Der richtige Ton,  Was mit Medien

KW 02/2022: Deadwind, Ducks Ltd., Die Wespe und Das zweite Gesicht

Happy Sunday!

In der öffentlichen Kommunikation ist aus der neusten Corona-Welle eine Omikron-Wand geworden und überall schießen die Fallzahlen in ungeahnte Höhen. Die gute Nachricht: Rein rechnerisch kann die Inzidenz eh nicht höher als auf 100.000 steigen. Puh. Der königlich bayerische Ministerpräsident verkündet währenddessen den Wechsel von Team Vorsicht ins Team Augenmaß. Und Novak Djokovic spielte seine eigene Version von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus durch.

Meine Woche war sehr unspektakulär, wenn man mal von den neusten Tiefständen meiner Schrittzähler-App absieht. Um das halbwegs wieder auszugleichen kam es zum Foto der Woche. Und weil ich gestern zu einem Geburstagsessen in der Innenstadt eingeladen war (in mittlerweile ungewohnt großer Runde), konnte ich ein historisch schlechtes Ergebnis am Ende doch noch verhindern.

Diese Woche habe ich eigentlich so gut wie keine Bilder gemacht. Aber wie sage ich in Corona-Zeiten gerne: Wenn nichts geht, geht’s zur Blutenburg.

So auch am Freitag. Ein paar Minuten früher Feierabend gemacht und schon war ich zur langsam einsetzenden Dämmerung bis hin zur Blutenburg spaziert.

Bevor es an die großen Formate geht (die Sichtung von Succession S3 und Sløborn S2 läuft), hatte ich mich zu Jahresbeginn erst nochmal an zwei Formate der langen Liste gemacht. Eine nordische Krimiserie und eine deutsche Comedyserie. Bereits die zweite im noch frischen Jahr!

Deadwind (Staffel 1, 12 Folgen, Finnland, Netflix) – 6 von 10

Sofia Karppi (Pihla Viitala) und Sakari Nurmi (Lauri Tilkanen) werden als Beamte der Polizei von Helsinki mit einem rätselhaften Mord betraut. Schnell sind sie einer Verbindung zwischen dem Opfer und dem Baulöwn Alex Hoikkala (Tommi Korpela) auf der Spur, hinter dessen Firma mehr zu stecken scheint, als zunächst gedacht.

Oft ist es ja eine Frage der Erwartungshaltung. Bei dieser Serie hatte ich mir deutlich mehr Nordic Noir erwartet, mit einem psychopathischen Serienkiller und den Abgründen der Nacht. Letztlich war es aber eher ein klassischer Krimi mit einem zentralen Mord und der Frage: Wer war es? Dazu werden einige falsche Fährten gelegt und die Hintergründe scheinen immer größer zu werden, als es anfangs wirkte. Diese Geschichte aber auf ganze 12 Folgen zu strecken ist schon sehr gewagt und sorgt für viel Leerlauf bzw. einige Nebenhandlungsstränge, die letztlich aber recht unnötig wirken. Die beiden – natürlich gegensätzlichen – Ermittler brauchen ein wenig, bis die Chemie zwischen ihnen stimmt, selbst für ein Gegensatzpaar ist das am Anfang recht anstrengend. Und die Auflösung am Ende wirkt nach dem ganzen Vorlauf etwas dünn. Kann man sich ansehen, aber selbst Fans des Genres würden nicht viel verpassen, wenn sie es nicht täten.

Die Wespe (Staffel 1, 6 Folgen, Deutschland, Sky on Demand) – 7 von 10

Der Ur-Berliner Eddie Frotzke (Florian Lukas) hat seine besten Jahre als Dart-Profi schon hinter sich und verbringt seine Zeit eher in Bars als auf Turnieren. Trotzdem träumen er und sein Zögling Kevin (Leonard Scheicher) noch von der Teilnahme an der Darts-WM.

Und damit willkommen im Dart-Milieu. Dankenswerterweise macht sich die Serie weder über dieses Milieu, noch über die bodenständigen Figuren lustig, sondern erzählt mit ihnen eine klassische Sport-Comeback Story. Um ein Comeback zu feiern, muss man erst einmal ganz unten angekommen sein und so sehen wir in den ersten Folgen, wie sich alles gegen Eddie verschworen hat, bevor er noch einmal von Grund auf anfängt. Florian Lukas lebt die Hauptfigur sichtlich, auch Ulrich Noethen funktioniert sehr gut als alkoholabhängiger Ex-Profi. Die beiden alleine sind die Sichtung schon wert! Komplettiert wird die Hauptbesetzung durch Eddies Freundin Manu (Lisa Wagner), die gleichzeitig auch seine Managerin ist und Scheicher als junge Nachwuchshoffnung. Allerdings darf man kein Comedy-Feuerwerk von der Serie erwarten. Zwar ist sie für regelmäßige Schmunzler immer gut, der Fokus liegt aber doch eher auf der klassischen Sportgeschichte, für die man allerdings keinerlei Dart-Vorwissen braucht. Darf gerne fortgesetzt werden!

Von alt nach jung sortiert:

The Jesus Rolls (USA, 2019, Sky Cinema) – 3 von 10

Ein turbulentes Roadmovie mit John Turturro als verbindendes Element zum Kultfilm The Big Lebowski – das wäre der Film wohl gerne gewesen. Stattdessen ist er leidig völlig langweilig, mit einer komplett ziellosen Story, die weder lustig noch provokant ist (was sie wohl gerne gewesen wäre) und einer Verbindung zum Hauptfilm, die über den Namen der Hauptfigur und einer kurzen, völlig unbedeutenden Bowling-Szene nicht hinaus geht. Der Film ist wirklich so schlecht, wie man überall lesen konnte – ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte. Mitleidspunkte gibt es für den Einsatz der Gipsy Kings und für Bobby Cannavale, den ich komischerweise immer ganz gerne sehe.

Die Toten vom Bodensee: Das zweite Gesicht (D/Ö, 2022, ZDF) – 7 von 10

Der 14. Fall über die deutsch-österreichischen Ermittler Zeiler (Nora Waldstätten) und Oberländer (Matthias Koeberlin) hat wieder einen mystischen Anstrich bekommen, wenn die Zeugin Lisa (Anna Herrmann) einen Mord auf dem Bregenzer Geistertanz gesehen haben will, der erst Stunden später stattfand. Ob Visionen oder nicht – es entwickelt sich ein spannender Kriminalfall mit einigen überraschenden Wendungen. Das es am Ende doch eher wieder konventionell wird ist etwas schade, da würde ich der Reihe manchmal etwas mehr Mut wünschen.

Und noch ein Nachtrag zum vergangenen Jahr: Ducks Ltd. aus Toronto wurden mir mit ihrem Album Modern Fiction kurz vor dem Jahreswechsel noch empfohlen, für die Top 15 hat es allerdings nicht mehr gereicht. Trotzdem ist es ein nettes Album, das ein wenig an Rolling Blackouts Coastal Fever erinnert. Ihre leichte und flotte Gitarrenmusik ist eher Frühlings- als Wintermusik, aber das soll uns jetzt nicht stören. Genauso wenig wie der Qualm von 18 Cigarettes, der wird von dem schönen Song nämlich einfach weggeblasen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 17 von 19 Liga-Spielen = 89 %.

Rückkehr aus der Winterpause am Samstagabend gegen Darmstadt 98. Live-Übertragung im Free-TV gegen eines der besten Teams der Hinrunde. Das nennt man Rampenlicht. Aufgrund der Geburtstagsfeier habe ich selbst allerdings nicht mehr als die Zusammenfassung sehen können. Demnach schien es ein eher glückliches 2:2-Unentschieden für den KSC gewesen zu sein, trotz eines aberkannten dritten Tores für die Karlsruher, aufgrund einer „haarscharfen“ Abseitsentscheidung, wie es der Kicker nannte.

  • Projekt 21: Mal wieder Zeit für ein Update meines Schreibprojektes aus dem vergangenen Jahr. Nach zweimaligem Korrekturlesen und Überarbeiten komme ich langsam an dem Punkt an, dass ich es zum einen selbst gut finde, so wie ist es, zum anderen aber auch an das Ende meiner Möglichkeiten gelange, die Erzählung eigenständig zu verbessern. Was also tun? Ich werde mich in der nächsten Woche wohl doch mal an ein Exposé wagen.
  • Lesetipp I: Der Traumfalter Jahrerückblick 2021: Wenn ihr noch Luft für nur noch einen letzten weiteren Rückblick auf das Bewegtbildjahr 2021 habt, dann muss es der aus der Traumfalter Filmwerktstatt sein. Danach sind keine Fragen mehr offen.
  • Lesetipp II: Glaskugelige Kaffeesatzlesereien – Die Trends für das neue Jahr: Spannende Prognose von Indiskretion Ehrensache zur Entwicklung der Gesellschaft und zum Konsumverhalten in der nächsten Zeit.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

2 Kommentare

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