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Listen Up! 2023 – (II) Filme & Serien

Ladies and gentlemen, bitte nehmen sie wieder ihre Plätze ein. Es wird Zeit für den allerletzten Beitrag in diesem Jahr und für den zweiten Teil der…

LISTEN UP! AWARDS 2023

Heute werden die Preise für die besten Filme und Serien verliehen. Es wird ein audiovisuelles Fest werden. Seid gespannt! Die erste Kategorie des Abends lautet:

Natürlich kann man sich Filme auch auf dem heimischen Fernseher ansehen, oft muss man das sogar. Im Gegensatz zum Kino ist dort die Auswahl einfach größer, die Getränke und die Snacks günstiger, die Anfahrt kürzer und man vermeidet in fast allen Fällen die Werbung. Wenn nur das Smartphone nicht immer griffbereit liegen würde, aber das ist eine andere Geschichte.

Insgesamt habe ich 65 Filme in diesem Jahr auf der Couch gesehen, ironischerweise jedoch noch nicht 65. Aber es ist exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr. Unter dieses Filmen waren für mich 11 Wiederholungen, die ich für das Ranking nicht berücksichtigt habe – denn diese würden in dieser Kategorie völlig humorlos gewinnen. 22 der Filme habe ich auf Sky gesehen, weitere 17 über die öffentlich-rechtlichen Kanäle. Erst danach folgt Netflix mit 12 Filmen, dann kommt bereits das private Free-TV mit 9 Filmen (mit dem überraschend klaren Gewinner RTL II) und schließlich Joyn mit 3 Filmen. Im Gegensatz zu den Serien nutze ich bei Filmen überwiegend das lineare Fernsehen und nehme mir die Filme auf. Die Vorschlagsfunktion eines kuratierten Senders ist hier für mich offenbar weiterhin sehr hilfreich. Die meisten der Filme kamen aus den USA (30 Stück, ein Anteil von 46%), gefolgt von deutschen Filmen (9x). Quantitativ auf Platz 3 liegt überraschenderweise Spanien (7x), vor UK (6x) und Frankreich (4x).

Auf der heimischen Couch haben mich in diesem Jahr am besten unterhalten (in Klammern jeweils meine Quelle für den Film):

Im weiteren Kreis:

Die Fabelmans (USA, 2022, Sky Cinema)

Freies Land (Deutschland, 2019, ZDF Mediathek)

The Nightingale – Schrei nach Rache (Australien, 2018, 3Sat)

Notre-Dame in Flammen (Frankreich, 2022, Sky Cinema)

Only Lovers Left Alive (UK, 2013, One)

Pig (USA, 2021, RTLzwei)

Die Täuschung (UK, 2021, Sky Cinema)

They Cloned Tyrone (USA, 2023, Netflix)

Die Top 5:

5. Massive Talent (USA, 2022, Sky Cinema)

4. Glass Onion: A Knives Out Mystery (USA, 2022, Netflix)

3. Das Tal der vergessenen Kinder (Spanien, 2019, 3Sat)

2. Blade (USA, 1998, Sky Cinema)

1. Starship Troopers (USA, 1997, Arte)

Damit liegen zwei Genre-Filme aus den 1990ern ganz vorne, die ich nun endlich nachholen konnte. Auf #3 landet der mittlere Teil einer spanischen Thriller-Trilogie, bevor sich ein Netflix Original auf #4 platzieren konnte. Mit Freies Land hat es ein deutscher Film in den weiteren Kreis geschafft.

Kino ist das Größte. An keinem anderen Ort wirken Filme so gut wie hier, an keinem anderen Ort hat der Film so eine ungeteilte Aufmerksamkeit. Trotz der ganzen Streamingdienste gehe ich immer noch gerne ins Kino und tat dies in 2023 sehr intensiv. Insgesamt 44 Filme sah ich in den Lichtspielhäusern Münchens – das ist fast jede Woche ein Film und deutlich mehr als im vergangenen Jahr und sogar mehr als vor der Corona-Zeit.

Eine besondere Rolle nimmt dabei seit vielen Jahren das Fantasy Filmfest mit seinen ganzen Veranstaltungen für mich ein. So entfielen darauf in diesem Jahr 22 Filme, also genau die Hälfte aller Vorstellungen. Im Vorjahr liefen von den 33 Kinofilmen insgesamt 11 im Rahmen dieses Filmfestes. Was aber auch bedeutet: Die Filme, die ich abseits des FFF gesehen habe, ist mit 22 konstant geblieben. Und jetzt Schluß mit den ganzen Schnappszahlen.

Noch ein paar andere Statistiken: Nur 10 der Filme sah ich in der synchronisierten Sprachfassung, die anderen 34 Filme im Original. Dahinter steckt keine besondere Überzeugung, sondern lässt sich auf die 22 Filme des FFF zurückführen, weitere 3 mit dem Münchener Filmfest und dem DOK.fest erklären und weitere drei mit deutschen Produktionen begründen. Die meisten Filme waren US-amerikanische Produktionen (15x, ein Anteil von 34%), überraschenderweise gefolgt von Frankreich (6x). Danach teilen sich Deutschland, Spanien und Südkorea mit je 3 Filmen den dritten Platz. Mein beliebtestes Kino war das City-Kino, gefolgt vom renovierten Cinema.

Und nun zu den besten Filmen des Jahres. Eine schwierige Kategorie, haben die Filme doch nur einen einzigen Versuch, um mich zu überzeugen. Diese hier waren dabei am erfolgreichsten:

Im weiteren Kreis:

Dogman (Frankreich)

Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben (USA)

Ein ganzes Leben (Deutschland)

Lockdown Tower (Frankreich)

The Moon (Südkorea)

Oppenheimer (USA)

Sisu (Finnland)

Was man von hier aus sehen kann (Deutschland)

Die Top 10:

10. Close (Belgien)

9. Guardians of the Galaxy Vol. 3 (USA)

8. Godzilla Minus One (Japan)

7. Barbie (USA)

6. Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins (USA)

5. The Banshees of Inisherin (Irland)

4. Prison 77 (Spanien)

3. The Animal Kingdom (Frankreich)

2. Anatomie eines Falls (Frankreich)

1. Pearl (USA)

Mit dem Horrofilm Pearl ist es ein vielleicht etwas überraschender Gewinner, aber die Darstellung von Mia Goth hatte mich doch sehr erwischt im Kinosaal. Mit Anatomie eines Falles und Animal Kingdom folgen zwei französische Filme. Damit konnte Frankreich in diesem Jahr sowohl quantitativ, als auch qualitativ überzeugen. Der Rest der Top 10 ist recht bunt: Spanien, Irland, Japan und Belgien sind vertreten. Immerhin zwei deutsche Filme haben es in den weiteren Kreis geschafft. Drei der besten vier Filme habe ich auf dem Fantasy Filmfest gesehen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Vier der fünf schlechtesten Filme in diesem Jahr sah ich ebenfalls dort (davon war der schlechteste: Mad Cats aus Japan).

Zum Abschluß wartet die Königsdisziplin auf uns: Meine persönliche Serie des Jahres. Mit Succession (2022) und Black Mirror (2016) befinden sich zwei ehemalige Gewinner im prominenten Teilnehmerfeld. Wer wird sich in diesem Jahr durchsetzen?

Zunächst aber ein kurzer Blick in die Statistik. Und die weist für dieses Jahr 71 gesehen Serienstaffeln aus. Das sind zwei weniger als im Vorjahr und zeigt überhaupt den dritten Rückgang in Folge. Weniger waren es zuletzt 2019, dem Jahr vor Corona und Home Office. Noch deutlicher wird der Rückgang bei einem Blick auf die Anzahl der Episoden. Diese ist um 9% auf 655 gesehene Episoden zurück gegangen. Die Länge einer durchschnittlichen Staffel ist von 9,9 auf 9,2 Episoden pro Staffel geschrumpft.

Für mich persönlich ist die Verteilung auf die unterschiedlichen Quellen immer ganz spannend. Und da ist in diesem Jahr vor allem auffallend: Netflix steuerte lediglich 14 Serienstaffeln bei, obwohl ich den Dienst das ganze Jahr abonniert hatte. Und es ist der niedrigste Wert, seit ich diesen Anbieter habe. Auf der anderen Seite gibt es das viel gescholtene Sky, über den ich 19 Serienstaffeln gesehen habe, etwas mehr als im Vorjahr. Teil meines Abos war dort jedoch auch das neue Paramount+, über den ich sehr viel gesehen habe. Durch diese Kombination (und den Filmen und der Bundesliga) wird deutlich, dass dies meine erste Quelle ist. Die Anzahl der Staffeln aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist seit Jahren konstant auf einem guten Niveau. Das private Free-TV konnte ebenfalls seinen Teil dazu beitragen, genau wie Apple TV, dass ich nur ein paar Monate in diesem Jahr hatte.

Während ich bei den Filmen eine recht breite Streuung hatte, konzentrierte sich bei mir im Serienbereich sehr viel auf die USA. 47 Serienstaffeln kamen von dort, das sind 66% der Gesamtmenge (Vorjahr: 53%). Den zweitgrößten Anteil haben die Serien aus der heimischen Produktion (10x), gefolgt von UK (5x) und Spanien (2x).

Nun aber genug der vielen Wort, hier kommt mein finales Ranking für 2023:

Im weiteren Kreis:

Brooklyn Nine Nine (Staffel 8, USA, Netflix)

Die Chemie des Todes (Staffel 1, UK, Paramount+)

Die Conners (Staffel 3-4, USA, Sky on Demand)

Cry Wolf (Staffel 1, Dänemark, Arte)

Das Mädchen im Schnee (Staffel 1, Spanien, Netflix)

Die Toten von Marnow (Staffel 1, Deutschland, ARD Mediathek)

Der Schatten (Staffel 1, Deutschland, ZDFneo)

Star Trek: Picard (Staffel 3, USA, Paramount+)

Wednesday (Staffel 1, USA, Netflix)

Die Top 10:

10. Star Trek: Lower Decks (Staffel 3-4, USA, Paramount+)

9. Poker Face (Staffel 1, USA, Sky Atlantic)

8. Shrinking (Staffel 1, USA, Apple TV)

7. The White Lotus (Staffel 2, USA, Sky on Demand)

6. Maid (Staffel 1, USA, Netflix)

5. The Last Of Us (Staffel 1, USA, Sky on Demand)

4. Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 1-2, USA, Paramount+)

3. Veep – Die Vizepräsidentin (Staffel 1-7, USA, Sky on Demand)

2. Yellowstone (Staffel 1-4, USA, Paramount+)

1. Succession (Staffel 4, USA, Sky on Demand)

Und damit kann Succession seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen! Auch die finale Staffel enttäuschte nicht, sondern war erneut ein hochkarätiges Drama. Mit Yellowstone steht eine der zur Zeit erfolgreichsten Serien der USA auf dem zweiten Platz, die mehr Aspekte bietet, als es die Kurzbeschreibung zunächst vermuten lässt. Auf #3 steht die erste Comedyserie im Ranking – es ist Veep, was ich mit einigen Jahren Verspätung nachgeholt habe. In einem für Star Trek-Verhältnisse gutem Jahr ist Strange New Worlds die beste der neuen Serien. Netflix ist mit Maid lediglich einmal in der Top 10 vertreten. Diese werden insgesamt von den amerikanischen Serien komplett dominiert. Erst im weiteren Kreis wird es internationaler, dorthin haben es sogar zwei deutsche Produktionen geschafft.

***

Was waren eure Film- und Serienhighlights in diesem Jahr?

Das war es für dieses Jahr. In wenigen Stunden endet das Jahr 2023. Ich hoffe, ihr habt einen guten Start in das neue Jahr – wir lesen uns auch in 2024 hier wieder.

Bis dahin: Alles Gute!

***

Siehe auch: Listen Up! Jahreshighlights

Listen Up! 2023: (I) Romane, Alben & Konzerte // (II) Filme & Serien

11 Kommentare

  • bullion

    Juhu, „Veep“ unter den Top 5! 🙂
    Ansonsten hast du mich sowohl mit Serien als auch Filmen deutlich überholt. Von den Kinobesuchen einmal gar nicht zu sprechen. „65“ (also der Film) steht bei mir übrigens auch noch auf der Liste, selbst wenn er nicht sonderlich gelungen sein soll. Adam Driver plus Dinos zieht einfach.

    • Nummer Neun

      Und sowas von verdient für Veep!

      Wenn ich das richtig sehe, hast du aber zumindest im Home Kino mehr Filme gesehen als ich (und dort bewertest du in diesem Jahr zwei meiner Top5 Kino-Filme aus dem Vorjahr mit 9 Punkten!).

      Wer dagegen das Sportjahr gewonnen hat, das ist wohl ziemlich eindeutig 😀

  • Stepnwolf

    „Starship Troopers“! Großartig! 😀
    „Anatomie eines Falls“ habe ich leider im Kino verpasst. Dabei sind Filme mit Sandra Hüller ja eigentlich immer sehenswert. Und „Pearl“ scheint bei einigen Bloggern ja recht gut anzukommen. Da sollte ich wohl doch mal ein (oder zwei) Auge(n) riskieren.

  • Jenny

    Hey, danke für die Tipps. Gerade in dieser Jahreszeit schaue ich gerne Filme :).
    Bist du denn noch auf Instagram? Dann gib mal ein Zeichen :).
    Liebe Grüße!

  • flightattendantlovesmovies

    Da hast Du ja ordentlich was „geschafft“. Bei mir wird es tatsächlich immer weniger, was ich an Filmen (und Serien) schaue. In Deinen Tops hast Du für mich viel Unbekanntes dabei, aber auch einiges, was bei mir Platz in der Bestenliste (meist vom letzten Jahr) fand. Ich hoffe, dass ich einige FFF-Filme irgendwann mal nachholen kann. Ich arbeite derzeit auch an meiner Top Ten, tue mich aber – ehrlich gesagt – etwas schwer, 10 voll zu bekommen. „Succession“ ist aber natürlich auch wieder dabei, auch wenn ich es noch nicht geschafft habe, die 4. Staffel ein zweites Mal zu sehen.

    • Nummer Neun

      Auf deine Listen bin ich auch schon sehr gespannt! Die Unbekannten könnten wirklich vom FFF kommen, jedenfalls habe ich bei den Filmen #1, #3 und #4 dort gesehen und weitere 4 aus dem weiteren Kreis. Sonst sind ja auch einige große Blockbuster in der Liste.

  • Nicole

    Serientechnisch unterscheiden wir uns diesmal ziemlich stark, wobei ich Wednesday auch gesehen und für unterhaltsam empfunden habe. War mir nur gegen Ende es zu vorhersehbar, aber Jenna Ortega ist wie gemacht für die Rolle und das macht dann doch Spaß. Freue mich da auf jeden Fall auf Staffel 2 und hoffe, dass die Pause nicht allzulange ist.

    Bei Yellowstone, das ja nun auch an Netflix lizenziert wird und auch schon bei Magenta TV inkludiert ist, überlege ich ja mal reinzuschauen. Höre viel Gutes, weiß aber echt nicht ob das mein Ding ist.

    Ansonsten mochte ich ebenfalls: The Last of Us. Ist auch eines meiner Highlights, weil ich die Serie mal was anderes im Zombiegenre finde und die Hauptdarsteller haben auch ne gute Chemie.

    Ich mochte ansonsten noch „From“ und „School Spirits“ sowie „Gen V“ oder „Daisy Jones & The Six“, die zu meinen Jahreshighlights zählen. Hatte Paramount+ nämlich dieses Jahr auch mal getestet, als es für drei Monate günstig zu bekommen war und da in ein paar Sachen reingeschaut. Werde ich wohl immer so machen, dass ich den Dienst bei Aktionszeiträumen, wenn dann die neuen Staffeln besagter Serien da sind, immer mal wieder abonniere.

    • Nummer Neun

      Ja „The Last of Us“ war wirklich stark – bin sehr auf die zweite Staffel gespannt. „Wednesday“ hatte mir auch gefallen, war aber ehrlich gesagt danach auch schnell wieder aus dem Kopf. „Yellowstone“ ist letztlich eine Action-Serie mit Soap-Elementen. Das muss man mögen – in Amerika tun das viele – aber wer da ein tiefgründiges Drama erwartet, ist vielleicht falsch. „Daisy Jones & The Six“ hätte ich auch gerne gesehen, ich mochte den Roman ja sehr, läuft aber dann doch einfach beim falschen Anbieter 😉

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