III: Meere und Seen

Zur Erinnerung: Wir befinden uns grade in Medellin, haben uns bereits die Stadt angeschaut und ein Shopping-Center ausprobiert, nun gehen wir daran, uns etwas in der näheren Umgebung anzusehen.

Piedra del Penol

Etwa zwei Stunden mit dem Bus von Medellin entfernt, zwischen den Orten Penol und Guatape, befindet sich ein großer Granitfelsen, von dessen Spitze aus man einen grandiosen Ausblick auf die Landschaft hat. Seit den 70ern wird hier in dieser Gegend zur Stromgewinnung Wasser gestaut. Im Zusammenspiel mit der hügeligen Landschaft ist eine bizarre Seenwelt entstanden, die ihresgleichen sucht. Um sie in vollem Umfang bestaunen zu können, muss man jedoch den Piedra del Penol bezwingen, und der ist für ungeübte Stadtmenschen nicht ohne. Nicht weniger als 650 Stufen führen auf seine Spitze. Wir sind völlig kaputt und nass geschwitzt, als wir oben ankommen. Aber werden durch die Aussicht entschädigt.

Nach diesem Gewaltakt besichtigen wir noch den kleinen Ort Guatape, der sich durch seine kleinen, putzigen Straßen und den bunten Hausfassaden auszeichnet. Es ist nur ein schmaler Grad zu Kitsch und Disneyland, aber man hat es grade noch umschifft.

Ihn gilt es zu bezwingen

Hat man es geschafft, wird man hiermit belohnt

Der kleine Ort Guatape

Koralia

Nach dieser Anstrengung geht es am nächsten Tag an den Strand. Per Flugzeug gelangen wir über Bogota – und einigen Stunden Aufenthalt – nach Santa Marta an der Karibikküste, werden dort abgeholt und eine Stunde weiter nach Koralia gefahren, unserem Hotel für die nächsten beiden Nächte. Bei diesem Hotel hatten wir uns richtig etwas gegönnt, ein Hotel gleich in der Nähe des Tayrona Nationalparks, es gibt nur einige Zimmer, aber direkt am Strand.

Richtig gefällt mir das Hotel aber dann leider nicht. Kleine Zimmer mit Moskitonetzen über dem Bett, das Bad ist nur mit einem Vorhang abgetrennt. Zwei Zimmer teilen sich ein Häuschen, dazu gibt es Suiten, in denen man eine ganze Hütte für sich hat. Dafür liegen Blütenblätter auf dem Bett und das Verwaltungshaus darf man nur barfuß betreten. Alles etwas hippie-mäßig, so mein Eindruck.

Dafür ist die Lage unglaublich. Wirklich nur einige Meter bis zu einem sehr breiten Sandstrand, weit und breit kein anderes Hotel, so dass sich die vielleicht 20 Gäste dort fühlen können wie alleine auf der Welt.

Die Suiten des Hotels

Am leeren Strand von Koralia

Tayrona

Morgens um 9 Uhr starten wir den Tagesausflug in den Nationalpark Tayrona, dem populärsten Park des Landes. Zu dritt holt uns unser Guide im Hotel ab, fährt mit uns in den Park und dann heißt es laufen. Zunächst durch den Wald, vorbei an großen Ameisenhügeln, bunten Schmetterlingen und dicken Tausendfüßlern, bis wir endlich die Küste erreichen und wir von Bucht zu Bucht wandern. In vielen war aufgrund der Strömung das Baden verboten, lediglich in 2-3 Buchten ist es erlaubt.

Die Wanderung zieht sich mit einigen Pausen bis um etwa 4 Uhr hin, ich hole mir hier und heute dann doch noch meinen obligatorischen Sonnenbrand ab.

Ein Tausendfüßler in freier Natur

Ein Schiffswrack vor der Küste

Badepause im Nationalpark

Im Hotel hat man netterweise noch ein Mittagessen für uns zurück gestellt und ich stehe vor meiner kulinarisch größten Herausforderung des Urlaubs: Ein großer Meeresfrüchtesalat mit Shrimps und Calamaris und was weiß ich noch allem. Die Hauskatze und ich schaffen davon knapp 2/3, als Belohnung gibt es danach ein Stück Schokokuchen.

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Im vierten und letzten Teil fahren wir weiter in eine der ältesten und bedeutensten Städte Kolumbiens und lassen den Urlaub schließlich gemütlich auf der Karibikinsel San Andres ausklingen.

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I: Bogota und raus aufs Land + II: Kaffee und Kartelle + III: Meere und Seen + IV: Karibik-Gefühle

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