Serienwahn 2013/II

Was denn, schon wieder ein Quartal rum? Na gut, dann also hier wieder der Serienüberblick. Sieben Serien, viele verschiedene Genres. Von Comedy über Soap und softer SF bis hin zu Drama und Thriller, da sollte für jeden was dabei sein. Nicht dabei sind die Serien Lillyhammer und Defiance. Habe ich beides versucht, es aber jeweils nach 2-3 Episoden sein lassen. Dafür warte ich noch auf die letzten Folgen der vierten Staffel von Southland. Kurz vor Schluß hat Kabel Eins die Ausstrahlung einfach abgebrochen. Hoffentlich geht es im Herbst weiter.

Community (Staffel 2, Comedy Central) – 7 von 10

Die Lerngruppe ist wieder da! Zwar zünden dieses Mal nicht alle Folgen, besonders manche Mottofolgen sind teilweise etwas zäh, aber man schaut ihnen so gerne dabei zu, der Gruppe um Jeff Winger, Chevy Chase, Alison Annie Brie und Hangover-Star Ken Jeong. Wer Spaß daran hat, findet unzählige Anspielungen auf andere Filme und Serien oder erfreut sich einfach an ein paar richtigen Ausreißer nach oben. Warum bei den Ausstrahlungen jedoch einige Folgen fehlten, bleibt wohl das Geheimnis von Comedy Central.

Community (Staffel 3, Comedy Central) – 7 von 10

Und gleich weiter mit der nächsten Staffel. Dieses Mal mit einer deutlich ausgeprägteren Verzahnung der Folgen, John Goodman als Gaststar in einigen Episoden und noch mal mehr Mottofolgen. Die funktionieren allerdings nicht alle, z.B. die Folge, die als altes Computerspiel erzählt wird, ist zwar sehr kreativ, aber der Witz blieb ein wenig auf der Strecke. Volltreffer waren dagegen die Folgen um die 7 verschiedenen Zeitstränge und die Shutter Island Episode. Das Pendel schlägt dieses Mal weiter und öfter in die Extreme aus und landet schließlich doch noch auf einer guten 7.

Homeland (Staffel 1, Sat 1) – 9 von 10

Der seit Jahren im Irak vermisste Marine Nicholas Brody wird durch eine Spezialeinheit aus den Fängen von Terroristen befreit und in die USA zurück gebracht. Dort wird er als Held gefeiert. Nur CIA-Agentin Carrie Mathison ist skeptisch. Sie hat Hinweise darauf, dass ein Marine in der Gefangenschaft umgedreht wurde und nun als Schläfer wieder in den USA lebt.

Hat sie damit Recht oder nicht? Mehr als einmal wechselt man im Laufe der Staffel seine Meinung darüber. Das ist das, was diese Serie ausmacht, man weiß größtenteils nicht, wem man glauben soll. Brody, der anscheinend irgendetwas zu verbergen hat, oder Mathison, die unter manischen Depressionen leidet. Beide Hauptdarsteller – Claire Danes (Willkommen im Leben) und Damian Lewis (Band of Brothers) – machen ihre Sachen toll, mit den guten Büchern ergibt das eine fesselnde Serie.

Luther (Staffel 1, ZDFNeo) – 8 von 10

Diese Briten. Haben die da einfach so eine Krimiserie, wie man sie besser kaum aufbauen kann. Ein Cop mit einer dunklen Seite, jedes Mal einen spannendend und dramatischen Fall der Woche, aber trotzdem noch einen roten Faden über die gesamte (kurze) Staffel! Besser geht es kaum, obwohl an manchen Stellen schon. So ist die Beziehungskiste des titelgebenden Luther ein wenig lahm und ganz ehrlich, man weiß nicht so richtig, was er an ihr findet. Und seine Gegenspielerin oder Ratgeberin – je nach dem – diese Storyline schluck ich auch nicht so ganz. Aber jede Folge für sich ist tatsächlich sehr spannend und düster.

Nashville (Staffel 1, FOX) – 8 von 10

Und jetzt mein Guilty Pleasure: Nashville kommt äußerst soapig daher. Das fängt schon bei dem großen Cast an, der die Musikszene der Stadt repräsentiert. Da gibt es die in die Jahre gekommenen Stars und die aufstrebenden Sternchen. Da gibt es den frisch gewählten Bürgermeister, der mehr sein will, als nur eine Marionette, aber über seine eigenen Fehler der Vergangenheit stolpert. Verstoßene Brüder die auftauchen, Plattenproduzenten, die mehr ans Geld als an den Künstler denken und und und. Die ganzen Dreiecksbeziehungen nicht zu vergessen. Dazu noch jede Menge Musik als letzte Zutat und man erhält eine kurzweilige Dramaserie mit starkem Soap-Anteil. Ich mag’s.

Real Humans – Echte Menschen (Staffel 1, Arte) – 6 von 10

In einer nicht näher beschriebenen Zukunft haben sich Hubots, menschenähnliche Roboter, in Haushalten und Fabriken durch gesetzt und verrichten dort einfache Arbeiten. Auch die Familie Engmann aus Schweden legt sich nun mit Anita so ein Exemplar durch. Doch sie ahnen nicht, dass mit Anita etwas nicht stimmt: Sie war vorher eine von einer Gruppe wilder Hubots, die ohne Menschen leben wollten, und dann umprogrammiert wurde. Ihre alten Freunde sind auf der Suche nach ihr.

Mit wenigen Mitteln gelingt es der schwedischen Serie, eine Parallelwelt mit Robotern zu schaffen. Sehr dialoglastig geht es darum, wie die Menschen mit ihren selbst geschaffenen Geräten umgehen, ob man sie wie Menschen behandeln sollte oder besser nicht. Dabei werden verschiedene Seiten gezeigt, von der Hilfe der Hubots in der Altenpflege bis zu den Leuten, die wegen der Hubots ihren Job und ihre Familie verlieren. Etwas mehr Tempo wäre ab und an ganz gut gewesen. So ist es ein interessantes Thema, dass immer mal wieder ein wenig zäh präsentiert wird.

Sons Of Anarchy (Staffel 2, Kabel eins) – 7 von 10

Neuer Ärger in Charming: Die Neonazis machen sich breit! Als hätten die Sons of Anarchy nicht schon genug damit zu tun, die Ereignisse der 1. Staffel aufzuarbeiten. Der Motorrad Gang steht eine gewaltige Zereißprobe bevor. Wie lange kann Jax noch die Befehle des Bosses Clay gut heißen?

Spannend ist dieses Mal vor allem der innere Konflikt der Gruppe zwischen dem autoritären Clay und aufstrebenden Jax mit seiner Räuberromantik. Der äußere Konflikt ist dagegen nur punktuell interessant, ist aber vor allem bei den Grausamkeiten, die die Nazis Katey Segal an tun sehr intensiv.

Vikings (Staffel 1, Lovefilm) – 7 von 10

Zu dieser Serie gibt es gleich zwei Besonderheiten: Zum einen ist es die erste fiktive Serie des amerikanischen History Chanels, zum anderen lag die Deutschland-Premiere bei der Onlinevideothek Lovefilm. Dafür habe ich mir dann extra einen Probemonat an der PS3 organisiert, um diese Serie schauen zu können. Aber hat es sich gelohnt?

Schlecht ist Vikings jedenfalls nicht. Die Serie spielt zur Wikingerzeit im Frühmittelalter, als Ragnar Lodbok die Gebräuche in Frage stellt und eigenmächtig gen Westen segelt und dort auf verängstigte und wehrlose Engländer trifft. Zurück in der Heimat prahlt er mit seinen eroberten Schätzen und Sklaven und steigt in der Hierarchie auf, was dem herrschenden Jarl Haraldson gar nicht schmeckt.

Im Vergleich zu Game Of Thrones ist das alles weniger komplex, optisch nicht ganz so eindrucksvoll, es gibt weniger nackte Haut und es ist auch nicht so brutal. Dafür ist man schneller drin (was mir bei Game Of Thrones nie gelungen ist) und kann es gut durch gucken. Die Wikinger werden nicht idealisiert, ihr Glaube aber auch nicht gegenüber dem Christentum herab gesetzt. Und manche Szenen sind tatsächlich sehr beeindruckend inszeniert, man denke nur an die Opferszene gegen Ende der Staffel.

***

Beim nächsten Mal geht es wahrscheinlich mit Downton Abbey weiter, How I Met Yout Mother taumelt langsam dem Ende entgegen und Pro7 öffnet hoffentlich noch einmal das Apartement 23 für die letzten Folgen. Es bleibt also spannend.

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6 Responses to Serienwahn 2013/II

  1. ide02 says:

    Sherlock…du musst die Serie immer noch schauen! ;)

  2. Nummer Neun says:

    Ja wenn du mir Bescheid sagst, wenn die wiederholt wird….

  3. Sherlock hat mein Bruder glücklicherweise auf DVD gekauft. Die liegt bei mir auch noch rum und will geguckt werden. :-)

    Homeland war echt stark. Für mich die beste Serie seit langem. Im Herbst soll es endlich weitergehen… :-)

  4. namimosa says:

    Homeland möchte ich unbedingt bald mal sehen. Die Serie interessiert mich echt sehr und die Leute schwärmen ja echt darüber. :)

  5. Nicole says:

    Vikings interessiert mich ja auch, war ja so ein absoluter Überraschungserfolg in den Usa und die sind bekanntlich ja immer mit die Besten. Habe aber keinen Lovefilme Account, da ich immer noch auf ein richtig gutes Streamingportal hier warte, bei dem ich auch eine Monatliche Flatrate eingehen möchte. Angeblich soll Netflix sich ja für den deutschen Markt rüstern, dauert zwar noch etwas, aber die Gerüchte halten sich ja doch hartnäckig.

    Von Luther habe ich bisher auch nur gutes gehört und muss mir wohl doch mal den Trailer anschauen, denn ein Cop mit einer dunklen Seite hört sich doch gar nicht so schlecht an.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    The Waling Dead und Ncis mag ich auch total. Naschville möchte ich auch mal anschauen, ich hatte ja gehofft, dass sich irgendein deutscher Sender die Rechte daran sichert. Würde sich bestimmt gut auf Sixx machen, weil ich generell Musikserien sehr mag. Sind die Stimmen der Darsteller denn gut?

  6. Nummer Neun says:

    @littleMissSunshine: Bin ja gespannt, wie weit sie Homeland noch fortführen können, ohne dass es sich im Kreis dreht

    @namimosa: Willkommen hier :) Schau dir Homeland an, lohnt sich wirklich! Gibt es glaube ich mittlerweile sogar als DVD-Box

    @Nicole: Habe ja wegen Vikings einen Testmonat bei Lovefilm abgeschlossen und rechtzeitig wieder gekündigt. Sind nur 9 Folgen, die bekommst du in dem Monat bequem durch. Ich hoffe, bei “Naschville” war das die Autokorrektur? ;) Die Stimmen sind gut, die Songs sind auch gut, da sollte man sich nicht abschrecken lassen, nur weil Country drauf steht.

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