Der richtige Ton,  Was mit Medien

Der Monatsrückblick November 2020

Kaum haben wir den ersten Monat des Lockdown Light geschafft, befinden wir uns schon mitten in der Adventszeit und die Weihnachts-Lights schmücken die Städte und Häuser. Wie war der Monat für euch? Seit der Lockdown gestartet ist, hatte ich genau einen persönlichen, sozialen Kontakt – wenn man mal von den täglichen Besorgungen absieht – und da waren wir im Olympiapark spazieren. Den zweiten Kontakt gibt es dann heute Nachmittag. Aber das war’s. Tagsüber arbeiten, abends auf der Couch, so sieht der Alltag im Moment aus. Immerhin, nach dem Desaster im Oktober konnte ich nun meine täglichen Schritte wieder etwas erhöhen. Was es sonst noch so gab, lest ihr hier. Spoiler: Ich werde das erste Mal das Wort kafkaesk verwenden.

*** Foto des Monats ***

Viel gibt es in diesem Monat nicht zu zeigen, deshalb ein Foto von dem schon angesprochenen Spaziergang durch den Olympiapark, mit den berühmten Dächern des Olympiastadions und der Olympiahalle.

*** Filme ***

Im November blieben die Kinos mal wieder geschlossen, deshalb geht es gleich los mit dem Heimkino. Dort gab es dieses Mal recht viele deutschsprachige Produktionen. Von alt nach jung sortiert waren das:

Schock (1955, Sky on Demand) ist old-school schwarz-weiß Sciene Fiction und der Beginn der Quatermass-Triologie.

Ein echter Klassiker ist Stirb langsam (1988, Sky Cinema Spezial). Yippie Yah Yei Schweinebacke!

Der vielfach ausgezeichnete Birdman (2014, Netflix) mit Michael Keaton ist tatsächlich ein besonderer Film über die Liebe und den Hass von Schauspielern zu ihrem Beruf.

Auch beim zweiten Schauen von Joker (2019, Sky Cinema) fasziniert die Darstellung von Joaquin Phoenix – allerdings muss man auch zugeben, dass der Film doch einige Längen hat.

The Lodge (2019, Sky Cinema) ist ein spannender Mytsery-Thriller mit einem starken Ende in einem verschneiten Ferienhaus. Ich habe es wahrscheinlich schon mal gesagt: Filme im Schnee funktionieren bei mir recht häufig.

Wenn man erst einmal die Sprachbarriere überwunden hat, war der österreichische Das letzte Problem (2019, 3Sat) ein spannender Krimi mit Karl Markovics und einem überraschenden Ende. Filme im Schnee halt…

Wie eine deutsche Version von Black Mirror wirkt Exit (2020, Das Erste) mit Friedrich Mücke, zumindest jedenfalls wie eine Version aus einer der letzteren Staffeln.

Die Vorbilder für Das Unwort (2020, ZDF) mit Iris Berben liegen auf der Hand, der Film erreicht aber leider nie das dafür notwendige Niveau.

Der Tatort: Parasomnia (2020, Das Erste) aus Dresden war am Ende dann doch nicht so gruselig, wie er verkauft wurde, spannend war die Geschichte um die junge Thalia (Hannah Schiller) dann aber doch.

*** Serien ***

Da der Lockdown wieder für eine hohe Couchfrequenz im November sorgte, bleibt die Serien-Rubrik weiterhin prall gefüllt. Dieses Mal mit einigen alten Bekannten und mit manch viel versprechendem Neustart. Überraschung: Sogar an eine Comic-Verfilmung habe ich mich mal wieder gewagt!

Barbaren (Staffel 1 / 6 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Die Schlacht im Teutoburger Wald. Verschiedene Stämme der Germanen verbünden sich, um sich von der römischen Besatzung zu befreien. Wie das trotz der Übermacht der Römer gelingen kann, dafür braucht es schon die Hilfe von Arminus (Laurence Rupp), der kurz vor der Schlacht noch die Fahnen wechselt. Die große Schlacht ist dann dementsprechend auch Abschluß und Höhepunkt der Serie. Bis dahin muss man sich manchmal durchbeißen, grade die erste Folge ist da schon eine gewisse Hürde. Bei Historienserien ist ein wichtiges Kriterium, ob die Serie die Epoche auch wirklich zum Leben erwecken kann – eine Serie wie Babylon Berlin zeigt das vorbildlich. Hier funktioniert es meiner Meinung nach nicht. Die Darstellung bewegt sich auf Terra X – Niveau (was durchaus ein Kompliment für die Dokumentationen ist), teilweise wirkt es schon so, als hätte man einfach nur verkleidete Komparsen durch den Wald geschickt. Dazu Dialoge, die nicht so richtig in die Zeit passen wollen – wobei die latein sprechenden Römer wiederum schon gut für die Atmosphäre sind. Die Handlung liefert einen recht hohen Blutzoll, diesen teilweise aber auch etwas unmotiviert. Wenn man aber erst einmal den Anspruch etwas runter geschraubt hat, kann man den Rest dann tatsächlich noch ganz durch schauen, wobei ein klareres Bekenntnis zu mehr Comic- oder Fantasy-Elementen vielleicht nicht geschaden hätten. Dann hätte man auch die blutverschmierte, aber top-gestylte Thusnelda (Jeanne Goursaud, der Lichtblick der Serie) in der Schlacht besser akzeptieren können.

Cobra Kai (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Ex-Karatakämpfer Johnny Lawrence (William Zabka) ist ganz unten angekommen: Er ist geschieden, hat seinen Aushilfsjob verloren und ist dem Alkohol verfallen. Dann begegnet er auch noch seinem ehemaligen Kontrahenten Daniel LaRusso (Ralph Macchio), mittlerweile ein erfolgreicher Geschäftsmann. Johnny beschließt, das berüchtigte „Cobra Kai“-Dojo wieder zu eröffnen, der Nachbarsjunge Miguel (Xolo Maridueña) wird sein erster Kunde. Dieser hat ein Auge geworfen auf Samantha (Mary Mouser), natürlich LaRussos Tochter. So ganz kann ich den Hype nicht nachvollziehen, den diese Serie spätestens seit seinem Wechsel zu Netflix erfahren hat. Sicher ist die Serie wirklich nett wegzusehen, auch ohne die Karate Kid Filme kennen zu müssen, aber mehr ist es dann auch nicht. Als Dramedy (was ich eh für ein schwieriges Genre halte) ist es einerseits nicht lustig genug, mehr als ein paar Schmunzler sind nicht drin – aber für die ist meine Lieblingsfigur Hawk (Jacob Betrand) immer gut – andererseits aber auch nicht wirklich dramatisch, weil die Entwicklung dann doch zu vorhersehbar ist. Es läuft letztlich halt genau auf den finalen Kampf hinaus, den man ab Episode 2 kommen sieht. Und die Serie schafft es bei mir auch nicht, Lust auf Karate zu machen, dafür leidet man im Training zu wenig mit und ist mir das fast spirituelle Gerede über das Dojo dafür zu viel. Aber wie eingangs gesagt: Die Serie ist wirklich nett, tut niemandem weh und bietet eigentlich fast nur sympathische Charaktäre. Da kann man ruhig dran bleiben.

Die Einkreisung (Staffel 2 / 8 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Ein Jahr, nachdem der frühere Kriminal-Psychologe Laszlo Kreizler (Daniel Brühl), John Moore (Luke Evens) und Polizeisekretärin Sara Howard (Dakota Fanning) einen Serienkiller dingfest machen konnten, hat sich Sara ihren Traum von einer eigenen Privatdetektei erfüllt. Gemeinsam mit ihren beiden Mitstreitern versucht sie eine Hinrichtung zu verhindern und das entführte Baby eines spanischen Diplomaten ausfindig zu machen. Die zweite Staffel, die den Untertitel The Angel of Darkness trägt, konnte mich leider nicht ganz so überzeugen. Dabei macht sie optisch sogar einiges her, das New York der vorletzten Jahrhundertwende wirkt sehr eindrucksvoll. Man sieht tatsächlich auch mehr, weil die Handlung nicht mehr so im Dunklen spielt wie in der ersten Staffel. Auch das dieses Mal Dakota Fanning die Hauptlast der Handlung trägt, funktioniert eigentlich ganz gut. Nur leider will der Kriminalfall nicht so richtig in die Gänge kommen, obwohl er auf dem Papier recht spannend ist. Aber die Handlung scheint selbst für die kürzere Staffel etwas zu dünn und auch die Nebenplots können nicht so richtig Interesse wecken. So war das doch teilweise eine etwas zähe Veranstaltung, trotz gutem Cast und guter Optik.

Hausen (Staffel 1 / 6 Folgen – Sky Atlantic) – 5 von 10

Jaschek (Charly Hübner) zieht mit seinem Sohn Juri (Tristan Göbel) in einen heruntergekommenen Plattenbau, um dort als Hausmeister zu arbeiten. Nach einiger Zeit entdeckt Juri, dass der Block von einem bösartigen Wesen bewohnt wird, das sich von den Seelen der Mitbewohner ernährt und auch von Jaschek Besitz ergreift. Sicher, Hübner spielt seine Rolle als wortkarger und emotionsloser Hausmeister gut, aber der eigentliche Star der Serie ist der Plattenbau als Handlungsort. Alptraumhaft, ja fast sogar kafkaesk, ist das trostlose, herunter gekommene und schier endlose Gebäude inszeniert. Es ist alles andere als ein einladender Ort zum Wohnen. Das hat auch auf die Bewohner abgefärbt, die hier ziel- und antriebslos vor sich hin vegetieren, sämtliche Lebensenergie ist ihnen abhanden gekommen. Beste Vorraussetzungen für eine gruselige Horrorstory also? Ja, aber man macht zu wenig daraus. Mehr als über den Status eines (sehr gelungenen) Mood-Clips kommt die Serie nicht raus. Das ist zwar vom technischen her hübsch anzuschauen, aber einfach egal und austauschbar. Die einzelnen Story-Aspekte passen nicht zusammen, am Ende ist das ganze dann leider weniger als die Summe seiner Teile. Eine Freak- und Effektschau aus dem Plattenbau, ohne Ironie oder Augenzwinkern.

Modern Family (Staffel 11 / 18 Folgen – Sky One) – 6 von 10

Nach elf Jahren heißt es nun Abschied nehmen von der Großfamilie Pritchett / Dunphy. Vielleicht wurde es auch langsam mal Zeit – zwar ist die Serie nie richtig schlecht geworden, aber mittlerweile ist sie doch schon recht beliebig und zahm. Für die letzte Staffel hat man noch mal einen Promo-Trip nach Paris mitgenommen und immer mal wieder Szenen aus früheren Staffeln mit rein geschnitten, was oft einen netten Kontrast bot. Der Abschluß selbst ist ganz gut geglückt und etwas anders als erwartet (zumindest für mich) – am melancholischsten war ich allerdings eher bei dem anschließend ausgestrahlen Making-Of, dass schön den Bogen vom Anfang bis zum Ende spannen konnte. Macht’s gut!

Navy CIS (Staffel 17 / 20 Folgen – Sat.1) – 7 von 10

Das siebzehnte Jahr des Dauerbrenners und ja: Ich schaue es immer noch gerne. Ich mag das Team, da hat man in den vergangenen Jahr mit Emily Wickersham, Wilmer Valderrama und Maria Bello gut nach besetzt. Und auch Boss Mark Harmon kann immer noch neue Facetten zeigen. Sicher, es ist keine Serie zum bingen und der US-Militär-Schnulz ist manchmal etwas hoch, aber in einer gewissen Dosis kann man sich das schon geben. Die Fälle der Woche sind naturgemäß mal besser und mal schlechter, aber meist ein guter Durchschnitt. Eingerahmt wird diese Staffel durch die bemerkenswerten Gastauftritte von Coté de Pablo zu Beginn und von Christopher Lloyd am Ende. Das reicht (noch), um die Serie auf einem guten Niveau zu halten.

Succession (Staffel 2 / 10 Folgen – Sky on Demand) – 9 von 10

Wer hätte gedacht, dass die zweite Staffel dieser Familien-Drama-Serie noch besser sein kann? Aber sie ist es – mehr als einmal sitzt man sprachlos vor dem Fernseher. Ging es in der ersten Staffel noch darum, wer der Kinder wohl dem Familienpatriarch Logan Roy (Brian Cox) in seinem Mediumimperium nachfolgen kann, hat dieser nun wieder alles fest im Griff. Und jeder der Zögerlinge muss seinen Teil dazu beitragen, sei es der nun gezähmte Ken (Jeremy Strong), der flapsige Roman (Kieran Culkin) oder die machthungrige Shiv (Sarah Snook) – jeder muss seine Aufgabe erfüllen, um Daddy zu beeindrucken. Und es zeigt sich immer wieder: Ohne ihn geht es nicht. Logan zeigt Interesse an der Übernahme eines seiner stärksten Konkurrenten (die in Person von Helen Hunt den Deal aushandeln), während weit zurückliegende Skandale um die Kreuzfahrtsparte erst Schwiegersohn Tom (Matthew Macfayden) und schließlich die Zukunft der gesamten Firma bedrohen. Wie in der ersten Staffel gibt es weiterhin Intrigen und Affären in schicken und exklusiven Locations, aber je mehr wir die handelnden Personen kennen lernen, um so intensiver wird es. Man liebt und man hasst sie – diese kaputte Familie. Und wenn dann doch mal die Geschwisterliebe durch bricht, ist man von dieser Warmherzigkeit völlig überrascht. Die Serie bietet so viele dramatische Wendepunkte und skurille Episoden – und dann kommt das Staffelfinale und setzt noch einmal oben drauf. Wie einem da in den letzten 30 Minuten gleich mehrfach das Herz blutet ist in dieser Dichte einfach unglaublich. Wenn jetzt der Humor bei mir noch etwas besser zünden würde, gäbe es auch noch den letzte Punkt. Aber ich stehe halt einfach nicht auf kreative Beleidigungen. Man muss ein Killer sein, um bis ganz nach oben zu kommen – diese Serie ist ein Killer!

Swamp Thing (Staffel 1 / 10 Folgen – Sky Atlantic) – 7 von 10

Die Wissenschaftlerin Abby Arcane (Crystal Reed) soll in ihrer Heimatstadt in Louisiana einen tödlichen Sumpf-Virus untersuchen. Dort trifft sie auf den Biologen Alec Holland (Andy Bean), der später scheinbar bei einem Unfall stirbt. Abby muss erkennen, dass der Sumpf so manches furchtbare und erstaunliche Geheimnis birgt… Nach einem wirklich gelungenen, weil wirklich unheimlichen Auftakt, hält die Serie im Mittelteil das Niveau nicht ganz durch, um dann ein Staffelende zu liefern, was sich dann letztlich leider schon als Serienende entpuppt hat. Schade, da wäre durchaus noch mehr drin gewesen. Hauptfigur Reed macht ihre Sache gut, die Bösewichte sind nicht einfach nur Böse, sondern haben teilweise verständliche Motive – und Ian Ziering hat eine nette Nebenrolle abbekommen. Das titelgebende Sumpfmonster verliert langsam seinen Schrecken und wird zum Schützer des Waldes und der Sümpfe. Der Sumpf selbst ist ordentlich mysteriös inszeniert, als wiederkehrendes Motiv verliert er jedoch im Laufe der Zeit seine Faszination. Die Serie kann man sich also durchaus ganz gut anschauen, gibt einem am Ende aber leider ein etwas unabgeschlossenes Gefühl.

Damit war in diesem Monat die Ausbeute gar nicht mal so gut. Aber nun zum Schlußspurt! Was hat der deutsche TV-Markt im Dezember noch zu bieten? Two Weeks to Live premiert am 4. auf Sky Atlantic. Am 9. feiert die dritte Staffel von Wynonna Earp endlich seine Deutschland-Premiere bei Syfy. Am 13. zeigt 3Sat eine vielversprechende Serie aus der Schweiz: Wilder. Für alle Prime Video Kunden gibt es ab dem 16. die bereits fünfte Staffel von The Expanse zu sehen. Das Jahr wird dann schließlich von Netflix abgeschlossen, die am 30. die Mysteryserie Equinox veröffentlicht.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Um die Frage mal so zu beantworten: Wesentlich besser als der deutschen Nationalmannschaft.

Bilanz: 4 Spiele, 9 Punkte.

Nach einem wilden Auftakt mit einem 3:4 gegen Darmstadt 98 und Tobias Kempe folgten drei Siege am Stück für die Karlsruher mit 7:1 Toren. Bis auf die zweite Hälfte gegen SC Paderborn sah das meist auch sehr souverän aus. Wenn man nun noch bedenkt, dass bis auf Philip Heise und Robin Bormuth nur Spieler in der Startelf standen, die auch schon in der vergangene Saison im Kader waren, muss man vor Trainer Christian Eichner den Hut ziehen.

*** Und wie läuft’s beim Football Manager? ***

Es bleibt stabil auf niedrigem Niveau. Am Ende der Saison 2022/2023 bin ich immer noch beim 1. FC Kleve in der Oberliga Niederrhein beschäftigt. Glamour geht anders. Immerhin konnten wir in dieser Saison den Klassenerhalt bereits 5 Spieltage vor Schluß eintüten und insgesamt mehr Punkte einsammeln als in der Vorsaison. Trotzdem ging es einen Platz runter auf die #15. Überraschende Punktgewinne ließen unerklärliche Niederlagen gegen Absteiger folgen. Der Kader war in dieser Saison etwas breiter, so dass ich die Startelf immer mal etwas durchschütteln konnte – schlecht waren sie oft aber trotzdem alle. Ob ich das noch eine weitere Saison mache / machen darf oder besser weiterziehe?

Meister der Saison 2022/2023 wurde übrigens Borussia Dortmund unter dem Trainer Lucien Favre. Der Karlsruher SC dagegen musste sich nach einer Saison wieder aus der zweiten Liga verabschieden. Und mein Ex-Verein SpVgg Unterhaching steigt aus der dritten Liga ab.

*** Musik ***

Der Herbst ist eine gute Zeit für einen etwas düsteren Pop. Hinter Hachiku verbirgt sich Anika Ostendorf, die nach Lebensstationen in Michigan und Köln nun in Australien heimisch ist und diesen Monat ihr Debutalbum I’ll Probably Be Asleep veröffentlicht hat. Ein sehr feines Stück darauf ist der gleichnamige Titletrack.

Der zweite Tipp in diesem Monat kommt von Bruce Springsteen, dessen neues Album Letter To You mich im vergangenen Monat noch nicht überzeugt hatte, mittlerweile habe ich mich aber rein gehört. Es kommt nicht ganz an die Klasse seines letztjährigen Western Stars heran, weiß aber auch zu gefallen. Die Musik auf diesem Album ist zeitlos, im besten Sinne des Wortes, und vereint vieles, was wir von ihm in den letzten Jahrzehnten gehört haben. Ein Song wie Burnin‘ Train klingt gleichzeitig frisch und wie ein alter Bekannter.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Nach einigen überraschend guten Besprechungen war ich neugierig auf den frisch erschienen Lucky Luke – Band Nummer 99: Fackeln im Baumwollfeld. Mein erstes Heft seit gefühlt drölfzig Jahren! Und waren die früher nicht dicker?

Die Story ist kurz erzählt: Lucky Luke erbt eine Baumwollfarm in Louisiana. Sollte unser lonesome cowboy etwa sesshaft werden? Aber nein, er hat vor, die Farm an die dort arbeitenden Sklaven zu übertragen, was natürlich den anderen Großgrundbesitzern zuwider ist. Also erscheint der KKK und will Lucky Luke hängen, bis ihn sein alter Kumpel, der schwarze Sheriff Bass und (ausgerechnet) die Daltons retten und schließlich ein großer Hurrikan alles zerstört.

Nachdem Schwarze (die übrigens ca. 25% aller Cowboys stellten) in den bisherigen Bänden so gut wie keine Rolle gespielt haben, bekommt Lucky Luke hier nun Gelegenheit, sich klar zu positionieren. Bis die Story dann erst wirklich in Gang kommt ist der halbe Band schon durch und so kommt auch das Ende relativ flott. Wobei natürlich alles durch einen großen Hurricane am Ende aufzulösen schon eine etwas faule Option ist, um die Geschichte zu beenden.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Droht das Ende der Kinos?: Nadine von woerteraufreisen hat sich Gedanken über die Zukunft der Lichtspielhäuser gemacht.

Vom Niedergang der Buchblogs: Und gleich das nächste Medium: Auf lesestunden hat man sich Gedanken über die aktuelle Situation des Sub-Genres des Buchblogs gemacht, es lässt sich aber auch sehr leicht auf die ganze Blogszene übertragen.

Zehn Bücher rund um Rassismus: Ines von morgenwirdgestern gibt einen Überblick über einige Romane zu diesem wichtigen Thema.

*** Frage des Monats ***

Auch wenn dieser Monatsrückblick im Laufe der Zeit schon immer größer und größer geworden ist und teilweise sehr ausufernd wurde (ja ich meine dich, du Serienrubrik!) – hättet ihr noch andere Ideen für neue Rubriken? Das neue Jahr wird ja kommen (obwohl, wer weiß, was der Dezember noch so mit uns vor hat), das wäre der ideale Zeitpunkt, um mein Leben noch weiter in Listen und Statistiken zu pressen.

So, das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, genießt die Adventszeit irgendwie und passt an den Feiertagen ein wenig auf!

6 Kommentare

  • Ines

    Danke fürs Verlinken! 🙂 Und Respekt für die wenigen Kontakte. Ich handhabe es ähnlich, hab aber immer wieder das Gefühl, dass man sich da in der Minderheit befindet…

    • Nummer Neun

      Allerdings muss ich aber auch zu geben, dass ich trotzdem fast jeden Tag mal draußen bin und zwar niemanden direkt treffe, aber halt dann doch im Supermarkt bin, beim Bäcker, beim Metzger, in den nahen Arkaden und ähnliches. Aber anders geht es nicht. Zu Hause arbeiten und zu Hause die ganze freie Zeit verbringen: Da würde man in einer kleinen Stadtwohnung ja durch drehen.

  • S.Mirli

    Und schon ist auch der November wieder vorbei und somit auch bei uns der erste Monat von Lockdown 2.0 und da dieser wahrscheinlich auch noch länger anhalten wird, freue ich mich gerade riesig über deine TV Empfehlungen, denn sehr viele davon sind mir bisher noch unbekannt. Ich warte ja schon sehnsüchtig, wenn die 10. Staffel von Modern Family auch auf Netflix ausgestrahlt wird. Die letzten zwei habe ich persönlich zwar semi gut gefunden, aber im Prinzip liebe ich das Konzept der Serie und bin gespannt auf den Abschluss. Ich wünsche dir eine ganz fabelhafte erste Adventwoche, alles, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.at

    • Nummer Neun

      Ah stimmt, bei euch in Österreich ist der Lockdown ja noch mal eine ganze Stufe härter als bei uns.

      Ach Modern Family ist halt echt einfach nett. Kann man gut gucken, aber es stimmt halt, die letzten Jahre waren nur so semi gut.

  • Nicole

    Ich muss mich erstmal entschuldigen, dass meine Antwort spät kommt – fast ein Monat später. Zu meiner Verteidigung: Ich war im Uni-Stress, da ich mich auf die Suche nach meinem Masterthesis Thema begeben habe und dazu war ich für die Digitalisierung bei der Büchere (ehrenamtlich) verantwortlich und da hatte ich meist am Ende des Tages keine Lust mehr auf nen Bildschirm :D. Aber wie sagt man so schön: Besser spät als nie. Erstmal zu deinem Rückblick: Swamp Thing das finde ich ja schade, denke dass da die Qualität auch wegen dem Behind-the-Scenes Drama dann so abgefallen ist, die wurde wohl wegen kostengründen auch abgesetzt. Gerade wird gemunkelt, ob es nicht eine Wiederbelebung gibt wegen HBOMax und weil die Serie ja auch gerade im amerikanischen TV läuft. Ich habe sie übrigens noch nicht gesehen, aber fand den Trailer damals schön düster und fand der macht Lust auf mehr. Selbst bei „The Alienist“ S2, die steht bei mir noch aus, schade aber dass es wieder etwas zähler ist. Fand ja bei S1 schon: Stark gestartert, aber dann auch stark nachgelassen, vor allem die Auflösung war mir damals zu klischeehaft.

    Dankeschön auch für dein liebes Kommentar.
    Ich vermisse sie auch, vor allem weil sie nun auch noch länger als November anhalten werden. Aber mit geschlossenen Kinos macht das natürlich wenig Sinn.

    Ja bei Barbaren habe ich schon gemerkt, gehen die Meinungen auseinader. Ich bleib bei meinem Fazit, dass ich sie gelungen finde, ist aber eben halt auch Geschmackssache. Manchen war das auch teilweise zu stark von Vikings kopiert, aber da habe ich eben nur die ersten zwei Staffeln von gesehen.

    • Nummer Neun

      Ach kein Problem – die meisten (mich eingeschlossen) machen sich ja auch gar nicht erst die Mühe, auch im Blog des jeweils anderen auf einen Kommentar zu antworten. Daher ist dann schon echt toll, wenn du es so machst!

      Die erste Folge von Swamp Thing war wirklich mega-gut! Dass sie das Niveau nicht durchhalten können, war klar. Trotzdem schade, dass es dann etwas abfällt. Tatsächlich war die Serie aber unter allen 7ern, die ich diesen Monat verteilt hatte, am nähesten an der besseren Bewertung dran.

      Wenn ich deine Bewertung von Barbaren noch richtig im Kopf habe, waren wir uns bei den kritisierten Punkten ja recht einig, für mich sind sie nur etwas schwerer ins Gewicht gefallen.

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