Portugal, The Man unter Strom

Wiesn-Auftakt am Samstag. Allerdings ohne mich, für Samstag hatte ich andere Pläne. Am Abend spielten Portugal, The Man in München, mein erstes Konzert im noch relativ neuen Strom-Club. Es war sogar ausverkauft, auf Facebook wurde beim entsprechenden Event händeringend noch nach Karten gesucht.

Laut Homepage waren wir mit 21 Uhr eigentlich recht zeitig da. Um so größer die Überraschung, dass die Vorband Okta Logue bereits mitten in ihrem Set war. Wir quetschten uns an der Bar entlang bis weit nach vorne, bis wir an der Seite 2 Meter vor der Box standen. Eingeschränkte Sicht, aber guter Ton und wenigstens etwas Bewegungsfreiheit.Die Vorband war gut, schön zum anhören, etwas wabernde Gitarrenmusik aus den 70ern sag ich mal, aber muss man nicht zwingend live hören.

Nach der obligatorischen Umbaupause betraten dann Portugal, The Man die Bühne und eröffneten ihr Konzert mit Purple Yellow Red and Blue vom aktuellen Album. Das ging nahtlos über in den nächsten Song, der wiederum in den dritten Song mündete. Es wurde munter zwischen den Alben gewechselt, die Songs leicht abgewandelt, aber im Laufe des Auftritts immer mehr vom Publikum honoriert. Pausen dazwischen gab es nur wenige, die Ansagen beschränkt sich auf ein Minimum. Die Bühne war dunkel und nur spärlich beleuchtet (weswegen ich auf Fotos verzichtete), der Sänger und Bandleader hatte sich die meiste Zeit die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und spielte, wenn er nicht grade singen musste, desöfteren mit dem Rücken zum Publikum.

Diese offensichtliche bewußte Abgrenzung zu den Zuschauern kann man mögen oder nicht, bewirkte jedoch, dass man sich hauptsächlich auf die Musik konzentrierte und nicht auf die Show drumherum. Die Musik war jedenfalls gut, wer die Alben mag, wird sich auch hier wohl gefühlt haben. Besonders die neuen Sachen gefielen mir gut, angefangen vom Titeltrack Evil Friends, über Modern Jesus und Hip Hop Kids bis hin zu Creep In A T-Shirt kamen die auch live gut rüber. Beschlossen wurde das Set dann widerum von Purple Yellow Red and Blue, dieses Mal in einer anderen, etwas rockigeren Version.

Kein Clip vom Konzert, aber dafür eine tolle Version von Hip Hop Kids

Ein Stimmungskiller war jedoch das Ende des Konzerts. Nach dem regulären Set verabschiedete sich die Band von der Bühne. Die Zuschauer wollten eine Zugabe, die aber nicht gewährt wurde. Die Zeit drängte, die Veranstalter brauchten den Raum für das nächste Event, eine After-Wiesn-Veranstaltung. Die Leute würden schon draußen warten mit ihren bezahlten Tickets, es war ja auch schon weit nach 11, und man solle doch bitte Verständnis haben. Also ehrlich, ein Zugabewunsch ist nicht so überraschend, das ist planbar.

So war es dann recht plötzlich vorbei, wir fuhren weiter in den Cord Club und beendeten dort den Abend.

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