Südkorea 2017: III Busan

Von Cheonan aus brachte der Zug mich pünktlich und sicher nach Busan, Südkoreas zweitgrößter Stadt und direkt am Meer gelegen. Mit einem Taxi legte ich die letzte Strecke vom Bahnhof zu meinem Hotel im Stadtteil Haeundae zurück und als ich mein Zimmer betrat, war die Freude groß: Meerblick!

Der Strand war also direkt vor der Tür, genau wie eine größere Straße, in der sich unzählige Restaurants und 24/7 Märkte tummelten. Die waren mir aber erst einmal egal, es ging direkt an den breiten Strand. Liegestühle und Sonnenschirme fanden sich zu dieser Jahreszeit noch nicht, es war auch noch etwas frisch, so dass man mit einer dünnen Jacke nicht verkehrt lag. Für einen kleinen Strandspaziergang vor der eindrucksvollen Hochhauskulisse war das aber ideal. Haeundae ist Südkoreas Copacabana.

Am Westende des Strandes lag eine kleine Halbinsel mit Leuchtturm, an dessen Ufer eine kleine Meerjungfrau zu sehen ist. Von der anderen Ecke der Halbinsel hatte man einen sehr schönen Blick auf die riesige Gwangan-Brücke, welche die ganze Bucht überspannte. Ebenfalls hier fand sich The Bay 101, ein Yacht-Club mit einigen Restaurants. Der Höhepunkt war aber der Blick auf die Bucht und auf die Wolkenkratzer gegenüber. Wenn dort die Lichter angingen, dann haut der Ausblick einen um. Beim Warten auf die Dämmerung holte ich mir hier eine Portion Fish & Chips – keine Offenbarung, aber man machte damit nichts falsch.

Am nächsten Tag wollte ich mir das Stadtzentrum von Busan ansehen und fuhr mit der Metro zurück zur Main Station. Fast eine Stunde brauchte ich für diese Strecke – an diese Dimensionen musste man sich erst gewöhnen. Ich wollte zum Busan Tower im Yongdusan-Park. Der Tower war nicht zu verfehlen, allerdings auch nicht zu besichtigen. Umbaumaßnahmen. So viel dazu. Also ging ich zurück ins Shoppingviertel. Erst im modernen Teil (wo ich mir ein paar Sneaker gönnte), danach irrte ich ein wenig im traditionellen Teil umher. Die Suche nach der nächsten U-Bahn sollte dann noch einmal ein wenig dauern.

Da ich die Tageskarte für die Metro nun schon hatte, wollte ich sie auch richtig ausnutzen und fuhr mit ihr bis in den Nordteil der Stadt, um den Beomeosa Tempel zu sehen. Raus aus der hektischen Großstadt, lag der Tempel dort völlig im Grünen, eine Oase der Ruhe. Die letzten Reste des Laternenfestes wurden grade beseitigt, einige traditionelle Laternen hingen allerdings noch.

Von dort fuhr ich mit dem Taxi (jaja) zurück zur Metro und mit der zurück ins Hotel. Mittlerweile war es Abend, ich brauchte etwas zu essen. Direkt neben dem Hotel lag ein Restaurant mit dem viel versprechenden Namen Thursday Party Burger & Pasta, das wäre doch ein dankbares Motiv für Instagram! Der Burger war tatsächlich gut, klare Empfehlung also. Danach ging ich noch etwas trinken in der nahe gelegenen Muse on Lp Bar – gute, westliche Rock-Musik, schöne Bierauswahl, aber leider schlecht besucht an dem Abend.Der nächste Tag war dann mein erster und einziger Regentag im gesamten Urlaub. Viel machte ich daher nicht, holte mir mittags nur ein paar Dumblings auf dem Haeundae-Markt und fuhr am Nachmittag in ein riesiges Kaufhaus der allgegenwärtigen Lotte-Gruppe. Nebendran war das Vorzeigekino der Busaner Filmfestspiele – es fand an dem Nachmittag aber keine englischsprachige Vorführung statt, die mir zu sagte.

Der letzte Tag bot dann noch einmal ein besonderes Highlight meiner Reise. Ich fuhr mit dem öffentlichen Bus – Moment, das war es noch nicht – vor die Tore von Busan und besuchte dort den Tempel Haedong Yongungsan. Während man bei vielen anderen Tempeln einige Treppenstufen hinauf steigen musste, um sie zu besichtigen, war es hier andersrum: Über eine lange Treppe musste man nach unten – der Tempel lag nämlich direkt am Meer. Eine fantastische Location. Die Meeresbrandung auf der einen Seite, der Tempel auf der anderen. Allerdings muss man auch zugeben, dass dieser hier von allen Tempeln, die ich gesehen hatte, der touristischste war, mit vielen Souvenirshops und Essensständen vor dem Eingang. Eindrucksvoll was das trotzdem.

Zurück in der Stadt spazierte ich am Abend noch ein wenig am Strand entlang und verabschiedete mich innerlich von diesem tollen Land. Gerne wäre ich noch etwas länger geblieben, es war wirklich ein toller Urlaub.

Und damit endete meine Reise nach Südkorea. Den Abreisetag hatte ich mir selbst etwas stressig gestaltet: Mit dem Taxi fuhr ich in aller Frühe vom Hotel zum Hauptbahnhof in Busan und nahm von dort den direkten Schnellzug zum Flughafen in Seoul-Incheon. Der Zug reicht dicke, um den Rückflug nach München am frühen Nachmittag zu erreichen und ein letztes Bibimbap am Flughafen zu essen. In München landete ich schließlich um kurz nach 20 Uhr Ortszeit und war um viertel vor zehn endlich wieder in meiner Wohnung. Knapp 22 Stunden, nach dem ich mein Hotel in Busan verlassen hatte.

***

Die Kosten: Insgesamt war ich zwei Wochen in Südkorea. Für den Hin- und Rückflug von München nach Seoul mit der Lufthansa bezahlte ich 880€. Vor Ort bin ich mit der Bahn gefahren, das geht durch die relativ kurzen Distanzen recht schnell und kostet auch kein Vermögen. Zusammen mit den Hotelkosten – und ich habe weder in günstigen Hostels noch in teuren Luxusherbergen gewohnt – belaufen sich die Gesamtkosten für alles zusammen auf ziemlich genau 2.000€. Taschengeld vor Ort geht noch mal extra, wobei das Essen etwas günstiger war als in Deutschland, aber natürlich nich an südostasiatische Preise heranreicht.

***

I: SeoulII: DMZ & CheonanIII: BusanOuttakes

Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen…

This entry was posted in Unterwegs. Bookmark the permalink.

2 Responses to Südkorea 2017: III Busan

  1. ide02 says:

    Der Reisebericht macht schon Lust auf Südkorea.Und ich bewundere deinen Mut mit Zug und Öffis die Gegend zu erkunden.Ich wäre wohl allein durch die Schrift hoffnungslos verloren gewesen.Ich verlaufe mich ja hier schon.;-)
    Jedenfalls:Wenn die Sache nicht mit Nordkorea wäre,dann wäre das wirklich mal eine Überlegung wert!

    • Nummer Neun says:

      Südkorea ist ja ein relativ sicheres Land, wenn man da einmal in die falsche Ecke läuft, passiert ja nichts :) Man sollte halt nur nicht ausversehen die Grenze nach Nordkorea überqueren…

Kommentar verfassen