Der richtige Ton,  Was mit Medien

KW 24/2022: Borgen, Wellington Paranormal und The Sheepdogs

Na, seid ihr auch schon alle ordentlich am schwitzen? Auf den Balkon kann ich erst ab dem Nachmittag, wenn die direkte Sonne weg ist. Die Wohnung selbst wird nicht mehr richtig kühl und man will an jedem Tag zweimal duschen. Oder am Besten gleich einfach unter der Dusche leben.

Über das lange Wochenende waren meine Eltern in der Stadt und haben meine neue Wohnung unter die Lupe genommen. Und so langsam macht auch der Balkon etwas her: Tisch und Stühle haben einen Platz gefunden und ein paar Pflanzen sind eingezogen. Zündet ein paar Kerzen an und drückt feste die Daumen, dass diese auch lange am Leben bleiben. Sie sind zwar winterfest (wenn der Hinweis bei diesen Temperaturen gestattet ist) – aber werden sie auch mich überleben?

Und damit zum medialen Wochenrückblick, dieses Mal mit der ganz heißen Nadel gestrickt.

Da mir in der vergangenen Woche die Location der Hochzeit so gut gefallen hatte, war ich diese Woche mit meinen Eltern gleich nocheinmal dort: Am Langwieder See. Es ist ein kleiner See mit großer Liegewiese und mit einem Hotel und Restaurant, welches direkt an diesem See liegt. Zum Essen sitzt man wirklich direkt am Wasser (von dort ist auch das etwas unscharfe Foto entstanden) und zur allgemeinen Bespaßung schwimmt immer mal wieder eine Entenfamilie vorbei (nicht im Bild). Nur etwas warm kann es bei den sommerlichen Temperaturen werden, auch am Abend noch. Gegessen habe ich ein sehr gutes Wiener Kalbsschnitzel.

Nach langer Wartezeit ist nun endlich auf Netflix die vierte Staffel einer der besten Serien der letzten Jahre erschienen. Wird sie die hohe Qualität der Vorgängerstaffeln halten können? Die Rede ist vom dänischene Borgen – allerdings stellt sich die Frage, ob wir wirklich von der vierten oder nicht doch eher von der ersten Staffel reden. Netflix selbst führt die neuen Folgen als Staffel 1, Wikipedia spricht von Staffel 4. Letztere Zählweise habe ich übernommen, auch wenn die Staffel im Deutschen einen neuen Untertitel bekommen hat.

Borgen – Macht und Ruhm (Staffel 4, 8 Folgen, Dänemark, Netflix) – 8 von 10

In Grönland wird ein riesiges Ölfeld entdeckt und die Menschen dort (verkörpert von Svend Hardenberg als grönländischer Minister Hans Eliassen) erhoffen sich dadurch neuen Rückenwind bei ihren Unabhängigkeitsbestrebungen von Dänemark. Das lässt sich aber mit Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen), die mittlerweiler dänische Außenministerin ist, nicht so einfach machen. Außerdem melden sich sowohl die Amerikaner und die Chinesen zu Wort und wollen sich an der Ölförderung beteiligen. An den Spannungen über die Außen- und Umweltpolitik droht Nyborgs Partei zu zerbrechen. Währenddessen wird die kritische Journalistin Katrine Fønsmark (Birgitte Hjort Sørensen) zur Nachrichtenchefin befördert und muss sich in ihrer neuen Rolle beweisen.

Auch wenn mittlerweile knapp 10 Jahre vergangen sind und die Figuren in der Zwischenzeit einiges (ohne uns) erlebt haben, findet man sich schnell wieder in der dänischen Politik zurecht. Dazu kommt mit Grönland (und seinen eindrucksvollen Panoramabildern) und dem gefundenen Öl eine sehr interessante und hochaktuelle Story, welche es sich bei dem Umgang mit dem Ölfund nicht zu einfach macht und mehrere Optionen gleichwertig gelten lässt. Födern oder nicht? Grönland mehr Unabhängigkeit geben oder packen sie es noch nicht alleine? Dazu die internationale Diplomatie und Fønsmark Behauptung an der Nachrichtenspitze, bei der sie sich mit einer jungen und etwas dickköpfigen Journalistin (Laura Allen Müller), wie sie selbst einmal eine war, herum ärgern muss – die acht Folgen sind schon gut mit Themen gefüllt. Der größte Unterschied zu den alten Staffeln ist wohl, dass sich die große Storyline durch die ganze Staffel zieht, während es früher eher noch einen Fall der Woche gab. Ach, früher. Man freut sich über viele alte Gesichter, die in Nebenrollen auftauchen, aber auch die neuen Figuren machen sich gut, wie Nyborgs Sonderbeauftragter für die Arktis Asger Holm Kirkegaard (Mikkel Boe Følsgaard) und dessen Gegenpart Emmy Rasmussen (Nivi Pedersen). Daher ist weiterhin alles gut im Staate Dänemark, nur der Abschluß ist vielleicht etwas zu kitschig geraten und Netflix sollte nochmal über die Synchronisation nachdenken – dass man die Grönländer teilweise auf Deutsch sprechen hört und sie gleichzeitig auch noch untertitelt sind, kennt man sonst nur von RTL II Dokus und ist sehr irritierend zu folgen (und zeigt im Vergleich die geringere Qualität von Untertiteln).

Wellington Paranormal (Staffel 4, 6 Folgen, Neuseeland, Sky on Demand) – 7 von 10

Die beiden Officers O’Leary (Karen O’Leary) und Minogue (Mike Minogue) werden auf ihren Einsätzen weiterhin von einem neuseeländischen Kamerateam begleitet und lösen dabei paranormale Fälle, die ihnen ihr Sergeant Makaa (Makaa Pohatu) vermittelt.

Auch im vierten Jahr unterhält die Comedy ganz gut, auch wenn mir weiterhin die Polizisten etwas zu doof hingestellt werden, als dass es überzeugend wäre. Aber für die Kürze der Staffeln geht das noch. Auch in Runde vier gibt es einige bessere Folgen (wie die Vogelfrau, der Fund der cool-machenden Lederjacke oder das versehentliche Ändern der Zeitlinie), welche die etwas schwächeren ausgleichen. Die Serie kann man also immer noch ganz gut gucken, es reißt aber auch keine große Lücke in den Lebenslauf, wenn man Wellington Paranormal nicht gesehen hat.

Und damit zurück in die wilden 1970er.

The Sheepdogs (Kanada) – München, Hansa 39

Nachdem ich in den vergangenen Woche auf der Hochzeit schon einige alte Bekannte wieder getroffen hatte, sah ich bei diesem Konzert eine alte Freundin wieder, mit der ich vor vielen Jahren in meiner Anfangszeit in München regelmäßig abends unterwegs war. Mittlerweile ist sie zweifache Mutter mit Kindern, die kurz vor der Grundschulreife stehen und ich hatte sie tatsächlich schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Und dann trafen wir uns beide wieder auf diesem Konzert.

The Sheepdogs kommen aus dem kanadischen Saskatoon (ich verweise gerne auf meinen Reisebericht aus der guten, alten Zeit) und spielen Rockmusik, die so klingt, als käme sie direkt aus den 1970ern – Clearance Clearwater Revival seien als Referenz genannt. Und sie sehen auch so aus, als kämen sie aus der Zeit. Haare. Überall Haare! Auch im Publikum, dass teilweise wie zeitgereiste Hippies aussah. Könnte schlimmer sein!

Die Musik dagegen kaum besser. Wer grundsätzliche diesen Retro-Rock-Sound mit vielen Gitarren mag, der wird auf diesem Konzert glücklich. Kaum unterbrochen von irgendwelchen Ansagen spielt die Band ihr Set runter und sie haben sichtbar Spaß dabei. Der Saal ist zwar nur so mittel gefüllt, Teile sogar abgehängt, aber die Leute, die hier sind, haben einen schönen Abend. So wie die Band anscheinend am Vortag, als sie eine längere Instagram-Story aus einem Münchner Biergarten gepostet hatten. Ich prostete heute mir ein paar Bieren zurück und hoffte nach der Show leider vergeblich, mir ihr neues Album mit Unterschriften organisieren zu können. Aber egal, ich hatte meine CD-Sammlung ja sowieso erst mühsam reduziert.

Zurück zur Musik: Eine Live-Version von Feeling Good, gespielt auf den Juno Awards 2013, dem kanadischen Musikpreis.

  • Reparaturen: Kaum einen Monat in der neuen Wohnung und schon warte ich auf Handwerker. Zwei der drei Rolläden sind kaputt, mittlerweile seit Wochen schon. Es könnte schlimmer sein bei diesem Wetter, immerhin waren sie unten, als sie sich nicht mehr bewegen ließen, aber langsam könnte doch mal etwas passieren. Bisher halfen die wöchentlichen Nachfragen bei meinen Vermietern nichts, wenn sich die Firma dahinter nicht rührt.
  • Die Wahrheit über Filme vom Fließband: Jeder Filminteressierte kennt ja das abwertende Gerede von B-Filmen. Der Wortvogel erklärt, was wirklich hinter dieser Bezeichnung steckt.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche. Keep cool!

2 Kommentare

  • elablogt

    Da ich gerade eine Serie suche, die meine Lücke an etwas übersinnlichen Serien füllt, werd ich glaub mal in Wellington Paranormal reingucken. Davon hatte ich zuvor noch nie gehört.

    Die Hitze kann ich nach wie vor nicht leiden – Dachwohnungen sind echt nur im Winter ein Spass 😀

    Liebe Grüße
    Ela

    • Nummer Neun

      Aber nicht mit falschen Erwartungen an „Wellington Paranormal“ gehen… es ist eine Low-Budget Comedy mit paranormalen Phänomenen. Für Fans von dem hervorragenden „What We Do In The Shadows“ aber auf jeden Fall zu empfehlen 😉

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