Das finstere Tal

Nanu habe ich nicht erst Anfang März ein Buch vorgestellt? Ja, das ging dieses Mal für meine Verhältnisse recht fix, besonders wenn man bedenkt, dass dieser Bericht jetzt schon seit über einer Woche auf Fertigstellung wartete. Spricht ja schon einmal für dieses Buch von Thomas Willmann, seinem Debutroman Das finstere Tal. Einem Mix aus Alpenkrimi und Western.

Die Männer kamen näher, bildeten um den Eindringling, der auf der Mitte des Platzes mit seinem Maultier zum Stehen gekommen war, einen Halbkreis, der nur wenig enger hätte werden müssen, um unverhohlen bedrohlich zu sein. (S. 14)

Ein Fremder quartiert sich kurz vor dem Winter in einem Dorf in einem abgeschiedenen Hochtal mitten in den Alpen ein. Von den Bewohnern wird er misstrauisch beäugt, mit der Zeit gewöhnen sie sich aber an ihn. Als dann der erste Schnee einsetzt und das Tal komplett von der Außenwelt abschneidet, gibt es einen Toten. Und dann noch einen. Die ungeschriebenen Gesetze des Tals geraten ins Wanken.

Wenn man sich das Setting mit den Alpen weg denkt, ist es tatsächlich genau so, wie man sich einen Western vorstellt. Ein mysteriöser Fremde, ein misstrauisches Dorf, Rache, Hass und Vergeltung. Es wird wenig gesprochen in diesem Buch und wenn, dann holt einem der starke Dialekt sofort wieder zurück aus dem Mittleren Westen. Die Geschichte wird sehr direkt und linear erzählt, lediglich an zwei Stellen gibt es längere Zeitsprünge, die die Hintergründe der beteiligen Personen aufdecken.

Als sie auf ein gutes Dutzend Meter herangekommen waren, nahm Greider seine Waffe hoch in den Anschlag und ließ die Mündung gelassen zwischen den beiden Zielen pendeln. Sein Kopf aber blieb unverwandt auf den Ältestens auf dem Kutschbock gerichtet. (S. 237)

Ein spannendes Buch, das einen hineinzieht in den entstehenden Strudel der Gewalt. Gut aufgebaut und gut geschrieben. Und mit etwas mehr als 300 Seiten auch nicht zu lang geworden. Sehr empfehlenswert.

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