Griechenland 2018: Santorini

Nach gut drei Stunden Fahrt kam die Fähre von Paros in Santorini an. Mit dem Bus fuhr ich direkt weiter ins Zentrum von Fira und suchte mir dort vom Busbahnhof aus den kurzen Weg in mein Hotel.

Das Hotel

Meine Erwartungen an das Hotel waren hoch, es war schließlich bereits in der Vorsaison recht teuer – aber wenn man schon nach Santorini fährt dann richtig. Im Hotel Villa Renos wurde ich dann direkt auf mein Zimmer geführt, die Balkontür aufgemacht und ich war sprachlos wegen des Ausblicks auf die Caldera.

Auf dem Balkon konnte man es schon aushalten – besonders, wo das Wetter jeden Tag besser wurde. Morgens konnte man schauen, welches Kreuzfahrtschiff heute im Hafen lag, abends konnte man sich den berühmten Sonnenuntergang direkt von der Liege aus anschauen, mit einem kühlen Getränk aus der Minibar in der Hand.

Das Hotel bot aber nicht nur den grandiosen Ausblick, sondern auch ein tolles und abwechslungsreiches Frühstück, bei dem an jeden Tag ein anderes Menu serviert wurde. Ungewöhnlich, aber gut. Auch die Lage war gut, nur ein paar Stufen entfernt von der Fußgängerzone der Stadt – während viele andere Gästezimmer und Hotels mit ähnlichem Ausblick etwas umständlicher zu Fuß zu erreichen sind. Das Hotel lag auch direkt am bekannten Eselsweg, weswegen sich mehrmal am Tag eine Karawane mit Eseln und Glöckchen um den Hals am Hotel vorbei schlängelten.

Die Stadt Fira

Nur einige Meter weiter, ein paar Stufen vom Hotel aus den Weg hinunter, stand eine alte Kirche, die in den folgenden Tagen mein Lieblingsmotiv wurde. Sie war recht klein, der Putz blätterte an manchen Stellen ab und sie lag äußerst fotogen.

Wenn man die Treppen vom Hotel aus dagegen hoch ging, landete man direkt an einem Touristen Hotspot. Hier, vor dem Hotel Atlantis, machten die Tagestouristen ihre Fotos von der Bucht und dem Sonnenuntergang. Da war es von meinem Balkon aus doch sehr viel gemütlicher. Ich möchte nicht wissen, in wie viele Fotos ich in den Tagen hinein geplatz bin. An dieser Ecke war auch die P.K. Cocktail Bar, in der ich ab und an für einen Absacker war. Und von dessen Eingang aus eine Büste die Bucht überwachte.

Hier begann auch die große Fußgängerzone mit seinen Geschäften, Restaurants, Clubs und immer wieder mit dem Ausblick auf die eindrucksvolle Bucht und auf die Häuser der Stadt, die sich an die Steilküste schmiegten. Es war wie gemalt, überall die kleinen, weißen Häuser, es war kitschig, aber es war unglaublich schön. Hier lebt jeder vom Tourismus, es ist völlig egal, ob es Griechenland ist oder nicht, es ist ein Museumsdorf für die Welt. Die Straßen waren voller Asiaten und bei meinen ersten Gang durch die Stadt dachte ich, soeben wäre ein Bus mit jungen Influencerinnen angekommen. Es ist kein Wunder, dass Fotos von Santorini Instagram überschwemmen. Es ist einfach so hübsch.

Da das Wetter an den ersten Tagen noch etwas schlechter war, besuchte ich das Museum of Prehistoric Thera. Die Sammlung war recht klein, aber in Anbetracht des Alters gab es aber ein paar spannende Wandgemälde und Skulpturen zu besichtigen.

Man sollte ebenfalls auch mal zum Alten Hafen der Stadt herunter laufen. Ich folgte dafür einfach den Eselsweg von meinem Hotel aus und hatte unterwegs so einige Begegnungen mit den Tieren. Wenn nicht grade eine Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt, geht es am Hafen recht gemütlich zu, jedenfalls jetzt in der Vorsaison. Die Seilbahn brachte mich wieder zurück in die Stadt.

Insgesamt verbrachte ich fünf Nächte in Fira. Die Tage waren recht leer gehalten, ich lief immer wieder durch die Stadt, und wenn mein Hauptziel des Tages war, Postkarten zu kaufen und zu schreiben, dann reichte das schon für einen erfüllten Tag. Es war wirklich sehr entspannend und es wurde nie langweilig.

Das Essen

Überraschend gut habe ich in Fira gegessen! Erwartet hatte ich Restaurants, die wissen, dass ihre Gäste im Urlaub sind und nur einmal kommen werden – aber so war es aber nicht. Sicherlich, man weiß, worauf man achten muss: Nicht unbedingt das Restaurant mit der besten Aussicht wählen, sondern eher die kleineren Läden mit einer überschaubaren Speisekarte in einer Nebenstraße. Und das hat dieses Mal ausgesprochen gut funktioniert – zu Münchner Preisen, ungefähr.

Bemerkenswert war dabei, von oben links im Uhrzeigersinn gesehen: Das Salt & Pepper mit Hühnchen in einer Zitronen-Sahne Sauce,  Nikolas mit einer Lammkeule und Nudeln und das Convinium mit dem Rindersteak mit Parmesan und Rucola. Nicht im Bild: Ein fantastisches, hausgemachtes Baklava im Elia.

Die Wanderung nach Oia

Wie auf Paros habe ich auch auf Santorini eine Wanderung unternommen. Es war wohl die klassische Wanderung von Fira nach Oia, dem zweiten größeren Ort auf der Insel, an der Nordspitze gelegen. Es war – natürlich – die Wanderroute 9, für die man ungefähr 3 Stunden braucht und die sich auch von einem Schreibtischarbeiter gut bewältigen lassen.

Der Weg führte die meiste Zeit an der Küstenlinie entlang, vorbei an Firostefani, oft auf befestigten Wegen. Irgendwann erklamm man dann auch den Bergrücken der Insel und man konnte sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Seite das Mittelmeer sehen. Hier pfiff auch der Wind gehörig entlang. Ein Stück bereitete mir etwas Sorge, als aus dem befestigten Weg eine Schotterpiste wurde, es furchtbar zog und man sowohl einige Höhenmeter nach oben, als auch nach unten hatte. während es an einer Seite recht steil auch hinab ging. Hier hatte ich schon Respekt und fühlte mich etwas unsicher mit meinen alten Sneakern. Als ich diesen Abschnitt mühsam geschafft hatte, kamen kurz danach einige Kinder den Weg fröhlich runter gehopst. Die Jugend! Der Ausblick auf dem Wanderweg entschädigte allerdings für vieles und als dann irgendwann Oia in Reichweite kam, war das ein recht befriedigendes Gefühl.

Die Stadt Oia

Oia ist im Vergleich zu Fira die etwas jüngere Stadt und wurde nach einem schweren Erdbeben in den 50ern fast komplett neu aufgebaut. Und dafür hatte man sich Fira offenbar sehr genau angeschaut und weiter optimiert. Auch hier gibt es die Hänge mit den vielen weißen Häusern und den großen Terrassen, noch etwas besser in Richtung Sonnenuntergang ausgerichtet. Die großen Straßen für die Fußgänger waren breiter und hatten weniger Stufen, alles war noch etwas exklusiver und teurer. Und Aussichtspunkte gab es auch – mehr als genug. Außerdem bot Oia viele kleine Windmühlen, ein weiteres, sehr beliebtes Fotomotiv. Die Stadt war sehr schön, aber noch touristischer.

Nach der Wanderung und der Stadtbesichtigung war ich ziemlich platt. Der Bus brachte mich zurück nach Fira, wo ich mich am Abend mit letzter Kraft noch zum Essen schleppte und den nächsten Tag noch einmal zum gediegenen ausspannen nutzte.

Und damit ging mein Urlaub in Griechenland auch schon zu Ende. Ich war das erste Mal in diesem Land, aber hoffentlich nicht das letzte Mal. Besonders Santorini hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, man merkt es der Länge dieses Eintrags an, aber auch die Sehenswürdigkeiten Athens kann ich nur loben. Es war ein recht entspannter Urlaub, in der ich sehr viel Zeit für mich hatte und mir wieder einmal bewußt, wie glücklich ich mich schätzen kann, solche Reisen zu unternehmen. Ich habe gut gegessen und viel gesehen, und dabei viele Kilometer zurück gelegt. Es war rundum gelungen.

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Griechenland 2018: I: Athen + II: Paros + III: Santorini

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