FiSe Musi im Dezember

Endspurt – ein Jahr FiSe Musi ist geschafft! Wie schnell das doch ging. Alle noch da nach Weihnachten? Das viele Essen schon verdaut, Vorsätze fürs neue Jahr getroffen? Schieben wir aber doch erst noch einmal die Weihnachtsgans zur Seite und blicken auf den Dezember zurück

*** Kino ***

Das war doch noch mal ein starkes Programm zum Jahreabschluß. Amy Adams scheint zur Zeit sehr stark ausgelastet zu sein und Mitternachtspremieren verlangen ziemlich viel Disziplin, wenn man am nächsten Tag wieder arbeiten muss.

Arrival 9 von 10

Zwölf außerirdische Raumschiffe erscheinen an anscheinend willkürlich ausgewählten Punkten auf der Erde. Das US-Milität engagiert in Montana die Linguisten Dr. Banks (Amy Adams) und den Physiker Donnely (Jeremy Renner), um mit den Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. Gar nicht so einfach, scheinen diese Wesen doch eine völlig andere Vorstellung von Kommunikation zu haben. Was sich vielleicht etwas spröde liest, ist auf der Leinwand unheimlich faszinierend anzusehen. Es ist ein cleveres Science-Fiction-Drama, was Regieseur Denis Villeneuve uns da vorsetzt und ein Lehrstück darüber, was Kommunikation alles bewirken kann. Die Spezialeffekte halten sich dezent im Hintergrund, Adams hat dafür genug Platz, um zu glänzen. Und als wäre das noch nicht genug, ist auch die Auflösung perfekt gelungen.

Nocturnal Animals 8 von 10

Susan (erneut Amy Adams) ist Betreiberin eines Kunstmuseums in New York. Unerwartet erhält sie von ihrem Ex-Mann Edward (Jake Gylenhaal) einen Brief mit einem noch unveröffentlichen Skript für einen Roman mit dem Namen Nocturnal Animals. Als ihr jetziger Mann mal wieder auf Geschäftsreise ist, beginnt sie, das Skript zu lesen. Darin geht es um den Tony (ebenfalls Gylenhaal), der mit seiner Frau und seiner Tochter im Wagen durch Texas unterwegs ist und auf dem Highway auf eine Gruppe von Verbrechern trifft, die seine Familie entführt und ermordert. Susan erkennt mit der Zeit immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Personen im Buch und ihrem eigenen Leben. Solche Film im Film Geschichten können gerne auch mal in die Hose gehen, aber Regieseur Tom Ford tappt nicht in diese Falle. Während die Buchgeschichte im dreckigen, verstaubten Texas spielt, ist die Rahmenhandlung in der stylischen Kunstszene verankert (was zu einem denkwürdigen Intro führt), und sind so klar abgegrenzt. Und besonders der Roman ist packend und spannend umgesetzt und ist so nicht für Susan ein echter page-turner. Aber auch wenn die Verknüpfung der beiden Welten durchaus gelungen ist, empfand ich die Rahmenhandlung jedoch als etwas schwach.

Rogue One – A Star Wars Story 6 von 10

Die Rebellen befreien Jyn (Felicity Jones) aus den Händen des Imperiums um mit ihrer Hilfe ihren Vater (Mads Mikkelsen) zu stoppen, der dabei ist, den Todesstern zu entwickeln. Zusammen mit Cassian (Diego Luna) und dem Droiden K-2SO versucht sie, die Baupläne des Todessterns zu beschaffen. Anscheinend hat ihr Vater eine Schwachstelle mit eingebaut. Wie bei vielen Prequels üblich, weiß man auch hier im Prinzip schon, wie die Geschichte ausgeht, schließt doch Episode IV fast nahtlos an. Die Kunst ist dann, trotzdem eine spannende Geschichte zu erzählen. So ist auch hier der Weg dorthin das eigentlich Ziel, und die wird Star Wars untypisch recht düster erzählt. So kracht es in der zweiten Hälfte des Films an so ziemlich jeder Ecke. Leider hat man es aber in der ersten Hälfte nicht geschafft, sympathische und interessante Charaktäre zu etablieren (was in Episode VII sehr viel besser funktioniert hatte). So bleiben am Ende beeindruckende Schauwerte – wer würde nicht gerne auf Scarif Urlaub machen – und gut inszenierte Action, der aber leider das Herz der meisten Star Wars Filme fehlt.

*** Serien ***

Die letzten Serienstaffeln für dieses Jahr sind geschaut. Ein richtiges Highlight war nochmal dabei!

Aquarius (Staffel 2 / 13 Folgen) – 7 von 10

Sergeant Hodiak (David Duchovny) ist zurück und ermittelt mit seinen Kollegen (Grey Damon und Claire Holt) wieder im Los Angeles der auslaufenden 60er und schlagen sich dabei mit Hippies, Drogen und den Rassenunruhen herum. Mit dabei ist auch die Manson Family (unter der Führung von Gethin Anthony), deren Schicksal langsam auf die Tate-Morde hinaus läuft. Duchovnys Figur ist dabei zugänglicher als in der ersten Staffel. Insgesamt funktioniert die Serie sehr gut als Polizeiserie mit Zeitkolorit. Die Manson Geschichte plätschert dagegen lange so dahin, ohne große Bindung zum Rest der Serie. Schade, weil das Ende ist dann tatsächlich sehr zerstörend.

Killjoys (Staffel 2 / 10 Folgen) – 7 von 10

Unsere interplanetaren Kopfgeldjäger sind wieder zurück! Die Crew harmoniert immer besser unter der Führung von Dutch (Hannah John-Kamen), sieht sich aber in der zweiten Staffel mit einigen Problemen konfrontiert. Ihre Heimatbasis Old Town ist von einer seltsamen Energiemauer umgeben. Und sie versuchen hinter das Geheimnis der Stufe-6-Killjoys zu kommen. Die Serie ist immer noch knackig und unterhaltsam inszeniert und wie gut ist bitte die Musik? Allerdings geht der Trend anscheinend langsam zu einem größeren Handlungsbogen – was etwas schade ist, weil mir die Aufträge der Woche doch etwas besser gefallen.

Mörderisches Tal – Pregau (Staffel 1 / 4 Folgen) – 8 von 10

Bei einer nächtlichen Spitztour verunglücken Rosa und Gregor auf der Autobahn. Rosa fuhr den Wagen, betrunken und ohne Führerschein. Ihr Onkel, der Polizist Hannes (Maximilian Brückner), hatte sie kurz vorher noch angehalten, aber sie trotzdem weiter fahren lassen. Dieser kleine Fehler zieht immer größere Kreise im beschaulichen Pregau. Die Österreicher wieder! Wie sie beständig immer wieder solche schwarzen Serien hervorholen. Diese hier fängt sehr langsam und unüberschaubar an, steigert sich dann aber von Folge zu Folge und bietet am Ende Mord, Erpessung, Mafia und Inzucht. Und da einige zentrale Rollen auch von Deutschen gespielt werden, haben auch wie Piefkes keine hohe Sprachhürde zu überwinden.

Westworld (Staffel 1 / 10 Folgen) – 9 von 10

In einem Vergnügungspark werden die Gäste einer Westernwelt durch sogenannte Hosts unterhalten, täuschend echten Robotern. Gesteuert werden sie von Dr. Ford (Anthony Hopkins), der hinter den Kulissen die Fäden in der Hand hält. Doch im Laufe der Zeit merken die Roboter, allen voran Dolores (Even Rachel Wood) und Maeve (Thandie Newton), dass irgendetwas mit ihrer Welt nicht stimmt. Jonathan Nolans Serie basiert lose auf dem Roman von Michal Crichton, aus dem 1973 schon einmal ein (hervorragender) Film entstand. In den ersten Folgen ist man noch damit beschäftigt, sich an dieser unglaublichen Welt (vor und hinter den Kulissen) satt zu sehen. Dass dabei immer mehr Fragen aufgeworfen werden, stört nicht. Man würde am liebsten alles selbst entdecken wollen. Spätestens ab Mitte der Staffel zieht das Erzähltempo spürbar an, es gibt immer wieder WTF-Momente, die aber nie unfair wirken, weil es immer genug Hinweise auf sie gab. So schafft es die Staffel am Ende schließlich, ziemlich viele der Fragen zufriedenstellend zu beantworten und einen runden Abschluß zu bilden. Zu schade, dass es frühstens erst 2018 weiter gehen wird.

Das Jahresranking folgt dann im großen Abschluß am Silvestertag. Und dann geht es im Januar auch schon gleich wieder weiter. Am 6. startet Sky Atlantic mit American Crime Story nach dem wahren Fall von O.J. Simpson. Michael Weatherlys neue Serie Bull feiert am 11. auf 13th Street seine Premiere. Pro7 setzt am 28. die zweite Staffel von Fresh Off The Boat fort. Und ein Tipp fürs Free-TV: Die erste Staffel von Wayward Pines ist ab dem 31. auf ZDFneo zu sehen.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 3 Spiele, 2 Punkte, Platz 15.

Interims-Trainer Kwasniok entfachte wieder etwas Feuer bei Mannschaft und Fans und holte zwei Punkte, die letztlich den KSC noch vor den Abstiegsplätzen hielt. Und dann gab es kurz vor Weihnachten schon die Bescherung für die KSC-Fans: Mirko Slomka wurde als neuer Trainer vorgestellt. Wenn das mal kein Königstransfer ist!

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0. Gekaufte Konzerttickets: 0.

Viel Neues gibt es am Ende des Jahres ja meistens nicht. Deshalb behelfe ich mir heute mal mit einem Cover. Die wunderbaren DMA’s aus Australien covern Cher‘s Believe. Viel Spaß.

*** Foodpic des Monats ***

Ab und an kann man ja ruhig mal etwas mehr für das Essen ausgeben. Ein teureres Restaurant zeichnet sich im besten Fall von einer hohen Qualität des Essens aus, einem aufmerksamen Service und einem gewissen Freiraum. Andererseits sollte es auch nicht zu steril und spießig wirken. Das noch relativ neue Restaurant avva erfüllte genau diese Kriterien. Serviert wird gehobene südafrikanische Küche.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Eigentlich wollte ich zunächst über das Topspiel der Hinrunde schreiben, Bayern gegen Leipzig. Kurz: Der große FC Bayern wäre nicht so gut dabei weg gekommen. Das hatte ich aber leider verpasst. Dann wollte ich statt dessen etwas über die Hinrunde allgemein schreiben. Bin ich auch nicht dazu gekommen. Und da Fußball-Themen hier ja abseits der großen Turniere eh nie funktionieren, habe ich es nun einfach gelassen. Aber den blonden Hummels muss ich trotzdem noch loswerden:

*** Frage des Monats ***

Auf der Suche nach einem guten Namen für diese Eintragsreihe wende ich mich mal wieder an euch. Habt ihr einen Geistesblitz, wie man das Kind im neuen Jahr nennen könnte?

Und das war’s für diesen Monat und fast für dieses Jahr. Pünktlich an Silvester wird hier noch das Jahresranking erscheinen und dann ist auch 2016 endlich Geschichte. In diesem Sinne: Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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5 Responses to FiSe Musi im Dezember

  1. ide02 says:

    Wir waren gestern in Rogue One und würden – gefühlt wie immer ;-) – 1 Punkt mehr geben. Also 7 von 10. Das dieses Mal zu viel “wars” war, fanden wir auch. Aber ich fand, dass die Story an sich lockerer rüberkam. Sie fühlte sich für mich stimmiger an als Episode VII, wo ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Macher sich verkrampfen mussten, um Bögen zu Handlungen zu spannen. Schwer zu beschreiben ;-) , aber Rogue One fand ich besser als Episode VII, obwohl ich selbst nicht so der Kampfszenenfan bin.
    Komm gut ins neue Jahr! :-)

  2. Stepnwolf says:

    “Nocturnal Animals” steht bei mir Anfang nächstes Jahr auf dem Programm. Dann läuft der in unserem kleinen Programmkino im Original. Ich bin schon echt gespannt.

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