Der Monatsrückblick Januar 2019

Neues Jahr, neuer Monat, neuer Header für diese Reihe. Mal schauen, wie er sich bewährt.

Die erste Hälfte des Monats war im Süden Bayerns geprägt vom Schnee. München selbst war davon zum Glück nur in einem vertretbaren Rahmen betroffen. Nervig genug. Und da der Anfang des Jahres (wenn man mal von der ausgiebigen Silvester-Feierei absieht) bei mir fast schon traditionell noch etwas ruhiger ist nach der stressigen Vorweihnachtszeit, konnte ich einige Filme und Serien weggucken. In der zweiten Hälfte war dann deutlich mehr los. Abschiede in der Firma unter der Woche, Parties am Wochenende, die Erholung danach braucht mit zunehmenden Alter immer länger.

*** Foto des Monats ***

Ein kurzer Ausflug zum Ammersee stand im Januar auf dem Programm. Und wie bestellt spielte das Wetter mit und bescherte uns einen der schönsten Vormittage des Monats.

*** Filme ***

Das Kinojahr startet mit den kurzen Fantasy Filmfest White Nights (FFFWN), bei denen ich mir zwei Filme anschauen konnte. Leider wieder im engen, flachen und viel zu vollen Cinema, ich wurde sofort wieder daran erinnert, warum ich sonst nie in dieses Kino gehe. Dazu gab es einen weiteren Besuch im regulären Kino.

The Favourite 8 von 10 (FFFWN)

Während sich England im Krieg befindet und ihr Volk große Not leidet, beschäftigt sich die ewig kränkelnde, griesgrämige Queen Anne (Olivia Colman) mit anderen Sachen. Sie überlässt die öden Staatsgeschäfte ihrer besten Freundin Lady Sarah (Rachel Weisz), außer sie haben sich mal wieder gezofft und sie will ihr eins auswischen. Da tritt Abigail (Emma Stone) auf den Plan, eine entfernte Verwandte von Sarah, doch aufgrund unglücklicher Umstände mittellos und zur Dienstmagd degradiert. Geschickt schafft sie es, sich an den sadistischen Schikanen von Sarah vorbei zu manövrieren, und sich in die Gunst der Königin einzuspinnen. Was auch immer dieser Film auf dem Fantasy Filmfest verloren hat – gut ist er. Die drei Hauptdarstellerin überzeugen in ihrem Intrigenspiel, bei dem sich die Sympathien der Zuschauer ständig drehen. Die Nebenfiguren sind liebenswert bis skurril, allen voran Nicolas Hoult, und die Ausstattung gut. Der Film besticht durch seinen Witz und seiner anachronistischen Sprache, er entlarvt die Abgehobenheit des Königshauses von der düsteren Realität. Man musste nur an kleinen Stellschrauben drehen, um ein etwas anderes Historiendrama zu bekommen. Kein Film für die Ewigkeit, aber gut genug für zwei nette Stunden.

Glass 7 von 10

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) ist noch immer auf freiem Fuß und hochgefährlich. In ihm schlummert immer noch die Bestie, die gefährlichste seiner vielen Persönlichkeiten. Der unverwundbare David Dunn (Bruce Willis), der seit dem Krebstod seiner Frau eine Sicherheitsfirma betreibt, heftet sich deshalb an seine Fersen, um ihm das Handwerk zu legen. In einem Lagerhaus kommt es zum Showdown zwischen ihnen, der jedoch von einer Spezialeinheit der Polizei unterbrochen wird. Nun müssen die beiden Männer die Psychiaterin Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) davon überzeugen, dass sie keine Superkräfte haben – ansonsten werden sie für immer weggesperrt. Mit ihnen ihm Raum sitzt ein weiterer Patient: Elijah Price alias Mr. Glass (Samuel L. Jackon). Die Fortsetzung von Unbreakable und Split ist der etwas andere Superheldenfilm. Keine strahlenden Helden, kein fieser Gegenspieler. Stattdessen müssen sie sich ihren Platz in der Welt suchen, verborgen vor der Öffentlichkeit. Die erste Hälfte gestaltet sich sehr lahm, viele Gespräche mit der Psychiaterin klären die Hintergründe der Figuren auf. Richtig funktioniert das nicht, das retten auch die guten Schauspieler nicht. Erst als Mr. Glass dann beginnt, seinen Plan um zu setzen, kommt etwas mehr Leben in die Bude. Auch wenn der angekündigte epische Showdown dann doch nicht so episch ausfällt – hier zeigt sich, dass die lange Vorbereitung der Figuren einen emotionalen Höhepunkt generiert, der in den Effektgewittern der Marvel-Filme regelmäßig zu kurz kommt. Die Referenzen an die ungeschriebenen Superhelden-Gesetzte (so hat z.B. jeder der Superhelden einen Begleiter) sind ganz nett, stellenweise vielleicht etwas zu viel. Aber trotzdem, den Film kann man sich schon anschauen, auch wenn M. Night Shyamalans nicht das ganze Potential ausschöpft.

Monstrum 6 von 10 (FFFWN)

Einst ließ der König sämtliche Bewohner eines kleinen Bergdorfs massakrieren: Die Pest, die hier wütete, durfte sich nicht im gesamten Land ausbreiten. Nun droht wieder Unheil aus jenen Bergen: Ein blutrünstiges Untier soll dort umgehen und lediglich zerfetzte Leiber seiner Opfer zurücklassen. Der König ist sich sicher: Hinter diesem Monstrum steckt eine Intrige, um sein Volk gegen ihn aufzubringen und seinen Thron zu rauben! Um Gewissheit zu erlangen, holt er seinen treuen Eliteoffizier Sung Han (In-kwon Kim) aus dem Exil und schickt ihn in die Provinz. An dessen Seite: die junge Myung (Hyeri Lee), die als einzige das Pest-Massaker überlebte, sowie 100 Soldaten. Frischfleisch für die Bestie! Südkoreanische Monster-Action vor historischer Kulisse! Blockbuster! Was kann da schiefen gehen? Na zum Beispiel, dass man das Monster erst nach einer Stunde sieht, während vorher mehr darüber gerätselt wird, ob es es wirklich gibt. Unnötig, wenn es jeder Trailer schon vorher ausplaudert. So wird viel Zeit mit irgendwelchen politischen Intrigenspielchen verschenkt. Die konsequentere Ausrichtung als Monsterfilm wäre wohl die lohnendere Alternative gewesen, weil das funktioniert – das Monster überzeugt, die Helden sind sympathisch, Ausstattung und Kulisse sind toll und der Film nimmt sich nicht zu ernst. Nur schade, dass er teilweise an seinen eigenen Ambitionen scheitert.

Sonstso

In der heimischen Flimmerkiste standen auch noch einige Filme an. Geordnet von alt nach jung:

Star Trek (2009, Syfy) lief mal wieder – und mir gefiel er fast besser als bei der Erstsichtung. Sicherlich hat die Handlung deutliche Schwächen, aber die Crew funktionierte schon im ersten Film gut und man hat seinen Spaß. Keine Dokumentation über das Oktoberfest, sondern laut Eigenaussage Österreichs erster Zobiefilm war Angriff der Lederhosen-Zombies (2016, Tele 5), der einen 08/15 Zombiefilm auf eine österreichische Skihütte versetzt, sonst aber nicht viel neues für das Genre zu bieten hat. Erstmals gesehen habe ich Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017, Sky Cinema), der ja als einer der besseren Filme der letzten Zeit gilt. Gut ist er wirklich, die verschiedenen Charaktäre machen ihn aus. Vernachlässigen kann man dagegen Vollblüter (2017, Blu-Ray), trotz Olivia Cooke und Anton Yelchin. Außer man möchte sich an stylishen Bildern und Einstellungen satt sehen. Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018, Blu-Ray) kann überhaupt nicht überzeugen. Wie Chris Pratt und die anderen gute zwei Stunden lang von den Dinosaurieren weglaufen, ist einfach etwas dünn und bietet nicht wirklich was neues. Keine Dokumentation wie erwartet, sondern ein reiner Mitschnitt eines seiner Auftritte war Springsteen on Broadway (2018, Netflix), was aber trotzdem sehr eindrucksvoll war. Springsteen ist ein großer Geschichtenerzähler und Entertainer, der hier durch seine Biographie führt und seine Songs in den richtigen Kontext setzt. Und der neue Ulmen/Tschirner Tatort: Der höllische Heinz (2019, ARD) schließlich spielte in einer Westernstadt und war damit die Old-School Variante von Westworld – aber mit mehr Humor und deutlich verständlicher.

*** Serien ***

Viele alte Bekannte heute in der Serienübersicht, dazu aber auch ein Neustart, der es in sich hatte.

Modern Family (Staffel 9 / 22 Folgen – Sky 1) – 7 von 10

Was soll man zu einer Comedy in der 9. Staffel schon schreiben? Vielleicht, dass sie immer noch funktioniert. Dass sie ihre Figuren immer noch ernst nimmt und nicht zu Stichwortgebern oder Abziehbildern degradiert (hallo Big Bang Theory). Und so macht es halt immer noch Spaß, der großen Pritchett Familie rund um Jay (Ed O’Neill) zu zuschauen, und an ihren kleinen und großen Problemen und Missverständnissen teil zu haben.

Narcos: Mexico (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Mexiko in den 1980er Jahren. Dem Ex-Polizisten Félix Gallardo (Diego Luna) gelingt es, aus dem unorganisierten mexikanischen Drogenhandel das straffe Guadalajara-Kartell zu schmieden, auch dank Rafa (Tenoch Huerta), der ihm mit Marihuana in einer nicht gekannten Qualität versorgt. Das ruft die Amerikaner mit der DEA auf den Plan, mit dem idealistischen Agenten Kiki Camarena (Michael Pena), der aber immer wieder an der korrupten, mexikanischen Polizei scheitert. Nach Kolumbien in der Mutterserie ist nun also Mexiko an der Reihe. Wie bei Narcos selbst, besticht auch diese Serie durch ihre toll inszenierten Action-Szenen und einer glaubhaften lateinamerikanischen Atmosphäre. Wieder sehen wir hier ein Katz- und Mausspiel mit den beiden großen Figuren von Luna und Pena auf beiden Seiten des Gesetzes. Sehr viel neues bietet die Serie allerdings nicht, dieses Subgenre wirkt durch Narcos und Breaking Bad mittlerweile sehr abgegrast. Daher ist es solide Actionunterhaltung, der aber das aufregende Etwas fehlt.

Navy CIS (Staffel 15 / 24 Folgen – Sat 1) – 7 von 10

Was soll man zu einer Serie in der 15. Staffel schon schreiben? Vielleicht, dass die Neuen im Team wie Torres (Wilmer Valderrama) und Sloane (Maria Bello) etwas frischen Wind rund um Gibbs (Mark Harmon) rein bringen. Und auch wenn es beim üblichen Fall-der-Woche Schema bleibt, hat man auch hier immer mal wieder versucht einen unaufgeregten, anderen Ansatz zu finden – da gefiel besonders eine Folge, die sich um einen Selbstmord drehte, recht gut. Kurzum: Kein Grund, um abzuspringen. Zur guten Unterhaltung nebenbei immer noch geeignet. Nur an den orangenen Wänden im Büro habe ich mich langsam etwas satt gesehen.

Spuk in Hill House (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 9 von 10

Hugh (Henry Thomas) und Olivia (Carla Gugino) beziehen in den 1980ern mit ihren Kindern ein Haus um es zu renovieren und gewinnbringend zu verkaufen. Immer mehr merkwürdige Dinge passieren, bis es schließlich eskaliert. Jahrzehnte später verfolgen die Ereignisse die mittlerweile erwachsenen Kinder (Michiel Huisman, Elizabeth Reaser, Oliver Jackson-Cohen, Kate Siegel und Victoria Pedretti) immer noch und von ihrem Vater (Timothy Hutton) haben sie sich entfremdet. Wer bei der Serie ein schockendes Gruselabenteuer erwartet, ist vermutlich falsch. Man muss sich schon auf das große Familiendrama einlassen, dass sich hier in ruhigen Bildern vor einem ausbreitet. Alle Kinder verarbeiten die Geschehnisse unterschiedlich, sie alle lässt das Hill House aber nicht los. Der Sprung zwischen den verschiedenen Zeitebenen der Erzählung funktioniert gut, manch andere Serie hat sich da ja schon sehr verheddert. Der Sog der Serie wird im Laufe der Staffel immer stärker. Das Drama steht im Vordergrund, auf billige Schockeffekte wird größtenteils dankbarerweise verzichtet. Das Schicksal der Familie ist schon erschreckend genug.

Der Tatortreiniger (Staffel 3 / 4 Folgen – Sky on Demand) – 8 von 10

Nachdem mir dir zweite Staffel ja etwas zu gewollt war, besinnt sich die Serie nun wieder etwas mehr auf die Stärken. Schotty (Bjarne Mädel) putzt und trifft an den Tatorten auf die unterschiedlichsten Figuren – die dieses Mal wieder etwas bodenständiger sind. Besonders stark dabei die Episode mit der rollstuhlfahrenden Veganerin (Karin Hanczweski) und das Aufeinandertreffen mit seiner Ex-Freundin (Fritzi Haberland). Auch die teilweise surreale Folge in einer Behörde kippt nicht zu sehr in experimentelles Kunstkino ab. Daher ist wieder alles gut, Schotty darf weiterputzen.

Im Februar gibt es ein paar Rückkehrer auf die Bildschirme. Amazon Kunden können ab dem 8. die dritte Staffel von The Expanse sehen. Am 11. startet die zweite Hälfte von Staffel 9 von The Walking Dead auf FOX – ich muss immer noch die erste Hälfte sehen, am 13. geht es vormittags mit der vierten Staffel von Fresh Off The Boat bei Pro7 weiter. Ab dem 14. zeigt die ARD die zweite Staffel von Charité, ab dem 15. ermittelt Bull in der dritten Runde auf 13th Street. Ganz neu ist dagegen Deadly Class, was ab dem 27. auf Syfy zu sehen sein wird. Netflix zeigt ab dem 1. mit Nightflyers eine neue Sci-Fi-Serie und mit Russian Doll etwas für alle Fans von Zeitschleifen. The Connors schaffen am 13. den Sprung ins Free-TV und ziehen auf dem Disney Channel ein. Pro7 zeigt ab dem 27. die Fantasy Serie Siren. Und wer es noch nicht kennt: Die erste Staffel von The Sinner kann man ab dem 22. auf RTL Crime sehen – einschalten lohnt sich!

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 0 Spiele.

Keine Spiele, keine Neueinkäufe in der Winterpause (Stand: jetzt). Mehr gibt es nicht zu sagen.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Charles Esten). Gekaufte Konzerttickets: 4 (The Dirty Nil im Februar, Beans On Toast und Lea Porcelain im April, Spanish Love Songs im Mai).

Nach dem Ende von Nashville brauchte es Ersatz. Und da traf es sich gut, dass einer der Schauspieler zur Zeit auf Europa-Tour war und auch in München Halt machte. Charles Esten in der Muffathalle. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten sollte und war wirklich überrascht, dass sich so viele Leute hier zusammen fanden, es war ausverkauft.

Esten stand in bester Singer-/Songwriter Tradition die meiste Zeit alleine auf der Bühne, spielte seine Songs und erzählte ein paar Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben und von den Dreharbeiten. Ich muss zugeben, dass ich von seinen Songs nichts kannte, lediglich einige der Songs in Nashville gehört hatte. Das störte aber nicht weiter, es war auch so ein netter Abend, Esten ein guter Entertainer und die Songs gefällig bis gut. Am meisten aus sich heraus ging er bei Coverversionen von Thunder Road und Purple Rain, zu denen er am Klavier spielte. Das Feuer, was er hier an den Tag legte, hätte ihm teilweise auch bei seinen eigenen Songs gut zu Gesicht gestanden. Trotzdem aber: Kann man sich vor allem live gut anhören.

Hier ein Schnipsel aus Köln: Pour Four More Por Favor.

Noch keine neue Musik in diesem Jahr. Dafür ein alter Song, der mich am letzten Wochenende sowohl freitags im Substanz, als auch am Samstag im Strom erfreute: Friday I’m in Love von The Cure – und am Sonntag war ich dann zu nichts mehr zu gebrauchen.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Zeit, um über das Dschungelcamp zu reden, bzw. über Ich bin ein Star – Holt mich hier raus, wie die Sendung offiziell heißt. Dieses Jahr bin ich mal wieder bei der Sendung hängen geblieben und gebe gerne zu: Das ist einfach gutes Entertainment. Ob das jetzt richtige Stars sind oder nicht, das sei mal dahin gestellt, aber der Cast ist so breit aufgestellt, dass er viele Bevölkerungsschichten ansprechen kann und damit das große Lagerfeuer im klassichen Fernsehen sein kann.

Letzlich geht es darum, die Teilnehmer aus ihren Schubladen ausbrechen zu lassen und sie bei der Überwindung ihrer Ängste zu beobachten. Deshalb ist in diesem Jahr Evelyn die logische Gewinnerin, die zunächst ihre privaten Probleme klären musste (wegen irgendwelchen Geschichten aus anderen Formaten, keine Ahnung) und sich dann in den Prüfungen nach vielem Geschrei und Ekel überwinden konnte. Fast eine klassische Heldenreise. Deshalb war ja auch Luke Skywalker der Held im Original-Star Wars und nicht Obi Wan Kenobi. Und wenn es eine Sendung schafft, beim Zuschauer Freude und Ablehnung zu irgendwelchen Möchtegern-Stars zu wecken, dann ist das großes Fernsehen.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Winterzauber beim Sapporo Snow Festival: Ines von Blickgewinkelt war in Japan und stand dort staunend vor den großen Schneeskulpturen.

Slowenien: Wer noch auf der Suche nach einem Urlaubsziel für dieses Jahr ist, für den kann ich das schöne Slowenien empfehlen. Urbane Hymnen hat da mal ein Bilder zusammen gestellt.

Wie Netflix und Amazon meine Sehgewohnheiten verändert haben: Nicole von Smalltownadventures über “fernsehen” im Jahr 2019.

*** Foodpic des Monats ***

Der Ammersee bildet heute die Klammer des Rückblicks: Es gab dort natürlich auch etwas zu essen. Diese tollen Pancakes zum Beispiel, im Restaurant Fischer.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Ein Song geht um die Welt #8: Can’t Take My Eyes Off You

An der Serie Sharp Objects war ja nicht alles schlecht. Amy Adams zum Beispiel, die hatte gut gespielt. Was auch gut war: Die musikalische Untermalung. Nicht nur, dass im Soundtrack die geschätzen Hurray For The Riff Raff auftauchten, auch wurde das folgende Lied kunstvoll eingebaut. Im Rahmer einer Party, als die ortsansässigen, frühreifen Teenager sich zu diesem alten Song gar nicht mehr halten konnten. Ist aber auch ein guter Song und ein fieser Ohrwum. Can’t Take My Eyes Off You.

Im Original stammt der Song von Frankie Valli und wurde 1967 veröffentlicht. Es war einer seiner größten Hits und landete in den USA und in Kanada auf Platz 2 der Charts. In Europa war der Song zur Veröffentlichung kein Erfolg. Unzählige Coverversionen folgten aber trotzdem.

Fangen wir an mit einem eher unspektakulären Cover, aber es ist immerhin von Kelly Jones, Frontmann von den Stereophonics und bekannt für seine fantastische Reibeisenstimme.

Kein erfolgreicher US-Song aus dieser Zeit ohne eine schlagerhafte, deutsche Version. Für die hat der Sänger und Schauspieler Fred Bertelmann gesorgt und das Lied unter den Namen Das kann doch keine wie Du veröffentlicht. Für Charterfolge scheint seine Version allerdings nicht gesorgt zu haben.

Auch Lauryn Hill, erfolgreich als Solokünstlerin und mit den Fugees, hat den Song gecovert und dabei ihre eigene Note miteingebracht. War wohl sogar recht erfolgreich damit, mir gefällt es jedoch nicht so richtig.

Disco! Die Boy Town Gang coverten den Song 1982 und stürmten damit so einige Charts in Europa und Asien. Läuft wahrscheinlich auch heute noch im Silvesterprogramm des ZDFs.

Hat hier jemand Disco gesagt? Schon steht Gloria Gaynor auf der Tanzfläche und legt ihre eigene Performance hin.

Und damit ab in die Rockecke. Dort setzten die Bombast-Rocker von Muse diesen Song 2001 als B-Side (die älteren werden sich erinnern) auf eine ihrer Singles. Knarzende Gitarren inklusive.

Und was wäre diese Reihe schließlich ohne ein ordentlichens Punk-Cover? Für dieses haben die Japaner von Hate Honey gesorgt. Viel Spaß!

Und nun seid ihr gefragt: Welche Version gefällt euch am Besten?

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Siehe auch: #1 Wonderwall#2 Under The Bridge#3 Just Can’t Get Enough#4 Mrs. Robinson#5 I Will Survive#6 Don’t Le Me Be Misunderstood#7 Billie Jean

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Nummer Neun from the Blog (2019)

Eigentlich schreibe ich ja hier als Hobby, aber warum eigentlich? Hat das noch Zukunft? Ein kurzer Text über meine Einschätzung zu diesem Blog-Ding.

The trend is not your friend

Bereits im Jahresrückblick hatte ich es gesagt: Die Klicks auf dieser Seite gehen zurück. Von 2017 nach 2018 waren es 20% weniger. Das ist erst einmal Fakt. Gründe dafür könnte es viele geben. Wie zum Beispiel, dass ich im vergangenen Jahr auch genau 20% weniger Beiträge verfasst habe. An erster Stelle muss ich den Grund für die geringenen Klicks also bei mir suchen.

Es muss aber auch nicht der einzige Grund sein: Die vielen Blog-Reader könnten ihr übriges tun. Man muss nicht mehr auf meine Seite klicken, um meine Texte zu lesen. Oder auch: Man muss nicht mal mehr auf meine Seite klicken, um zu sehen, dass es immer noch nichts neues gibt. Das immer voller werdende Netz sorgt auch dafür, dass Google und Co. nicht mehr in dem Maße anliefern, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Und natürlich auch: Vielleicht wachse ich auch einfach aus der Zielgruppe hinaus. Wie gesagt, Gründe lassen sich viele finden. Der Trend ist allerdings schon seit Jahren da, hier die Entwicklung der Zugriffszahlen seit 2013:

Aber die Klicks sind das eine – das andere sind die Kommentare. Die sind noch einmal deutlicher nach unten gegangen, 2018 war es ungefähr nur noch die Hälfte der Anzahl von 2017. Gleiches gilt für den Kreis der Kommentatoren, auch dieser wird immer dünner. Das kann natürlich auch wieder ein Qualitäts- oder Relevanzproblem meinerseits sein. Letztlich spiegelt es aber auch einfach mein eigenes Nutzerverhalten wieder.

Meine Runde im Blog

Meine Frühstücksroutine ist eigentlich seit ewigen Zeiten die gleiche. Zum einen: Ja, ich frühstücke. Zum anderen: Dafür nehme ich mir auch an Arbeitstagen morgens etwas Zeit. Ich könnte eine halbe Stunde länger schlafen, wenn ich nicht so trödeln würde. Während im Hintergrund mein Radiowecker dudelt (und das macht er schon seit mehr als 20 Jahren, vielen Dank an dieser Stelle an Grundig für dieses Qualitätsprodukt), lese ich Spiegel Online, checke Facebook – was ich zum Teil als Newsreader nutze – und gehe durch die Einträge bei Bloglovin. Dort folge ich genau 123 Blogs, in den letzten zwei Jahren sind wahrscheinlich nicht mehr als 5 dazu gekommen, wenn überhaupt. Und welche Einträge ich dann dort anklicke wird auch immer selektiver. Letztlich lese ich heute deutlich weniger als noch vor ein paar Jahren. Und Kommentare hinterlasse ich noch seltener. Das, was ich also auf meiner eigenen Seite beklage, mache ich selbst nicht viel anders.

Woran liegt es? Die Blog-Landschaft hat sich in den letzten Jahren doch sehr verändert. Aus den öffentlichen Online-Tagebüchern sind mehr und mehr spezialisierte Magazine geworden. Mono-Thematische Seiten und Hochglanzoptik haben Einzug gehalten. Smartphone optimiert. Die Szene gibt sich professioneller. Dagegen kann man nichts einwenden, ich folge ja selbst hauptsächlich Blogs zu den Themen Filmen, Serien, Reisen, Musik, Medien, was mich halt so interessiert. Oder gleich profesionellen Schreibern, die sich abseits ihres Broterwerbs noch ausprobieren wollen. Aus dem Amateurbereich ist ein Halb-Profitum geworden. Man liest halt bei den Nerds aus der Nische, für das Oberflächliche gibt es sowas wie Bento. Die rein persönlichen Blogs werden dagegen immer weniger. Oder ich finde sie einfach nicht mehr. Wobei ich auch da einschränkend sagen muss: Es interessieren mich halt auch nicht mehr Blogger aus allen Lebensphasen. Und wenn jemand über den aufregenden Schritt zum Studium schreibt, ist dieses Thema für mich halt schon seit langer Zeit durch.

Influencer statt Blogger

Die Meute ist in Richtung Social Media weiter gezogen. Twitter, Instagram – es ist ja auch viel leichter, dafür Content zu produzieren. Schnell ein Bild gemacht, zack auf Instagram. Hier flott was rausgerotzt, der Tweet ist fertig. Dagegen kostet der strukturierte Blog-Eintrag Zeit, Geduld und Organisation.

Und auch die Sache mit dem Feedback ist in den Social Media Kanälen viel leichter. Ein Herzchen ist schnell gesetzt, ein Daumen nach oben ebenso. Man braucht keine Meinung zu äußern, man findet einfach gut. Fertig. Geht mir dort ja auch so. Hier ein Like für den tollen Burger, da ein Herzchen für die Influencerin, die anscheinend im Bikini lebt, dort noch eines für den KSC-Sieg. Geht ganz schnell, tut keinem Weh. Dass die Waage aber so schnell und so weit in Richtung Social Media tendiert, hätte ich nicht erwartet.

Was 2019 bringen wird

Welche Lehren ziehe ich daraus nun für das neue Jahr? Nun, erst einmal nicht viele. Erst einmal mache ich hier weiter, solange ich noch Spaß daran habe. Es ist ein kleines Hobby, ein Ausgleich zu den Zahlen, mit denen ich beruflich sonst immer zu tun habe und ein guter Vorwand, um irgendwelche nerdigen Listen zu führen. Allerdings wird wohl auch 2019 die Anzahl der Einträge eher weniger als mehr werden. Viel öfter als einmal pro Woche schaffe ich es mittlerweile meistens nicht mehr.

Viel Spaß habe ich nach wie vor mit den Monatsrückblicken, die ich meist so nebenbei pflege, wenn ich dafür wieder etwas habe. Die würde ich sogar eher noch ausbauen als kürzen. Auch die Reiseberichte machen mir immer sehr viel Spaß. Sie erhalten meistens sogar recht viele Klicks, was mich sehr freut. Auf ein geringeres Interesse stoßen dagegen meist die Bücher- und Konzertreviews. Die Bücher würde ich aber gerne weiterhin mit eigenen Einträgen würdigen, so viele werden es ja nie pro Jahr. Bei den Konzerten muss ich mir dagegen vielleicht mal etwas überlegen.

Seit dem ich die Essays von Jonathan Franzen gelesen habe, würde ich auch selbst gerne immer mal wieder etwas längere Texte schreiben, wenn ich denn ein gutes Thema dafür finde. Mal sehen, wie oft sich das umsetzen läßt. Ansonsten kommt so ein wenig darauf an, was sich so ergibt. Natürlich hat sich auch diese Seite in den letzten Jahren deutlich in Richtung Film, Serie und Musik bewegt, aber eigentlich würde ich es schon gerne thematisch offener lassen, ohne es dabei zu persönlich werden zu lassen. Und ohne Kochrezepte. Oder anderen Verpflichtungen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Was sind eure Erfahrungen, wie haben sich für euch die Blogs in den letzten Jahren entwickelt? Wie nutzt ihr sie selbst?

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