Listen Up! 2017 – (I) Musik

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, damit wird es Zeit für den traditionellen Jahresrückblick. Dieses Mal allerdings in leicht verändertet Form: Ich habe den Rückblick auf drei Einträge aufgebrochen. Heute geht es los mit meinem musikalischen Ranking, die nächsten beiden Teile erscheinen in den nächsten Tagen.

Die 15 besten Alben des Jahres

Ich sage es jedes Jahr wieder: Das Album als musikalische Kunstform steht bei mir immer noch ganz oben. Während eine Single eher ein Ausschnitt ist, ist das Album das Ergebnis der Künstler – mit Anfang und Ende und roter Linie. Das Album ist etwas, was bleibt. So wie auch die CDs, die ich mir im Regelfall kaufe. Gestreamt wird nach wie vor nicht, nur mal auf youTube angetestest. Allerdings höre ich auch nicht mehr so viel wie früher. Und was ich mir nicht selbst kaufe, bleibt fast ungehört. Ausgetauscht wird sich im Freundeskreis nur noch selten. Und wenn, dann hat das nur einen Versuch, um mir zu gefallen, sonst staubt die digitale Kopie gnadenlos ein.

Die folgenden Alben, die per Defintion alle in diesem Jahr erschienen sind, haben ihre Sache besonders gut gemacht.

Im Blickfeld (alphabetisch):

  • Amazons, The – The Amazons
  • Can’t Swim – Fail You Again
  • Gallagher, Noel – Who Built The Moon?
  • Hause, Dave – Bury Me In Philly
  • Inheaven – Inheaven
  • Menzingers, The – After The Party
  • National, The – Sleep Well Beast
  • Solstafír – Berdreyminn
  • Wanda – Niente
  • Wolf Alice – Visions Of A Life

Große Klasse:

5. Liam Gallagher – As You Were
4. Hurray For The Riff Raff – The Navigator
3. Lea Porcelain – Hymns To The Night
2. Kasabian – For Crying Out Loud
1. The Regrettes – Feel Your Feelings Fool!

Die 12 besten Konzerte des Jahres

Ein Konzert ist immer abhängig von der Tagesform. Nein, damit meine ich nicht die des Künstlers, sondern die des Konzertbesuchers. Passt die Musik auf den Abend, kann man vom Alltag abschalten? Mit wem ist man auf dem Konzert? Ob es gut war oder nicht, das zeigt sich oft erst an den nächsten Tagen, wenn man wieder anfängt, die Band rauf und runter zu hören. Oder eben nicht.

In diesem Jahr war ich auf insgesamt 15 Konzerten, dazu auf dem Lollapalooza und bei den Sofar Sounds. Und da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich in diesem Jahr die Top-Liste auf 12 erweitert. Und immer noch gab es einige Konzerte, bei denen es mir leid tut, sie hier nicht nennen zu können.

12. SWMRS (Kranhalle, München)
11. The Temper Trap (Theaterfabrik, München)
10. The Vaccines (Lollapalooza, Berlin)
9. Portugal, The Man (Muffathalle, München)
8. John Allen (Backstage, München)
7. London Grammar (Lollapalooza, Berlin)
6. The Amazons (Unter Deck, München)
5. Dave Hause (Strom, München)
4. Me First And The Gimme Gimmes (Backstage, München)
3. Black Rebel Motorcycle Club (Tonhalle, München)
2. Mumford & Sons (Lollapalooza, Berlin)
1. Kasabian (Tonhalle, München & Gasometer, Wien)

Kasabian stand 2013 bei mir schon auf der Spitzenposition und wurde in den drei Jahren danach dann jeweils von Frank Turner geschlagen. Dieses Jahr habe ich ihn gar nicht erst gesehen. Überraschenderweise sind gleich drei Festival-Auftritte mit dabei, während mit Aerosmith das große Open-Air-Konzert des Jahres nicht nachhaltig beeindrucken konnte.

Die 5 besten Vorbands des Jahres

Mit den Vorbands bei Konzerten ist es ja oft so eine Sache. Sie gehören dazu und werden eigentlich auch vom Zuhörer akzeptiert, gefallen tun sie einem jedoch nicht immer. Es ist ein schmaller Grad, sie sollten schon in die gleiche Richtung gehen wie die Hauptband, aber zu ähnlich sollten sie auch nicht klingen. Eine gute Ergänzung sollten sie sein. Diese Bands haben es auf meinen besuchten Konzerten im vergangenen Jahr besonders gut gemacht:

5. Eau Rouge (bei The Temper Trap, Theaterfabrik)
4. The Prosecution (bei Me First and the Gimme Gimmes, Backstage)
3. The Vacant Lots (bei Black Rebel Motorcycle Club, Tonhalle)
2. Inheaven (bei Circa Waves, Kranhalle)
1. The Regrettes (bei SWMRS, Kranhalle)

Klar, vorne steht mit The Regrettes die Band, bei der ich nur wegen ihnen als Vorband auf dem Konzert war. Von den Bands auf den Plätzen 2 und 3 habe ich mir danach dann das Album gekauft, im besten Falle funktioniert es für die Vorband genau so.

Weitere bemerkenswerte Songs

Man kann ja nicht alles in den Listen oben abdecken. Die folgenden Songs würde ich auch gerne noch für dieses Jahr heraus heben, ich würde sie aber nicht als die ultimativ besten Songs des Jahres bewerben wollen. Auch wenn es für Feel It Still von Portugal, The Man zu trifft, leider war das dazu gehörige Album Woodstock im Vergleich zu den Vorgängern eine kleine Enttäuschung. Und ein echter Radio-Hit ist mit dabei.






Und was waren eure musikalischen Highlights des Jahres? Auf welche Konzerte freut ihr euch schon für 2018?

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Siehe auch:

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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Der Monatsrückblick Dezember 2017

Na, habt ihr alle Weihnachten gut verbracht? Bevor in den nächsten Tagen der große Jahresrückblick startet, kommt heute erst einmal noch der kleine Rückblick auf den Dezember. Also schnappt euch die Reste des Weihnachtsbratens und futtert ihn nebenbei, es folgen noch einmal einige Highlights aus dem Kino und dem TV.

*** Kino ***

Noch mal drei Filme zum Abschluß des Jahres gesehen. Dabei ging die Spanne von ganz kleinen Produktionen bis zur mächtigsten Maus des Universums.

The Big Sick 8 von 10

Kumail (Kumail Najiani), Sohn von pakistanischen Einwanderern, versucht als Stand-Up Comedian in Chicago Fuß zu fassen. Seine Eltern würden ihn am liebsten mit einer pakistanischen Frau verkuppeln, er lernt aber bei einem seiner Auftritte Emily (Zoe Kazan) kennen und verliebt sich in sich. Als Emily dann aufgrund einer schlimmen Krankheit ins Krankenhaus muss, macht er Bekanntschaft mit ihren Eltern (Holly Hunter und Ray Romano). Die wahre Geschichte des Hauptdarstellers Najiani ist mit der netteste Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Er ist lustig und traurig, voller normaler und sympahtischer Figuren, die auf einmal mit schlimmen Sachen umgehen müssen. Es ist die Geschichte, wie sich Najiani von seinen Eltern und seiner Kultur emanzipiert und sich in ein normales Mädchen verliebt. Das ist so unspektakulär, wie schön. Es sollte mehr solcher Filme geben!

Camp 5 von 10

Warum auch immer es ein spanischer Horrorfilm von 2015 jetzt noch ins Kino geschafft hat, war mir vorab schon ein Rätsel, nach dem sehen noch viel mehr. Drei Amerikaner (Diego Boneta, Maiara Walsh, Jocelin Donahue) treffen zusammen mit einem Einheimischen (Andrés Velencoso) letzte Vorbereitungen, um für Jugendliche ein Sprachcamp in Spanien abzuhalten. Das mit dem Camp irgendetwas nicht stimmt, wird deutlich als sich ein anscheinend tollwütiger Hund im Camp-eigenen Streichelzoo ausgetobt hat. Aber der Hund soll nicht der einzigste sein, der sich aggresiv verhält, es scheint auch langsam auf die Menschen überzugreifen. Und daraus entsteht ein Virus-Horrorfilm, wie man ihn schon oft gesehen hat, mit jungen, schreienden Erwachsenen, die einer nach dem anderen… nun ja. Immerhin, etwas Neues hat der Film dann doch zu bieten: Die Verwandlungen sind jeweils nur von kurzer Dauer. Das habe ich so noch nicht gesehen, rettet den Film aber auch nicht.

Star Wars – Die letzten Jedi 6 von 10

Während Rey (Daisy Ridley) versucht, den als Einsiedler lebenden Luke Skywalker (Mark Hamill) wieder zum Eintritt in den Widerstand zu bewegen, ist der verbleibende Rest der Gruppierung unter der Führung von Leia (Carrie Fisher) auf der Flucht vor den Sternzerstörern der Ersten Ordnung. Der Film überzeugt vor allem optisch und begeistert mit exotischen Locations, die tadellos in Szene gesetzt wurden, und eindrucksvollen Weltraumszenen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, auch wenn dieser teilweise sogar etwas albern wirkt (Stichwort: Bügeleisen). Dass der Film trotzdem nicht so überzeugen kann wie sein Vorgänger, liegt an der zähen Story. Besonders die erste Stunde ist äußerst schleppend. Auch ist von der tollen Chemie zwischen Rey, Finn (der unterbeschäftigte John Boyega) und Poe (Oscar Isaac) nicht mehr viel zu spüren. Sie sind alle in verschiedenen Storylines unterwegs, wodurch viel vom Charme verloren geht. Wenigstens Kylo Ren (Adam Driver) ist interessanter als im ersten Teil, auch wenn er nicht die gleiche Dunkelheit wie ein Darth Vader ausstrahlt. Das Aufeinandertreffen von ihm mit Rey – in einer Location, die aus einem 60er Jahre Science-Fiction Film entsprungen sein könnte – ist dann auch der emotionale Höhepunkt des Films. Dummerweise folgen danach noch jede Menge weiterer Actionsequenzen, die zwar – wie schon gesagt – optisch eindrucksvoll sind, aber emotional einen nur wenig berühren. Und Lukes letzte Szene im Film ist schon arg an der Grenze zum Kitsch.

*** Serien ***

Ich hatte mir vorgenommen, kurz vor dem Jahresende noch einige Serien zu Ende zu bringen. Und trotz vieler Termine hat das noch recht gut geklappt, vieler kurzer Staffeln sei Dank. Außerdem steht in diesem Monat an: Der Clash der deutschen Vorzeigeproduktionen – Babylon Berlin versus Dark.

Babylon Berlin (Staffel 2 / 8 Folgen – Sky 1) – 8 von 10

Wenn man es nicht im EPG lesen würde, würde man es gar nicht merken, so soft war der Übergang von der ersten in die zweite Staffel. Und weiterhin bekommt man eine unglaubliche Ausstattung zu sehen, das Berlin der Goldenen Zwanziger lebt vor den Augen den Zuschauers. Mittlerweile ist Kommisar Raths (Volker Bruchs) Familie nach Berlin gekommen und Lotte (Liv Lisa Fries) schafft es, bei der Polizei Fuß zu fassen. Der mysteriöse Güterzug mit dem Giftgas steht immer noch in Berlin rum, während revolutionäre Kräfte versuchen, von Rußland aus Einfluß zu gewinnen. Und welche Rolle spielt der zwielichtige Kollege Bruno (Peter Kurth)? Die zweite Staffel schafft es besser, episodenhafte Geschichten im Rahmen einer größeren Handlung zu erzählen, auch wenn manches in seiner Einfachheit einem Groschenroman entsprungen sein könnte.

Californication (Staffel 5 / 12 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Was man auf Netflix so findet. Viele Jahre, nach dem ich bei der Serie eigentlich ausgestiegen war, konnte ich so mit der fünften Staffel weiter machen und habe es nicht bereut. Hank Moody (David Duchovny) landet nach einiger Zeit in New York wieder in seiner alten Heimat L.A.. Dort lebt seine große Liebe Karen (Natascha McElhone) mittlerweile mit Richard (Jason Beghe) zusammen, während seine Tochter Becca (Madeleine Martin) einen neuen Freund namens Tyler (Scott Michael Foster) hat, eine Art junger Hank. Hank’s Agent Charlie (Evan Handler), der mittlerweile alleine lebt und eine Auge auf die junge Lizzie geworfen hat (kann man ihm bei Camilla Luddington nicht übel nehmen), verschafft ihm einen Job als Drehbuchschreiber für Samurai (Rapper RZA). Alle sind sie wieder mit dabei, Hank ist mittlerweile etwas reifer geworden, weiß aber immer noch das Leben zu genießen. Die Buddy-Freundschaft mit Charlie funktioniert weiterhin und der Brüste-Index ist unverändert hoch. Es ist halt doch ein gute Laune-Format. Und Karen nervt mich immer noch so wie früher.

Dark (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Winden 2019. Als Jonas (Louis Hofmann) aus der Psychatrie zurück an seine Schule kommt, ist ein anderer Junge bereits seit Wochen verschwunden. Als dann in einer regnerischen Nacht der junge Mikkel (Daan Lennard Liebrenz) auch noch in den Wäldern verschwindet, bricht langsam Panik in dem kleinen Ort aus. Polizistin Doppler (Karoline Eichhorn) steht vor einem Rätsel. Währenddessen taucht Mikkel wieder auf – allerdings im Jahre 1986. Die Mystery-Serie macht einiges richtig und liefert immer wieder beeindruckende Wendungen. Die deutsche Provinz ist wunderbar eingefangen, die insgesamt drei Zeitebenen auch glaubhaft umgesetzt und wenn es regnet, dann richtig. Von daher ist alles gut, besser wäre es noch gewesen, wenn man die Komplexitität etwas runter gefahren und sich manch unnötige Nebenfigur einfach gespart hätte. Komplex zu erzählen ist nicht so schwer, einfach dagegen schon. Zumal der riesige Cast teilweise schon Schwächen zeigt. Und der Soundteppich, der einem abseits der 80er-Jahre Popsongs erwartet, ist stellenweise einfach furchtbar nervig. Aber das ist Jammern auf gutem Niveau – letztlich verhebt sich die Serie nicht an den eigenen Ambitionen. Und nach dem Schluß bin ich gespannt, ob es eine zweite Staffel geben wird.

Navy CIS (Staffel 14 / 24 Folgen – Sat 1) – 6 von 10

Nachdem Toni den NCIS verlassen hat, nimmt Gibbs (Mark Harmon) die Agenten Torres (Wilmer Valderrama) und Quinn (Jennifer Esposito) in sein Team auf. Sonst ändert sich nicht viel, das Konzept der Serie steht. Die Dynamik im Team ist nun eine andere, McGee (Sean Murray) ist nun nicht mehr der unerfahrenste der Truppe. Es dauert etwas, bis sich alles wieder einspielt, aber grade Torres fügt sich gut ein. Und so wird weiterhin der Fall der Woche gelöst und werden nebenbei so einige Büroprobleme angegangen. Und jede Nebenfigur bekommt ihre spezielle Folge. Das ist so erwartbar, wie solide.

Pastewka (Staffel 1 / 8 Folgen – Sky 1) – 7 von 10

Zum Glück wiederholte Sky 1 die Serie gleich noch einmal und so konnte ich doch noch die 1. Staffel aus dem Jahr 2005 nach holen. Das Bild war damals noch im Format 4:3, der Sound tendenziell etwas nervig, die Kamera etwas unruhig und Pastewkas Nichte Kim (Cristina do Rego) noch jung und verpickelt, sonst war aber schon vieles da. Pastewka (Bastian Pastewka) schliddert von einer Peinlichkeit in die nächste und sein Bruder Hagen (Matthias Matschke) macht es nicht besser. Mit Ingolf Lück, Michael Kessler, Hugo Egon Balder und Martin Semmelrogge sind schon die ersten prominenten Fernsehnasen mit dabei, so richtig auf den Punkt ist es aber noch nicht. Warum danach aber nicht noch die zweite Staffel wiederholt wurde, wird wohl Sky’s Geheimnis bleiben.

Residue (Staffel 1 / 3 Folgen – Netflix) – 5 von 10

Diese Engländer. Da machen die 3 Folgen, die zusammen nur unwesentlich länger sind als ein Tatort oder ein Sat.1-Film, und bezeichnen es trotzdem als Serie. Als Film hätte das hier vielleicht noch etwas besser funktioniert: Nach einer großen Explosion zu Silvester in einer englischen Metropole, wird das Viertel unter Quarantäne gestellt. Die Fotografin Jennifer (Natalia Tena) stößt bei ihren Nachforschungen allerdings auf ein seltsames Phänomen, das anscheinend schon länger in der Stadt schlummert. Ihr Freund Jonas (Iwan Rheon) will sich alleine in die abgesperrte Zone begeben. Die Idee ist ganz gut und auch optisch ist die dystopische Metropole ganz gut umgesetzt. Besonders fesselnd ist die Serie allerdings nicht und auch die Figuren bleiben in der Kürze der Zeit etwas egal. Ein intensiver Film mit kleinerem Cast hätte der Story vielleicht besser getan.

SS-GB (Staffel 1 / 6 Folgen – RTL Crime) – 5 von 10

Wir schreiben das Jahr 1941. Die Nazis haben den zweiten Weltkrieg gewonnen und auch Großbritannien eingenommen. In London ist Archer (Sam Riley) als ein Scotland-Yard-Detective tätig, der unter der SS arbeitet (in Form von Rainer Bock und dem guten Lars Eidinger) und mit dem Dilemma konfrontiert ist, ob er kollaborieren soll, um effektive Arbeit leisten zu können, oder sich dem Widerstand anschließen soll. Ein Mordfall bringt ihn dann schließlich auf die Spur eines geheimen Waffenprogrammes. Der Weg dahin ist allerdings recht zäh. Die Serie spielt nicht nur in den 1940ern, sie sieht auch so aus, als wäre sie zu dieser Zeit produziert wurden. Wenig Dynamik, wenige Farben, die Serie macht es einem schwer, sich auf sie einzulassen. Sie wirkt jetzt schon veraltet. Und dass die Nazis ganz frisch London übernommen haben, was eigentlich das große Dilemma in der Serie sein müsste, die düstere Ausgangsbasis, wird von allen Beteiligten schon sehr routiniert aufgenommen. Schade, hier hatte ich mir sehr viel mehr versprochen.

Top Of The Lake (Staffel 2 / 6 Folgen – Arte) – 8 von 10

Einige Jahre nach den Ereignissen aus der 1. Staffel arbeite Robin (Elisabeth Moss) wieder als Kriminalbeamtin in Sydney. Sie übernimmt den Fall einer toten Asiatin, die in einem Koffer an den Strand gespült wurde. Die Obduktion ergibt, dass sie schwanger war – und wahrscheinlich als Leihmutter diente. Zusammen mit ihrer Kollegin Miranda (Gwendoline Christie) versucht sie, die Hintergründe zu ermitteln. Gleichzeitig nimmt sie Kontakt mit den Adoptiveltern (Ewen Leslie und Nicole Kidman) ihrer Tochter Mary (Alice Englert) auf, welche mit dem zwielichtigen Alexander (David Dencik) zusammen ist. Spannend geht es zu in der australischen Serie. Vom sonnigen Sydney ist wenig zu sehen, so sticht die Strandszene in der letzten Folge deutlich heraus. Der Rest spielt in den dunkleren Ecken der Stadt, wenn es um Prostitution, illegale Leihmutterschaft und Adoption geht. Klassische Familienbilder bekommt man hier nicht zu sehen. Geschickt werden die Dramaelemente mit der Crime-Story verknüpft, so dass am Ende eine spannende und fesselnde Staffel dabei heraus kommt – die Dank der neuen Location aber nicht mehr so exotisch daher kommt wie noch die erste Staffel.

Das neue Jahr bringt gleich im Januar einige vielversprechende Neustarts mit sich. Mit The Good Doctor startet am 2. die erfolgreichste neue US-Drama-Serie bei Sky 1 und am 8. mit The Young Sheldon die beste neue US-Comedy auf Pro 7. Die ARD zeigt ab dem 2. die norwegische Weltkriegsthrillerserie Saboteure im Eis. Am 15. bringt TNT Serie die Horrorserie Channel Zero nach Deutschland, eine Woche später folgt die Drogenserie Snowfall auf FOX. Und auch Serienfortsetzungen kommen: Star Trek: Discovery geht am 8. auf Netflix weiter. Ebenfalls am 8. startet die elfte Staffel von The Big Bang Theory und am 10. die dritte und letzte Staffel von Zoo, beides auf Pro 7. Am 11. geht Slasher auf 13th Street in die zweite Runde. Ab dem 29. zeigt Sky Atlantic die zweite Staffel von American Crime Story (und wer die famose erste Staffel noch nicht gesehen hat: Ab dem 6. Januar ist auch Netflix endlich soweit und strahlt sie knapp ein Jahr nach dem Pay-TV aus). Und falls jemand einen Zugang zu Amazon Prime für mich hat: Am 26. startet dort endlich die achte Staffel von Pastewka.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 2 Spiele, 2 Punkte, 0:0 Tore, Platz 8.

Zum Abschluß des Jahres ist die Aufholjagd des KSC etwas ins Stocken geraten. Zwar stand hinten weiterhin die 0, Uphoff und seine Vorderleute konnten den Kasten weiterhin sauber halten, aber auf der anderen Seite landete der Ball auch nicht im Netz. Und da das letzte Spiel in diesem Jahr witterungsbedingt ausgefallen ist, konnten die Aufstiegskandidaten sich doch noch mal ein Stück absetzen. Das wird ein hartes Stück Arbeit in 2018, wenn da doch noch was in Sachen Aufstieg gehen sollte. Andererseits sind es nur 6 Punkten auf den Relegationsplatz, bei einem Spiel weniger.

*** Und was macht die Karriere beim FM 2018? ***

Die Karriere hat einen echten Knacks bekommen. So gab es zwar noch einmal mit einem 3:1 gegen Magdeburg ein echtes Highlight, danach bekam der KSC unter Coach Neuner allerdings kein Fuß mehr auf den Boden. Vorne wollte so gut wie kein Tor mehr fallen, da halfen auch eiligste Taktikänderungen nicht, und so reichten schon wenige Gegentore, um am Ende ohne Punkte zu bleiben. Wäre Präsident Wellenreuther nicht von seinem Amt zurück getreten, hätte sich der Trainer wohl schon früher seine Papiere abholen können. So stand dann zur Winterpause eine Serie von 11 Spielen in Folge ohne Sieg zu Buche, der KSC wurde bis auf den letzten Tabellenplatz durch gereicht. Trainer Neuner zog selbst die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück.

Neue Vereine standen nach dieser Bilanz natürlich nicht grade Schlange und so landete der Trainer nun in der zweithöchsten Schweizer Liga beim Abstiegskandidaten FC Chiasso. Mal schauen, ob er es dort besser macht.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0. Gekaufte Konzerttickets: 0.

Nach wie vor warte ich auf ein Album der australischen Musikerin Jack River. Nachdem Palo Alto ein echter Ohrwurm war, der mich über das Jahr begleitet hat, ist nun mit Fault Line ein weiteres Lied veröffentlich worden, das ebenfalls sehr hörbar und (dream-)poppig ist.

Ein ganzes Stück weiter in ihrer Karriere ist dagegen Aretha Franklin. Von ihr ist nun mit A Brand New Me ein Album erschienen, auf dem sie bei ihren Songs vom Royal Philharmonica Orchestra unterstützt wird. Die Fanboys vergeben auf Amazon dafür reihenweise schlechte Bewertungen, aber mir gefällt das quasi Best-Of Album von ihr recht gut. Welche Fülle an Songs von ihr man doch einfach kennt! Hier gibt es I Say A Little Prayer zu hören.

*** Foto des Monats ***

Ich wollte so ein schönes Foto von meinem Lieblings-Weihnachtsmarkt am Weißenburger Platz schießen. Hell erleuchtete Hütten vor dem schwarzen Himmel. In echt sah das so eindrucksvoll aus, das Foto war dagegen unscharf und wenig kontrastreich.

So gibt es nun einen kleinen Auszug aus der reichhaltigen Weihnachtesdekoration bei meinen Eltern.Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und bleibt dran für den großen Jahresrückblick!

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I wanna go out but I wanna stay home

Eine anstrengende Woche liegt hinter mir. Am Montag (ja richtig, Montag) hatten wir Weihnachtsfeier. Es wurde spät. Am Mittwoch war ich nach der Arbeit mit Freunden noch was trinken. Und nach jedem letzten Bier kam noch ein weiteres dazu und ich war erst um halb drei zu Hause. Der Donnerstag im Büro war hart. Mein Pensum für diese Woche hatte ich also eigentlich schon erfüllt.

Eigentlich. Eigentlich bot der Samstagabend aber auch gleich zwei Indie-Parties in der Stadt an. Und ich wollte eigentlich auch hin gehen, möglichst nacheinander auf beide. Eigentlich. Nur: Ich kam nicht mehr von der Couch hoch. Verdammte Schwerkraft. Und es war schon so dunkel draußen! Da war der bunte Schein des Fernsehers einfach attraktiver. Was soll man da machen. Da kann man nichts machen. Da muss man sich einfach treiben lassen. Und bleibt zu Hause. Wir sind ein freies Land.

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Das geheimnisvolle Bewertungssystem von Nummer Neun

Endlich entschlüsselt! Das völlig geheime Bewertungssystem von Nummer Neun ist geleakt. So willkürlich und ungerecht verteilt er seine Punkte bei der Besprechung von Filmen und Serien!

Uns liegen die geheimen Unterlagen vor, wie die Einteilungen zu Stande kommen und haben uns nun in sein Redaktionstool gehackt, um sie zu veröffentlichen. Das folgende Schema wurde von uns nicht abgeändert, alle Rechtschreibfehler haben wir von Nummer Neun beibehalten. Unsere Anmerkungen sind in den eckigen Klammern eingefügt. So leset und staunet:

Die Kategorien für Filme und Serien, die man uneingeschränkt empfehlen kann:

10 Punkte: Wow, das muss stilprägend sein! Von vorne bis hinten höchste Qualität, atemberaubend und liefert einen neuen Blick auf die Dinge. [Anm.: Und soll wahrscheinlich auch noch Kaffee kochen können] So etwas kommt höchst selten vor, diese Wertung ist nur in absoluten Ausnahmefällen zu zücken. Beispiele: American Crime Story S1, Breaking Bad S5, True Detectives S1.

9 Punkte: Frischer Wind im Genre. Dachte man vorher, da kann nichts neues mehr kommen, zeigen diese Filme und Serien, wenn man etwas ein wenig modernisiert, haben auch neue Sachen das Zeug zum Klassiker und bringen so leicht angestaubte Genres wieder zurück ins Licht. Hier entsteht ein neues Grundkonzept für spätere Variationen. Beispiele: Black Mirror S1 [Anm. Oh Gott - der Premierminister und das Schwein!], Broadchurch S1, Dexter S4, Ex Machina [Anm. Uh Alicia Vikander!], Gravity, Homeland S1, Raum, Sherlock S2.

8 Punkte: Höchste Qualität wird auch hier geboten. Idee und Umsetzung überzeugen auf ganzer Strecke und machen daraus ein kurzweiliges Vergnügen. Allerdings wird das Rad hier nicht neu erfunden. Beispiele: Bates Motel S1, Braunschlag S1 [Anm. Was deutschsprachiges? Also bitte!], The Conjuring, Nashville S1 [Anm. Der immer mit seinem Nashville], Suits S1.

Die Kategorien für Filme und Serien, die durchaus ihre Moment haben:

7 Punkte: Der Stoff war ganz klar auf einem guten Weg und macht vieles richtig, verpasst es aber, eigene Akzente zu setzen, um sich aus der großen Masse abzuheben. Kann man sich gut anschauen, muss man aber nicht. Beispiele: Bull S1 [Anm. wer schaut sich denn heutzutage noch Procedurals an? Ist ja völlig veraltet, die gibt es ja nicht mal auf Netflix!], Gone Girl, The Hateful Eight, Killjoys S1, Slasher S1, Tschick.

6 Punkte: Das ist ja alles ganz nett, hat aber auch großes “ich spiel nebenbei mit dem Handy” Potential. Technisch mag das noch ganz passabel sein, aber oft trägt die Idee dann nicht für einen ganzen Film oder eine ganze Staffel. Hätte man das schwache weggeschnitten, bliebe schon noch was brauchbares übrig. So ist es halt leider sehr verwässert. Beispiele: Aquarius S1, Chernobyl Diaries, Drive [Anm. Meint er DEN Drive? Der Mann hat ja gar keine Ahnung!!!1], Helix S1.

5 Punkte: Hier bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig. Typischerweise profitieren diese Filme noch von einer guten Grundidee oder einem beliebten Namen, haben aber leider sonst kaum etwas bis gar nichts mehr zu bieten. Auch wenn die Aufmachung meist stimmt, das Herz fehlt. Beispiele: Assasins Creed, From Dusk Til Dawn S1, Dexter S8, How I Met Your Mother S9 [Anm. Okay, wer hat nicht acht Jahre auf das Finale gewartet und war dann so enttäuscht].

Diese Filme und Serien gilt es durch gute Vorselektion zu vermeiden:

4 Punkte: Auch im Kino schlummert es sich ganz gut, bei diesen Filmen verpasst man dabei nichts. Es wird weder eine spannende Geschichte erzählt – im Gegenteil, sie funktioniert meist nicht mal -  noch gibt es irgendwelche neuen Ansätze zu sehen. Oder auch beliebt: Autoren schreiben über sich – aber meist auch nur für sich. Beispiele: Hail Caesar, Jerks S1, Minority Report S1 [Anm. Es gab eine Serie zu dem tollen Kinofilm?], Stirb Langsam 5.

3 Punkte: Hier kann man nicht mal mehr schlafen, der sich aufstauende Hass hindert einen daran. Ist das wirklich so schlecht? Meinen die das ernst? Die eigene Neugierde sollte hier siegen, wenn man seine Grenzen austestet – wie viel kann man ertragen? [Anm. Das ist doch Folter!] Beispiele: American Horror Story S3, Live By Night.

2 Punkte: Das geht nun gar nicht mehr. Es ist körperlich kaum noch auszuhalten. Wenn man im Kino mehr Richtung Ausgang als zur Leinwand schaut, ist diese Wertung angebracht. Beispiel: The Master [Anm. Und was ist mit Sharknado?].

1 Punkt: Jetzt ist alles zu spät. Raus aus dem Kino oder den Fernseher aus dem Fenster schmeißen. Beispiele: Adam Sandler-Filme.

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Ja, das war es also. So werden also die Benotungen bei Nummer Neun zusammen gemauschelt. Verdammte Lügenpresse! Gezeichnet: Anonymus.

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BRMC und Sólstafir live

In der vergangenen Woche war einiges los in München. An der Konzertfront gaben sich die Künstler die Klinke in die Hand: Parcels, Kettcar, Fünf Sterne Deluxe, Five Finger Death Punch, Shakira und dazu noch das kleine Puls Festival – alles innerhalb von einigen Tagen. Ich entschied mich aber für zwei andere Konzerte, ich war bei dem Black Rebel Motorcycle Club und bei Sólstafir. Und so war’s:

Black Rebel Motorcycle Club

Die Band, mit dem besten Namen der Welt, gab sich nach vielen Jahren mal wieder in München die Ehre und trat in der Tonhalle auf. Mit im Gepäck hatten sie The Vacant Lots, die für sie den Abend durchaus stimmig eröffneten. Und dann kamen BRMC, und spielten mal eben 21 Songs runter. Davon waren einige bereits vom neuen Album, welches erst nächstes Jahr erscheinen wird, davon abgesehen spielten sie sich sonst aber durch ihre umfangreiche Bandgeschichte. Highlights gab es viele und für jeden wohl andere, dabei waren unter anderem Berlin, Stop, Love Burns und Spread Your Love. Ich freute mich über einige Sachen aus dem eher folkigen Howl-Album, wie Ain’t No Easy Way und Complicated Situation, und Jailhouse Rock wurde gecovert.

Als Zugabe gab es schließlich mit Red Eyes and Tears und Whatever Happend To My Rock’n'Roll, wo die Halle schließlich völlig durch drehte, noch mal zwei Songs vom Debutalbum. Und dann war es aus. Über zwei Stunden bodenständige und völlig unironische, amerikanische Rockmusik von einer Band, die auf der Bühne kein Show veranstalten muss, um die Menge zu begeistern.

 Sólstafir

Nur einen Tag später fand das Konzert der Isländer von Sólstafir statt. Sie spielten in der Theaterfabrik und hatten damit die Ehre, als letzte Band überhaupt dort aufzutreten, bevor die Halle, im Zuges des Umbaus des ganzen Areals, verschwindet. Schade, es war eigentlich immer eine sehr schöne Location: Leicht zu erreichen, gute Größe und guter Sound.

Sie hatten nicht nur eine, sondern gleich zwei Supports mit dabei. Zunächst spielte mit Árstidir eine weitere Band aus Island. Danach folgten mit Myrkur eine skandinavische Band, die sich in sämtlichen Klischees des nordischen Metals ergaben: Blonde Sängerin hinter einer Windmaschine mit einer mega-hohen Stimme, die Jungs in der Band dagegen mit so eine Art Muskel-Kaputzen-Shirts, um auch ja böse auszusehen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass das jemand ernsthaft so sehen will.

Nun ja, irgendwann kam dann endlich Sólstafir auf die Bühne, auch die haben natürlich ihre Bühnenoutfits, aber diese “Cowboys aus Island” Nummer wirkte nicht so aufgesetzt. Laut Setlist.fm spielten sie neun Songs. Ich mag ihren Sound ja sehr, aber durch die Sprachbarriere und durch die ausufernden Songs fällt es mir immer schwer, ihre Lieder unterscheiden und benennen zu könne. Ich kann aber sagen, dass ich das meiste kannte, das spricht dafür, dass sich das Set hauptsächlich auf die letzen beiden Alben beschränkte. Das klang jetzt vielleicht negativer, als es sein sollte: Letztlich machen ihre Konzerte wirklich Spaß  und der Sänger Aðalbjörn Tryggvason sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum. Man bekommt, was man erwarten kann und das ist richtig gute Herbstmusik.

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