Let’s Be Still

Liebe Konzertgänger, was haltet ihr denn so von Live-Auftritten von Bands, die eher ruhigere Musik machen? Ich finde es ja etwas schwierig. Entweder ist die Band so gut, dass sie ihre Stücke besonders einfühlsam rüber bringen kann oder sie überrascht mit ungewohnten Entertainer-Qualitäten und schaffen es, so etwas mehr über die Songs zu erzählen. Oder man ist selbst ein dermaßener Super-Hardcore-Fan, dass man jede Zeile mit (geschlossenen Augen) singen kann. Wenn das alles nicht zu trifft, kann es etwas öde werden. So wie gestern. Da war ich bei The Head And The Heart im Münchner Strom.

Was soll man groß dazu sagen? Musikalisch war das in Ordnung, sie haben vieles von ihrem akutellen Album gespielt und das klang auch gut. Sympathisch waren sie. Aber das war es halt auch schon. Die Songs klangen wie auf dem Album, keine Variationen. Gesprochen haben sie auch wenig mit dem Publikum, außer den Standard-Sachen wie es ist toll, hier zu sein und ihr seid fantastisch (waren wir nicht) und natürlich Prost kam da nicht viel. Und so hat mir die gute Stunde Konzert dicke gelangt. Vor der Zugabe habe ich mir schon meine Jacke abgeholt – wir standen dieses Mal so weit hinten, da war das nur ein kurzer Weg. Und mit Ende der Zugabe: Ab zur Tür und raus. Ich muss den Blog-Eintrag heute schreiben, aus Angst, es morgen bereits wieder vergessen zu haben.

Ist zwar etwas schade, weil ich mag das Album ja wirklich. Aber so ist das nun einmal. Ich habe ja schon gelernt, dass ich mir Post-Rock nicht live anschauen muss. Bei den ruhigen Bands schwankt das noch ein wenig. Was da To Kill A King neulich aufgebaut haben, haben sie nun wieder ein wenig eingerissen.

Nun ja, sei es drum. Die Karte hat 23€ gekostet, das ist ja nun auch nicht die Welt. Und zur Versöhnung gibt es nun auch noch ein Lied von ihnen: Let’s Be Still. Hätte man sich auch ab und an von Teilen des Publikums gewünscht.

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4 Responses to Let’s Be Still

  1. bknicole says:

    Die Band kenne ich gar nicht, wäre mir aber auch etwas zu still. Schade, dass das Konzert dir nicht so gut gefallen hat, aber nun weist du, dass das Album ausreicht ;) .

    Ich bin ja mal gespannt, was du im Anschluss über Nonstop sagst.

  2. Die Band ist nicht so mein Fall und auch sonst stehe ich ruhigen Konzerten echt zwiespältig gegenüber. Manchmal lohnt es sich aber echt, z.B. bei Bon Iver.

  3. Seb says:

    Das eigentliche Problem sprichst du im letzten Satz quasi am Rande an. Bei Konzerten von “ruhigen” Bands/Künstlern sind nicht die Protagonisten mein Hauptproblem, sondern das Publikum, dass es nicht fertig bringt, für 1-2 Stunden, für die es ja in den allermeisten Fällen nicht wenig Geld bezahlt hat, seine Fresse zu halten. Zum Glück sprechen das mittlerweile viele Künstler sehr deutlich an, was auch manchmal hilft. Trotzdem geht es mir einfach nicht in den Kopf, warum man sich ausgerechnet während eines Konzerts (lautstark) unterhalten muss. Vorher und nachher ist doch genug Zeit, und wenn das nicht reicht, sollen die Leute doch einfach in die Kneipe gehen.
    “Ruhige” Konzerte hängen natürlich wirklich von der Band ab – auch ruhigeres Material kann man toll auf die Bühne bringen. Und wenn das Publikum dann auch ruhig ist – perfekt!

  4. Nummer Neun says:

    Ja das stimmt mit dem Publikum, ist oft schwer zu begreifen. Bei den Vorbands kann ich es ja noch nachvollziehen (und der Support-Typ bei diesem Konzert war echt grottenlangweilig, da haben wir selbst etwas gequatscht), aber beim Hauptact, der Grund, warum alle da sind? So viele +1 können es doch gar nicht sein.

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