen ab dann auch wieder innen bewirten. Ein paar Tage später werden die Hotels für touristische Zwecke frei gegeben. Und ich werde in den nächsten Tagen mal wieder in die Heimat fahren, nach dem ich dort seit Ende Februar nicht mehr hin konnte. Es geht also vorwärts, zurück in eine neue Normalität, an die wir uns alle aber erst einmal gewöhnen müssen.

2 Kommentare

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