Brasil 2014: II – Manaus

Mit dem besten Flug, den wir bis dahin hatten (danke TAM!), landeten wir mittag in Manaus, der Millionstadt am Amazonas. Die grüne Hölle, wie man in manchen Fußballberichten hören konnte. Ganz so schlimm war es nicht, aber ich musste dort ja auch kein Fußball spielen. Sondern nur den Flughafen verlassen und dann mit dem Bus in die Stadt fahren. Aber das war schon schweißtreibend genug.

Eine schlechte Nachricht bekamen wir schon im Vorfeld: Die Zimmer in unserem Hotel sind nicht rechtzeitig fertig geworden und wir wurden umgebucht in ein Hotel im Zentrum. Ohne Safe, mit einem unterschwelligen Zimmergeruch, nachts lauter Musik aus dem Club nebenan und einem formidablen Ausblick:Wenigstens funktionierte die Klimaanlage, es war sogar die beste, die wir auf der ganzen Reise hatten. Leise und kühl, so muss das sein. Und so war ich mittags immer froh, wenn ich mich aus der Hitze der Stadt ins Hotel verziehen konnte. Weil heiß war es schon.

Abseits der Klimaanlage war das Teatro Amazonas ein Highlight der Stadt. Alle Bauteile vollständig aus Europa importiert, hatte man sich in der Blütezeit der Stadt mal was gegönnt. Und hat es schön in Schuß halten können. Auch schön: Für einen geringen Eintrittspreis konnte man das Theater alleine ohne Führung erkunden, sich in alle Logen setzen und das Ambiente genießen. Als wir dort waren, war sogar grade eine Orchesterprobe, besser ging es also fast nicht.Zwar hatte man nicht so wie in Rio das Gefühl, überall wären Touristen, aber Manaus hatte sich für die Besucher trotzdem einiges einfallen lassen. Kostenlose Führungen auf englisch (was alleine schon keine Selbstverständlichkeit ist) für kleinste Gruppen in einigen historischen Gebäuden. So bekamen wir eine Führung im Palácio de Justica (ohne Foto) gegenüber des Teatros und im Palácio Rio Negro (nächstes Foto), dem alten Sitz der Landesregierung. Etwas zahlen musste ich dagegen für das Museo do Indio (das darauffolgende Foto), dafür gab es dort auch eine Privatführung und man konnte sich die Errungenschaften der indigenen Völker des Amazonas anschauen.Das Zentrum der Stadt war äußerst geschäftig. Jede Menge Straßenhändler, normale Geschäfte und Banken und natürlich auch hier dieser Verkehr! Eine Bushaltestelle, die sich völlig unübersichtlich über hunderte von Meter erstreckte, hier war einiges los. Gut, dass es dazwischen eine Kathedrale gab, in der man wieder etwas zur Ruhe kommen konnte. Aber auch hier hatte die WM Einzug gehalten: Geschmückt war sie mit den Flaggen der Länder, die zu Spielen nach Manaus mussten. Außerdem wurden an den Spieltagen Gottesdienste in den Landessprachen der Teams abgehalten. Ein paar Meter weiter war man bereits am Hafen. Von hier aus gingen die bunten Touristenschiffe los, die die Besucher in den Amazonas entführen.Und dann waren wir auch noch zum Start der WM in der Stadt. Dazu waren die Straßen bunt geschmückt. Und je näher der Start rückte, um so mehr gelbe Trikots sah man in der Stadt. Am Tag des Eröffnungsspiels war es dann endgültig geschehen. Wie uns von einigen Einheimischen gesagt wurde, drehten an dem Tag alle durch. Chaotische Zustände auf den Straßen vor dem Spiel – während des Spiels fuhr dann kein Auto mehr. Wir sahen das Spiel in unserem Hotelzimmer (Klimaanlage!) und hörten zu jedem Brasilientor sowie zum Abpfiff die Böllerschüße eines kleinen Feuerwerks.Zu unserem Spiel waren wir ziemlich früh am Stadion, genau wie viele Engländer, die rund um die Arena da Amazonia tranken und viele Kolumbianer, mit denen wir dann in einem Restaurant zusammen uns deren Spiel auf den Bildschirmen ansahen und uns noch etwas stärkten – mit Spare Ribs und einem der leckersten Säfte, den ich je getrunken hatte. Frischer Ananassaft, Leute!

Zum Thema Essen muss ich auch noch die Rancho Búfalo erwähnen, eines der vielen Buffetrestaurants des Landes, aber auch mit einer großen Auswahl an Fleischsorten, die man direkt vom Spieß auf den Teller bekommt. Auf die Frage, ob ich die Spieße mal fotografieren dürfte, haben sich die Köche gleich dazu gestellt und posiert. Zu schade, dass ausgerechnet dieses Foto so unscharf geworden ist.Am Tag nach dem Spiel war der nächste Transfer eingeplant: Weiter ging es nach Salvador, wo wir Karten hatten für das erste Deutschland-Spiel. Wir hatten einen Flug über Brasilia gebucht mit einer Umsteigezeit von nicht einmal einer Stunde. Und nach dem im Vorfeld öfter zu lesen war, dass die Flughäfen in Brasilien wohl nicht rechtzeitig fertig werden sollten und die WM-Gäste am Ende ewige Warteschleifen drehen müssten, war ich etwas nervös, ob die Flüge auch so klappen würde, wie wir es gebucht hatten.

Aber es lief alles problemlos. Beide Flüge waren pünktlich und der Flughafen in Brasilia entpuppte sich als sehr modern und durchdacht und wir erreichten den Weiterflug nach Salvador sehr entspannt. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir Salvador de Bahia, die nächste Station der Tour.

I: Rio de JaneiroII: ManausIII: SalvadorIV: Morro de São Paulo

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