Groundhopping Seoul

Der letzte Abend in Seoul. Eine Wahnsinnsstadt! So viel zu sehen und zu erleben. Und dabei habe ich mich nicht einmal groß aus Downtown heraus bewegt. Gestern aber schon mal, denn da war ich beim Fußball. Fremde Stadt, fremdes Stadion. Das World Cup Stadium.Es war ein Spiel der K League Classic, der höchsten Südkoreanischen Spielklasse. Der FC Seoul empfing die Jeonnam Dragons und das Spiel fand an einem Mittwoch Nachmittag um 15 Uhr statt. Etwas ungewöhnlich, dachte ich mir. Das Ticket war mit Larva Day gebranded, ich hatte keine Ahnung, was das bedeuten könnte. Das kam mir erst, als ich auf meinem Platz saß: Es war wohl Kindertag und um mich herum saßen lauter kleine Kinder, die bei den Spielen auf der Anzeigentafel vor dem Anpfiff und in der Pause lebhaft mitgingen.

Vor allem die Kleine vor mir, von Kopf bis Fuß in den rot-schwarten Vereinsfarben gekleidet, gab alles, hüpfte rauf und runter und schwenkte ihre selbst gemalten kleinen Plakate, aber die Stadionkamera wollte sie einfach nicht erfassen. Die Arme. Sie war nach 60 Minuten dann so erschöpft, dass sie auf der Schulter ihres Vaters eingeschlief.Die Karte kostete grade mal 14.000 Won, was umgerechnet ca. 11,30€ entsprachen. Dafür hatte man freie Platzwahl in den Kurven und auf der Gegengeraden. Das Stadion füllte sich im Laufe des Spiels auf 26.000 Zuschauer. Der komplette Oberrang war abgedeckt, aber das kennt man ja von 60ern. Die Stimmung im Stadion war gut, was nicht nur an den vielen Kindern lag, sondern auch am Stadionsprecher, der eine Mischung aus Kung-Fu Halle und Takeshis Castle verbreitete. Und im Spiel immer mal wieder Tipps zum rechtzeitigen Vuvuzuela-Einsatz gab oder wann man ein Tor vom Heimteam forderte.

Es gab keine schwarz gekleideten Ultras, trotzdem wurde hinter dem Tor von den Fans gut Stimmung gemacht, da saß niemand. Und als das Spiel dann schließlich los ging, gab es auch noch Pyro: Wie beim Football gingen hinter dem Tor zwei Konfettiböller los.Mit Anpfiff entwickelte sich ein recht offensiver Schlagabtausch. Ohne Klischees bedienen zu wollen, aber die Südkoreaner spielen tatsächlich sehr schnell nach vorne und es gibt immer einen, den man schicken kann. Das Mittelfeld wird also schnell überbrückt, wie es so schön heißt. Die technischen Fähigkeiten gehen nicht ganz damit einher, da verspringt gerne schon mal ein Ball oder der Pass ist nicht richtig genau. Aber hey, als KSC-Fan ist man da schlimmeres gewohnt.

Recht früh gehen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Nach einer Ecke kommt der Torschütze frei zum Schuß und netzt ein. Verdient zu diesem Zeitpunkt. In der Folge gab es dann das ein oder andere Mal die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, was aber teilweise kläglich daneben ging. Dafür kamen die Gäste aus Gwangyang besser ins Spiel und hätten noch vor der Pause den Ausgleich erzielen können. Die zweite Hälfte war dann etwas schwächer, Seoul hatte aber immer noch genug Chancen, um den Sack zu zu machen. Dazu kam es allerdings nicht – die Führung war aber auch nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Es blieb beim 1:0 und die Spieler verabschiedeten sich (nicht auf dem Bild zu sehen) per Verbeugung von ihren Fans.Noch mehr Fan-Service gab es dann nach dem Spiel noch auf dem Außengelände des Stadions. Hier wurde ein Spalier für die Mannschaft zum Abklatschen aufgebaut und man konnte sich beim Victory Highfive mit den Spielern fotografieren lassen. Dafür war mir hier allerdings etwas zu viel los. Ich machte ein Foto von den Hostessen – das war doch eh viel spannender – und überließ den jugendlichen Fans den Platz.FC Seoul - HostessDen großen Reisereport zu Seoul und Südkorea erscheint dann, wenn ich wieder zurück bin. Bis dahin beste Grüße in die Heimat!

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Der Monatsrückblick April 2017

Den Monatsrückblick gibt es dieses Mal sozusagen in der Seoul-Edition. Zwar habe ich das meiste für diesen Beitrag schon vorher geschrieben, vollendet wurde er aber nun in der südkoreanischen Hauptstadt. Und der Hinweis: Ich kann mir in jedem Land der Welt einen Sonnenbrand holen.

*** Kino ***

Die wöchentlichen Kinobesuche bis zu meinem Urlaub hielten an. Und gelohnt hat es sich auch noch meistens. Die Kinobesuche des Monats in alphabetischer und gleichzeitig auch chronologischer Reihenfolge:

Die versunkene Stadt Z 5 von 10

Der britische Abenteurer Percy Fawcett (Charlie Hunnam) entdeckt bei seiner ersten Reise an den Amazonas Spuren einer entwickelten Zivilsation. Besessen von der Vorstellung, dort die geheimnisvolle Stadt Z zu entdecken, kehrt er in den nächsten Jahrzehnten immer wieder zurück in dieses Gebiet. Der Film macht einiges richtig. Die Szenen im Dschungel spitzen sich immer wieder dramatisch zu, das Thema ist sehr interessant, auch die Szenen zum einmischenden 1. Weltkrieg überzeugen und Percys Alterung über die Jahrzehnte macht optisch was her. Das der Film trotzdem nicht funktioniert, liegt daran, dass er mehr Drama als Abenteuerfilm ist. Und sich aber leider in unzähligen, angerissen Baustellen verheddert. Mag ja sein, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, aber man kann nicht ein ganzes Leben in der kurzen Zeit erzählen. Da geht sehr viel Drive verloren.

Ghost in the Shell (3D) 8 von 10

Nachdem ich einige Reviews zu diesem Film gelesen habe, muss ich das anscheinend gleich am Anfang schreiben: Ich kenne weder den Comic, noch das Anime. Ich saß ohne jegliche Vorkenntnisse im Kino, als ich die 3D-Brille aufsetzte. Und fühlte mich sehr gut unterhalten. Besonders optisch macht diese Cyberpunk Welt einiges her – die grandiose Zukunftsvision der Stadt raubt einem den Atem. Die Story um den Major (Scarlett Johansson), deren menschliches Gehirn in einen künstlichen Körper eingepflanzt wurde, kann dagegen nicht ganz mithalten. Sie wurde von der Firma Hanka geschaffen und ist die erste, die einen komplett designten Körper hat. In einer Eliteeinheit versucht sie, einen cyberterroristischen Anschlag auf eine Konferenz der Hanka-Bosse aufzuklären. Gleichzeitig will sie mehr darüber hinaus finden, wo sie eigentlich her kommt. Die Story ist relativ nahe an einem Verschwörungsthriller, ist solide und macht daher nicht viel falsch. Kann dadurch aber auch nicht aus dem Schatten der beeindruckenden Optik treten. Aber wer sich für den Film interessiert: Schaut ihn euch im Kino an!

Verleugnung 8 von 10

Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) ist Professorin für Geschichte und gerät immer wieder mit dem selbst ernannten Historiker und Holocaust-Leugner David Irving (Timothy Spall) aneinander. Dieser strengt in England eine Verleumdungsklage gegen sie an. Das Besondere am Rechtssystem der Engländer: Die Beweislast liegt bei Lipstadt. Sie muss mit Hilfe ihrer Anwälte (u.a. Tom Wilkinson und der aus Sherlock bekannte Andrew Scott) beweisen, dass es den Holocaust wirklich gegeben hat. Der Fall klingt bizarr, beruht aber auf wahren Begebenheiten und ist im Zeitalter der Fake News wohl aktueller denn je. Gibt es Fakten, die Wahrheiten sind und nicht gedeutet werden können? Und wenn jemand etwas leugnet – irrt er sich dann oder lügt er absichtlich? Packender Fall, spannend inszeniert und mit einer zeitlosen Thematik.

Und auf dem Hinflug konnte ich bei der Lufthansa endlich Inferno mit Tom Hanks nachholen (och, ja nicht schlecht) und die Neuauflage von The Magnificent Seven (naja) sehen.

*** Serien ***

Am Anfang eines Monats denke ich ja immer, dieses Mal kommt nicht so viel zusammen. Aber durch die kurzen Staffeln sammelt sich dann doch schnell einiges an. Aber ein großes Highlight war dieses Mal nicht mit dabei. Und nach dem ich dieses Jahr bereits drei Staffeln von The Big Bang Theory nach geholt habe, gab es diesen Monat mal eine kurze Pause. Statt dessen habe ich auf Netflix endlich die zweite und letzte Staffel einer Sitcom nach geholt, die vor vielen Jahren mal auf Pro7 lief, aber dann einfach abgesetzt wurde. Die Rede ist von…

Apartment 23 (Staffel 2 / 15 Folgen) – 6 von 10

Das Kleinstadtmädchen June (Dreama Walker) zieht nach New York und landet dort in der WG von Partygirl Chloe (Krysten Ritter). Auch deren bester Freund James Van Der Beek (James Van Der Beek) taucht öfter in der WG auf. Mir hatte die erste Staffel ja sehr gefallen und auch der Start in die zweite Staffel mit der gefaketen Reunion von Dawsons Creek war mehr als gelungen. Hauptkonfliktpotential bot immer der Gegensatz zwischen June und Chloe, was sich aber im Laufe der Serie immer mehr abnutzte. So blieb das Highlight dann meist der Auftritt von Van Der Beek, der hier mal richtig den selbstverliebten Star raushängen lassen durfte.

Charité (Staffel 1 / 6 Folgen) – 7 von 10

Mit 8,3 Mio. Zuschauer zum Auftakt (Mediathek nicht mitgerechnet), die wahrscheinlich meist gesehene Serie des Jahres. Das Budget lag angbelich bei 1,2 Mio. Euro pro Folge, da konnte Regisseur Sönke Wortmann aus dem Vollen schöpfen. An der Berliner Charité sind Ende des 19. Jahrhunderts die Dinge im Umbruch. Robert Koch (Justus von Dohnanyi) arbeitet an einem Heilmittel für Tuberkolose und an seinem Privatleben – durch eine Affäre mit Schauspielern Hewdig (aber wer kann es ihm bei Emilia Schüle verdenken). Der Waise Ida (Alicia von Rittberg) wird an der Charité von Emil Behring (Matthias Koeberlin) das Leben gerettet. Diese beginnt danach an der Charité als Hilfwärterin und entpuppt sich als Wissbegieriger als erwartet. Behring dagegen will die Diphterie heilen, steht sich dabei aber oft selbst im Wege. Viele Themen werden angeschnitten, Zeit- und Lokalkolorit gepflegt, alles auf einem Level, dass dem Zuschauer auch nicht überfordert. Das ist (erfolgreicher) Mainstream und dicht an der Grenze zur Beliebigkeit, aber Wortmann ist ein erfahrener Mann, der weiß, wie man das ganze kurzweilig erzählen kann.

Fresh Off The Boat (Staffel 2 / 24 Folgen) – 7 von 10

Die Huangs behaupten sich weiterhin tapfer im Orlando der 90er und liefern dem Zuschauer immer wieder Sachen zum Schmunzeln. Das tut nicht weh, ist nicht revolutionär und man haut sich auch nicht die Schenkel blutig vor Lachen, Spaß macht es aber trotzdem. Nicht mal die Kinder nerven, das ist ja sonst immer eine knifflige Geschichte bei Sitcoms. Und wenn Mutter Jessica (Constance Wu) loslegt, stiehlt sie allen anderen die Show.

Mr. Robot (Staffel 1 / 10 Folgen) – 7 von 10

Elliot (Rami Malek) arbeitet bei der IT Firma Allsafe Cybersecurity und ist ein Meister seines Fachs. In seiner Freizeit hackt er die Daten seiner Mitmenschen. Mit Morphin versucht er, seine Angstzustände in den Griff zu bekommen. Eines Tages wird er von dem geheimnisvollen Mr. Robot (Christian Slater) für dessen Untergrundorganisation fsociety recrutiert. Sie planen, sich bei E Corp einzuhacken und dort sämtliche Unterlagen über Kreditvergaben zu löschen, um damit das globale Finanzsystem ins Wanken zu bringen. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um in die Serie rein zu kommen. Die Finanzwelt und das Hacken, das sind schon zwei Brocken, in die man sich erst einmal reindenken muss, damit da irgendwie Spannung aufkommen kann. Dazu noch ein Giftmüll-Skandal – die Fülle an Themen ist anfangs schwer zu durchschauen. Richtig gepackt hat es mich dann erst im letzten Drittel, wenn die persönlichen Dramen rund um Elliot und Tyrell (Martin Wallström) spürbar an Intensität gewinnen. Aber die 80er-Attitüde “Mach kaputt, was dich kaputt macht” funktioniert von Beginn an.

The Walking Dead (Staffel 7 / 16 Folgen) – 6 von 10

Die neue Staffel startet fulminant mit der lange erwarteten Auflösung des Mega-Cliffhangers und enttäuschte nicht. In einer extralangen Folge sah man, wie Rick (Andrew Lincoln) systematisch von Negan (Jeffrey Dean Morgan) gebrochen wird. Dazu wird in dieser Folge auch mit Blut und Splatter nicht gegeizt und war danach tatsächlich mal wieder Tagesgespräch. Das man dieses Niveau nicht halten konnte, war klar, aber dass die Staffel dann so abrauscht, das war nicht zu erwarten. Der Storybogen bis zum Finale war konsequent so, wie es zu Beginn wohl jeder vorhergesagt hätte, und plätscherte daher einfach so dahin. Man konzentrierte sich oft auf kleinere Nebenfiguren, wo eigentlich nur die Geschichte rund um Eugene (Josh McDermitt) etwas unerwartet verlief und vielleicht grade deshalb noch mit die Beste war. Andere Figuren sind dagegen auserzählt und reagieren nur auf Stichworte, die man ihnen hinwirft – Daryl (Norman Reedus), knurr doch mal! Demnächst bitte wieder etwas mehr Zug zum Tor!

Wynonna Earp (Staffel 1 / 13 Folgen) – 6 von 10

Wynonna Earp (Melanie Scrofano), Urenkelin von Wyatt Earp, kehrt nach einigen Jahren in ihre Heimatstadt Purgatory zurück. Dort wird sie auch dringend gebraucht: Die Verbrecher, die Wyatt seinerzeit umgebracht hatte, tauchen als Dämonen wieder auf und nur Wynonna kann sie mit Hilfe des legendären Peacemakers wieder zurück ins Jenseits bringen. Hilfe erhält sie dabei von dem Geheimagenten Dolls (Shamier Anderson) und ihrer jüngeren Schwester Waverly (die häufig bauchfreie Dominique Provost-Chalkley). Und welche Rolle spielt dabei Doc Holiday? Die Dämonenjagd erfindet das Fernsehen nicht neu, kann man sich aber durchaus ansehen. Sympathische Hauptfiguren mit einer gewissen Selbstironie und schöne Panoramen – besonders, wenn der Schnee einsetzt – lassen die eher zweitklassigen Special-Effects vergessen. Prinzipiell geht ein Mix aus Western und Horror ja immer, nur ermüdet die Dämonenjagd der Woche auf Dauer ein wenig. Und auch innerhalb einer Folge plätschert es manchmal lange vor sich hin. Aber für einen Sonntag Nachmittag auf der Couch reicht es.

Was steht im Mai alles an? Da verblasst alles gegen den Start der lang erwarteten dritten Staffel von Twin Peaks am 25. auf Sky Atlantic. TNT Serie zeigt ab dem 8. ihre deutsche Eigenproduktion 4 Blocks. Und bereits am 5. bringt Tele 5 die letzte Dexter-Staffel das erste Mal ins Free-TV. Tut euch das nicht an! Sonst sehe ich noch nicht spannendes auf der Ankündigungsliste. Habe ich was übersehen?

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 5 Spiele, 1 Punkt, 2:11 Tore, Platz 18.

Absteiger, und zwar zu Recht. Konsequenterweise wurde Slomka genau nach dem Punktgewinn entlassen. Enough said.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Temples und Circa Waves). Gekaufte Konzerttickets: 2 (Me First And The Gimme Gimmes im Juni und Kasabian Ende Oktober).

Manche Bands wollen einfach nur spielen. So wie Can’t Swim aus New Jersey. Die erfinden die Musik nicht neu, machen Punkrock der Marke Menzingers, aber das mit viel Herzblut. Und letztlich ist es doch das, was zählt. We won’t sleep, hört rein.

Und da ich grade nichts zweites aktuelles habe, hier noch ein Lied, was thematisch nach Südkorea passt: Seoul Love (oder so ähnlich) von den doch etwas unterschätzten Beady Eye. Zündet vielleicht nicht beim ersten Hören, aber setzt sich schon im Ohr fest.

*** Foodpic des Monats ***

Ich könnte jetzt groß etwas anderes erzählen, aber das hier habe ich tatsächlich noch in München gegessen. Die Location war das LeDu in der Theresienstraße und ist wirklich zu empfehlen. Das hier war die bunte Mischung aus 10 verschiedenen, gedämpften Dumplings. Die waren eigentlich alle gut, man wusste nur nicht so genau, welcher was war. Aber vielleicht will man das auch gar nicht so genau wissen.

*** Foto des Monats ***

Ein erstes Foto aus Seoul. Heute bin ich bei der Besichtigung des Deoksugung Tempels in die Probe für eine große Zeremonie geraten, die morgen statt finden soll, incl. TV-Leinwänden und Presse-Bereichen. Im Hintergrund ist die Halle der Mittleren Harmonie zu sehen, in der 1907 der letzte koreanische Kaiser gekrönt wurde.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Circa Waves, April 2017

Manches wiederholt sich. Kranhalle München, Circa Waves, parallel läuft das Pokal-Halbfinale. Nur allein daran kann man noch nicht erkennen, welches Jahr wir haben. Nun ja, 2015 spielten an dem Abend der FC Bayern gegen den BVB – und die Dortmunder kamen in einem legendären Elfmeterschießen weiter, dieses Jahr war es Gladbach gegen die Eintracht. Was auch wieder im Elfmeterschießen entschieden wurde. Aber darum soll es nicht gehen, sondern um die Liverpooler Jungs von Circa Waves.

Wobei – zunächst stand der Support auf dem Programm. Das waren Inheaven aus London, die durchaus Laune machten. Zwei Stimmen, abwechselnd beim Gesang, das schadet eigentlich nie. Das Album kommt im September, kann man durchaus mal auf dem Schirm haben. Lasst euch nicht von dem Vorschaubildchen abschrecken.

Danach dann die Circa Waves und ich kann das vom letzten Mal eigentlich fast wieder so unterschreiben. Damals tippselte ich: “Sie sind zwar nicht besonders abwechslungsreich oder gar innovativ, aber wen stört es, für ein nettes Debutalbum langt das. Und nett trifft es tatsächlich ganz gut. Das Album wurde flott runter gespielt, man kann etwas mitsingen und hüpfen und dann war es das. Wie die Kooks, nur mit vielleicht etwas mehr Wumms.” Mittlerweile ist ihr zweites Album erschienen, sonst das passt das Fazit aber weiterhin.

Fast Food Indie-Rock, ist aber auch schnell wieder vergessen. Für das dritte Album sollte auf jeden Fall noch eine neue Facette her. Aber bis dahin erst einmal Wake Up.

Und noch auf etwas anderes ist Verlass: Wie vor zwei Jahren verlieren die Bayern gegen Dortmund im Halbfinale des Pokals. Gut für den deutschen Fußball.

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Die jüngere Geschichte Koreas in 700 Wörtern

Am 15. August 1945 kapitulierte Japan im zweiten Weltkrieg, womit nach 35 Jahren auch die Besetzung der koreanischen Halbinsel endete. Die Freude währte allerdings nur kurz, nur wenige Tage später besetzte die Sowjetunion den Nordteil des Landes, die USA übernahmen im Süden die Regierung. Korea wurde entlang des 38. Breitengrades geteilt.

Die UN erließ 1947 eine Resolution, die den Abzug der ausländischen Truppen forderte und freie Wahlen für Gesamt-Korea vorschrieb. Die Amerikaner hielten sich daran, die Sowjetunion widersetzte sich, da ihr Kandidat – durch die unterschiedliche Bevölkerungsverteilung – chancenlos gewesen wäre. 1948 wurde schließlich in Südkorea gewählt und die Republik ausgerufen. Im Norden wurde die Demokratische Volksrepublik gegründet, unter der Führung von Kim Il-Sung. Die ausländischen Truppen wurde in beiden Gebieten abgezogen.

1950 übertraten Truppen aus dem Norden mit Unterstützung aus der Sowjetunion und China die Grenze in den Süden, der Koreakrieg brach aus (was übrigens auch dazu führte, dass die Weltgemeinschaft West-Deutschland wieder eine Bundeswehr gestatte). Eilig beschloss die UN eine Intervention des Südens unter Federführung der USA. 1953 einigten sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand, einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht.

In den 70er Jahren überholte Südkoreas Wirtschaft die des Norden, Firmen wie Samsung und Hyundai sei Dank. Nach vielen hin und hers gab es 1987 die ersten freien Wahlen. 1988 richtete Seoul die Olympischen Spiele aus. 1991 trat Südkorea den Vereinten Nationen bei und stellte von 2007 bis 2016 sogar den Generalsekretär. Und spätestens mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 hat sich das Land in den Köpfen der Welt als modernens Land verankert. Das Land wird im Momemt von einem Interimspräsidenten geführt, dessen Vorgängerin Park Geun-hye musste nach einem Korruptionsskandal zurück treten. Sie wurde am 17. April offiziel angeklagt, Neuwahlen sind für den 9. Mai angesetzt.

Die Macht in Nordkorea wechselte dagegen nicht mehr oft, Staatsgründer Kim Il-Sung blieb bis zu seinem Tod 1994 an der Macht. Seit 1972 reagierte er das Land als “ewiger Präsident” – sein Sohn Kim Jong-il wurde als Nachfolger Generalsekretär der Arbeiterpartei Nordkoreas und damit höchster Staatsdiener des Landes. Das Präsidentenamt wurde nicht mehr vergeben, es gibt ja bereits den ewigen Präsidenten. In den Jahren nach dem Koreakrieg distanzierte sich Nordkorea von seinen Bruderstaaten, nämlich der Sowjetunion und China. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion isolierte sich das Land immer weiter, Hungersnöte der Bevölkerung waren die Folge. Seit 2011 ist nun Kim Jong-un, jüngster Sohn von Kim Jong-il, an der Macht. Zur Machterhalung gegenüber internen und externen Feinden setzt er auf Abschreckung, was Brutalität gegenüber seinen politischen Widersachern im Inland und die Raketentests und das Atomprogramm für die Weltöffentlichkeit bedeutete. Trotzdem scheint es im Land selbst etwas voran zu gehen, der Spiegel berichtet von einem aufblühenden Pjöngjang mit Hochhäusern, U-Bahnen, Reitclubs und bescheidenen Einkaufszentren. Drei Millionen Nordkoreaner haben ein Handy und das Land hat ein Skigebiet entwickelt. Den Eliten geht es gut, beim Volk kommt davon wenig an.

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Die aktuelle Situation hat sich in den letzten Wochen ein wenig hoch geschaukelt. Nordkorea kokettiert mit Militärparaden, Raketentests und martialischen Worten, Südkorea hält Militärübungen mit den USA und Japan ab. Business as usual irgendwie. Jong-un gilt als berechenbar in seinem unberechenbaren Verhalten. Er ist an seiner Machterhaltung interessiert und setzt auf ein riesiges Abschreckungsprogramm. Expansionspläne gibt es von Nordkorea nicht. Ein offener Krieg würde das Regime wohl nicht überstehen, mehr als verbrannte Erde kann man nicht zurück lassen.

Auf der anderen Seite stehen die USA mit dem politisch unerfahren Trump, dessen Weltanschauung oft in einen einzelnen Tweet passt und der nach einer Unterredung mit dem chinesischen Präsidenten zu der Erkenntnis kam, dass das mit Nordkorea alles “nicht so einfach ist”. China, dessen Einfluß als potentieller Vermittler in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken ist, hat Interesse an einer stabilen Grenze nach Nordkorea und kann US-Militär vor seiner Haustür wohl eher nicht gebrauchen. Und Russland schließlich verlegt sicherheitshalber wohl ein paar Einheiten in Richtung koreanisches Grenzgebiet.

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Warum der ganze Text? Wie vor einiger Zeit schon gesagt, steht für diese Woche mein Urlaub in Südkorea an. Und ich habe es mir tatsächlich gut überlegt, ob es grade die richtige Zeit ist, um dort zwei entspannte Wochen zu verbringen. Ein kurzfristiger Alternativplan stand mehr oder weniger bereits. Aber nun wird es durch gezogen. Keiner hat ein Interesse an einem Konflikt, man sollte sich nur etwas entspannen und miteinander reden. Das hilft meist. Und für mich geht es dann schon in ganz wenigen Tagen los in Richtung Seoul.

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Versatile Blogger Award

Oh mein Gott ich wurde nominiert! Die singende Lehrerin hat mich für den Versatile Blogger Award nominiert. Weil ich über so viele verschieden Themen schreiben würde. Vielen Dank dafür! Dann werde ich wohl besser doch keinen Fashion Blog daraus machen. Der Nachteil an der Nominierung allerdings: Ich muss 7 Fakten über mich Preis geben. Puh. Na denn mal los.

1. Ich nutze mein Smartphone nicht zum Telefonieren

Warum auch? Was sollte so wichtig sein, dass man es nicht in 14 Whatsapp Nachrichten klären könnte? Ich nutze mein Smartphone nur als Endgerät für das mobile Internet.

2. Ich bin seit 12 Jahren kein Auto mehr gefahren

In München kommt man auch ohne gut voran, wenn nicht sogar besser. Aber mittlerweile fürchte ich, kann ich es auch nicht mehr richtig.

3. Ich habe noch nie einen guten Film mit Ryan Gosling gesehen

Nicht einen einzigen! Drive? Langweilig! The Place Beyond The Pines? Mega-Öde! The Big Short? Nach 30 Minuten ausgeschaltet. La la Land? Nie gesehen. Die Last liegt jetzt auf Blad Runner 2049, hoffentlich versaut Gosling mir den nicht auch wieder.

4. Ich nutze nach wie vor eine TV Zeitschrift

EPGs und Online-Listings haben mich immer noch nicht überzeugt. Ich will die redaktionelle Berichterstattung. Und so oft, wie ich sie beim Fernsehen in den Fingern habe, lohnt sich das immer noch. Mit schönem Gruß an die Redaktion der TV Spielfilm!

5. Ich bestelle meinen Burger ohne Zwiebeln

Immer! Außer ich vergesse es. Röstzwiebeln sind aber okay.

6. Ich gehe nicht gerne in großen Gruppen weg

Großveranstaltungen wie Konzerte oder Fußball-Spiele? Kein Problem. In einer 10er Gruppe nach der Arbeit noch ein Bier trinken? Puh, das überlege ich mir mal. Weil mit großen Gruppen wegzugehen, das stresst mich. Ständig muss man auf jemanden warten und den Klassenclown, der sich für witziger hält, als er ist, ist auch immer dabei. Bis zu 4 oder 5 Leuten ist ok, drüber wird es bei mir kritisch.

7. Ich mag die bayerischen Seend rund um München

Aber mehr als einmal pro Jahr schaffe ich es selten dahin. Eigentlich ja viel zu wenig. Mein Favorit ist dabei der Tegernsee, dieser Postkartensee aus Bayern. Ein Traum!

So, geschafft. Eigentlich müsste ich jetzt noch andere Blogger für den Award nominieren, aber ich werde darauf verzichten. Kettenbriefe schickt man ja nicht unbedingt weiter.

Aber trotzdem an alle: Frohe Ostern!

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