KW 16/2025: Slow Horses, Die Truman Show, Brigitte Calls Me Baby und das Drama

Happy Sunday!

Seit einigen Tagen bin ich wieder Abonnent von Apple TV. Immerhin startete nun die fünfte Staffel von For All Mankind und das ist Grund genug, bei diesem Streaming-Dienst mal wieder einen Blick zu riskieren. Zumal sich seit meinem letzten Besuch einiges angesammelt hat, was ich gerne sehen würde. Um meinen alten Account zu reaktivieren, verlangte es allerdings einiges an Knobelei. Der Dienst setzt immer noch auf Sicherheitsabfragen, also so etwas wie die Frage nach dem Namen des ersten Haustiers und ähnlichem, als würden wir noch in den 2000ern leben. Noch komplizierter wurde es, ohne den Besitz eines Apple-Gerätes, einen 20€-Gutschein auf mein Benutzerkonto einzuzahlen, um damit die Monatsgebühr zu stemmen. Trotz tagelangem Bemühen mit Android-Handy und Windows-Laptop ist es mir nicht gelungen. Geht bitte davon aus, dass in den nächsten Wochen über dem Deutschlandbüro von Apple hier in München eine riesige, graue Regenwolke hängen wird, weil ich diese Firma (mal wieder) auf gründlichste verflucht habe.

Nichtsdestotrotz: Die erste Serie von dort findet sich in diesem medialen Wochenrückblick wieder. Dazu gibt es noch einen aktuellen Kinofilm, etwas Musik und die Beflimmerung während meiner letzten Bügel-Session. Drama, Baby, Drama!

Am Donnerstag hatte ich frei und habe die Zeit genutzt, um zum Baumarkt zu fahren. Gar nicht so leicht ohne Auto! Die großen Baumärkte sind nicht wirklich auf Fußgänger ausgerichtet, der Haupteingang in den Baumarkt ist der Zugang über die Parkgarage. Wie auch immer, ich hatte einen Korb dabei und den machte ich voll mit frischen Pflanzen. Mehr als genug, um damit zwei Balkonkästen zu füllen. Mal schauen, wie lange sie bei mir durchhalten.

Slow Horses (Staffel 1, 6 Folgen, UK, Apple TV) – 7 von 10

Nach einem fehlgelaufenen Einsatz wird MI5-Agent River Cartwright (Jack Lowden) ins Slough House unter der Leitung des desillusionierten Jackson Lamb (Gary Oldman) versetzt, der Abschiedestation für gescheiterte Agenten. Diese geraten bei einer inoffiziellen MI5-Mission unverschuldet mitten ins Geschehen. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, was man in diesem Thriller zu sehen bekommt. Die Serie gibt sich alle Mühe, das Team des Slough Houses nicht zu kompetent wirken zu lassen. Geheimdienstler, gescheitert an den fachlichen Fähigkeiten und an den eigenen, sozialen Kompetenzen. Geleitet wird das Team von Lamb: Ebenfalls gescheitert, ambitionslos, unkooperativ, übellaunig und gemein zu seinen Leuten, aber stark gespielt von Oldman. Es fällt auf jeden Fall schwer, mit dem Team mitzufiebern – die Figuren von Lowden und Olivia Cooke sind da die kleinen Ausnahmen. Trotzdem entwickelt die Serie einen gewissen Sog und zieht die Spannungskurve kontinuierlich an. Der Fall ist etwas plakativ, aber funktioniert gut. Und die Machtspielchen zwischen Lamb und der stellvertretende MI5-Generaldirektorin Taverner (Kristin Scott Thomas) machen neugierig auf mehr.

Das Drama – Noch einmal auf Anfang (Regie: Kristoffer Borgli, USA) – 7 von 10

Vom Traum zum Alptraum, das scheint das Thema des norwegischen Regisseurs Borgli zu sein. Nach Dream Scenario (9/10), wo er das Motiv wörtlich angegangen ist, wählt er nun eine Hochzeit als Rahmen der Handlung. Charlie (Robert Pattinson) und Emma (Zendaya) planen ihren großen Tag und alles könnte so schön werden, würden sie sich bei einem launigen Zusammentreffen mit Freunden nicht gegenseitig von den schlimmsten Dingen erzählen, die sie jemals getan haben. Eine Beichte, die zumindest Charlie so beschäftigt, dass er seine zukünftige Frau mit anderen Augen sieht. Es ist eine Grundkonstellation, die wie in Der Vorname (8/10) oder in Der Gott des Gemetzels als Komödie hätte komplett eskalieren können. Ein paar Schmunzler gibt es zwar trotzdem, aber wie es der Titel verspricht, ist der Konflikt hier eher dramatisch aufgeladen. Wenn man sich anschaut, wie Charlie auf die Beichte reagiert, ist das auch sehr gut gelungen. Immer wieder brechen sich negative Assosizationen in seine Gedankenwelt. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie man selbst in so einer Situation reagieren würde. Pattinson und Zendaya funktionieren gut vor der Kamera, vor allem letztere schafft es, dass man ihr die psychologischen Untiefen auch glaubhaft abnimmt. Letztlich ist der Stoff aber etwas zu dünn für den Film und manch andere, kleine Konfliktherde wirken deplatziert, als hätte man die Handlung noch etwas strecken müssen. Auch wenn es auf der Hochzeit, auf welche der Film unweigerlich zu steuert, noch einmal etwas mehr kracht, dreht sich doch vorher vieles im Kreis. So fehlt für mich irgendetwas, um in diesem Film noch eine Klasse mehr zu sehen.

Die Truman Show (Regie: Peter Weir, USA, 1998, Paramount+, Re-Watch) – 8 von 10

Ohne es zu wissen, ist der Versicherungsangestellte Truman (Jim Carrey) Teil einer riesigen Reality-Show, die live in die ganze Welt übertragen wird. Die Stadt ist ein Fernsehstudio, seine Kontakte allesamt Schauspielende. Christof (Ed Harris) hält als Produzent der Show gottgleich alle Fäden in der Hand. Auch knapp 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat diese Mediensatire nichts von seinem Reiz eingebüßt. Reality-TV hat sich zwar seitdem in eine andere Richtung entwickelt, aber die Grundidee eines monströsen Big Brothers ohne moralische Grenzen, ist immer noch frisch. Klar, auch wenn es vielleicht so wirkt, hat die dahinter Idee keinen Anspruch auf Realismus, den hat Running Man ja auch nicht, sondern liefert ein beeindruckendes was-wäre-wenn Szenario. Carrey katapultierte dieser Film raus aus der reinen Blödel-Schublade.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 28 von 30 Liga-Spielen = 93%. (Saison 2024/25: 85%)

Am Freitagabend stand das nächste Spiel gegen einer der Aufstiegskandidaten an: Das Auswärtsspiel bei der SV Elversberg. Sehen konnte ich es nicht, verpasst habe ich noch weniger: Das Spiel ging mit 0:3 verloren.

Es waren einige Fahrten in die Stadt, ins Büro und in den Baumarkt angesagt, aber: Es gab dabei keine besonderen Vorkommnisse.

Brigitte Calls Me Baby ist einer dieser Bandnamen, bei denen man eigentlich gar nicht mehr weiter hören möchte. Aber tut mir den Gefallen und macht es trotzdem. Denn die Band aus Chicago bringt den Rock der 2000er zurück auf die Tanzflächen der schrabbeligen Indie-Discos. Ihr Song Slumber Party findet sich auf ihrem zweiten Album Irreversible wieder und ist ein echter Ohrwurm.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

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