Der Monatsrückblick September 2019

Der September ist durch und es war noch mal ein Monat, in dem ich voll gearbeitet habe. So ein Abschied mit Vorlauf kann sehr nervtötend werden, wenn die Übergabe nicht richtig vorwärts gehen will und man keine langfristigen Projekte mehr anschiebt, hangelt man sich mit den Standards durch den Arbeitsalltag, während die anderen um einen herum mehr als zwei Monate in die Zukunft schauen können.

Privat hat das Fantasy Filmfest viel Platz eingenommen, dazu kam der ein oder andere ausufernde Abend im Strom. Und schließlich begann mit der Wiesn auch noch Münchens fünfte Jahreszeit, was die Stadt jedes Mal wieder verändert – nicht unbedingt zum Guten.

*** Foto des Monats ***

Auf dem abendlichen Weg zum Fantasy Filmfest erwischte ich einmal diesen Sonnenuntergang, von der Hackerbrücke aus gesehen. In München ein bekannter Spot, allabendlich sitzen dort viele Leute auf der Brücke und genießen diesen Ausblick auf die Sonne und die Bahngleise.

*** Filme ***

Wie immer stand im September das Fantasy Filmfest auf dem Programm, was natürlich einen großen Teil des Kino-Budgets gefressen hat. Einmal war ich aber trotzdem noch:

Downton Abbey 7 von 10

Achja, da sieht man dieses Schloß und hört die Musik und schon geht das Wohlfühlkino los. Das ist alles so nett wie unaufgeregt. Wer die Serie gesehen hat, der wird viele der Storylines wieder erkennen. Hier wird nichts neues versucht – zwar besucht dieses Mal nicht irgendwer Downton Abbey sondern gleich die Königsfamilie, sonst ist auf der Kinoleinwand aber nichts größer als auf dem Bildschirm. Der Serien-Cast ist ebenfalls so gut wie komplett mit am Start. Von daher: Nichts neues auf Downton Abbey, das macht es heimelig und die beiden Stunden vergehen angenehm schnell.

Sonstso – In der heimischen Flimmerkiste gab es, von alt nach jung sortiert:

The Dark Knight (2008, Pro 7) hat auch beim zweiten Sehen nichts von seiner Faszination eingebüßt. Vielleicht der beste Superhelden-Film, den ich je gesehen habe und Heath Ledger spielt Christian Bale locker an die Wand.

Wir (2019, BluRay) entpuppte sich trotz der starken Idee als Home-Invasion-Horror der Standard-Sorte, da konnte auch der Twist am Ende nichts mehr dran drehen.

Tatort: Falscher Hase (2019, Das Erste) war nicht mal ein durchschnittler Vertreter seiner Zunft aus Frankfurt und musste sich schon sehr strecken, um wenigstens den skurillen Titel zu erklären.

Der Tatort: Die harte Kern (2019, Das Erste) war ebenfalls ein eher schwächerer, jedenfalls für die Weimarer Verhältnisse mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Da haben die Witze schon mal besser gepasst und die Story sich nicht so schlimm konstruiert angefühlt.

*** Serien ***

Eine Seltenheit gibt es in diesem Monat: Gleich zwei Titel aus dem Free-TV haben Einzug in die Liste gehalten. Der Rest ist von Netflix. In diesem Monat sollte eigentlich auch die siebte Staffel von Suits dabei sein – bis ich merkte, dass sie noch nicht komplett bei Netflix verfügbar ist.

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 2 / 23 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Das 99. Revier des NYPD unter der Leitung von Captain Holt (Andre Braughter) ist wieder zurück. Detective Diaz (Stephanie Beatriz) bekommt die Leitung einer Spezialeinheit, Detective Peralta (Andy Samberg) dagegen muss die Beziehungen zu seiner Kollegin Santiago (Melissa Fumero) und Kumpel Boyle (Joe Lo Truglio) ausloten. Auch Staffel zwei lässt sich wieder sehr gut wegschauen mit seinen kurzen, unterhaltsamen Geschichten. Man mag die Figuren (okay, vielleicht außer Gina (Chelsea Peretti)), auch wenn sie teilweise sehr auf Stereotypen reduziert sind. Trotzdem funktioniert es und wenn man sieht, wie gut sie alle zusammen arbeiten und sich trotz ihrer Unterschiede mögen, dann ist es genau das, wie ein Büro funktionieren sollte.

Fresh Off The Boat (Staffel 5 / 22 Folgen – Pro 7) – 5 von 10

Die Huangs sind wieder da. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1999 und Jessica (Constanze Wu) muss ihr geflopptes Buch verkraften. Eddie (Hudson Yang) wird langsam reifer, genau wie seine beiden Brüder, und Louis (Randall Park) trägt weiterhin die schönsten Poloshirts Floridas. Der Witz ist leider etwas raus und Über-Mutter Jessica schießt auch immer öfter unnötig über das Ziel hinaus. Es bleibt zwar weiterhin sympathisches Wohlfühl-Fernsehen, wird aber zusehends beliebiger.

Green Frontier (Staffel 1 / 8 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Der Dschungel Kolumbiens, an der Grenze zu Brasilien. Der junge Detective Helena (Juana del Rio) wird von Bogota hier her geschickt, um in einer Reihe von mysteriösen Morden zu ermitteln, sehr zum Missfallen der örtlichen Polizei. Sie erkennt schnell, dass der Dschungel mehr Intrigen birgt als die Morde selbst. Sie stößt auf einen mysteriösen indigenen Stamm, der ein außergewöhnliches Geheimnis birgt. Eindrucksvolle Dschungelbilder treffen auf eine Crime Story, die sich im Laufe der Staffel immer mehr in Richtung Mystery zu wendet, bei der die geheimnisvolle Ushe (Angela Cano) das zentrale Element zu sein scheint. Ein wenig verzettelt sich die Serie darin, so viele Aspekte wie möglich mit einzubauen und als dann schließlich auch noch Nazis ihren Auftritt hatten, war mir das etwas zu viel. Schade um die im Grunde gute Idee und dem für uns Europäer exotischen Schauplatz.

The Orville (Staffel 2 / 14 Folgen – Pro 7) – 7 von 10

Die Orville unter dem Kommando von Captain Mercer (Seth MacFarlane) fliegt wieder durchs All und muss in jeder Folge neue Abenteuer bestehen. Weiterhin steht die Beziehung zu seiner Ex-Frau und erstem Offizier Commander Grayson (Adrianne Palicki) im Mittelpunkt, aber auch alle anderen der Brückenbesatzung bekommen ihre Lead-Episoden, allen voran der Moclaner Lt. Bortus (Peter Macon). Das alles sieht mit seinen Abenteuern der Woche, den sparsamen Spezialeffekten, dem kargen Brückendesign und den dialog-fokussierten Drehbüchern mittlerweile so aus der Zeit gefallen aus, das es schon wieder sympathisch ist und die 1990er Zeit des Star Trek Franchises aufleben läßt. Von dort geben sich auch einige Gaststars vor und hinter der Kamera die Ehre. Aber reicht das? Geht man nur nach der ersten Hälfte der Staffel muss man leider sagen, dass das zu wenig ist. Hier hatte man sich offenbar eher an den durchschnittlichen TNG-Episoden orientiert. Die zweite Hälfte legt dann aber nochmal einen drauf und liefert einige wirklich starke Folgen, die auch der aktuellen Discovery Crew sehr gut tun würden.

Ausblick auf den Oktober: Ab dem 6. kommen die Zombies von The Walking Dead auf FOX um die Ecke geschlichen und mal wieder stellt sich die Frage, ob man auch in der mittlerweile zehnten Staffel noch mit dabei sein möchte. Am 8. geht es mit der sechzehnten Staffel von NCIS auf Sat.1 weiter. Am 9. startet die Eigenproduktion Prost Mortem auf 13th Street. Am 25. kommt die zweite Staffel von The Kominsky Method auf Netflix. Und noch wichtiger: Die sechste und anscheinend letzte Staffel von BoJack Horseman startet auf der Plattform am gleichen Tag. Zu Ende geht der Monat mit der dritten Staffel von Slasher auf 13th Street. Und wer es noch nicht gesehen hat: The Handmaid’s Tale hat am 28. seine Free-TV Premiere auf Tele 5.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Spiele, 5 Punkte.

Die erste Krise der Saison scheint überwunden: Nach drei Niederlagen am Stück gelang gegen Sandhausen das Comeback mit einem 1:0 Sieg und danach zwei Unentschieden gegen Nürnberg und gegen Heidenheim. Beides Spiele, in denen auch durchaus ein Sieg möglich gewesen wäre

Beim Unentschieden in Nürnberg war ich das erste Mal in dieser Saison vor Ort. Bei herrlichem Spätsommerwetter  saß ich (der feine Herr) im Gästeblock, hatte die typischen Drei im Weggla, und sah über weite Strecken eine gute Partie des KSCs. Ein dummer Elfmeter brachte die Hausherren in Führung, Stiefler nutzte kurz vor der Halbzeit und direkt vor den Auswärtsfans einen tollen Pass von Grozurek, um den Ausgleich zu erzielen. In der zweiten Hälfte parierte Uphoff mit einer Glanzparade einen Nürnberger Angriff, danach war der KSC am Drücker und drängte auf den Siegtreffer. Er fiel nicht, so blieb es beim Unentschieden, mit dem wohl beide Teams leben konnten.

Nach acht Spieltagen liegt der KSC damit nun auf einem guten Mittelfeldplatz, damit kann man sehr gut leben. Mitarbeiter des Monats: Manuel Stiefler.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Press Club). Gekaufte Konzerttickets: 2 (The Amazons im Oktober und The Menzingers Ende Januar).

Ezra Furman war mir bisher kein Begriff, bis Plattentests.de sein neues Album als Punk-Platte bezeichnete und ich am Wochenende kurz mal reinhörte. Gekauft war Twelve Nudes dann schnell, genau so schnell wie das Album selbst, das grade mal 27 Minuten dauert. 11 Songs werden in dieser Zeit gespielt, und so wie Calm Down zum Autakt geht auch der Rest recht gut durch.

Als zweites gibt es noch ein Lebenszeichen von The Menzingers, die kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums stehen. Unter anderem wird America (You’re Freaking Me Out) dort zu hören sein. Der Song hat ein simples Video dazu bekommen, in dem man einen Außerirdischen durch die USA reisen lässt. Etwas Humor und eine Gummimaske, schon hat man mich.

*** Krieg und Frieden ***

In diesem Monat konnte ich keine relevanten Sprünge bei dieser Mammutaufgabe machen. Die ersten 200 Seiten habe ich nun geschafft, damit bin ich grade mal 80 Seiten weiter gekommen. Immerhin, der erste Teil des ersten Buches (von denen es fünf gibt) ist geschafft und ich bin nun von der adeligen Gesellschaft zum Heer gewechselt.

Nächsten Monat sollte es deutlicher nach vorne gehen, es stehen so einige Reisen an!

*** Suchanfrage des Monats ***

Aus irgendwelchen Gründen war im vergangenen Monat mein Überblick über Musikvideos mit Johnny Depp äußerst populär. Google brachte einige Leser extra dafür hierher. Ob die Wiesn etwas damit zu tun hat?

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Mit dem Brandenbulli durch die Niederlausitz: Inka von Blickgewinkelt mit einem ausführlichen Essay zu ihrer Tour.

Wer vom Reisen schreibt, der hat viel Verantwortung: Heldenwetter schreibt über die Fallen in der Berichterstattung von Reisebloggern.

Abseitige Filme für Netflix-Verwöhnte: Ein Interview mit Frederike Dellert über die Filmauswahl beim Fantasy Filmfest, erschienen bei GMX.

Wieso wir Stranger Things Staffel 3 lieben: Die neuste Folge des Serien-Podcasts BingeHype von Nicole, Tami und Conny.

Die wundersame Geschichte von GOBLIN 2: Der Wortvogel auf den Spuren einer deutschen Crowdfunding-Kampagne für einen Genre-Film aus Baden Baden.

Und das war’s für diesen Monat. Der nächste Monat wird stressig werden: Die letzten Tage im Büro stehen an, ich habe vorher noch mal ein paar Tage frei und besuche außerdem noch ein letztes Mal unser Londoner Büro. Die Beschäftigung wird mir aber hoffentlich gut tun. Bis dahin: Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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6 Responses to Der Monatsrückblick September 2019

  1. Nicole says:

    Ahh Dankeschön für die Verlinkung unseres Podcasts, wir hoffen nämlich dass der endlich mal Zuhörer findet, damit wir nicht nur für uns Sprechen. Das macht zwar auch Spaß, aber man stellt das ja bewusst online :D . Das mit The Handmaids Tale hatte ich noch gar nicht mitbekommen, dass es da ein Startdatum gibt, muss ich unbedingt bei meinem Serien Talk ergänzen, weil da einige meiner Leser schon drauf warten. Finde die Serie soo klasse. Habe gerade S3 beendet und die war Hammer. Die Beste Staffel bisher.

    Dass die Wiesen München negativ verändert, finde ich nicht überraschend, da gibt es ja immer Dokus zum Verhalten der Gäste und manche lassen ihre Manieren scheinbar zuhause zurück.

    • Nicole says:

      Dankeschön für dein liebes Kommentar. Ich glaube fast, jeder war irgendwann schon einmal in Jesolo :D . Ist halt auch ein beliebter Touristenort, aber mir reicht es nun erstmal. Ich war da nun oft genug, jetzt möchte ich mal andere Gegenden erkunden. Das mit den Tauben ist ja nun zum Glück kein Thema mehr. Werde ich auch im nächsten Post ansprechen.

      • Nummer Neun says:

        Oh, lief S3 schon auf Prime Video? Habe ich ja nicht, da warte ich immer auf den Blu-Ray Release.

        Ja die Leute auf der Wiesn sind schon krass und das erstreckt sich dann teilweise über die ganze Stadt. Also man kann da schon richtig Spaß haben, aber man darf nicht nach links oder rechts schauen, da tun sich manchmal Abgründe auf.

        Was ist denn mit den Tauben passiert?

        Schon gesehen, dass Stranger Things nun für die vierte Staffel bestätigt wurde?

        • Nicole says:

          Ich komme bei Handmaid’s Tale dank Entertain in den Genuss. Die haben die ja immer bei Magenta TV sehr flott. Die sind mittlerweile verschwunden, weil man sie auf dem Platz nicht mehr füttern darf. Das hat natürlich dazu gesorgt ,dass die Vögel die da sind einen in Ruhe lassen ;) . Ja habe ich, war aber überrascht, weil ich dachte dcas S4 schon längst durch sei.

          • Nicole says:

            Die Antwort auf dein Kommentar findest du auf dem Blog, bei WordPress spinnt bei mir weiterhin das Antwortfeld :/Der Button Kommentar absenden verschwindet da immer.

          • Nummer Neun says:

            Die wachsende Anzahl der Streaming- und Pay-Anbieter wird in Zukunft halt immer mehr dazu führen, dass man nicht mehr alles sehen kann. Bei mir fliegen Magenta TV und Prime Video unter dem Radar. Bei wichtigen Serien wie Handmais’s Tale habe ich mir dann immer noch mit DVDs beholfen, das ist aber auch keine Lösung für alles.

            Komisch mit den Antworten auf die Kommentare. Könnte sein, dass es ab einer bestimmten Verschachtelung nicht mehr geht?

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