FiSe Musi im November

Die Adventszeit hat begonnen. Die Tage vor dem 1. Advent hatte ich noch auf Madeira verbracht (Bericht folgt), ich kam zurück und zack: Advent. Die ersten Dominosteine liegen schon länger hier, aber deren Überlebenschancen nehmen mit steigender Nähe zur Weihnachtszeit ab. Was es sonst noch interessantes zu berichten gibt aus diesem Monat:

*** Kino ***

Immerhin einmal war ich im Lichtspielhaus. Musste ja auch sein, wenn sich Tom Cruise mal wieder die Ehre gibt!

Jack Reacher: Kein Weg zurück 5 von 10

Jack Reacher (Tom Cruise) kehrt nach Washington zurück, um sich dort mit Major Turner (Cobie Smulders) zu treffen. Allerdings wurde gegen sie nun Anklage wegen Landesverrats erhoben und sitzt deshalb im Militärgefängnis. Reacher erfährt ebenfalls, dass eine Vaterschaftsklage gegen ihn erhoben wurde, angeblich wäre die 15jährige Sam (Danika Yarosh) seine Tochter. Damit nicht genug: Kurze Zeit später wird ihm auch noch ein Mord angehängt! Er flüchtet zusammen mit Turner aus dem Militärgefängnis und macht sich auf die Suche, nach den wahren Hintergründen. Dabei gerät auch seine Tochter mit in den Fokus ihrer Verfolger. Die zweite Verfilumg von Lee Childs Jack Reacher Romanen punktet nicht grade mit einer logischen Story. Vieles baut auf Zufällen, abenteuerlichen Plänen und seltsamen Entscheidungen auf. Die Mischung aus Krimi und Actionfilm wirkt teilweise wie eine überlange und hochwertige Folge einer TV-Serie. Fürs Kino ist das aber nicht genug. Cruise Figur wirkt unrealistisch übertrieben, Smulders fällt sogar gegen ihn spürbar ab. Warum Cruise diesen Film auch noch mitproduziert, bleibt mir ein Rätsel.

Im Dezember wird es dann wohl wieder etwas Science-Fiction lastig. Mit Arrival und Star Wars: Rogue One (in der Mitternachtpremiere!) treffen wir gleich zweimal auf fremde Lebensformen.

*** Serien ***

Alte Bekannte standen in diesem Monat auf der Liste. Dazu gesellte sich eine neue Serie, die sehr zu empfehlen ist. Und eine neue, die nicht zu empfehlen ist. Insgesamt decken die Serien dieses Mal ein breites Qualitätsspektrum ab.

Minority Report (Staffel 1 / 10 Folgen) – 4 von 10

11 Jahre nach der Befreiung der Precogs beginnt einer von ihnen, Dash (Stark Sands), dem Detective Lara Vega (Meagan Good) mit seiner Fähigkeit, Zukunftsvisionen zu haben, bei der Aufklärung von Verbrechen zu helfen. War der Film mit Tom Cruise von 2002 noch ein echter Kracher (für mich immerhin auf der #27 der besten Filme in diesem Jahrhundert), ist die Serie dagegen leider ein ziemlicher Rohrkrepierer. Übrig geblieben ist fast nur eine reine Crime-Show mit dem Twist, das Verbrechen zu sehen, bevor es passiert. Allerdings nutzt sich das recht schnell ab. Das die Serie in der Zukunft spielt, davon ist meistens nichts zu sehen. Und irgendwelche moralischen Fragen, die der Film oder die Romanvorlage noch hervor gerufen haben, werden hier großflächig umschifft. Zu Recht wurde die Serie nach nur einer Staffel wieder eingestellt.

Modern Family (Staffel 6 / 24 Folgen) – 8 von 10

Die Großfamilie Pritchett ist zurück und liefert auch im sechten Jahr zuverlässig Grund zu lachen. Mir gefiel diese Staffel sogar noch etwas besser als die in den Vorgängerjahren, auch wenn wir uns von Andy wohl immer noch nicht verabschieden dürfen. Die übrigen, allen voran natürlich Phil Dunphy, sind weiterhin bestens aufgelegt und man mag die ganze Sippe einfach.

Navy CIS (Staffel 13 / 24 Folgen) – 5 von 10

Was war das denn? Nach der guten Vorgängerstaffel so ein Absturz. Gibbs (Mark Harmon) erholt sich schnell von seiner fast tödlichen Schußwunde und trägt ab sofort Hemden statt Polos. Fast jeder Fall scheint irgendwie mit einem der NCIS Mitglieder zusammen zu hängen, was die Fälle nicht persönlicher, sondern beliebiger macht. So gab es nur wenige Folgen, die tatsächlich spannend waren. Und der Abschied von DiNozzo (Michael Weatherly) wird eher plötzlich und wie an den Haaren herbei gezogen erklärt als in Ruhe vorbereitet. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Das war nichts.

The Night Of (Staffel 1 / 8 Folgen) – 6 von 10

Nashir Khan (Riz Ahmed) ist ein braver, junger, New Yorker Student. Eines Nachts gerät er zufällig an die junge Andrea. Sie freunden sich an, trinken zusammen, nehmen Drogen und schlafen miteinander. Als Nashir am nächsten Tag aufwacht, liegt Andrea mehrfach erstochen im Bett. Er kann sich aber an nichts erinnern. Er versucht zu fliehen, wird er aber von der Polizei entdeck und verhaftet. Der abgehalfterte Anwahl John Stone (John Turturro) nimmt sich seines Falles an. Wer hier eine klassische Wer war der Täter – Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Vielmehr steht das amerikanische Justizsystem im Vordergrund, wo alle einfach ihren Job machen – angefangen beim ermittelnden Detective (der gute Bill Camp) bis hin zum Anwalt Stone. Das alles wirkt beängstigend realistisch, aber auch furchtbar bieder. New York wird in sämtlichen Grautönen gezeigt, aber die Farbe fehlt fast völlig. Khans klassische Knastgeschichte wirkt dagegen etwas überhastet. Dazu kommt ein Ende, was sich etwas unbefriedigend anfühlt. Die Serie ist anspruchsvoll und überzeugt handwerklich, verliert sich aber in ihrer Langsamkeit. Ihre Moment hat sie aber trotzdem und rettet sich deshalb grade noch so auf 6 Punkte.

Suits (Staffel 3 / 16 Folgen) – 7 von 10

Nach dem Debakel mit Hartmann, ist die Partnerschaft der Kanzlein Pearson und Darby aus London abgeschlossen, sehr zum Missfallen von Harvey Spector (Gabriel Macht), der seinen Namen auch gerne an der Tür gesehen hätte. Für einen neuen, großen Fall, bei dem es Korruption und Auftragsmord geht, erhält Harvey ungebetene Hilfe von Darby: Diese schicken ihren Problemlöser Huntley nach New York. Mike Ross (Patrick J. Adams) dagegen vertieft seine Beziehung mit Rachel (hach – Meghan Markle) und gelangt immer mehr zu der Erkenntnis, dass er wegen seines falschen Havard Abschlusses wohl nie nach ganz oben aufsteigen kann. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt auch in der dritten Staffel immer noch, das Niveau bleibt hoch und man verzichtet immer mehr auf einen Fall der Woche. Negativ fällt dagegen auf, dass sich die Geschichte um Mike immer weiter im Kreis dreht, wie oft soll sein Geheimnis denn noch kurz vor der Auflösung stehen? Und Louis Litt (Rick Hoffmann) verkommt leider immer öfter zur Witzfigur.

The Young Pope (Staffel 1 / 10 Folgen) – 8 von 10

Lenny (grandios: Jude Law) wird der erste amerikanische Papst der Geschichte und versucht nun, als Papst Pius XIII die katholische Kirche zu reformieren und seine strengen Ansichten durch zu setzen. Law ist großartig in der Rolle, als arroganter und selbstgefälliger Papst, der aber selbst gar nicht so sehr an Gott glaubt. Die Nebenrollen sind toll besetzt, wie z.B. Silvio Orlando als Kardinal und SSC Neapel Fan, der sich von einer jahrtausendealten, nackten Frauenfigur angezogen fühlt oder Cécile de France als Marketingmanagerin, die gerne mehr Wandteller verkaufen würde, bis sie vom Papst auf die neue Spur gebracht wird. Das größte Verdienst der Serie ist es, kein grauer, politischer Vatikan-Thriller zu sein, sondern über weite Strecken gute Unterhaltung zu bieten mit skurillen Einfällen. Nur die unterbeschäftigte Diane Keaton tat mir ein wenig leid und die Rückblicke in die Jugendjahre des Papstes waren etwas zäh.

Das Navy CIS Team gönnt sich keine Pause und startet bereits am 5. Dezember in die 14. Staffel auf Sat1. Und am 25. holt die ARD die österreichische Serie Pregau – Kein Weg zurück nach Deutschland und sendet sie als Event. Das könnte trotzdem knapp werden für die Dezember-Ausgabe.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz im November: 3 Spiele, 1 Punkt – durch ein 0:0 gegen Kaiserslautern, Platz 15. Damit steht man ganz knapp vor den Abstiegsrängen. Selten gelang es bisher, über 90 Minuten ein gutes Spiel abzuliefern, individuelle Fehler und Abstimmungsschwierigkeiten machten oft ein besseres Ergebnisse zunichte.

Unter den schwachen Ergebnissen hatte nun Sportdirektor Jens Todt zu leiden. Sein Vertrag wäre Ende der Saison ausgelaufen, er wollte nicht verlängern und musste nun sofort gehen. Machte er in den letzten Jahren prinzipiell einen guten Job, kann man ihm in dieser Saison nicht von Schuld frei sprechen. Zwei der drei wichtigsten Transfers (Kom und Figueiras) haben nicht eingeschlagen, letzterer kam, obwohl er unter dem Verdacht der Spielmanipulation stand – was Todt dem Präsidium angeblich im Vorfeld nicht mitteilte. Dazu hat man im letzten Jahr die erfolgreiche Innenverteidigung aufgelöst. Nur einer davon, nämlich Gulde, wechselte in die erste Liga. Gordon dagegen ist nun Stammspieler in Sandhausen, Mausersberger sogar Vize-Kapitän bei 1860 München. Und – nunja – die Trainerentscheidung für Oral nach monatelangem Suchen kann man auch kritisch sehen.

Die Suche nach einem Nachfolger als Sportdirektor war bereits nach einem Tag beendet – kein Vergleich also zur endlosen Suche des HSV. Oliver Kreuzer kehrt zurück nach Karlsruhe. In seiner ersten Amtszeit hat er, nach anfänglichen Schwierigkeiten, einen gute Job gemacht. Wenn er es nun noch vermeiden könnte, allzu offen mit der Presse umzugehen, bin ich da verhalten optimistisch.

Ebenfalls wegweisend für die Zukunft: Nach jahrelangem hin und her haben Stadt und Verein nun endlich die Verträge über ein neues Stadion am alten Standort unterzeichnet. 2020 soll der neue Wildpark stehen, Zeit wird’s! Das kann sich KSC-Präsident Wellenreuther wirklich stolz auf seine Fahnen schreiben.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Minor Victories, The Slow Show. The Heavy musste ich wegen Krankheit leider sausen lassen.). Gekaufte Konzerttickets: 2 (The Temper Trap im Februar und Aerosmith im Mai – meine teuerste Konzertkarte ever).

Aber um The Heavy trotzdem hier noch etwas vorkommen zu lassen, folgt nun ein Stück von ihrem aktuellen Album. Ihr Sound hat sich über die Jahre nicht sonderlich groß verändert, aber die Mischung stimmt immer noch. What Happend To The Love? fragen sie hier und klingt typisch für ihre Mischung aus Rock und Soul.

Und endlich schaffe ich es auch mal, die Band Nothing unter zu bringen. Vielleicht liegt es an dem unglücklichen Bandnamen, dass sie bei mir immer etwas aus dem Fokus verschwunden waren. Fakt ist aber, mit Tired of Tomorrow haben sie in diesem Jahr ein Album veröffentlicht, was bei mir immer mal wieder ganz gefällig durch gelaufen ist. Kein großer Reißer, aber eine solide Nummer. So wie Vertigo Flowers auch.

*** Buch des Monats ***

Im Flugzeug und auf Madeira selbst bin ich wieder zum Lesen gekommen und konnte den sechsten Roman in diesem Jahr beenden. Läuft doch langsam wieder. Dieses Mal handelte es sich um den Roman Die irre Heldentour des Billy Lynn, den der amerikanische Autor Ben Fountain im Jahr 2012 veröffentlichte.

Die Bravo Squads, zu denen auch Billy Lynn gehört, werden während des Irak-Kriegs für zwei Wochen zurück in ihre Heimat gerufen, wo sie für ihre Heldentaten gefeiert werden. Sogar verfilmt werden soll ihr letzter Einsatz. Höhepunkt ihrer Tour ist der Besuch eines Football-Spiels der Dallas Cowboys, wo sie in der Halbzeitpause zusammen mit Destiny’s Child auftreten sollen.

Die einfachen US-Soldaten haben dabei anscheinenend an der Heimatfront mehr Probleme als im Kampfeinsatz. Schulterkloper, Neureiche und VIPs lauern an jeder Ecke, sie wollen sich gerne mit der ruhmreichen Einheit zeigen. Wie im Rausch feiern die Bravo Squads mit und genießen die Aufmerksamkeit, die ihnen von solch für sie unerreichbaren Personen zu teil kommt. Doch schnell merken sie, dass hier mehr Schein als Sein ist und sie nur ein Rädchen, um die Kapitalismusgesellschaft am Laufen zu halten. Der Kampf auf Leben und Tod trifft hier auf die Glitzerwelt der Medien und des Konsums. Unterhaltsamer Roman, der sehr im Plauderton daher kommt, aber gar nicht so trivial ist, wie es zunächst scheint.

Im Februar wird in Deutschland die Verfilmung in die Kinos kommen. Und dem Trailer nach zu urteilen, erhalten die Erlebnisse im Irak wohl etwas mehr Raum als im Buch.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Eigentlich wollte ich ja mal über die Pub Quizze schreiben, auf denen ich in den letzten Monaten so war. Ist ja auch immer mal eine nette Abwechslung, man sitzt in der Kneipe bei zwei oder drei Bieren zusammen und rätselt im Team. Aber da der Besuch in diesem Monat wegen Krankheit ausgefallen ist, gab es für diesen Eintrag nun erst mal keinen Anlass.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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5 Responses to FiSe Musi im November

  1. bknicole says:

    Jack Reacher, da habe ich auch einen Teil von gesehen und scheinbar auch nichts verpasst. Liegt auch an Tom Cruise, der mir einfach unsympathisch ist. Das man die 13 Staffel und vor allem DiNozzos Ausstieg so versaut ärgert mich nun. Hänge zwar hinterher, aber wollte das irgendwann mal auf Prime aufholen und da er mein Lieblingsdarsteller ist, hatte ich einen guten Ausstieg erwartet. Genug Zeit zum Vorbereiten war ja vorhanden. Zumal ich auch nicht weiß, ob die Serie ohne ihn noch das Gleich sein wird. Schade nur, dass seine neue Serie ja auch nicht gerade der Hammer sein soll, sondern man dort nur auf altbewährtes setzt.
    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ja Star Wars und ich, ich habe da mal einen Teil von gesehen, aber kann damit einfach nichts anfangen, weshalb ich ihn hier auch nicht erwähnt hatte. Es würde sich irgendwie falsch anfühlen, wenn ich ihn als mega toll hinstelle, aber eigentlich die Reihe nicht meines ist xD. Wünsche dir aber viel Spaß bei all den Kinos und bin gerade bei Sully und Arrival sehr gespannt auf deine Meinung.

    • Nummer Neun says:

      Ja echt schade mit NCIS, zu mal die Staffeln direkt davor eigentlich echt gut waren. Ich will dann schon mal sehen, wie es ohne DiNozzo so läuft, aber wenn das nicht passt, bin ich da vielleicht auch schnell weg. Von Bull, seiner neuen Serie, habe ich bisher nichts gesehen, die wird aber auch angetestet werden.

      Arrival habe ich gestern bereits gesehen – richtig gut! Da muss der neue Star Wars erst einmal ran kommen :) Ob ich mir Sully auch noch anschauen werde, weiß ich noch nicht. In der Vorweihnachtszeit ist ja doch so einiges los…

  2. Stepnwolf says:

    Wieviel haste denn für das Aerosmith Ticket bezahlt? Die mal live sehen, ist bestimmt auch ganz cool.

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