Der Monatsrückblick Dezember 2019

Frohe Weihnachten, liebe Leserinnen und Leser. Ich hoffe, ihr habt das Fest alle gut verbracht und ordentlich gefuttert – das ist ja glaube ich der tiefere Sinn von Weihnachten. Und damit ein kurzer Schwenk zurück zum Pflichtprogramm: Der letzte Monatsrückblick des Jahres. Mit einigen guten Filmen und Serien und ein paar Bildern aus Wien. Inklusive eines Schnitzels.

*** Foto des Monats ***

Dieser Blick auf den Münchner Marienplatz mit seinem Weihnachtsmarkt ist vom Rathaus-Turm aus entstanden. Hier kommt man relativ einfach hoch, nämlich mit dem Fahrstuhl. Der Eingang dazu ist etwas versteckt in dem Durchgang zwischen Marienplatz und dem Innenhof des Rathauses. Von hier aus kann man mit dem Aufzug in ein Zwischengeschoss fahren, für 4 € kommt man mit einem zweiten Aufzug weiter bis in den Turm. Lohnt sich!

*** Filme ***

Im letzten Monat des Jahres war ich noch mal ein wenig im Kino. Das Verhältnis war dabei gut aufgeteilt zwischen Blockbuster und Arthouse-Kino. Was davon besser abgeschnitten hat?

The Farewell 7 von 10

Culture Clash funktioniert ja meist, so auch hier, wenn die in den USA aufgewachsenen Billi (Awkwafina – kein Nachname) auf die chinesische Verwandtschaft trifft. Dabei ist es sehr angenehm, dass der Film nicht auf dumme Witze und alberne Situationskomik setzt, sondern einen ernsten Ton beibehält. Die Geschichte um den nahenden Tod ihrer Großmutter (die tolle Shuzhen Zhao), über den alle Bescheid wissen, nur die Großmutter selber nicht, ist so schon interessant genug und erzählt einiges über die Gesellschaft in China. Man hätte dem Film nur noch ein paar mehr Höhepunkte gewünscht.

Hustlers 6 von 10


Fast in jedem Monat habe ich einen Punkt, der ewig offen bleibt und zu dem ich einfach kein Wort hinbekommen will. Dieses Mal ist es die Kritik zu diesem Film. Der bot einige Überraschungen, wie zum Beispiel dass eben nicht Jennifer Lopez die Hauptrolle hat, sondern Constanze Wu ganz klar die wichtigste Figur ist. Sie ist Luke Skywalker, die von Lopez als Obi Wan Kenobi in die Materie eingeführt wird, bis sie dann schließlich auf die dunkle Seite gezogen werden soll. Das ist dann auch schon die zweite Überraschung: Der Film ist kein Ocean’s Eleven, die Handlungen der professionellen Mädels sind mehr als fragwürdig, auch wenn der Film versucht, die Opfer als böse zu verkaufen. Die dritte Überraschung: Der Film ist auch einfach nicht besonders gut, ihm fehlt der Witz und der Charme, damit man der Gaunerbande Erfolg wünscht.

Der Leuchtturm 8 von 10


Man könnte fast meinen, das Bildformat sei eine Hommage an Instagram, hat es doch fast das Seitenverhältnis 1:1. Wenn da nicht auch noch das schwarz-weiß Bild wäre. Und die karge Kulisse. Und der dröhnende Sound. Nein, das sieht alles andere als modern aus, das sind Bilder aus der Frühzeit des Kinos und wahrscheinlich macht das den Film so zeitlos. Was Regieseur Robert Eggers da auf die Leinwand gezaubert hat, ist beeindruckend und beängstigend gleichzeitig. Alptraumhaft. Und hat mit Willem Dafoe und Robert Pattinson zwei eindrucksvolle Schauspieler zu bieten, denen die Tortur in dieser verlassenen Gegend ins Gesicht geschrieben steht. Man trotzt mit ihnen das furchtbare Wetter und dreht mit ihnen zusammen durch. Realität und Wahnsinn verschwimmen. Seemannsgarn? Expressionismus? H.P. Lovecraft? Der frühe David Lynch? Vieles ist drin in diesem Film, vieles hat man so lange nicht mehr gesehen. Ich hatte vorher etwas Angst, dass der Film nicht mehr als eine technische Spielerei hinter den Kulissen ist. Zum Glück war er es nicht.

Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers 8 von 10


Nach dem eher schwachen achten Teil bekommt Star Wars wieder die Kurve. J.J. Abrams ist zurück am Ruder und steuert die aktuelle Triologie sicher nach Hause. Zu verdanken hat er es zu einem großen Teil der technischen Seite, optisch und akkustisch ist das wieder mal ein Hochgenuss. Die Story ist da nicht viel mehr als Mittel zum Zweck, eine Schnitzeljagd quer durch das Universum, in dem Entfernungen keine Rolle spielen. Oder wie es der Wortvogel gesagt hat: “In Level A muss Gegenstand B gefunden werden, um die Tür zu Level C zu öffnen, in dem dann der Bossfight mit Bösewicht D wartet.” Die Story ist also aus einem Jump’n'Run geklaut und Rey (Daisy Ridley) ist Lara Croft. Als emotionales Zeitraum hat sich am Ende Kylo Ren (Adam Driver) entpuppt, dessen Schicksal interessanter war als von vielen der Rebellen. Man könnte den Film leicht auseinander nehmen, trotz allem macht es aber Spaß den Film zu schauen, die Story geht immer vorwärts, es gibt genug für die Fanboys zu sehen und einige schöne Cameo-Auftritte. Und tatsächlich die ein oder andere überraschende Wendung. Und hoffentlich, hoffentlich ist die Geschichte der Skywalkers nun auserzählt und man wendet sich unverbrauchten Aspekten zu. Das Universum von Star Wars sollte dafür doch wirklich groß genug sein.

Sonstso – In der heimischen Flimmerkiste gab es, von alt nach jung sortiert:

Nevada Pass (1975, 3Sat) zeigt Charles Bronson in einem Actionfilm im Western-Setting, in und auf einem Zug, der durch das verschneite Nevada fährt.

Lost Highway (1997, DVD) verstörte einmal mehr. Nicht nur, weil Bill Pullman noch so jung ist, sondern weil David Lynch einfach eine besondere Mischung zwischen Film Noir und Horror geschaffen hat. Und nebenbei Rammstein zu internationaler Bekanntheit verhalf.

Men in Black 2 (2002, Sky Cinema Comedy) kann man immer mal wieder gucken – nicht ganz so gut wie der erste, aber Will Smith und Tommy Lee Jones sind ein starkes Duo.

The Pact (2012, Sky Cinema Action) war immer noch genau so spannend und unheimlich, wie ich ihn aus dem Kino in Erinnerung hatte. Was manche doch aus solchen kleinen Produktionen heraus holen können.

In Life (2015, Sky Cinema Emotion) lassen Robert Pattinson und Dane DeHaan das früher Hollywood und James Dean kurz vor seinem Durchbruch aufleben.

Ocean’s 8 (2018, Sky Cinema Hits) ist die Neuauflage des Hollywood Hits mit Georgle Clooney, nur dass hier Sandra Bullock eine Gruppe von Kleinganoven (u.a. Cate Blanchett, Rihanna und wieder Awkwafina) um sich schart, um ein langweiliges Ding zu drehen und um am Ende von James Corden die Show gestohlen zu bekommen.

Der Junge muss an die frische Luft (2018, Sky Cinema) überzeugte mit der Geschichte des jungen Hans-Peter (Julius Weckauf) und fand einen guten Mittelweg zwischen Drama und leichter Komödie.

Filme wie 100 Dinge (2018, Sky Cinema) sind dagegen der Grund für das schlechte Image von deutschen Filmen – am Ende geht es halt immer um eine Romanze.

*** Serien ***

Die letzten Serienstaffeln des Jahres. Leider bin ich mit Watchmen, Silicon Valley und Lost In Space nicht mehr rechtzeitig fertig geworden, so dass sie es auch nicht ins Jahresranking 2019 geschafft haben. Dagegen hat bei Jahrmarkt der Eitelkeiten die Serienaufnahme bei mir auf Arte leider versagt. Mit ins Rennen gehen dafür:

3% (Staffel 1 / 8 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Jugendliche eines Slums können sich im Alter von 20 Jahren einem komplexen, teils menschenverachtenden Auswahltest unterziehen, bei dem die besten 3 Prozent die Chance erhalten, an einem technisch weit fortgeschrittenen Ort aufgenommen zu werden. Leiter der futuristischen Testanlage ist dabei der undurchsichtige Ezequiel (Joao Miguel), der auch vor Folter und Mord nicht zurückzuschrecken scheint. Hätte ich mir mal vorab den Wikipedia Text und nicht den Netflix Text durch gelesen, dann wäre mir klar gewesen, dass in dieser Staffel nur die Tests im Vordergrund sehen. Das Ziel der Tests, die sagenumwobene Insel, bekommt der Zuschauer nie zu sehen und so bleibt nur die lange Testreihe übrig, die teilweise zu perfekt konsturiert ist, als das man sie Ernst nehmen kann. Dazu gibt es natürlich einen Verräter in den Reihen und einen undurchschaubaren Mastermind. Das ist als relative Low-Budget Angelegenheit zwar ganz nett, aber auch irgendwann ermüdend und wiederholend.

Brooklyn Nine Nine (Staffel 4 / 22 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Nach einem etwas aus dem Ruder gelaufenen Einsatz von Captain Holt (Andre Braughter) und Detective Peralta (Andy Samberg) in Florida wird die gesamte Abteilung in die ungeliebte Nachtschicht versetzt. Es wäre aber nicht das 99. Department, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würden! Gewohnte Qualität aus Brooklyn, Detective Diaz (Stephanie Beatriz) ist immer für einen Lacher gut, nur die Boyle Familie (rund um Joe Lo Truglio) ist vielleicht etwas drüber. Aber die Serie unterhält auch im vieren Jahr, der Trend geht langsam zu episodenübergreifenden Handlungsbögen.

Euphoria (Staffel 1 / 8 Folgen – Sky Atlantic) – 8 von 10

Die 17jährige Rue (Zendaya – kein Nachname) kommt nach einem (nur so halb erfolgreichem) Drogenentzug wieder zurück an die High School. Dort trifft sie auf die neue Schülerin Jules (Hunter Schafer) und freundet sich mit ihr an. Um sie herum passiert das übliche Chaos an einer High School in einer Kleinstadt: Freundschaften entstehen und zerbrechen, die In-Cliquen sind meist gar nicht so nett und die großen Feste sind die Höhepunkte des Jahres. Die Handlung der Serie ist wie eine moderne Mischung zwischen Dawsons Creek und Skins. Aber vor allem optisch hebt sie sich von ähnlichen Serien ab. Man wird teilweise wie in einen Rausch hinein gezogen, die Folge auf dem Jahrmarkt ist das beste Beispiel dafür. Dazu geizt die Serie nicht mit nackter Haut, da wird Auftraggeber HBO seinem Ruf mal wieder mehr als gerecht. Ein provokantes Teenie-Drama mit vielen jungen Menschen auf der Suche nach ihrer Identität.

Master of None (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Dev (Aziz Ansari) ist ein erfolgloser, indischer Schauspieler in New York, der sich mit den Problemen einer Großstadt abmüht. Nebenbei versucht er, die Frau fürs Leben zu finden und trifft dabei immer wieder auf Rachel (Noel Wells – an dieser Stelle darf man sich ruhig das Emoji mit den Herzchenaugen vorstellen). Wie bei vielen Comedy-Serien (und noch schlimmer bei den sogenannten Dramedys) dauert es eine Weile, bis ich sie gut fand. Das beste Beispiel dafür ist diese Serie, bei der die erste Folge wohl die schlimmste der Staffel war. Danach ging es qualitativ nach oben, auch wenn nicht alles sitzt. Die Gespräche von Dev mit seinen Freunden über Belanglosigkeiten oder die Popkultur langweiligen, das bekommen andere Serien besser hin. Dagegen ist die Beziehung zu Rachel sehr gelungen, und so hat die Serie es mit etwas Anlauf doch noch geschafft, dass ich dran geblieben bin und wissen möchte, wie es weiter geht.

Mindhunter (Staffel 2 / 9 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Die FBI-Agenten Holden Ford (Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany) dürfen weiter machen mit ihrer methodischen Untersuchung von amerikanischen Serienmördern in den 1970ern. Es weht frischer Wind durch die Büros des FBI’s, ihr Projekt erhält nun deutlich mehr Unterstützung aus der Politik. Da passt es ganz gut, dass es auch einen aktuellen Fall in Atlanta gibt, zu dem sie ihre neuen Erkenntnisse bei steuern soll. Nur: Tench hat auch noch private Probleme um die Ohren. Die zweite Staffel ist ähnlich gut wie die Premiere geraten, nach wie vor punktet die Serie durch ihre ruhige Art und den forscherischen Ansatz der Untersuchung. Der aktuelle Fall ist spannend, wirkt lange sehr ausweglos und bis zum Ende bleibt fraglich, ob Ford und Tenchs Methode überhaupt etwas zur Lösung beitragen kann. Dagegen bleibt die Story rund um die besonders in der zweiten Hälfte unterbeschäftigte Carr (Anna Torv) etwas ziellos. Und auch das man in einer Folge ein Interview mit Charles Manson (Damon Herriman) führen darf, das wirkt mehr wie ein Goodie für die Zuschauer, trägt es doch auch recht wenig zur Handlung bei.

Navy CIS (Staffel 16 / 24 Folgen – Sat.1) – 7 von 10

Auch im 16. Jahr bleibt die Show einigermaßen frisch und spannend. Das Team bleibt in dieser Staffel unverändert, dafür werden die Fälle persönlicher. Das funktioniert nicht immer und wenn es nicht funktioniert, wird es etwas nervig, aber immerhin versucht man was. Der Einstieg mit dem größeren Handlungsbogen um Director Vance (Rocky Carroll) bleibt etwas bemüht, dafür ist das letzte Drittel sehr stark. Gibbs (Mark Harmon) entfremdet sich immer mehr von seinem Team. Er muss sich und seine Regeln gehörig hinterfragen, bis seine Welt fast ganz zusammen bricht.

Was gibt es zum Start ins neue Jahr zu sehen? Universal TV bietet ab dem 1. die Serie Blood And Treasure an, das könnte mal wieder eine nette Abenteuerserie sein. Ebenfalls dort gibt es ab dem 7. die siebte Staffel von Suits zu sehen. Dazwischen veröffentlich Netflix am 4. die BBC-Serie Dracula, die immerhin von den gleichen Machern wie Sherlock stammt. Mit NCIS geht es am 7. fast nahtlos mit der 17. Staffel auf Sat.1 weiter. Ab dem 8. gibt es auf Netflix die finale Staffel von The Big Bang Theory zu sehen. Für Sky-Kunden geht es am 24. mit der dritten Staffel von Babylon Berlin auf Sky 1 weiter. Ebenfalls am 24. startet Star Trek: Picard für die Amazon-Kunden auf Prime Video. Am 31. wird die sechste Staffel von BoJack Horseman auf Netflix komplettiert. Und das ZDF schiebt am gleichen Tag die zweite Staffel von Bad Banks in die Mediathek.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 3 Spiele, 1 Punkte.

Es war kein erfolgreicher Monat für den KSC, besonders die letzten beiden Heimspiele gingen mit 1:5 und schließlich 0:1 gegen Abstiegskandidat Wehen Wiesbaden ziemlich in die Hose. Das wirkte in den beiden Spielen nach vorne relativ hilflos, währen in der Defensive Torwart Uphoff ungewohnte Schwächen zeigte. Es geht in dieser Saison nur gegen den Abstieg, das hat der Dezember noch einmal deutlich gezeigt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Gurr). Gekaufte Konzerttickets: 4 (The Slow Show im März, Lea Porcelain, Russian Circles und Hinds im April).

Während The Jezables weiterhin auf Eis liegen, hat Sängerin Hayley Mary ein erstes Solostück veröffentlicht: Das flotte und poppige The Piss, The Perfume gefällt auf Anhieb und lässt auf mehr hoffen.

Auf der Zielgraden des Jahres habe ich noch die Band Bleached für mich entdeckt, deren aktuelles Album Don’t You Think You Had Enough noch grade so in meine Jahres-Top 10 gerutscht ist. Dank solcher schönen Pop-Nummern wie Somebody Dial 911.

*** Krieg und Frieden ***

Nach dem kurzen Ausflug auf den Mond ist das Projekt Krieg und Frieden nun langsam wieder angelaufen, allerdings noch ohne nennenswerte Ergebnisse.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Fußballstars: Wenn Helden altern: Zeit Online über das Gefühl, wenn auf einmal alle Bundesligaspieler jünger als man selbst ist.

MORI Digital Art Museum: Sibel von Rock-Rendevouz fährt mit uns nach Japan und zeigt uns ihr Lieblings-Museum – ein Paradies für Instagrammer.

Netflix Weihnachtscountdown: Wem hier der Weihnachts-Content fehlt, dem empfehle ich einen Blick in diesen Beitrag von Nicole auf Smalltownadventure. Sie hat die neusten Weihnachtsfilme auf Netflix getestet.

Weihnachtsfilme, aber für Horror-Fans: Ähnliches gibt es beim Kotzenden Einhorn zu lesen, nur sind die Filme dort wohl etwas blutiger…

Warum historische Ortskerne drohen zu Geisterstädten zu verkommen: Die NZZ über die ausgestorbenen Innenstädte in der Schweiz – in einer vergleichbaren Situation wie in Deutschland.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Was spricht gegen ein verlängertes Wochenende in Wien? Genau, nichts. Also war ich Anfang Dezember noch mal für ein paar Tage dort. Nicht mein erster Besuch in Österreichs Hauptstadt – und bestimmt auch nicht mein letzter. Ich mag die Stadt immer wieder, grade das Zentrum ist so schön, dass man hier immer wieder durch die Straßen spazieren möchte. Und natürlich waren diese Straßen in der Vorweihnachtszeit besonders schön geschmückt.

Nach dem ich in den letzten Jahren immer wieder total begeistert auf dem Platz zwischen dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum stand, war ich dieses Mal endlich auch Mal im Museum, nämlich im Naturhistorischen Musem. Was für ein Prachtbau! Alleine schon die Architektur begeistert mit der einladenden Empfangshalle und der großen Kuppel. Und die Ausstellung dazu ist auch sehr interessant – alte Tierpräparate noch und nöcher, Mineralien (also Steine), dazu eine Sonderausstellung zum Thema Mond und die Venus von Willendorf, eine knapp 30.000 Jahre alte Vernusfigur. Hier kann man wirklich Stunden verbringen.

Wien – immer wieder gerne!

*** Foodpic des Monats ***

Dieses Bild muss natürlich auch aus Wien kommen, ist ja klar. Ich hatte dort zwar auch ein tolles Bibimbap im Sura gegessen und auch ein gutes Foto gemacht – aber man will ja die Klischees auch ein wenig ausleben. Deshalb ganz klassisch das Bild eines Wiener Schnitzels aus dem Gasthaus zu den 3 Hacken. Sehr zu empfehlen! Und beide Restaurants liegen in der gleichen Straße.

*** Frage des Monats ***

Was macht ihr an Silvester?

Und das war’s für diesen Monat und mit dem letzten Monatsrückblick für 2019. Weiter geht es noch in den nächsten Tagen mit dem Jahresrückblick. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

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Listen Up! 2019 – (I) Musik

Klingelingeling! Das Jahr ist (so gut wie) rum und es ist wieder einmal Zeit für den großen Rückblick! Nun schlägt die große Stunde, nun zahlen sich die ganzen Listen aus, die über das Jahr hinweg gepflegt werden. Hefte raus, mitschreiben, hier kommen meine Highlights zum Thema: Musik.

Die 10 besten Alben des Jahres

Ich sage es jedes Jahr wieder: Das Album als musikalische Kunstform steht bei mir immer noch ganz oben. Während eine Single eher ein kurzfristiger Ausschnitt ist, ist das Album das Ergebnis der Arbeit eines Künstlers über einen größeren Zeitraum – mit Anfang und Ende und roter Linie dazwischen. Das Album ist etwas, was bleibt.

Allerdings ist dieses Jahr meine Auswahl deutlich nach unten gegangen. Nicht mal 20 neue Alben sind es in 2019 geworden, die ich halbwegs beurteilen kann. Das ist nicht besonders viel. Aber ein paar Highlights kann ich trotzdem benennen:

Im weiteren Kreis:

  • Bleached – Don’t You Think You Had Enough
  • Du Blonde – Lung Break For Daddy
  • The National – I Am Easy To Find
  • The Pirate Ship Quintett  – Ermitter
  • The Regrettes – How Do You Love?

Die Top 5:

5. Liam Gallagher – Why Me? Why Not
4. The Black Keys – Let’s Rock
3. Press Club – Late Teens
2. The Struts – Young & Dangerous
1. Bruce Springsteen – Western Stars

Springsteen auf der #1 – ist das nun ein sicheres Zeichen dafür, dass ich offiziell alt geworden bin? Wie auch immer, selten so ein entspanntes und stimmiges Album gehört. Dagegen sind die Alben von The Struts, Press Club und Liam Gallagher voller Hits. Bei den einen mit etwas mehr Hits, bei dem anderen mit etwas schwächeren Füllern dazwischen. Eine positive Überraschung waren auch The Black Keys, die ein überraschend unaufgeregtes Album vorgelegt haben, das zwar nicht die großen Nummern hat wie die Vorgänger, man aber doch immer wieder gerne durch hört.


Die 10 besten Konzerte des Jahres

Während also die Anzahl der Alben runter gegangen ist, konnte ich die Konzertbesuche auf einem erfreulich hohen Niveau halten. 17 Stück waren es in diesem Jahr, dazu noch zwei Ein-Tagesfestivals – ein großes in Helsinki und eine kleinere Newcomer-Veranstaltung hier in München.

Dieses Jahr habe ich mir das hier mal mitgeschrieben: Insgesamt 426€ habe ich für die 17 Konzerte ausgegeben (ohne Festivals), das macht im Schnitt ziemlich genau 25€ pro Konzert. Die meisten davon waren sogar nochmal günstiger als das, nur manche drücken den Schnitt etwas nach oben. In diesem Jahr war es der Auftritt von Mumford & Sons, der mit 68€ der mit Abstand teuereste Spaß war. Bei den Locations war in diesem Jahr das Strom der wichtigste Ort mit insgesamt 5 Besuchen, gefolgt vom Backstage und dem Feierwerk Gelände mit je 3 Besuchen, wobei diese beiden ja gleich mehrere Hallen beheimaten.

Für ein gelungenes Konzert müssen mehrere Sachen zusammen kommen. Die Band muss gut spielen, der Sound und die Musik müssen was hergeben, das Publikum muss passen und auch man selbst muss in der richtigen Stimmung sein. Einen zweiten Versuch gibt es nicht. Das hier waren die besten Auftritte in diesem Jahr.

Im weiteren Kreis:

Die Top 5:

5. The Dirty Nil (Strom, München)
4. Garbage (Muffathalle, München)
3. The Struts (Technikum, München)
2. Liam Gallagher (In The Park, Helsinki)
1. Press Club (Strom, München / Strom, München)

Die Preisträger in den letzten Jahren waren Frank Turner (2014, 2015, 2016, 2018) und Kasabian (2013, 2017). Dieses Jahr habe ich beide nicht live gesehen, so war Raum für etwas neues – und Press Club sind mit beiden Konzerten voll durch gestartet und haben sich verdient Platz 1 geholt. Liam Gallagher folgt dahinter, mit tatkräftiger Unterstützung der alten Oasis-Hits. The Struts sind auch live eine gute Nummer und The Dirty Nil brachten ihre Power ebenfalls gut auf die Bühne. Sehr überrascht war ich von Garbage, auch sie hatten einen tollen Live-Auftritt. Insgesamt wieder ein sehr schönes Konzertjahr mit nur ganz wenigen Enttäuschungen. Meine Top 10 knapp verpasst haben Lea Porcelain und Stef Chura.


Die 3 besten Vorbands des Jahres

Zu einem gelungenen Konzertabend gehört auch eine gute Vorband. Diese sollte die Stimmung anheizen, ähnlich sein, wie der Hauptact – aber nicht zu gleich, und sie sollten auch zünden, wenn man sie vorher nicht kannte. Bei diesen 3 hat es in diesem Jahr am Besten funktioniert:

3. Pkew Pkew Pkew (bei Spanish Love Songs, Backstage, München)
2. White Trash (bei The Dirty Nil, Strom, München)
1. Du Blonde (bei Garbage, Muffathalle, München)

So richtig viele Vorbands habe ich in diesem Jahr nicht erwischt, die mir wirklich von Anfang an gefallen haben. Du Blonde war die Ausnahme, ihr Auftritt sorgte sofort für den Albumkauf. Von White Trash habe ich danach nie mehr etwas gehört, Google konnte mir auch nicht viel weiter helfen. Pkew Pkew Pkew schließlich waren eine Punkband, die Punkrock machten – erst viel später habe ich noch etwas mehr rein gehört und muss sagen: Da gab es nicht viele, die diese Musik dieses Jahr besser machten.

Die 3 besten Indie-Parties des Jahres

Es muss ja nicht immer Live-Musik sein, manchmal reicht es ja auch, wenn jemand einfach Musik auflegt, um einen guten Abend zu haben. Egal ob von Vinyl, CD oder wenn jemand die richtigen mp3′s anklickt. Am Besten war das in diesem Jahr bei diesen Veranstaltungen:

3. Take Me Out (Milla, München)
2. Visions (Strom, München)
1. Most Wanted (Strom, München)

Und damit schlägt Rock’n'Roll und Punkrock seit den 1950ern den aktuellen Indiepop bzw. den Indiepop der 2000er. Aber wie man sieht: Hauptsache, es gibt bekanntes und bewährtes zu hören.

Weitere bemerkenswerte Songs

Diese Kategorie gibt es, um noch ein paar andere Songs zu posten, die ich nicht schon oben verbraten habe. Musik ab!






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Was waren eure musikalischen Highlights des Jahres? Neue Künstler entdeckt, tolle Konzerte besucht?

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Siehe auch:

Listen Up 2019: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2018: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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Das letzte Konzert des Jahres: Gurr

Es geht auf das Ende des Jahres zu. Die Zeit bricht an, in der man vieles noch einmal das letzte Mal im alten Jahr macht oder sich mit Leuten noch einmal unbedingt in diesem Jahr treffen möchte. So bin auch ich ziemlich gut beschäftigt gewesen in den letzten Tagen und Wochen – es wurde mir in meiner freien Phase im Moment bisher noch nicht langweilig.

Eines dieser Events stand gestern abend an: Das letzte Konzert des Jahres. Die deutsche Band Gurr war hier, die ich von ihrer Support-Tour bei Wanda aus dem vergangenen Jahr kannte. Damals hatte ich sie als richtig gut abgespeichert – sie aber seitdem nicht wirklich aufmerksam verfolgt. Sie brachten jedoch vor kurzem eine neue EP raus, die recht gut geraten ist und so war das Ticket schnell gekauft. Mit zwanzig Euro für einen Konzertabend macht man ja meist nicht so viel falsch.

Und so war es auch gestern. Gurr machten ordentlich Stimmung und hatten den Saal von Anfang an fest im Griff. Rockig, zweistimmig, zweisprachig (hey, ein Song war auf Deutsch, ihr könnt ihn unten hören), da gibt es nichts zu meckern. Indierock aus Deutschland kann auch wirklich gut sein! Und das Feierwerk war wie immer eine tolle Location. Entspanntes Publikum, kurze Wege, angenehm kleine Halle, in diesem Falle das Hansa 39. Und so hörte man gute Musik, traf alte und neue Freunde und das Bier floß. So kann das Jahr ruhig zu Ende gehen.

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