Das Herz der Finsternis (1899)

Fertig mit Buch Nummer 5 in diesem Jahr. Aber das ging schnell, innerhalb der Bahnfahrten nach Dornbirn und nach Nürnberg war es ausgelesen. Die Rede ist von einem Roman des gebürtigen Polen Joseph Conrad, der später die britische Staatsbürgerschaft bekam und zuerst Seemann und dann Schriftsteller wurde. Sein Buch Herz der Finsternis (original Heart of Darkness) ist 1899 erschienen und diente als Vorlage für Apokalypse Now, einem der vielleicht besten Filme aller Zeiten.

Seemann Marlow wird Flusskapitän eines Schiffes der britischen Kolonialgesellschaft. Er erhält den Auftrag, mit seinem Schiff den Kongo flußaufwärts zu fahren um dort bis zur äußersten Station zu gelangen, die von Mr. Kurtz geleitet wird. Dieser hat sich mit seinem erfolgreichen Elfenbeinhandel, aber auch durch seine Abgeschiedenheit einen Namen gemacht.

Klingt alles ähnlich wie der große Film, ist aber doch anders. Das beste vorweg: Man merkt dem Buch das Alter nicht an. Und es lässt dich gut durch lesen, wenn man mal von kleineren Fehlern in der kindle-Version absieht. Und was will man mehr, als dass man immer weiter lesen möchte, weil man wissen will, was passiert?

Naja zum Beispiel das die Figur des Kurtz etwas greifbarer wird. Im Laufe der Geschichte wird die Spannung so stark aufgebaut, durch die Erzählungen der Figuren, die Marlow auf seiner Reise trifft, dass man Kurtz in seiner Blütezeit erleben möchte. Stattdessen ist er ein halbtotes Wrack, mit dem kaum mehr Interaktion möglich ist. Mich hat das ein wenig enttäuscht zurück gelassen und ich konnte fast nicht glauben, dass die Begegnung der beiden so schnell vorbei war. Auch bleiben viele der Nebenfiguren etwas blass, haben ihren Auftritt und sind dann schnell wieder weg.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Lesen sich schon gelohnt hat. Allerdings muss ich auch sagen, dass Francis Ford Coppola für den Film unheimlich viel aus der Vorlage heraus holen konnte. Die Aktualisierung von der Kolonialismus-Kritik auf den Vietnam-Kritik hat dem Stoff gut getan. Und viele der legendären Szenen des Films haben ihren Ursprung in keinster Weise im Buch.

Ein guter Anlass also, um hier im Blog endlich mal The Doors wenigstens anzuspielen.

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