Aus dem Leben,  Der richtige Ton

Das Ende vom Atomic

Ende des Jahres schließt in München das – man kann es wohl ohne Übertreibung sagen – legendäre Atomic. Kurz vor dem 18. Geburtstag läuft der Mietvertrag aus. Nach vielem hin und her in den letzten beiden Jahren, wird nun zu Silvester der endgültige Schlußstrich gezogen: Das Atomic ist nicht mehr.

Zwar war ich in den letzten beiden Jahren nicht mehr ganz so häufig dort, dieses Jahr sogar nur ein einziges Mal, trotzdem war dieser Club immer etwas besonderes für mich. Es war einer dieser Isotope in München, wo man einfach feiern konnte, wo das sehen und gesehen werden nicht so im Vordergrund stand wie in vielen der Schicki-Micki-Läden, mit denen man die Stadt sonst verbindet. Zentrumsnah, geschmackssicher, ungezwungen. Auch wenn mir das Publikum in den letzten Jahren immer jünger vorkam und ich mich deshalb eher im 59:1 oder jetzt im Strom zu Hause gefühlt habe.

Das Atomic war der erste Club in München, in dem ich damals ein Live-Konzert gesehen hatte. Little Man Tate waren das, die kennt man heute wahrscheinlich gar nicht mehr, und ich war mit einer jungen Arbeitskollegin dort. Und auf dem Weg dorthin musste ich erst noch ein paar Minuten mit ihrer Mutter telefonieren.

Später kamen unzählige weitere Konzerte dazu. Wir sahen dort innerhalb von knapp 12 Monaten dreimal die Asteroids Galaxy Tour. Beim ersten Mal haben wir das am Tag vorher noch im Büro ausgemacht, anhand von einigen youTube Clips, weil wir die Band alle nicht kannten, und blieben dann, bis der Laden in der Nacht geschlossen wurde.

Unvergessen auch Carl Barat. Der spielt aufgrund der großen Nachfrage an dem Abend gleich zwei Konzerte hintereinander. Um kurz vor 12 durften wir erst für seinen zweiten Gig rein, es wurde richtig spät und ich hing am nächsten Tag im Büro ordentlich in den Seilen.

Und was es da noch alles gab. An manche Konzerte erinnere ich mich gar nicht mehr (und lassen sich auch hier nicht mehr nachprüfen). Aber mit dabei waren auf jeden Fall: The Duke Spirit, School of Seven Bells, The Temper Trap, Johnossi, Those Dancing Days, Young Rebel Set, Kilians, Band of Skulls und Mona. Sie alle spielten vor dem legendären silbernen Glitzervorhang.

Das letzte Konzert, dass ich im Atomic sah, ist mittlerweile tatsächlich schon über zwei Jahre her. Das waren die Dum Dum Girls, im September 2012. Das hätte ich damals nie gedacht, dass kein weiteres mehr dazu kommen würde.

Neben den Konzerten konnte man aber auch so immer wieder gut hingehen. Da gab es den Britwoch, der mir mehr als einmal nach Arbeitsfrust weiter geholfen hatte, den Beatschuppen am Freitag oder die My Generation vs. Your Generation Party, bei der wirklich alles von den 60er an querbeet gespielt wurde. Zu feiern gab es immer was, so auch an meinem letzten Atomic-Abend, im April glaube ich, als wir dort einen Geburtstag zelebriert hatten.

Und nun ist auch das vorbei. Das Atomic schließt mit der Silvesterfeier. Was war das für eine schöne Zeit!

(Mit Dank an atomic.de für die Location-Fotos)

4 Kommentare

  • alltagundkultur

    Echt schade. Aufgrund der räumlichen Distanz war ich zwar selten da, aber wenn, fand ich den Laden auch immer sehr gut. Und es ist immer traurig, wenn ein solcher Club seine Pforten schließen muss.
    (bei meinem ersten Besuch musste ich bei dem Kauf von mehreren Longdrinks erstmal nachsehen, ob ich überhaupt so viel Geld dabei hatte 😉 – wenn man die Münchner Preise nicht gewohnt ist…)

  • bknicole

    Ich kenne den Club zwar nicht, ist für mich einfach zu weit weg, aber finde es immer schade, wenn so Läden schließen, die man ganz toll findet. Das kennt ja leider jeder und hört sich an, als hättest du da eine tolle Zeit gehabt. Aber schade, dass die Konzerte und das alles in den letzten Jahren nicht mehr veranstaltet wurden, sowas finde ich nämlich auch ganz toll. Ist einfach individuell, etwas besonderes und da steckt dann auch immer Herzblut dahinter. Schade also, dass so ein Club schließt.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht gegessen, weil ich Nutella Crepe einfach so liebe, da fällt meine Wahl dann immer auf diese Variante. Jedoch habe ich einmal Oreo Crepe auspobiert und das hat echt gar nicht geschmeckt.

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