Hamburg, Berlin, Whatever!

Der Aufbau vor dem Hamburger Konzert

Eigentlich war es ja ganz einfach. Ich hatte noch ein paar Tage Resturlaub, und für das gleiche Wochenende hatten Noel Gallagher und der KSC Auftritte in Hamburg terminiert. Aber dann ging es los. Das KSC-Spiel wurde auf Montag gelegt und dann wurde auch noch meine Gastgeberin in Hamburg krank. Was dazu führte, dass ich Donnerstag Nacht und Freitag Morgen meine Planung änderte und nicht in Hamburg blieb, sondern nach Berlin weiter fuhr. Der Reihe nach.

Los ging es ganz so wie geplant, sogar die Air Berlin Maschine nach Hamburg war am Donnerstag pünktlich und so landete ich kurz vor Mittag im hohen Norden. Vom Flughafen fuhr ich mit der S-Bahn ein paar Stationen weiter (es fällt doch immer wieder auf, dass nur der Münchner Flughafen ewig von der Stadt weg ist), um mich mit einer alten Freundin in einem Cafe zu treffen. Das Cafe May war es. Gleichzeitig was das auch der Treffpunkt einer Mutter-Kind-Gruppe, weswegen es dort recht voll war. Aber auch sehr nett.

Am Abend dann das Konzert: Noel Gallagher’s High Flying Birds in der Alsterdorfer Sporthalle. Und das war bestuhlt. Was nicht nur dazu führte, dass die Karten etwas teurer wurden, es war auch ein ganz anderes Erlebnis. Besonders vor dem Start. Entspannt zum reservierten Sitz laufen, während der Vorband (Folks – ganz nett, tut keinem Weg) kurz pinkeln gehen und zurück zum Platz.

Im Gegensatz zum Konzert in Köln hat mich Noel aber dieses Mal wirklich gepackt. Und das schon bei Mucky Fingers, was mir noch nie so gut gefiel wie an diesem Abend. Danach, als er dann mit seinen eigenen Sachen loslegte, wurde es noch etwas lebendiger in der Halle, Dream On und mal wieder If I Had A Gun waren großartig. Wonderwall ließ er dieses Mal weg, da war ich wirklich nicht traurig. Seine etwas langweiligeren Stücke von der Soloplatte waren wieder erst in der zweiten Hälfte vertreten, aber egal, mittlerweile kann ich mich auch mit Soldier Boys And Jesus Freaks abfinden. Die Zugabe toppte dann alles: Whatever zum Auftakt! Einer der tollsten Songs überhaupt! Und ich kann mich immer noch nicht erinnern, ihn vorher schon mal live gehört zu haben. Es folgten Little By Little, Importance Of Being Idle und natürlich Don’t Look Back In Anger. Ich war berauscht.

Noel Gallagher’s High Flying Birds in Hamburg

So berauscht, dass ich direkt danach Freunde fragte, ob sie immer noch eine Karte für Berlin zu viel hatten. Hatten sie. Hatte ich einen Schlafplatz in Berlin? Nein, eine Freundin ist zur Zeit nicht dort, aber ein Hotel war am nächsten Morgen schnell gebucht und mittags saß im Zug nach Berlin.

Die Fahrt ging echt fix, nicht lange und ich war am Berliner Hauptbahnhof. Was für ein riesiger Bau! Schick, aber wo mußte man denn da für was hin? Der Bahnhof verwirrte mich. Mein Hotel war zu Fuß 10 Minuten weg und nicht der Rede wert. Kurz noch mal etwas hingelegt, dann wieder zurück zum Bahnhof, die S-Bahn gesucht und weiter zum Alex, dort etwas Zeit verbracht, bevor es weiter zur Halle ging.

Am Alexanderplatz in Berlin

Die Weltzeituhr

Das Konzert war in der riesigen Max-Schmeling Halle und schien uns etwas überdimensioniert. Aber gut, dafür hatte man dann ganz gut Platz, wir standen recht weit vorne, ohne dass es um die Plätze einen Kampf gab. Nur die großen standen immer vor uns.

Nach der alten Oasis-Schule war die Setlist heute natürlich die gleiche wie am Vortag, aber was soll’s. Dafür heute mit Stehplätzen in der Mitte, gut für die Stimmung, wenn alles etwas enger ist. Und genau wie in Hamburg fand ich es auch heute wieder großartig. Little By Little fand ich an diesem Tag besser als je zuvor und das will was heißen. Aber auch seine Solosongs sind, bevor ein falscher Eindruck entsteht, einen Konzertbesuch wert. Vielleicht nicht alle, aber die Singles oder auch Broken Arrow sind live wunderbar schön.

Noel Gallagher’s High Flying Birds in Berlin

Nach dem Konzert waren wir dann, berlinunkundig, auf der Suche nach einer Kneipe und suchten am Alexanderplatz, was vielleicht nicht die naheliegnste Wahl war. Wir fanden dann die Schnelle Quelle, was ein guter Treffer war, mit Straßenlaternen als Beleuchtung und mit Zeitungsausschnitten verzierten Wänden.

Am nächsten Tag hatte ich dann noch etwas Zeit, brachte meinen Koffer an den Bahnhof. Dauerte zwar etwas, bis ich die Schließfächer gefunden hatte, aber dann ging ich noch den kurzen Weg rüber ins Regierungsviertel. War ich zwar schon mal, aber das ist Jahre her, und so schaute ich mir mal wieder den Reichstag und das Brandenburger Tor an.

Nach kurzer Suche fand ich danach auch mein Schließfach wieder und trat die 6-Stunden ICE Fahrt an. Dabei hatte ich eine Flasche Wasser, einen frisch gepressten Saft von der Obstbar im Bahnhof, ein Baguette (was hätte größer sein können), die National Geographic, mein Buch und meinen mp3-Player. Schuhe aus, Entertainment-Paket an, die Fahrt war gar nicht so schlimm. Der Zug war recht leer und der Ruhewagen trug dieses Mal seinen Namen zu Recht. Trotzdem war ich froh, als ich am Abend wieder in der eigenen Wohnung war. Das Wochenende war stressiger, als vorher gedacht. Aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

Fazit: Genau für solche Wochenenden brauche ich mein Handy. Und: Von den vier bisherigen Konzerten von Noel Gallagher in Deutschland bin ich ausgerechnet auf das in München nicht gegangen.

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4 Responses to Hamburg, Berlin, Whatever!

  1. Der Bahnhof in Berlin ist schon extrem. Als ich das erste Mal dort ankam war ich auch verwirrt. Als “Mensch vom Land” ist man sowas nicht gewohnt. Der größte Bahnhof in dem ich bis dato gewesen war, war der von Köln und der ist ein absoluter Witz dagegen.

  2. Hmm…was denken sich die Leute, wenn sie sich mit nem Döner in die Bahn setzen. Ich hab mich oft genug mit nem Döner in die Bahn gesetzt und viel nachgedacht hab ich darüber nicht – nur, dass es manche Leute stören könnte (aber genauso gut stören andere Menschen Mandarinen). Nichtsdestotrotz hab ich weiter mein Essen verzehrt. Schön rücksichtslos oder?

    Zum Glück arbeite ich nicht in der Nähe eines Ausflugziels (dafür wohne ich da), deshalb sind laute Schulklassen wirklich eine Seltenheit.
    Am besten wären sicherlich Teleporter…aber na gut.

  3. Nummer Neun says:

    @Little Miss Sunshine: Ich kenne die Bahnhöfe in München und Frankfurt recht gut und selbst die sind kein Vergleich gegenüber dem Berlicher Prachtbau.

    @lackbordeaux: Döner sind ja wohl mal ne ganz andere Liga als Mandarinen :)

  4. ide says:

    Ich weiß nicht warum, aber das erste, was ich bewusst in Berlin wahrgenommen habe, als ich aus dem Bahnhofsgebäude trat, war die Schweizer Botschaft, weil sie so alleine darum stand. Aber irgendwie auch passend, wenn man an ihrem Platz in der EU denkt. ;) Berlin ist aber nichts für mich. Ich habe mich da unwohl gefühlt. Zu viele Menschen und zu viel Lärm. Das ist nichts für Dorfkinder wie mich. ;)

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